2007/07/30

la haine

"Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von einem Hochhaus fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: Bis hierher gings ja ganz gut, bis hierher gings ja ganz gut. Aber das Wichtige ist nicht der Fall, sondern die Landung."

Hass (La haine), Mathieu Kassovitz, 1995

//guckn//

HEAT

Warum muss ich diesen Film immer wieder sehen? Warum ist das Buch so fesselnd? Wieso begegne ich in diesem Film so vielem von so tiefer Bedeutung? Es ist nicht wirklich die sicherlich überragend ästhetische Art des Films. Viele sehen darin lediglich den spannungsgeladenen Actionfilm mit einer der am realst photografierten Schusssequenzen des Kinofilms. Klar das diese Leute sich auch an den zahlreichen komplexen Erzählsträngen abseits der Gangster-/ Bullenstory stören. Aber genau das ist der eigentlich so faszinierende Part des Films. Michael Mann hätte sich nicht Pacino oder/und de Niro (er hatte nicht erwartet, beider Zusagen zu bekommen) bedienen müssen, um einen Actionstreifen zu drehen. Wohl aber um all die Feinheiten, Abgründe, Ängste und Stärken der Charaktere zu transportieren. Vielleicht auch weil er mit "Showdown in L.A." (gleiches Buch, Fernsehfilm, Michael Mann, 1989) nicht so tief in diese Geschichte kam.

Habe kürzlich eine Rezension der tieferen Art gefunden:

Heat vs. Leben

2007/07/27

Manic Street Preachers - Love's Sweet Exile

between the billboard masturbation across highways of metallic isolation
there lies the deafening screaming of the millions wiping out the diseased pages
of apathy that bleed our innocence...

Love's sweet exile
Love's sweet exile

We blur into images of state coercion
Classified machines die misunderstood
City reflections pour out misery
We don't count cos we hate

Raindown alienation
Leave this country
Leave this country
Raindown alienation
Leave this country
Leave it

Despair seeps through and cuts our eyes
Unified collapse of everything inside
We understand but can't accept
You are not dead cos we hate

Raindown alienation
Leave this country
Leave this country
Raindown alienation
Leave this country
Leave it

Our lives drift into a faceless sense of void
Everything of meaning becomes destroyed
There's too much concrete for us to breathe
We are kept down cos we hate

Love's sweet exile
Love's sweet exile

Raindown alienation
Leave this country
Leave this country

Raindown alienation
Leave this country
Believe it

Love's sweet exile
Love's sweet exile

nur so...

theoretical data

Yippie, geile Woche war das. Den Rose mit alten Scheiben bei ner Tasse Tee und guter Schokolade über die 30er-Schwelle gehoben. Mal wieder rischdisch Spass midder Arbeit gehabt, auch wenn der Anlass eher traurig is. Aaaaber, Feuerwehr spielen is schon irgendwie geil. Aber vielleicht kommt da auch bloss der kleine Junge in mir durch ;-). Noch liegengebliebene Filme weggebracht, hätt nich gedacht hier in der Pampa in nem Fotoladen den Scala200 zu bekommen. Achja und Simpsons halt. Da hat der Taucher mich mit dem Porter neulich echt aufn Geschmack gebracht. Die Auslandssache entwickelt sich. Freu mich auf heute Abend - "Frauen tanzen zu guter Musik und Männer tanzen zu guten Frauen." - lass ich ma so stehn, also mein Part is der am Anfang. Warum machen die in die gefüllten Streuselschnecken eigentlich immer so wabbeligen Pudding?! gnnnpppfff...
Krieg auch so langsam nen Plan ins Chaos, was behalt´ ick, was geht wohin... etc. Tja nächste Woche wird bestimmt heftischer, Scheisse>Gold@work, Grillen, Zeug verticken, Transport, Kühli borgen, Rad saubermachen, n paar professionelle Schritte in Richtung Zukunft. Ne Menge Kram halt, aber dann is ja auch schon wieder Spass in Sicht. greetz@Ex-FSR-WP ;-)

So ab geht er. // Rocken Sie. Jetzt.

2007/07/23

Neil Young - Let It Shine

There's a light on
over my head, my Lord
There's a light on
over my head, my Lord
Let it shine, let it shine
Although it may not be
the only one
Let it shine, shine, shine
Although it may not be
the only one.

There's a moon roof
over my head, my Lord
And my Lincoln is still
the best thing built by Ford
Let it roll, let it roll
Although it may not be
the only one
Let me ride, ride, ride, ride,
Although I may not be
the only one.

I got religion
in the airport, my Lord
They caught me waiting on
my baggage when I was bored
Let them chant, let them chant
Although they may not be
the only one
Let them dance, dance, dance
Although they may not be
the only one.

There's a light on
over my head, my Lord
There's a light on
over my head, let it shine
Let it shine, let it shine
Although it may not be
the only one
Let me shine, shine, shine, shine
Although I may not be
the only one.


@J: Leif macht das....

wat fürn tag

Puh, Mann dat is ja grad ein Elektronenballett in Hirn, wie ne CPU auf Volldampf. Oder wie meine Lieblingsfehlermeldung vom Acrobat Reader auf Arbeit, ja die IT könnte siche des Problems ruhig mal annehmen, "Zu viele Argumente".

Sortieren. Hm. Ja krass alles. Weiss garnich wie ichs beschreiben soll. Zitiere einen guten Freund: "Vielleicht musste ich ich erst durch diese Scheisse durch um dahin zu kommen.". Ja, da is was wahres dran. Wie oft bin ich schon über irgendsone riesige Kreuzung gefahren, und hab die letzten Sekunden vorher überlegt welche Strasse zuerst, welche Ampel dann, von wo kommt der Gegenverkehr, wo sind weniger Fussgänger die in letzter Sekunde nen Schritt zur Seite machen könnten. Und dann, biste drüben haste auf einmal das Gefühl idealer wärs fast nich gegangen. Es gab für Dich keine andere Variante da rüberzuheizen. Ich wollt am Samstag Bewerbungsfotos machen, bin 10 min zu spät, da ham die zu wegen Aussenaufnahmen. Ich treff dadurch jemanden zu einem guten Gespräch, und sehe mich wie vor etlichen Jahren mal Blumenstiegen einladen, die Kräuter riechen, einfach bei Leuten mit anpacken. Rede, erzähle mit einem Menschen, einmal zuvor gesehen, keine Woche vor Thailand. Stellt dann fest, das die Sachen die ihm damals wohl schon auf der Zunge lagen doch gar nicht mehr ausgesprochen werden mussten. Und dann als alle die Stände abbauen, kommt der Nachbar vorbei holt sich zwei Sträusschen ab, geht Richtung Fischverkaufswagen, ja hallo? Erinnerungen, ja klar, kennt er, guter Kumpel. Dann heut morgen, ähm ja schwer einzuordnen, wie fühlt sich das an? Keine Ahnung gut jedenfalls, irgendwie dankbar. Hm da steckt echt ne Menge in dem Gedanken mit dem "durch diese Scheisse durch". Ist es reifen? Kann schon sein. Werde ich sehen.

Dann Winni, der Gute, ewig nichts gehört, faltet auch sein Päckchen (wir schnacken weiter, warn unterbrochen worden), genauso wie der Herr Reiter (da muss ich mir keine Sorgen machen), allgemeine Aufbruchsstimmung? Dann Oliver, war schade fast sagen zu müssen, das ich dem Kapitel doch den Rücken zuwenden werde, aber vielleicht kehrt ja bald ein Exil-Dresdner zurück nach hause? ;-) Dann ratzfatz, Ford.J.Prefect in ernster Lage, tja the story continues. Die Kleine hat vielleicht schon Energie für Euch alle genug. Wenn ich mir das so anguck, vielleicht auch damit sie Euch beide aufm Dampfer hält. Ich glaube schon das von dieser Welt so mancher abtritt, für den ein Seelenverwandter auftaucht. Neil Young - "Let It Shine". Ich glaube das wird am Mittwoch passieren, wenn Leif dort ist. Gibt der Frau Kraft, auf diesem Weg nicht alleine zu sein. Und ich bin mir sicher das das ein Zeichen ist. Energieberatung und so. ;-)

Tja und dann, ohne das hätt ich schon nich mehr meine mails gecheckt. Drei Hämmer. "Zu viele Argumente". Zitat P.: "life could be worse".
@1: Der Mann wird nicht daran zerbrechen. Dazu isser viel zu gut. Freu mich auf ihmn, auf Feitag. Kriegt´n paar Scheiben gewidmet. Apropos Freitag, das Buch ist angekommen, yippie (EADY?), Samstag lesen im Park? Könnt mir gefallen.
@2: Bitterböse, das Wetter hat doch schon alles gesagt.
@3: Hat mich schon überrascht, sacken lassen, noch keine Kraft dafür, nicht jetzt, aber bald, weiss ich. Muss noch ein Stückchen weitergehen. Sind noch zu viele Sachen im Raum, haben noch keinen Platz gefunden. Will den Weg wenigstens bis zur ersten Biegung einsehen können. Aber ich denke, es ist für niemandem zu spät im Leben. Auch wenn´s wie bei Clint Eastwoods Film "Honkytonk Man" endet, die letzte Aufnahme wars Wert.

