2026/01/30
Archive - City Walls
2026/01/29
enough
2026/01/26
Sprechgedingse
2026/01/25
Farbbetrunken

Verpasst
2026/01/23
Augenroll
2026/01/22
Fairnwärme
Seit vier Jahren Machbarkeitsstudien, Variantenrechnungen, Abstimmungsrunden mit Versorgungsunternehmen und Anlagenbetreibern mit leicht hebbaren Abwärmepotentialen aus Industrieprozessen. Eine Stadt etwa halb so groß wie Hamburg. Diese großen Kommunen müssen bis in ein paar Monaten ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen haben. Seit einem Jahr Stillschweigen aus der aktuellen Regierung was die Novellierung einer Fernwärmeverordnung angeht. Der beste Entwurf bis jetzt - aus Habecks Kreis. Die Folge - nix bewegt sich, und wenn dann kommen nur halbgare Vorschläge zusammen. Eigenverantwortung & klein-klein my ass. Vor drei Jahren habe ich jemanden bei einem Versorger während eines Projektes in die Rente gehen sehen. Sein Planungshorizont bei den Anlagen die wir da zusammen gemacht haben war jenseits der 60 Jahre. Traut sich irgendwie niemand mehr. Aber alle sind jetzt schon froh über die Reserven die wir da eingeplant haben.
Fernwärme ist in diesem Land ungerecht und intransparent organisiert. Vor zwei Jahren bei den AGFW-Fachtagen war das Lachen den Netzbetreibern kein bisschen peinlich, als die Diskussion dahin ging, das Ganze gerechter zu gestalten.
Es liegt nicht an der Technik. Es liegt nicht am Geld. Es liegt nicht an den Abwärmepotentialen. Es liegt an der Politik und an denen die daran ordentlich verdienen. Vielleicht würde es helfen, wenn die Leute wüssten, was eine MWh inkl. Betrieb und Abschreibung tatsächlich kostet und was dann auf der Abrechnung steht.
Dabei muss man nur ein Land weiter nördlich angucken wie es fair geht. Seufz.
2026/01/21
off the beaten tracks
[ˈʊnɡədʊlt]

Irgendwo...
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| "für" die freien Radikale |
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| Kartoffelklöße Rotkraut mit Wellant Kräutersaitlinge in Pfefferbutter karamellisierte Schalotte (parallel die Lasagne für auf Arbeit im Ofen) |
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| Buntes gegen Doofes |
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| der Wind zuppelt aus Richtung Osten |
2026/01/20
Hohe Wellen
Es fühlt sich alles so roh an. Da ist keine Schutzschicht mehr übrig, kein Zaun, keine Mauer. Dieses zerfetzte Herz so durch den Tag zu tragen - ein ständiges Navigieren, Ausweichen, behutsam sein. Innen wackelig, vulnerabel. Zerrissen und andere Worte, auf *issen endend. Versuche, diese Wellen nicht über mir zusammenschlagen zu lassen, nicht unterzugehen. Nicht gegen den Wind, mit den Wogen. Hoffen. Darauf, eines Tages ans ruhige Ufer gespült zu werden. Warmer Sand und ein bisschen Sonne dann, bitte. Und behutsames Auftreten zwischen dem scharfkantigen Muschelbruch, ein Festhalten um nicht abzurutschen auf den glatten Steinen.
Licht hören
Es ist zu laut gewesen hier, zu viel Lärm über dem Himmel. Polarlichter haben einen Sound. Manche beschreiben es als eine Art Rauschen, manche sagen, sie würden dröhnen. Ich habe es damals als ein Knistern mit einer darunterliegenden sehr tiefen gleichmäßigen Frequenz wahrgenommen. Vor Müdigkeit drei Stunden im Tiefschlaf unterwegs, das übliche zerrissene Aufwachen mittendrin. Diesmal im richtigen Moment, Klamotten an, Mütze auf, raus. Staunen und diese instant Sehnsucht - ich wäre wirklich gern in Lappland gewesen über den Jahreswechsel.
