2012/02/19

Norrøna Falketind Gore-Tex Pro Shell Jacket - let it rain

Es ist eben ein Unterschied zwischen den Dingern. Outdoorjacke. Scheisse ja, jetzt hat man Schwadronen von Yuppies und Rentnern in Jack Wolfskin und North Face - Jacken vor dem geistigen Auge. Zu recht. Sollen sie doch weiter ihre Individualitätsuniformen tragen. Das ist mir Schnuppe. Doch zurück zur Jacke. Die Jacke als solches ist ein verdammt wichtiges Kleidungsstück. Wer's nich glaubt fragt die Pilskills. Alles klar? Gut. Kommen wir zum Ausgang dieser Sache hier. Kurzform: Jacke gekauft, Jacke benutzt, Jacke schnell kaputt, Jacke reklamiert, Jacke ausgetauscht, neue Jacke benutzt ... uuund?

Yo.

Soll heissen das Ding taugt nun aber mal richtig. Sie heisst Falketind Pro Shell und kommt aus'm Norden. Norrøna. Norröna. Norrona. Kann froh sein dass es keine russische Jacke ist. Trotzdem - einmal mit Ö bitte. Norröna. Machen wohl ganz vernünftiges Zeug wie ich feststellen durfte.

Aber jetzt mal zur Sache. Ich hab die Rab Latok dem Händler zurückgeschickt und dafür die Norröna Falketind bekommen. Das eine war eVent-Membran, das andere ist nun Goretex Pro. Den hier und da beschriebenen Unterscheid zwischen den Membranen konnte ich so erstmal nicht ausmachen. Beides - und das muss man mal ehrlich zugeben wenn man solche Klamotten vollmundig vertickt - ist irgendwann am Limit. Das einzige was richtig wasserdicht ist ist ne Mülltüte und das einzige was richtig atmungsaktiv ist ist die nackte Haut. Alles andere ist irgendwo dazwischen. Was bedeutet das nun genau? Das Ding ist sehr dicht bei kräftigen Schauern und ein paar Stunden Regen. Wird's aber mal ein kompletter Tag ist auch hier irgendwann innen nicht mehr Death Valley - mässig trocken. Das lässt sich nur zum gewissen Grad mit Innenfeuchte durch den Körper begründen, wenn man das Teil mal ohne Mensch draussen hinlegt/aufspannt kann man die Gewichtszunahme trotzdem und sogar recht gut messen. Anyhow, das ist und bleibt eine theoretische Größe, da der körpereigene Anteil an Feuchte in der Jacke ein sehr viel höherer ist. Bis heute (knapp zwei Jahre) habe ich das gute Stück erst dreimal gewaschen, wenn man es schonend anstellt passiert der Membran auch nix, zumindest ist sie davon noch nicht beeindruckt.

Zu den Details. Auch hier reicht mir eine Größe M. Im grossen und ganzen ebenfalls schön schmal geschnitten, vielleicht im Bauchbereich sogar etwas schmaler als die Latok. Dafür aber mit genauso guten weil langen Ärmeln. Diese haben wie es sich gehört vorne einen Klett um die schön dicht zu machen, vernünftig abgenäht und zu erreichen - auch mit Handschuhen. Unter den Armen verläuft ein Reißverschluss zur Belüftung. Das ist zu erwarten und funktioniert bestens. Norröna hat hier den üblichen Zweiwege-Zipper spendiert. Bei der Softshell Lyngen gibts dort drei - kannste also feiner dosieren. Clever. Aber bei der Wasserfesten reichen die zwei dicke.

Der Rücken ist schnörkellos aber lang. Ich mag das und ich brauch das. Ein nasser Arsch beim Radfahren ist eben blöd. Hier kann man wunderbar raffen, da zieht dann auch nix drunter. Der Vorderreißverschluss ist wie die beiden Brusttaschenreißverschlüsse und die unter den Armen natürlich von der wasserbremsenden Sorte. Und siehe da - die gehen auch ohne den Zipper zu zerstören zu benutzen. Was auf den ersten Blick etwas schade war sind die nur zwei Taschen im Gegensatz zur Latok mit ihren vier. Aber weniger ist vielleicht nicht mehr aber zumindest völlig ausreichend. Was nich da ist kann auch nich kaputtgehen. Und was nicht in die Taschen passt braucht man eh nicht. ... Hoffentlich.

Die Kapuze ist ebenfalls ordentlich groß - ich trage immer noch keinen Helm, könnte aber und so weiter. Der Schirm ist etwas breiter geformt als bei der Latok und hat ebenfalls einen Draht an der Kante eingearbeitet. da hätt ich mir noch ein paar Gramm mehr gewünscht. Gerade beim Fahren ist das manchmal friggelig den hinzubiegen wie man gerade möchte. Das war bei de Latok mit einem Griff erledigt, hier brauchts zwei oder drei.

Mittlerweile gibts in der Falketind-Reihe noch ne Menge andere Sachen, es ist nicht unüblich jedes Jahr ne neue Kollektion rauszubringen. Meines Erachtens ist das nicht wirklich nötig, das Ding taugt und muss nich mehr neu erfunden werden. Und die aktuellen Farben sind ... naja. Wahrscheinlich der schlechte Einfluß von Jack Wolfskin & Co..

Hier ein paar Details der 2010er Version:









Tja. Bis jetzt viel aufregendes mit angestellt. Vom Schneeschauer bis zum tropischen Monsun hat sie alles geschafft. Dieses Jahr wohl wieder etwas mehr auf dem Rad unterwegs, aber hoffentlich bald auch mal wieder beim Trekken dabei. In diesem Sinne...

Kommentare:

schuehsch hat gesagt…

Die Damen-Version der Joppe ist auch in Ordnung, von 2 Abzügen in der täglichen Handhabung abgesehen:

1. Die Reißverschlüsse der Taschen enden ungünstig. Frau fasst sich unweigerlich mehrmals am Tag an die Brüste, wenn man sie öffnet und schließt. Muss halt nicht sein.

2. Ich ziehe den Bund der Jacke gerne etwas enger. Dadurch werden die Gummischnüre natürlich länger und haben aber so ungünstig, dass ich mit diesen Schlaufen häufig irgendwo hängen bleibe. Passiert mir bei keiner anderen Jacke.

bemme51 hat gesagt…

wegen 1. - so gesehn schon ungünstig, wenn mit Rucksack unterwegs total günstig gelegen - wegen der Lage der Rucksackgurte...

2. is doof, aber passiert mir nich... ich lauf lieber irgendwo gegen..^^