Kommt langsam Ruhe in die Seele, stolper über Liegengebliebenes, sowie eines meiner Lieblingszitate: "Scheisse passiert nicht, Scheisse braucht Zeit.". So das kann ich ja auch invertiert betrachten. Auch Gutes brauch Zeit. Manchmal zeigt sich das Gute auch erst über Umwege. Wobei wir wieder beim ersten Zitat stehen. Mathematisch betrachtet sind wir da nicht vorwärtsgekommen. Hm. Im Kreis gerechnet. Nich wirklich. Ah ja, der Kreis war das Ziel. Raphi sei Dank. ;-)

PS: und nach Teil zwei mit Winni meldet sich nun noch ein Kandidat der zu anderen Ufern aufbricht. Spannend das. Da soll noch einer Zeit zum schlafen finden. Bei Ingo stehts aufm Rücken: "FLYING HORSE - die 25. STUNDE". Schlaft gut.

2007/07/22

pride

Now the night of the fight, you may fell a slight sting, that's pride fuckin' wit ya. Fuck pride! Pride only hurts, it never helps. Fight through that shit.

2007/07/20

extreme

Extreme. Ich bin also extrem. Hm. Mal durchspielen. Wenn ich das mal wertungsfrei gelten lasse, dann hieße das ja extrem in fast allen Bereichen zu sein, konkreter wurde die Aussage ja nich getroffen. Also extrem. Ja und. Ich kann zurückschauen und das mal für schon immer gelten lassen. Ich war in vielem anders. Ungewohnt, vielleicht auch deshalb interessant. Aber wäre ich das gewesen was ich war, wenn ich nich schon immer diese Art des, sagen wir mal Pegelhubs gehabt habe? Aber erst mich verändern und dann das Ergebnis nicht mögen. Funzt eben nich. Es gibt keine Aussergewöhnlichkeit aus Normalität heraus. Also ich wäre nie ich gewesen, wenn das nicht in mir gewesen wär. Und ist. Klar überwiegen die positiven Eigenschaften durch die Neuheit sowieso. Den negativen, wenn sie denn überhaupt schon ausgeprägt sein konnten musste man sich nie stellen, die mussten noch gar nicht wahrgenommen werden. Tja, aber mir jetzt diese Dinge zum Vorwurf zu machen is ein wenig billig. Weils Verrücktheit eben nicht zum Nulltarif gibt. Es gibt kein grosses Musikstück, kein grosses Theaterstück, kein grosses Buch oder Bild, welches aus Harmonie oder Ruhe heraus entstanden ist. Sie will nicht mehr mit meinen Problemen sein. Hm. Aber solange die bunten Federn gutgetan haben, spielten die keine Rolle? Und dann, wenn´s Kraft bedeutet hätte? Naja die Sache kennen wir ja. Der leichte Weg. Der sichere Hafen. Die Kraft reichte also nicht dazu, von Angesicht zu Angesicht Dinge anzusprechen. Also blieb als Ausweg nur aufgeben, auf anderes hoffen, ja vielleicht sogar suchen. So isses ja nu auch, die Kraft die Entscheidung zu treffen, hat sie erst dann fällen können, als der andere Hafen in Sicht war, die Kraft woanders hergeholt, nicht aus sich selbst. Aber selbst dann war sie nicht stark genung das auszusprechen. Also einfach wieder der leichte Weg. Aber vielleicht kann sie auch gar nicht anders, hat es nie anders gelernt, vorgelebt bekommen. Vielleicht habe ich auch immer die starke Frau in ihr sehen wollen, die sie gar nicht sein konnte, vielleicht auch gar nicht sein kann.

Apropos: "Wie schnell die Zeit vergeht", Rockabillymafia "was ich mal an ihr geliebt hab war nun nicht mehr an ihr dran". War schon komisch das. Was ist Schönheit? Klar ist sie schön, aussen. Bis jetzt war sie insgesamt schön, aber gut zu sehen, das der innerliche Teil weg ist. Ja fast ein wenig Hässlichkeit, ihrerseits als Schutz, gut für mich, mal nicht die Hülle sehn zu müssen. Da funktioniert die Partyhülle und das süsse Lächeln irgendwann nicht mehr.

Und warum bitte muss auf einmal mit zweierlei Mass gemessen werden? Um es sich leichter zu machen?! Für sich die Entscheidung treffen, weglaufen, nicht mehr in die Augen sehen können, sich die Meinung von Freunden holen, und dann erwarten dass ich in der Ecke sitz? Abwart? Alltag weitergeht? Hm. Bullshit. Gleiches Recht für jeden. Wenn der Mensch begreifen, verstehen, wissen will, muss er reden, braucht er Informationen. Und das soll nicht auch mir zustehen? So´n Quark, ich kann nicht ohne reden, begreifen, reflektieren. Einspruch abgelehnt.

Klar dass es der einfache Weg ist, wenn ich so schnell wie möglich in allem aus Ihrem Leben bin. Der Kampf um den Freundeskreis, den Kontakt zur Familie, die Gläser? Keine Ahnung, muss ich nich verstehen, im Grunde nur noch lächeln. Über diese Hilflosigkeit. Schutzmechanismus? Wahrscheinlich. Wird damit wirklich alles leichter? Bin ich damit einfacher weg? Klar is das ne Möglichkeit sich die negativen Dinge hervorzuholen um sichs leichter zu machen. Aber doch nur um nich an die guten denken zu müssen. Aber ist das überhaupt möglich? War ja nicht grad n Kurztrip. Wieviel steckt also von Ihr in mir? Wieviel kann ich überhaupt ändern? Will ich überhaupt? Kann sie überhaupt? Das ist spannend. Weil wir ja beide schon ein verdammtes Produkt unsrer Umgebung sind. Weiss bloss das ich mich dummerweise auch mal auf den leichten Weg eingelassen hab. Klar bin keine neunzehn mehr, wo ich mich unüberlegt in Dinge stürzen muss, Entscheidungen bewusster treffen, reifen lassen, genauer durchdenken. Klingt alt? Vielleicht, würd eher sagen erwachsener, reifer. Habs mit dem leichten Weg probiert, gemerkt das dies nicht meiner ist. Auch ne Erkenntnis. Ich finds überhaup nicht verwerflich nen Plan, nen Lebensentwurf zu haben, oder an diesem zu bauen. Vor zehn jahren war ja alles offen. Ist es jetzt auch, aber man hat ja gewisse Ansprüche, auch an sich selbst. Deswegen schau ich mir die Optionen etwas genauer an. An Konsequenzen denken, vielleicht auch mal nen Plan B entwickeln. Bei so vielen Dimensionen bleiben immer noch genug für mich übrig.

Apropos ich. Ich wäre nur noch ich-bezogen. Na und gibt doch kein uns mehr. Was denn nun? Hm, also is ja schliesslich mein Leben. Aber is schon süss, wie sich jemand in Dinge reinsteigert die so nie existent waren. Ich hätte über die Wohnung und den Umzug etc. bestimmt. Hallo? Ich glaub es hackt. Wenn sie so bequem war nich ne eigene Meinung dazu zu haben und diese dann auch zu äussern kann ichs ja nich ändern. Mal wieder die absolute Unfähigkeit ihre Gedanken sichtbar zu machen. Aber dazu wars dann wohl eh schon zu spät.