Zurückkriechen unter die Decke, atmen, Schlaf suchen, nicht die Abbiegungen ins Grübeln nehmen, den Olm festhalten. Ich hab keine Ahnung woher das kam, aber da waren kleine Frösche auf einer Wiese, daumennagelgroß, schwarz mit orangenem Muster. Sie waren schnell und wollten sich nicht anschauen lassen. Nach drei, vier Sprüngen flatterten sie als kleine blassblaue Schmetterlinge durch die sonnige Luft. Es waren viele. Ich habe Träumen wirklich sehr vermisst.
2026/01/19
Eigentlich...
Shocking Blue - Daemon Lover
In der Blase
2026/01/18
woher, wohin
2026/01/16
nichts hält
Tüften
So'n bisschen schön gerade, festzustellen, dass der Mitgründer einer meiner früheren Stationen immer noch einer von den Guten ist. Und er die Kartoffeln nicht in die Biogasanlage gehen lässt. Er war damals der erste, der ging als Ellenbogen ausgefahren wurden. Ich mag Leute, die sich in solchen Situationen ihren Anstand erhalten. Das ganze Beef war auch einer der Gründe, warum ich dann ein halbes Jahr später gekündigt habe. Wir haben uns dann noch ein- zweimal in den Jahren danach gesehen und gequatscht über dass was es braucht in Zukunft. Irgendwie hat er mir damals gezeigt, dass Vertrauen in Menschen wichtiger ist als deren Können. Das kommt dann nämlich mit der Zeit von ganz alleine. So wie bei meinem Studi jetzt und den anderen, die hier über die letzten Jahren dazugekommen sind.
2026/01/15
Und ich hab' mir eingeredet, dass es funktioniert, aber
ein Song reicht.
Ein Seitandöner mit Ofengemüse. Ein Bahn-Newsletter. Ein Lokalnachricht aus diesem Stadtteil. Eine Konzertankündigung für dort. Ein Bild dieser Felsen beim Scrollen. Ein Blick auf diese Pflanze. Ein T-Shirt blind gegriffen. Eine dieser Platten. Eine dieser Textzeilen.
Noch nie so dreckige Weihnachten, noch nie so'n dreckiges Neujahr. In Wunden gebohrt, Pflaster abgerissen. Mir gratuliert es rausgeschafft zu haben. Und dann doch wieder zweieinhalb Tage durchgeheult.
Vielleicht hört das auf, vielleicht nie, vielleicht wird es anders. Aber ein Song reicht.
Ich fühl mich hier so falsch. Es geht hier allen zu gut, selbst denen, denen es schlecht geht. Sind halb so alt mit ungewisser Zukunft, aber ein Erbe wartet. Privilegien zum Schulterklopfen, "Wie war der Urlaub, der vierte richtig?". Sie sind so nett, und ich geh ein. Diese ganze heile Welt mitgemacht und übernommen. Von oben gelebt und das zerstörerische in mir gefüttert. Wenn es diese kleinen Momente nicht gäbe - das Rotkehlchen das neugierig guckt, ein random Lächeln weil man sich auf dem Fußweg Platz macht. Ich hätte gern den Teil meiner Kindheit, der mir kaputtgemacht worden ist, in mir. Den naiven, den neugierigen, den verletzlichen. Ich will auf'n Arm.
2026/01/12
Es muss immer alles verwertet werden
2026/01/11
Kommst Du mit, ...
2026/01/10
ä's & ü's
2026/01/09
Verstehen
Vielleicht bin ich ja übersensibel. Der Stromausfall in Berlin und diese geballte Aufregung, warum etwas so lange dauert wie es dauert und dass es ja wohl eine Frechheit sei. Ermüdend, weil es immer auf das gleiche hinaus läuft. Aufregung um der Aufregung willen. Über Dinge, von denen man nur rudimentär (wenn überhaupt) eine Ahnung hat. Zum Glück hat sich das nach ein paar Tagen dann rumgesprochen, was im konkreten Fall an Aufwand dahintersteckt, alleine ein Provisorium zu schaffen. Wahrscheinlich geht es den Leuten auch gar nicht darum, zu verstehen, warum etwas wie lange dauert. Aufregen als verbindendes Zusammengehörigkeitsgefühl, die inneren Wutbürger befriedigt.
