2026/02/13

Kaputt

Wahrscheinlich eines der wenigen Konzerte, bei dem die eigene Kaputtheit der Menschen auf und vor der Bühne nicht versteckt, sondern extra neon bunt ausgeleuchtet wird. Es gibt nix zu verstecken, die Zweifel, die Narben, die Süchte, die Betäubung, die Liebe, die Schuld und die Hoffnung.

Trotz fieser Erkältung die Stimme nicht geschont, ein zwischen zwei Stücken gestochenes Astra-Logo-Tattoo als Andenken an diese Stadt auf dieser Tour. Irgendwie darf man sich seine "scheißegal, lass machen" - Haltung nie nehmen lassen. Ist nur ein Leben zu leben und das fickt hart, manchmal leider zu hart. Ich hab genug Leute getroffen, auf die jede einzelne Textzeile passen würde. Ein paar sind zu früh gegangen.

Bewegendes Geständnis von Luca, zu spüren dass es Dinge in ihm gibt, vor denen er Angst hat, genauer hinzuschauen und doch zu wissen, dass es nicht wehtun wird, sich zu trauen, eine Therapie zu machen - weil auch er noch nie jemand*in aus seinem Freundeskreis oder überhaupt getroffen hat, die/der darüber erzählt hat, dass das schlecht gewesen sei, sondern genau das Gegenteil, man da nur als bessere Version seiner selbst rauskommt. Da waren so unfuckingfassbar viele im Publikum, die genau an dem Punkt auch mal waren. Es ist ne anstrengende Reise für jede*n, und genau deshalb ist es so wertvoll mit den Zweifeln nicht alleine zu sein. Danke, Tripkid. 

Ist es "emo"? Keine Ahnung, mir egal, spielt auch keine Rolle. Es ist viel in meinen Ohren in letzter Zeit und es ist schön das einfach live zu erleben und ein bisschen was von dem Schmerz zurückzulassen. Laut dabei und hängengeblieben u.a. bei:








... und als letzter Song dann irgendwie klar, Unsere Schwestern - es ist so bitter und so nötig, genau da laut zu sein, auf Arbeit, bei Freunden, überall.



2 Kommentare:

Svenja hat gesagt…

mega, mal wieder ein konzert zu erleben, wo niemand den anderen anrempelt, volllabert oder schräg anguckt. kaputt sein heißt nicht, arschloch zu sein ... liebe dafür

bemme51 hat gesagt…

Ja, die Leute waren echt chillig zueinander, das war toll.