So, Woche ausklingeln lassen. Jetzt. Tschüss.

Einstürzende Neubauten - Haus der Lüge

Erstes Geschoss:
Hier leben die Blinden
Die glauben was sie sehen
Und die Tauben
Die glauben was sie hören
Festgebunden auf einem Küchenhocker
Sitzt ein Irrer, der glaubt
Alles was er anfassen kann
(Seine Hände liegen im Schoss)

Zweites Geschoss:
Rolle für Rolle
Bahn für Bahn
Rauhfaser tapeziert
einzelne Mieter stehen herum
betrachten die Wände aufmerksam
suchen darauf Bahn für Bahn
nach Druck- und Rechtschreibfehler
Können nicht mal ihren Namen entziffern

Auf ins nächste Geschoss:
Welches, oh Wunder, nie fertiggestellt
Nur über die Treppe erreicht werden kann

Hier lagern Irrtümer, die gehören der Firma
Damit kacheln sie die Böden
An die darf keiner ran

Viertes Geschoss:
Hier wohnt der Architekt
Er geht auf in seinem Plan
Dieses Gebäude steckt voller Ideen
Es reicht von Funda- bis Firmament
Und vom Fundament bis zur Firma

Im Erdgeschoss:
befinden sich vier Türen
Die führen
Direkt ins Freie
Oder besser gesagt: in den Grundstein
Da kann warten wer will
Um zwölf kommt Beton
Grundsteinlegung!
Gedankengänge, sind gestrichen
In Kopfhöhe braun
Infam oder katholisch violet
Zur besseren Orientierung

Dachgeschoss:
Es hat einen Schaden
Im Dachstuhl sitzt ein alter Mann
Auf dem Boden tote Engel verstreut
(Deren Gesichter sehen ihm ähnlich)
Zwischen den Knien hält er ein Gewehr
Er ziehlt auf seinen Mund
Und in den Schädel
Durch den Schädel
Und aus dem Schädel heraus
In den Dachfirst
Dringt das Geschoss

Gott hat sich erschossen
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
Gott hat sich erschossen
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut

2007/07/17

peinlich

Keinen Mumm fürn Zehner. In nix. Nich zu sagen was los is. Zu sagen dass Schluss is. Zu sagen das was Neues is. Dat selbe in grün. Angst zu verletzen, wohl kaum, dafür is doch keine Verpflichtung mehr übrig. Höchstens noch allen anderen gegenüber. Kann mal einer ne Scheibe Ehrlichkeit fertigmachen?! Dabei is dat so egal. Bleibt am Ende wohl doch nur der Reiz des Verbotenen. Naja zum Glück hab ich nen Schaukelstuhl, kann mir das ganze mal genüsslich angucken und eins pfeifen. Bin ich froh. Bin zwar mit meiner Ehrlichkeit weisgott wie oft angeeckt, aber lieber mit erhobenem Kopf durch die Strassen gehn könn´, als Sachen rumschleppen die irgendwann ne Nummer zu schwer wiegen. Warum nich einfach zu den Gefühlen stehen? Wenn Sie da sind, sind sie nun mal da. Fertich, Basta. Is dat denn so schwer. Weils den Rest der Welt schocken könnt? Ach Du liebet bisschen. Ham Mami, Papi, Oma und die Freundinnen doch schon tausendfach in den Vorabendserien durchlebt. Naja wie gesagt, Schaukelstuhl. Die passende Scheibe dazu, A-Seite, letzter Track: "Es regnet in Elmshorn", oder "hinterm Tunnel".

Hab vor fast elf Jahren mal fast eine Beziehung zerrissen, war ne heftige Sache. Klar geil, spannend, heimlich, Phantasie gefragt, ständiger Kampf etc. aber am Ende war ich froh das alles so blieb wie´s war. War gut für die beiden, gut für mich. Lag wahrscheinlich auch daran, dass ich sonst nen guten Freund verloren hätte. Puh, Mann bin ich froh, das ich diesmal keinen Freund verloren hab. Kumpels zu finden etc., allet easy, aber jemanden wichtiges verlieren zu müssen wär ein verdammt hoher Preis.

Wird Zeit, dass ich mein Geraffel abhol. Platz für Zeug von zweien is da nu nich wirklich. Ausserdem gehts ja sowieso bald los. Leichtes Gepäck und so. Ähm muss das mit dem Mietcontainer noch rausfinden. Und wenn ick soweit fertig bin, gibts von dem Rest bestimmt noch ne Menge Zeug abzustauben. Einladung folgt. Ick muss los. Bis später.

2007/07/13

13

Fr. 13.07.07 Hm jetzt wo ich das schreib fällts mir auf. Igendwie komisch, machen sonst Maschinen für einen, Signaturen, Header, Displays, digitale Wasserzeichen. Okay, also ein Unglückstag....
hm mal sehn, eigentlich wollt ich bloss nach Berlin fahrn und n bisschen Kino+Feiern. Und essen. Hab Hunger. Hat mich fast vier Kilo gekostet der Scheiss. Na klar. Wenn ich weniger wieg als sie, trennt sie sich von mir. Hat sie immer rumgealbert. Muss lächeln. Kam zwar andersrum aber is letztlich egal.

Warum es mir gut geht? Weil ich lebe. Sachen machen. HEAT: "Ich brauche das Adrenalin, es hält mich wach." Schönes Zitat, passt im Moment ganz gut zu meinem Inneren. Bloss nich aufhören. Mit allem. Mittelfristig ist das Ziel für GTZ oder DED wegzugehn. Von mir aus immer und immer wieder. Immer so für zwei oder drei Jahre. Ich schick die Bewerbungen raus, rechne vielleicht nicht sofort mit Erfolg. Deshalb die kurzfristige Variante um die mittelfristige zu ermöglichen. Fitmachen. Ja. Ich brauch Ziele, und manchmal auch Grenzen, auch zeitlich. D.h. ich will Ende ´08 fit sein. Für die Regenerativen. Dafür will die Skillz tunen, die mich schon so weit gebracht haben, den Ehrgeiz wecken. Richtung Projektarbeit, parallel die Sprachenbaustelle angehen. Der Roni hat ja auch mit VHS-Portugisisch Brasilien unsicher gemacht. Egal.
Wichtig ist diese Ziele zu haben, was draus zu machen.

Und genau deshalb ist das mit der verlorenen Liebe auch voll okay, in dieser Hinsicht zumindest. Ich habe einen Zug gesehen, den ich nicht verpassen will. Und deshalb ist es jetzt vielleicht verwunderlich, dass ich nicht leide, leiden muss. Ich hätte all diese Optionen nicht noch mal herausgekramt und würde sie nie so ernsthaft prüfen können, wenn ich ich nicht da wäre, wo ich jetzt stehe. Für eine Beziehung nimmt sich jeder zurück, in irgendeiner Weise. Hab ich auch getan. War auch gut so, bereue es nicht, waren schöne Zeiten. Aber genau deshalb nehme ich mir diese Zeit jetzt eben. Deshalb gehts mir grad so gut in dieser Hinsicht. Ich weiss jetzt dass ich so weit gewesen wäre, etwas ernsthaftes draus zu machen. Und das werd ich mir bewahren. Wenns denn eben nicht sein soll, nicht jetzt oder wann auch immer, juckts mich nich wirklich. Es ist viel spannender meinen Weg zu finden. Das kam schon etwas überraschend in mir auf. Darf ich so denken, fühlen? Egoistisch sein? Nein, da es gar nicht egoistisch ist. Es ist einfach normal. Ich trage für niemanden mehr eine Verantwortung. Ich bin ich. Ich bin frei. Und das is verdammt viel wert.
Kann mein Fernweh mit meinem Beruf verbinden. Hallo! Is das geil oder is das geil?! Und meine Unzufriedenheit, das Gefühl nicht wirklich gutes tun zu können damit auch in Angriff nehmen. Eben: Es besser machen.

Ich meine, es bewegt mich schon sehr tief all die liebgewonnen in mir gewachsenen Empfindungen aufzugeben. Momente. Stunden auf der Couch, Kochen mit-und füreinander. Einfach jemanden in der Nähe habe. Eine Nähe die nich räumlich sein musste, aber trotzdem soviel war. Oft unbewusst. Und deshalb vermisse ich. Aber das ist meins. Etwas in mir. Etwas leises, grosses, von dem ich mich langsam entferne. Innerlich langsam.