Irgendwo im Netz ging es neulich um eine Baustelle im städtischen Straßenraum. Dort wurden kürzlich Fernwärmeleitungen verlegt und die Fahrbahn wieder hergestellt. Alles fertig. Nun die Ankündigung, dass der Bereich umgestaltet werden soll, also erneut eine Baustelle kommt. Die Aufregerei war groß - wieso man das alles nicht kombinieren könne und dann einmal alles fertig macht. Klar, sieht man immer wieder, Baustelle ist im Gange, Baustelle ruht, Baustelle fertig, nächste Tätigkeit am selben Ort. Warum ist das so und warum geht es nur schwerlich anders? Die Auftraggeber sind die Kommunen und Städte, teils deren kommunale Versorgungs- und/oder Entsorgungsunternehmen. Die Verwaltungen haben zwar eigene Bauabteilungen in den Ämtern, sind aber per se darauf ausgerichtet, Vorgaben der Politik umzusetzen auf eine Art, die den festgesetzten Budgets der Haushaltsplanung und den geltenden städtebaurechtlichen Anforderungen entspricht. Die erstellen also Leistungsverzeichnisse für bestimmte Maßnahmen sofern die Gelder im Haushalt da sind. Man schreibt aus, muss Vergaberecht ein- und Kosten gering halten.
Die Komplexität eines Projektes mit unterschiedlichen Gewerken ist oft schon Anlass für höhere Kosten, da irgendjemand den Kram koordinieren muss. Das kostet, und heutzutage nicht zu knapp. Wenn dann noch verschiedene Maßnahmen aus Tiefbau und Straßenbau und Landschaftsgestaltung und Verkehrsleitsystemen zusammen kommen, gepaart mit Versorgern und sämtlichen externen Dritten wie Bahnnetzbetreiber, Verkehrsbetrieben, Prüfern usw. wächst dieser Koordinationsaufwand exponentiell. Kein Auftragnehmer wird es sich freiwillig antun, so etwas zu koordinieren, selbst wenn es dafür die Gelder gäbe. Das terminliche und damit kostenmäßige Risiko der liegt dann nämlich komplett bei diesem Generalunternehmer. In einer Zeit, in der die Fachfirmen eh schon an der Auslastungsgrenze arbeiten, kaum noch Personal und Ressourcen übrig haben, wird man schlichtweg niemanden finden, der sowas mitmacht. Die vielleicht naheliegende Lösung, externe Projektsteuerer für ausschließlich dies Aufgabe hinzuziehen scheidet für öffentliche Auftrage aus Kostengründen nahezu aus.
Die öffentlichen Auftraggeber sind personell und fachlich oft unterbesetzt weil kaputtgespart und damit für eine tiefergehende Koordination eh raus. Geld gibt es für diese Leistungen in den Haushalten auch keins. Zumal kein Steuerzahler es beklatschen würde, wenn eine Baustelle zwar schön koordiniert, dafür aber mal mindestens 20% teurer wird. Und das ist noch am unteren Ende der aktuell üblichen GU-Aufschläge.
Am Ende geht es aber vielleicht tatsächlich nur darum, sich aufzuregen und gar nicht ums Verstehen. Irgendwie ernüchternd und bisschen schade. Wir sind nämlich alle nur Laien in den allermeisten Gebieten.
Mein Job hat mich mittlerweile zigfach gelehrt - Du musst etwas wirklich verstehen bevor Du Dir ein Urteil erlaubst. Wir bekommen fast jede Woche irgendein Problem eines Kunden auf den Tisch bei dem etwas kaputtgefahren wurde, etwas nicht so funktioniert wie erwartet oder man Phänomene beobachtet, zu denen man keine Erklärung hat. Ob da ein Behälter aufgrund eines Dampfschlages von den Sockeln gehüpft ist, Pumpen oder Armaturen mit übermäßigem Verschleiß ausfallen, Förderanlagen plötzlich nicht nachvollziehbar schlecht laufen, Ermüdungsbrüche in bestimmten Anlagenteilen auftreten oder verfahrenstechnische Auslegungen eventuell fehlerhaft waren und nun die Anlage nicht die vertraglich zugesicherten Grenzwerte einhält. Das fordert manchmal wochenlanges Suchen mit vielen Sackgassen, oft im Ausschlussverfahren, Analyse von Messdaten usw.. Weil man dabei selbst vorschnell eine Option wegen des eigenen Erfahrungs-Bias ausklammert, hilft es, nüchtern zusammenzutragen und zu analysieren, methodisch und neugierig zu bleiben. Am Ende hat immer geholfen - ruhig zuhören, beobachten, nachfragen, auswerten - verstehen.