Aber das Tempo des Lebens ist nun mal, hm, mörderisch klingt zu hart, halt heftig. Aber egal. Und ich mein hey, warum sollte ich scheisse drauf sein? Ich habe eine grosse Liebe gehabt. Aber wir haben sie verspielt. Verdaddelt. Die Ungezwungenheit unserer Jugend hat uns das leicht gemacht. Abmarsch. Schön das erlebt haben zu dürfen. Schade das verloren zu haben. Aber vielleicht gut jetzt. Kann nochmal auf los zurück. In so vielem. Ich hab richtig Bock auf diese Welt. Sie ist es Wert geliebt zu werden. Mit dem was ich tu, bin, sein wollte, werde.

Zwei Kometen, die sich trafen. Den Bruchteil einer Sekunde verlängerten. Fast 11 Jahre. Wie in Matrix. Die schnellste Szene zur langsamsten gemacht. Zur intensivsten. Es gibt nur eine erste grosse Liebe. Und sie war schön. Doch Kometen haben einen Antrieb. Sie können nichts dafür. Die Begegnung war schön, nicht ohne Bleibendes, wie auch? Wir wollten halt nie ernsthaft sein. Und das war gut. Hat jedem so viel gegeben.

Jetzt bin ich für mich ernsthaft ohne ernsthaft zu sein. Ernsthaft in dem wo ich nachlässig war, nicht, wo ich zu ernst geworden. Ich mag Hasseröder eigentlich nicht wirklich, aber es erinnert mich gerade an die Fahrt nach Berlin zum Boss-Hoss-Konzert. Tipsy und eines der überraschendsten Konzerte. Schön.

Ich bin auch nicht böse oder stinkig. Ein wenig enttäuscht. Das sie mir nicht mehr vertrauen wollte. So innerlich weggeschlichen, zu sagen was so unausweichlich. Tragisch ein wenig. Wie dieses Plattencover mit dem zugenähten Mund. Jemandem die Wahrheit zu sagen ist immer nichts leichtes, für beide. Aber letztlich, wenn aus Ehrlichkeit heraus erwachsen, kann keine Wahrheit unerträglich sein. Hart zwar, aber nicht unerträglich. Nur Wahrheit nach Verschwiegenem ist wirklich schwer ertragbar. Schmeckt bitter. Aber auch das ist irgendwann okay, aber etwas mit dem ich nicht sein muss. Das Leben ist so vieldimensional. Jede Tür, jeder Moment. Alles neu. Alles so anders. Jetzt. In einem Augenblick. Morgen. Immer.

All die alten Gedanken und Ideen müssen nochmal her. Nichts überstürzen. Erfahrung vielleicht? Betrachten. Durchatmen. Anfühlen und dann Annehmen, das, wo man selbst hängen bleibt. Weg von allzu Rationalem. Nicht Gefahr laufen, sich nur von Gefühlen leiten zu lassen. Alles was da ist. Die Essenzen des Lebens aufsaugen. Wirken lassen. Wie ein guter grüner Tee. Der erste Aufguss ist im Nachklang bitter. Es oft nicht wert. Aber hätte ich nie probiert wüsste ich nicht um den zweiten oder dritten. Der vierte beruhigt. Aber alles ist ein Blatt, eine Ernte, ein Gefühl.

Nachtrag ...(one week ago)...

Zug nach Bremen. Hannover erstmal. Regnet in Bindfäden. Irgendwie passt das zu diesem Sommer... Wird wohl mein beschissenster sein, in der einen Hinsicht. Ärgere mich den Läppi nich mitgenommen zu haben. Vielleicht hakk´ ich den Kram später in den blog. (confirmed)
In dieser zusammengewürfelten Bahnzeitung steht was über die Tibetbahn (Lhasa<->Golmud), ich glaub ich werd da mal hinmüssen. Überhaupt. Ich find das warn zwar schöne Jahre, aber wenn sie nur n bisschen mehr Ehrgeiz hätte. hab ich nur einmal kurz gesehn, kurz vor Ende. Man ich glaub ich hätt nich übel Lustdie Sache mit dem Radtrip nochmal anzugehn. Hab ichs halt bloss um zehn Jahre verschoben. Vielleicht nach Tibet? Aber eins nach dem andern. Am besten erstmal nach Bremen, Job angucken. 30h. Reinarbeiten, WG, und dann Party machen. Berlinfahren, wie früher. Exzess. Mit Thomas tauchen fahrn. Ich glaub so richtig kaltes Wasser muss auch krass sein, total still, ohne Bewegung. So und dann gucken. cool wär auch ne Doktorandenstelle mit 20h, da haste richtig Zeit. Scheiss auf Karriere.

Und mit den Frauen... Nervt mich jetzt schon. Liebe zu finden wäre was ganz grosses. der schwere Weg dahin.... uiuiuiui Sie hat mich nie an eine Grenze gebracht. Das wars vielleicht. Alles zu leicht. Dabei brauch ich das, Grenzerfahrungen. Ich glaub ich sollte mal in die Berge ziehn. Klettern. So ein, zwei Sommer und den Winter dazwischen. Tja und dann ab ins Ausland. Oder beides. Hier und da nen Job. Als Ing. fürn DED. Ich glaub das rockt. Die suchen Vielseiter, und Leute die rödeln könn´. Ich muss Rezzo (oder Rizzo) nach dem Flugschein befragen. Obwohl die Sache mit dem Gleitschirmding wahrscheinlich geiler is... Fallschirm is irgendwie zu kurz... undfliegen zu teuer? Egal.
Mann ey, Familie geht auf jeden Fall. Weiss ich jetzt. Mit Liebe. Aber das verrückte is, das sie davon nie was wissen wird. Geheimnis in mir. Wenns die richtige is... ne Rasselbande, alles kleine Freaks, Mädels und Jungs....

Es ist Ausdauer die Dich hart macht. Ich hab keinen Krassen Körper, aber ne scheiss Energie für zehn. Weiss auch nich woher. Egal. Und der Rest? War okay wurde aber auch nich besser. Am Ende war auch pur einfach nichts mehr übrig. Aber das is ja nich alles. Gut zu wissen, kann ohne. Keine Zeit. Sowieso. Hauptsache der Apetit kommt wieder zurück. das Kochen lass ich mir nich verderben.

So und von mir aus kann sie auch wegbleiben, für immer. Weil da einfach kein ehrliches Statement kommt. Inkonsequentes Gedusel....

Men ey Kein Antrieb mal richtig irgendwo reinzuhauen. Geht nix. Und ich?
Werd die Sache mit meinem Vater ernsthaft angehn. Will ich aus mir raushaben. schaff ich auch. Gutsein. Volles Programm. Ewiges warten vielleicht nochn Schleudergang, ermüdend, aber neu dann. Gutes mit den Händen machen. Nie wieder leichter Weg! Basta!. Deshalb fahr ich da jetzt auch mitner McJob-Einstellung hin. Aufdrehn geht immer noch.

2007/07/12

LOUD N' PROUD

Mal wieder eingetaucht in unbekanntes Wasser, erfrischend, ja einfach jetzt, laut hier und rotzfrech in die Welt geblasen. Viel zu lange versteckt geblieben, Liebe auf den leisen Weg.

Call it Rockabilly! Psychobilly? What ever. Oder einfach nur geiler fetter praller Rock´n Roll. Nich die schmalzigen Altscheiben aus den Hochglanzstudios, diese auf zu groß produzierten cleanen Scheiben. Nö! Bitte rough mit slappin´ bass.

Soviel zu entdecken, hungrig nach allem was da zu finden ist, Geschichte und Zukunft. Klingt schwer nach viel Trunkenheit (liegt vielleicht auch an dem Tequila in meiner Hand), was nicht überrascht denk ich da an eine der krasseren Semesterabschlussparties mit den Comuvnics und den Strings. Angefixt? War das gleiche mit Surf, Rod, liegt doch schon immer da, erst richtig fett erwischts dich im richtigen Moment, mit dem richtigen Riff wenn du in der richtigen Stimmung bist. Der richtige Beat, dann wenn er alles bedeutet, dir alles beantwortet.

Ertapp mich grad dabei die Toleranz meiner Nachbarn um 23:46 anzutesten, aber gerade um diese Zeit klingts doch draussen eh viel geiler.

Wird Zeit auf Plattenjagd zu gehn.

Einspruch

Heiligt der Zweck die Mittel? Oder die Mittel den Zweck?

Ethische Grundsätze des Ingenieurberufes

Technikphilosphie als Pflichtfach für alle!

2007/07/11

24 HOURS ISN`T ENOUGH

Hm. Zwischen Tür und Angel und tausend anderen Dingen. Hab einfach grad keine Zeit, will vorwärtskommen, gibt einiges vorzubereiten. Bin doch neulich tatsächlich ohne Papier, gut Zeugnisse zählen hier mal nich wirklich, nach HB gefahren. Zwei Stunden, dann endlich Berlin HBF, rein in den McPaper, wie ich den Laden nich ausstehen kann, kommt gleich hinterm "Drecksschlecker", aber in der Not schreibt der Teufel auch auf Discounterpapier. Mit 9 Minuten Aufenthalt und einem A6 Büchlein nebst Fineliner reicher gings dann entspannter weiter. Also räumlich-geographisch-bahntechnisch und schreiberisch-verwerfend-nachmalend. Passt überall hin, Papier bleibt Papier, und schliesslich kann ich ja nich immer am Rechner hocken.

Und muss ich jetzt eigentlich immer vorab Schäuble in Kenntnis setzen? Ob der dafür überhaupt Zeit hat, muss ja so viel abhören, die ganzen RFID-Chips programmieren, soviele E-mails durchgucken, Bundestrojaner züchten, Handys tracken. Hats echt nicht leicht, der Gute. Hoffentlich wird Stasi2.0 nich gleich ein Flop. Aber mit der Autobahnmaut haben wir´s der Welt ja auch gezeigt. Naja am Ende gibts ja dann noch die Variante mit den gezielten Tötungen. Dann passt das auch unsere Bundeswehr dafür fit zu machen.

Wem´s entfallen war:

txt

in echt:



Wird Zeit diesem Land den Rücken zu kehren.

Bin grad dabei das für mich zu organisieren. Schlaft jut.

2007/07/09

wiederentdeckungen

Bin grad am überlegen ob ich zum Plattenspieler geh und die Scheibe umdreh, nochmal anmach oder einfach die Stille Stille sein lass´. Erstmal auslassen. Aber ich muss schreiben, sonst fliessen die Gedanken weg und sind vielleicht verloren. Werden im Strudel der nachfolgenden Verästelungen des Ausgangs meines Grübelns von sich selbst überrannt. Wie ein Drehspuleninstrument, hin- und herzuckend, direkt auf meiner Seele. Eigentlich müsste ich jetzt einen dampfen. Zum runterkommen. Wo ich doch gar nich rauche. Dieses Tempo macht mir irgendwie ein wenig Angst, Angst zu schnell zu sein, zu übersehen, zu voreilig zu sein. Dabei hat diese Zeit, dieses zwangsweise sich mit sich selbst befassen müssen ja etwas verdammt gutes. Etwas was vor etlichen Jahren schon ewig da war. Verloren gegangen. Mist aber auch. Naja, aufholen is der falsche Ausdruck, "es sich wieder holen" passt da schon eher. Hab zwar so ein wenig Anlaufschwierigkeiten gehabt, aber insgesamt macht das ganz schön Spass. So viele Teile des Ichs die danach schreien gefragt zu werden. Ein Ameisenhaufen voller Gedanken der da in mir rumschwirrt, die Chemie in mir bestimmt. Soller doch, zeigt das ich nicht tot bin. Schon wieder so eine Nebenstrasse: wie heisst denn das Lied mit dem Video wo der Vertreter sich am selbst in seinem Traum, am Indianerfeuer wiederfindet. Google. Wir sind Helden. Wenn es passiert. Warum is mir das eben eingefallen? Verdammt. Solange ich mir nich wie in PI den Kopf anbohr um die Gedanke rauszulassen is ja noch alles in Ordnung.

Is grad mal Montag und ich bin schon im Wochenende. Wird echt Zeit die Woche zu halbieren. Oder die Arbeitszeit an einem Stück durchracken, einen Tag pennen und dann regungslos auf der Wasseroberfläche des salzigen Lebens treiben. Bis die Augen aufgehn. Da muss ich immer an das Stahlrohr bei Steffo in New Mexico denken, irgendsoein Pipeline-Stück, die Enden halb zugeschweisst, Wasser rein, einen Sack Meersalz dazu, Feuer drunter und dann reinlegen. Warme Schwerelosigkeit. Ich glaub so müssen sich Babies fühlen. Verdammt schon wieder zu weitgeflitzt.

Nee, ich glaub ich bin NOCH im Wochenende. War gut, Bremen, eine Stadt, noch nie vorher dort gewesen, muss dieses Buch lesen. Neue Vahr Süd. Ich glaub die sind doch nich ganz so unschräg drauf da drüben. Vielleicht nur um das rauszufinden. "Es ist immer das, was du draus machst." Hm. Gar nich so übel. Im Grunde liegt (fast) alles an einem selbst. Anders kann ich mir Spass nich erklären. Oder wieso haben auch Gefangene Spass, oder Obdachlose, Arbeitslose. Egal. Leute auf deren Schultern Schweres liegt. Letzlich ist das aber trotzdem egal. Weil es das nicht ausmacht.

Als ich mit den Jungs in den Staaten war, haben wir einmal in, hm, bin nich mehr sicher, könnt Wyoming gewesen sein, nen kostenlosen Campground angesteuert. Die klassische Variante, Plumpsklo, Wasserhahn ausm nichts, abkochen bitte. Inmitten von nix, ein paar Felsen, ein kleiner Canyon, wahrscheinlich einer der Orte die nie fotografiert werden. Aber egal. Ausser uns war da noch ein alter Pickup-Camper mit zwei älteren Leuten. Man grüsst sich, nickt rüber, lächelt, macht seinen Kram. Bei fast Sonnenuntergang haben die beiden wie ein frisch verliebtes Paar ne Runde gedreht. In der Mitte war eine Andeutung eines Spielplatzes, runtergekommen, aber erkennbar. Irgendwie haben wir uns einfach in diesen Anblick festgeguckt. Zwei die ihr Leben schon bald hinter sich hätten. Und sie klettert auf die Rutsche. Wie vor 60, 70 Jahren vielleicht, der gleiche grosse Spass. Er fängt sie auf. Freude. Glückseeligkeit. Zufriedenheit. Ich weiss das wir alle irgendwie ergriffen waren von diesem Anblick. Verrückt. Das sind so die Momente für die ich dankbar bin zu sein.
Am nächsten morgen die übliche wir-sparen-erstmal-wer-weiss-was-noch-kommt-Haferflocken-mit-Apfel-Frühstücksvariante. Und nebenan die beiden. Irgendwie kamen die beiden rüber und waren fasziniert davon, das wir Oats zum Frühstück haten. Erinnerungen bei beiden. Fast kindliche Freude. Wir haben sie eingeladen, er war über siebzig, und sie hatte Parkinson.
Sie kamen fast aus der Gegend, hatten ein kleines Häusschen, etwas Land und eine Melone dabei. Die schönsten Haferflocken die ich je hatte. Und sie gesehen, die glücklichsten zwei Menschen. Wahrscheinlich Erinnerungen für Bände. Wir redeten nicht viel. Sie waren einfach da, aßen mit uns, lächelten. Die beiden erzählten durch ihr bei uns sitzen mehr als man je lesen könnte, schreiben könnte, erzählen und zuhören könnte. Es war so viel Frieden, Liebe, Glück, mehr als genug für die zwei, es erfasste uns irgendwie. Ich musste noch lange an die beiden denken, wie es Ihnen wohl ergangen ist, besonders Ihr, wie er damit umgehen musste. Aber im gleichen Moment verwarf ich dies Fragen wieder. Weil mir langsam klar wurde, das diesen beiden nichts wehtun könnte. Sie waren so tief und stark in dem was sie lebten.

gegenteil

Das Gegenteil von Liebe ist nicht der Hass.
Das Gegenteil von Liebe ist die Gleichgültigkeit.