Mir wäre übelst langweilig, wenn es diesen Teil in meiner Arbeit so nicht gäbe. Hilft zudem auch sonst im Leben.
2026/01/08
n.egal
Das war irgendwie schon immer so.
"Nie hinbekommen, dass einem der andere egal ist."
2026/01/05
im Schnee...
2026/01/03
Künstler sind auch nur Menschen
Seit einer knappen Woche wird ein "Foto" hunderttausendfach durch die "sozialen Medien" gereicht. Die inhaltliche Aussage ist durchaus korrekt und im Kontext mit der Person sicher auch naheliegend. Blöd nur, dass es lediglich eine AI-generierte Überarbeitung eines vier Jahre alten Bildes ist, wie es damals auf 9GAG, Reddit, etc. monatelang rumging. Die typischen verwaschenen Bereiche (z.B. am Ventilator) güü. dem Original schreien einen förmlich an. Da mittlerweile bei Elron die Bildermaschine automatisiert Menschen entkleidet [1;2] irgendwie verwunderlich, dass Menschen Zeug ohne innezuhalten weiterverbreiten. Nix gegen den stabilen Schauspieler [3,4], das Shirt und die inhaltliche Aussage, aber hat es so in der Kombi leider nie gegeben. Die grundlegendere Frage ist aber - hören wir jetzt alle auf nachzudenken?
Will ich jedes mal aufwändig recherchieren und unterscheiden? Wie viel Aufwand ist nicht zu viel? In dem konkreten Fall ist es sicherlich ne Frage von wenigen Sekunden, reverse Bildersuche, zack fertig. Indikator: nur eine Einstellung auffindbar, die typischen schlechten Auflösungen, der schmierige Slop-Pixel-Wiederholungsbrei.
Whatever, bei Bildern ist das alles ne Sache von paar Klicks (noch). Krasser ist das Tempo bei Musik. Die ganzen Streamingplattformen haben mittlerweile die größten Zuwächse bei AI-generiertem Zeug. Geschenkt, dass der Spotify-Nazi-CEO sich mittlerweile offen faschistisch äußert. Dass diese Plattform mittlerweile dermaßen enshittificated ist, dass die Fachwelt das Ganze als Frage "wohin geht es dabei eigentlich?" stellt. Im Sinne von "aufhalten lässt sich das eh nicht mehr". Irgendwie gibt es tatsächlich nen Markt dafür, sprich das Prädikat, das hat mal ein Mensch, ein Künstler, gemacht wird obsolet. Ronny hatte das letztes Jahr an diesem Beispiel einer komplett nicht existierenden Band samt AI-erfundener Historie schon mal aufgeschrieben. "Go after the money" als Methode ist ja eh nie verkehrt - es lässt sich halt ordentlich Geld mit machen.
Zur Zeit hängt das alles am Medium, am Ökosystem Internet. Dort frisst das Ganze "lediglich" Energie, braucht Hard- und Software, kann sich selbst replizieren und mit jedem neuen AI-Modell weiterentwickeln. Vielleicht passt das auch gerade deshalb für mich wieder mehr live-Musik zu erleben und dort mein Geld zu lassen. Es fühlt sich wieder so wie Anfang der 2000er an, wo alle den Kram irgendwie gesaugt und gebrannt haben. Vielleicht freue ich mich deshalb auch ein wenig, dass Annas Archive [5] den Spotify-Klumpen gezogen haben und der früher oder später auf dem ein oder anderen Weg als "Bibliothek" zugänglich wird. Und vielleicht/hoffentlich ist der RoI ja zu gering, um AI-Mucke auf Vinyl zu pressen. So ganz alleine mit dem Unbehagen bin ich nicht. Das ist schön. Künstler sind nämlich auch nur Menschen.
