Hm, das isn Statement, welches mir die Tage durch eine gute Freundin begegnet ist. Kann man echt ne Weile drüber grübeln. Ich musste meine Liebe gar nicht töten. Irgendwie war sie dann weg. Ist mir so, egal? Erschrickt mich ein wenig, ist aber real, das Gefühl. Dieses Nichtgefühl.

Kein Groll oder Hass oder ähnliches. Nicht gegen sie. Nicht gegen das es dazu kam. Auch nicht das sie lange schon zweifelte, aufgab, auch schon in Gleichgültigkeit war. Auch nicht gegen die Gründe die dazu führten. Zu zweien gehören immer beide. Jeder mit seinem Päckchen. Ob er´s aufmachen will oder weitermitschleppt muss jeder für sich entscheiden. Auch nicht gegen das Suchen nach Neuem. Oder das Neue an sich. Es ist einfach nur egal. Ich muss nichts negieren, schlimmreden, hassen versuchen. Die guten Dinge kann ich mir bewahren. Und die schlechten habe ich erkannt. Nicht durch sie, traurig weil das vielleicht hätte geschehen müssen, aber am Ende ist selbst das auch egal. Hat mein Willen mich mit Freunden in kurzer Zeit finden lassen. Ein Glück. Weil es mein Leben ist. Ich diese Erkenntnisse gebraucht habe. Mir sonst niemand geben konnte. Mann bin ich froh. Ist wie mit dem blauen Auge davon gekommen zu sein.

Das Einzige was bitter schmeckt, ist das auch die Wahrheit ging. Aber das is dann eben so. Vertrauen. Es war nicht missbraucht durch das Suchen nach Neuem, oder dem Neuen an sich. Etwas was ich akzeptiere, weil ich verstehe, nachempfinde, reflektiere. Einzig das Unausgesprochene, die fehlenden offenen Karten, der fehlende Mut, einfach das fehlende Vertrauen. Nichtgekriegte Kurve, oder nicht gewollt. Einen Freund in ihr verloren zu haben. Keinen Freund jetzt, nicht gleich, dazu ist noch alles zu frisch, aber wenn die Ehrlichkeit, das Vertrauen standhielten? Aber auch das ist weg bevor es hätte sein können. Und deshalb ist einfach alles egal, an ihr, ihrem Weg, Leben, weil mich nichts mehr berührt. Ohne Hass, ohne Empfinden, ohne Gefühl. Gleichgültigkeit.

Ich freue mich auf mich. Auf meine mir selbst geschenkte Zeit. Das gibt mir Raum, Luft.

2007/07/07

wenn der wein sauer ist,...

...dann schütte ihn weg. Ein Satz der mich nie losgelassen hat. Michelangelo, die Malereien in der sixtinischen Kapelle zestörend um Neues, Besseres, Reineres zu erschaffen. Tragik und Schönheit in einem Bildnis.

Lässt mich genauso wenig los wie eine der bittersten Erfahrungen meines Lebens.

Wir waren Freunde. Aufrichtige, ernste Freundschaft. Ehre. Durchlitten die Jugend, Leben, Musik, Schule und Familie, Liebe und Leid. Bis zu dem Anruf und es war klar, einer von uns ging. Motorradunfall, Blutungen aus den Ohren, Hubschrauber, zwei Tage Koma, die elterliche Entscheidung. Verlust für so viele. Die ganze Jugend unserer Stadt, die Enttäuschung, geblieben waren seine Musik, sein Herz, sein Lächeln. Und seine Träume. Einer davon blieb als Verpflichtung und wuchs in uns.

Schliesslich waren wir unterwegs, erst zu viert, letztendlich zu dritt. USA, drei Monate. Drei übriggebliebene und ein Van. Drei Monate Sternenhimmel, Freiheit, Erinnerung und Erfahrung. Bis zu dem Tage, als ich aus fehlendem Mut zwei Freunde verlor.

Eine Kleinigkeit in der Sache, ein unachtsamer Moment, auf ein anderes Auto aufgefahren. Nichts wesentliches, nichtmal ne Delle in der Stossstange, ein paar hundert Dollar vielleicht. Dann ein unbedachter Moment, keiner weit und breit, Gaspedal durchgetreten, weg. Selbst das hätte nicht das Ende unserer Freundschaft bedeutet. Dazu kannten wir einander zu gut. Hatten soviel erlebt, durchgestanden. Aber ich fand nicht den Mut, die Ehrlichkeit mich meinen Freunden anzuvertrauen. Zweifel plagten mich, hin- und hergerissen zwischen der Angst über das Passierte und der Reaktion meiner Freunde. Über die Tage immer stärker die Erkenntnis, es war weniger die Sache an sich die mich nicht schlafen ließ, vielmehr die Erkenntnis ob des missbrauchten Vertrauens meiner Freunde.

Als ich es dann nicht mehr aushalten konnte, habe ich mich einem Bekannten anvertraut, Beruhigung nur für wenige Stunden, Tage. Noch vor Abflug dann die unausweichliche Situation, die ich so gefürchtet aber vollkommen selbst zu verantworten hatte. Ich gestand, alles, den Unfall der eigentlich keiner war, die Fahrerflucht, die vielleicht nie angezeigt wurde, den fehlenden Mut zu dem Ganzen zu stehen, mich den Leuten anzuvertrauen die das grösste Vertrauen in mich hatten, kurzum den Verrat an unserer Freundschaft. Noch in disem Moment wusste ich, dass ich zwei meiner besten, vielleicht wichtigsten Freunde verloren hatte. Und es war um so schlimmer zu erfahren, das nicht das Geschenene vielmehr das Verschwiegene alles zerstörte. Etwas was ich ganz allein zu verantworten hatte.

Wofür? Warum? Kein Schlaf, tagelange Vorwürfe und Selbstzweifel. Jahrelang. Bis heute. Mich anderen anvertraut, kein Ersatz in dem was verloren war. Ist. Sein wird.

Einhergehend mit dem Wissen, das ich nie um Verzeihung bitten kann, darf, weil diese Verzeihung, nicht erbeten werden kann, sondern nur gegeben werden kann. Vielleicht. Vielleicht nie.

Eines habe ich jedoch für mein Leben mitnehmen können. Etwas, das so kostbar ist, das es zu einem Anspruch an mich selbst wurde. Einer, an dem ich mich reinen Gewissens jederzeit messen lassen kann, auf den ich stolz bin, diesen gefunden zu haben. Die Erkenntnis, das der Anspruch, die Basis einer Freundschaft, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, ja Wahrheit in Ihrer vollen Tiefe ist. Und dass, um den schmerzenden Verlust von Freundschaft noch heute trauernd, entsetzt über mich, daraus einen Anspruch für mein Leben erwuchs. Vertrauen nie aufs Spiel zu setzen, Ehre, Ehrlichkeit, ja im Grunde genommen Wahrheit, das wichtigste ist, was ich mir in meinem Leben erhalten will. Es ist schön zu wisen, dass ich diesem Anspruch bis heute gerecht werden konnte. Ein Gefühl, das stark macht. Diese Ehre werde ich mir meine Lebenszeit nicht nehmen lassen. Etwas was über den eigenen Ängsten steht, was mich diesen begegnen lässt. Genau das ist es, was den guten Weg ausmacht. Alles diesem Anspruch, dieser Wahrheit unterzuordnen.

Aufrichtige Freundschaft, die Wahrheit erträgt, auch unbequeme, letztlich egal ob schöne oder bittere, das grösste was ich je verlor, was ich nie wieder verlieren möchte und nie jemandem wünsche, zu verlieren. Weil man damit soviel von sich selbst verliert. Seinem Anspruch an sich selbst nie wieder aus eigener Kraft gerecht werden kann. Es gibt keine Wahrheit, die so unbequem wäre, als das sie eine ehrliche Freundschaft gefährden könnte.

2007/07/05

muster

Wir sind alle Produkte unserer Umgebung. Schulbuchsatz. Ganz schön dröge. Was sind wir? Sind wir das, wie wir uns und unsere Welt selbst erschaffen? Oder steckt in uns doch mehr? Sind die Dinge die uns als Kinder vorgelebt wurden, doch die eigentlichen Hypotheken unseres Lebens? Auch wenn wir, schulbuchlesend, meinen, schon durch den alleinigen Vorsatz nicht so zu werden?

Reicht dieses Gerüst überhaupt, um mit dem was längst in uns ist, umgehen zu können? Bis zu dem Zeitpunkt wo man gezwungen ist sich damit auseinander setzen zu müssen, reicht dies sicher. Aber eben nicht weiter.

Söhne werden durch Ihre Väter geprägt, Töchter durch ihre Mütter.

Schulbuchsatz? Schon, aber einer dem zu wenig Bedeutung geschenkt wird. Das is ja auch was Unangenehmes. Hat man doch seine Jugend genutzt um auszubrechen, anders zu werden. Hat man das? Konnte man das überhaupt? Wenn ja, hätte man sich dem bewusst sein müssen. Mangels Lebenserfahrung gelingt einem das aber nicht wirklich. Das an sich ranzulassen schaffen die wenigsten von sich alleine aus. Hab ich auch nich geschafft. Is mir nun aber trotzdem gelungen. Und ich bin froh. Das ist normal. Das in jedem von uns. Entscheidend ist lediglich, ob wir in der Lage sind, das zu erkennen und zu akzeptieren. Der Willen das zu ändern, kommt bei den meisten dann wohl ziemlich schnell hinterher.

Ob sie die Kraft dazu haben, zum Eingestehen, Ranlassen und letztlich auch zum Dagegenangehen? Ich kann das nur für meinen Teil beantworten. Mit einem einfachen "ja".

Is ne unleckere Sache, aber fühlt sich gut an. Im Grunde simpel, aber nur der schulbuchbasierende Vorsatz reicht eben nicht. Dazu gehört die ganze Nummer. Bei jedem.

Wer das für sich verneint, wegschiebt und verleugnet, wird das nicht ewig durchhalten können. Vielleicht bis zum Ende seines Lebens. Aber einholen tut es ihn trotzdem. Man wird sich was vormachen damit es erträglicher is. Und irgendwann resignieren. Sich in sein Schicksal fügen. Anderen wehtun, mit einem unkontrolliertem Ego zum Beispiel. Oder sich selbst, weil man sich für andere zerreisst, zurücksteckt.

Der bloße Wille nicht so zu sein reicht aber nicht. Das habe ich gelernt. Und das sind die besten Schulstunden meines Lebens gewesen. Auch ohne Bücher.


Muss los jetzt, da warten ein paar spannende Sachen auf mich. Ziele sind so was geiles. Wecken den Ehrgeiz. Machen hungrig. Und Spass. Bis später.

gedankenfetzen

Drei schwache "Ja" werden durch die Häufigkeit ihrer Wiederholung nicht stärker. Ein starkes "Nein" wird es dadurch allerdings auch nicht.

War das was ich wollte, auch das was ich brauchte? Oder vielmehr die Unkenntnis ob meines Egos, die Unerfahrenheit ob seiner Stärke, wenn man es gewähren lässt? Musste ich es je kontrollieren lernen? Nicht wirklich. Irgendwie freu ich mich aber drauf, verspricht interessant zu werden. Daraus erwächst eigentliche Stärke, Grösse. Zu kontrollieren, was Dich selbst kontrolliert, kontrolliert hat. Nicht zu verneinen, zu lenken ja, vielleicht hier und da als Stärke zu nutzen.

Wenn jemand vor mich treten würde, einen lebenslang währenden Strauss voll Aufregung, Verliebtheit in der einen Hand, eine Liebe in der anderen, ich würde letztere wählen.

2007/07/04

finden

Die Sache mit der Rationalität hat mich für mich noch ne Weile beschäftigt. Männer sind ne undefinierbare Mischung aus Rationalität und Gefühl. Frauen? Wohl weniger rational. Und wenn schon, die Balance aus beidem machts aus. Keines darf das andere dominieren. Hab ich mich zu sehr verloren in Technik, in Glauben an Kontrollierbarkeit, abgestumpft? Neue Seite des ganzen, naja neu eigentlich nich, deutlich vielleicht, oder endlich akzeptiert. Ich habe gute Erinnerungen, die will ich auch bewahren, die machen das Ganze aber auch so schwer. Und was ist mit den schlechten, was sind die schlechten? Meine eigenen? Die, die ich als letztendlich als schlechte zurückgelassen? In mich schauen, nicht selbst belügen, akzeptieren. Als erstes. Tut gut dann. Und weh.

Hintermirlassen. Mich auf mich reduzieren. Muss ich jetzt, kann ich jetzt, will ich jetzt. Was bleibt? Der Willen, da rauszukommen fängt an zu wachsen. Kann und will es nicht verdrängen. Aber mich stellen. Mir zuliebe. Hat mich und andere so kaputt gemacht. Schuld.

Das wird kein leichter Weg, aber ich muss ihn nicht allein gehn. Gutes Gemüse gibts beim Biohändler. Und die guten Seiten? Wo gibts die? Wohl nur als harten Weg zu sich selbst. Hilfe anzunehmen sich selbst zu stellen ist keine Peinlichkeit. Bin so weit vom Weg abgekommen. Das ist bitter. Auch wenn ich nicht allein war, bin ich diesen irgendwann nur noch selbst gegangen. Egoist. Das macht einsam innerlich, beide. Bin ich fähig zurückzufinden auf einen gerechten Weg? Einen der nicht nur gerecht erscheint, sondern einen der rein ist? Die Frage kann nur der Weg beantworten. Die Sache mit dem "Ich will es besser machen". Ich weiss jetzt das ich muss, fühle das ich kann, ja will. Um meiner selbst willen.

Ich stehe vielleicht erst am Anfang. Ich kann die Strecke und das Profil nicht überblicken. Aber das ist egal. Wird sicher ein hartes Stück Arbeit. Ich habe endlich den Mut dazu, gibt eh blos diesen einen Weg. Trotz? Nein, aufrichtiges Wollen. Wann habe ich das zum letzten mal in mir gespürt? Lange her, zu lange. Aber ich freu mich drauf, irgendwie. Es tut gut sich wieder mit sich selbst auseinanderzusetzen. Auch wenn das, was da zu Tage tritt, nicht immer schön ist. Aber so sind Spiegel nun mal. Mit jedem Tag komm ich meiner Hälfte etwas näher, sehe, verstehe, begreife. Wenn Dich das erschreckt was Du siehst, dann wirds höchste Zeit. Die nehm ich mir jetzt.

2007/07/03

suchen

Das ich nicht suchen muss, das ich nie suche könnte, ist eines der schönsten Erkenntnisse in meinem Leben. Manche nennen es Schicksal. Ich nenne es einfach das pralle Leben. Ich kann mich freuen. Gute Erinnerungen sind gut für die Seele. Und die schlechten? Auch die sind gut. Weil ich aus Ihnen Gutes wachsen lassen kann. Will. Warum nicht gleich so? Alles Lüge? Ich habe in den letzten zwei Wochen einen grösseren Ritt durch mein Ich gemacht, als ich in den letzten zwei Jahren an mir selbst verloren habe. Hm, der Kaffee is fertig, geiler Scheiss. Ich liebe dieses zurückgewonnene, ähm, Ritual. Rituale sind nichts Schlimmes, wenn sie gut sind.

Überhaupt. Was ist gut. Gut sein. Wo war ich stehengeblieben? Ich kenn ne Menge Leute.
Man tut sich so verdammt leicht sagen, man hat ne Menge Freunde.
Hm. Nichts gegen viele. Aber doch eben ne Menge Bekannte. Kannste dicke feiern mit, über Mugge schnacken, Bierchen trinken, um den Block ziehn. Aber wer bleibt, wer bleibt nahe. An Dir, wen hast Du immer bei Dir gehabt, mit wem warst Du immer? Es ist verdammt hart wenn man diese Leute irgendwie aus den Augen verliert. Aber umso überwältigender, wenn Du zu diesen Leuten hinkommst, und sie verstehen. Und mehr, nicht nur Trost, jaja der is auch wichtig. Es wird soviel Pathos um Freundschaft geschmiert, das nervt. Zu viel Hollywood.
Aber irgendwas is dran. Bin grad dabei das zu erfahren. Weil ich mich selbst erfahre. Nicht die die mir sagen könnten, tu dies, tu das, das nicht, das dann. Nicht die wo ich hingehen kann und das hören kann was ich hören will, wollte. Derer gäbe es ein paar. Nicht schlimm soweit. Aber eben auch gut weil dann der Wert derjenigen, die einen den Spiegel halten können in dem man selbst erkennen muss, so unermesslich gross wird. Ne Menge Hausaufgaben hab ich da. Selbst gefunden. Harter Weg. Aber konnt ja eh nich pennen. Aber deswegen is das ganze ja auch irgendwie schön. Weil ich mich mir selbst stellen musste. Und ab dem Punkt wo ich das auch wollte, wurde das ganze erst richtig abgefahren.

Eigentlich müsste mir das dreckig gehn. Naja, nö, ick hab soviel gutes Gefühl bei dem was ich grad anfange, das ich voller Energie bin. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Und mir dieser Stärke auch bewusst. Ich habe keine Angst vor der Zukunft, vor dem Leben. Ich habe meine eigenen Grenzen früh testen können. Es sind die 50 km die du fährst auch wenn du schon 200 in den Knochen hast, die Dir zeigen was Du bist und kannst. Die Kritik bei einer Premiere, die feiernde Crowd, wenn Du sie mit deinen Scheiben gepackt hast. Auch bei dem wofür ich angetreten bin, war ich gut. Habs verschleudert für die Geier. Hm, dicker Fehler, musste aber wohl durch. Das Geheimnis ist aber sich darüber zu freuen, das Du darum weisst, es siehst, es Dir bewusst ist, und es für Dich abgemacht hast, das zu ändern. Und auch bereit bist Dich daran messen zu lassen. Ich hab schon jetzt ein Grinsen im Bauch wenn ich an die Arbeit denke. Ich will nich arrogant sein, aber ich kanns mir echt aussuchen was ich mach. Dahin zu kommen war aber auch ein verdammt hartes Stück Arbeit. Und da kommt der Ehrgeiz wieder ins Spiel. Kann schon sein das ich ein Tick zu straight bin. Hab den Tip bekommen, zu leiten, käme meiner Art entgegen. Hm. Weiss nich ob ich das will. Werd ich rausfinden. Vom Riesenradtrip bis zum Doktor is alles möglich. Aber keine Mittelmässigkeit mehr. Diese Stadt ist mittelmässig, dieser Laden hier, die Leute hier. Und ich war auf dem besten Wege dahin.

Auch in der Liebe. Puh, bittere Erkenntnis. Was sagt der Ehrgeiz, der Verstand, der Bauch, das Herz?

War absehbar. Autsch. Aber mir nie eingestanden. Immer noch ne extatischere Scheibe nachgelegt, aber den unausweichlich notwendigen Break gescheut. Diese Flächen, Streicher und Räume sind doch das, was die eigentliche Extase hervorruft. Selbst Gabba funktioniert nich ohne. Warum aus den Augen verloren? Faulheit? Weil ja weitergetanzt wurde, auch wenns weh tat. Scheisse, dabei weiss doch jeder das das nur auf Pappe geht. Aber auch nich ewig. Das Runterkommen is auch nich lecker.

Naja, nun bin ich runtergekommen, verdammt schnell, irgendwie. Aber irgendwie mochte ich dieses Adrenalin. Hatte fast sogar ein bisschen Angst, zu schnell zu sein. Aber gibt es dafür zu schnell? Nö. Motorradfahren tuste ja auch nich um dabei umzukippen. Oder Radfahrn, ausser wenn man´s genießen will. Ne Abfahrt is ne Abfahrt. Und nichts is besser als das Gefühl, wenn der Hinterbau kurz vorm schlingern is, die Sandkörner in der Innenkurve lauern, Du auf den Gegenverkehr horchst und die Kurve kriegst.

Das sind Dinge die dich wirklich fühlen lassen, die so wichtig sind, damit Du Gefühle geben kannst.

Ich radel erstmal auf Arbeit, guck mir den Laden in aller Ruhe an und grins mir einen. Das is fast wie Kekse futtern, vielleicht sogar besser, weils die beste körpereigene Droge ist die ich kenne, wiedergefunden hab: Lust aufs Leben.

Und das mit dem das es mir dreckig gehn müsste, hm. Das Hämmerchen kommt eh, in kleinen Dosen, unerwartet, egal wo ich bin, was ich tu. Aber das ist okay, zeigt vieles. Wär schlimm wenns nich wär. Muss sein. Alles andere wär unecht. Is aber da. Ist gut so. Ist schön so.

rational

Wenn Du beim Auflegen ein Set rational angehst, merkst Du das sofort im Moment des ersten Versuches. Du wirst Dich darin einigeln, versteifen und kaum mehr herausfinden. Du kannst die Leute nie mit Rationalität fangen. Begeistern ob der Technik vielleicht, erreichen nur mit dem was Du fühlst. Technik, wenn Du diese beherrschst, um so besser. Handwerk ist die Vorraussetzung um Deine Gefühle zu transportieren.

Ich habe gute und schlechte Sets gehabt. Die besten waren die mit Herzblut. Und geilen Scheiben.

2007/07/02

liebe

Mit nichtmal 20 steht einem die ganze Welt offen. Man denkt alles zu wissen, das Abitur in Händen, wilde Zeiten und wilde Träume. Wir waren frei, wir haben gelebt. Nächtelang geredet, philosophiert ohne zu wissen, Träume gelebt. Freundschaften entdeckt, die Stadt auf den Kopf gestellt, Rocker haben Tekkno entdeckt und umgekehrt, Motorräder neben Autos neben Fahrrädern. Das Leben war ein Spiel.

Man suchte, ohne zu wissen wonach. Dachte Liebe lässt sich einfangen, fand sich, wieder doch nur verliebt und allein auf weiter Flur.

Rasend dann die Gefühle. Überschäumendes Glück, Blindheit lachend, gar nicht fähig zu begreifen, schon längst gefangen. Sich fallen lassend, so unerwartet, so neu, so schön.

Nach Wochen endlich in der Lage zu begreifen was geschehen. Verliebt.

Ständiges denken, an sie, an das Erlebte. Vorfreude, jedes mal so lange hin, auch wenn die Zeit noch so raste. Verliebtsein, Verliebtheit, Tollheit, Verrücktheit, unergründliches Gefühl. Hungernd nach dem anderen, allezeit und überall. Es zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht, jederzeit, egal wo man ist oder was man tut.

Wandelbares Gefühl, das. Glücklich. Unmerklich entschlichen, gewachsen?

Gewichen einer Vertrautheit, etwas Erwachsenem. Man fühlt sich als ein Teil des anderen. Stark dies sein zu können, sein zu dürfen, sein zu wollen. Liebt. Lebt. Vertraut. Kennt. Und leidet. Hilft. Stärkt. Durchlebt.

Fordert, verweigert, gibt und nimmt. Begegnet Grenzen. Verletzt einander, leidet alleine und findet doch zueinander. Ist befreit. Glücklich. Spürt diese Kraft. Liebe.

Verliebtheit ist immer. Ist überall. Ist endlich. Leider.

Liebe ist. Zeigt sich. Versteckt sich. Kaum wahrnehmbar. Und doch mächtig. Gewaltig. Versetzt Berge, schweisst zusammen, macht stark, lässt Gutes tun.

Man verlässt sich auf sie. Weil sie ist. Sie lässt einen gewähren, vertrauen. Sie wächst. Mit jedem guten Moment in dem sie sich zeigt, zeigen kann.

Das Leben bietet viele davon. Doch sehen wir diese Augenblicke? Haben wir die Zeit dazu, geben wir uns die Zeit dazu? Wird sie uns genommen - tun wir etwas dagegen, oder lassen wir es geschehen?

Liebe ist nicht leicht. Zu gross. Immer auch ein Stück Arbeit. An sich selbst. Mit sich selbst. Auch gegen sich selbst.

Oft mehr als man meint. Man wahrhaben will. Man muss sich entscheiden. Im Leben. Nicht im Totalen. Im Ständigen. Im Kleinen. Für die Liebe. Das fordert Kraft.

Sind wir zu schwach, sind wir unfähig zu lieben. Können wir nicht mehr stark sein, wird sie vergehen.

Bis anderes uns begegnet? Stärkeres. Kühneres. Wilderes. Bekanntes, so lang Vergangenes.

Endliches. Was bleibt?