2022/12/24

can't get no sleep

"Festflucht und Bassbescherung", so nannten sie das damals in Berlin, diese Reihe Parties, jedes Jahr zu Heiligabend. Hartcore und Gabba, prekäre Kids aus Hohenschönhausen, Marzahn und Fhain-Kreuzkölln. Ende der Neunziger war das die gleiche Stimmung in dieser bestimmten Nacht auf den linkspunkigversifften Technoparties zu denen wir immer so früh wie möglich mit unseren Plattenkisten aufgebrochen sind, wegen der weiten Wege und der kaputten Familien.

Safe spaces für alle, die zuhause nicht sein durften wie sie sein wollten. In dieser bestimmten Nacht waren die Clubs mehr als sonst unsere Kirchen. Und werden es irgendwie bleiben. Amen. 


Schlaf gut, Maxi... 




2022/12/12

🎞️

Letzten Donnerstag mal wieder in den einladensten Sesseln der Stadt versunken Nach all den guten unterhaltenden Filmen der letzten Monate einer über genau die Branche in der all die Unterhaltung nicht ohne kaputte Strukturen und auf Machtgefällen zwischen alten weißen Männern und Frauen aufbaut. She Said. Auf der Sachebene war da jetzt nicht viel unbekanntes, dazu hatte ich das zu sehr verfolgt damals. Aber die Geschichten dahinter gehen halt unmittelbar immer total unter, fallen der Sensationslust zum Opfer und nach ein paar Monaten erinnert sich niemand außerhalb der betroffenen Leben und der Gerichte daran was das mit den Menschen gemacht hat.


Ein Film zum sich ernsthaft auf die Hand beißen und schämen. Weil wir alle von ihm produzierte Filme gefeiert haben. War uns wahrscheinlich egal, das wer und vor allem das mit welchem Verhalten.
Toll wie Maria Schrader das Ganze umgesetzt hat, das Interview mit ihr u.a. darüber in der aktuellen und letzten gedruckten dbmobil lohnt sich.

Re: that feeling never gets old

Re wie revidieren. 

Klein wie ein Wohnzimmer, für ein AJZ zu sauber aber angenehme Menschen und doch tatsächlich mal das was dieser Stadt so fehlt. Schon voll praktisch, klitschnass durchgefeiert mit den Öffis ins eigene Bett fallen zu können.

2022/12/11

📖

Bei diesen Büchern, so halb mittendrin, wo man anhalten muss und den Finger zwischen den Seiten lässt um ins Nichts zu gucken, wo doch bitte bitte die Seiten nie aufhören sollen, bei denen man so dringend weiterliest.

2022/12/05

Luxus

2x7W. Mal gucken ob das den kringeligen Hasis gefällt. Bei dem Mordorwetter ein bisschen auf die Bremse treten damit sie im Frühjahr nicht allzu viel Grün gemacht haben. Und vielleicht fangen sie so ja auch an, sich richtig einzurollen bzw. einzudrehen. Mit seinen Pflanzen zu reden ist ja hoffentlich mittlerweile gesellschaftlich akzeptierte Norm, oder? 

 

 

2022/11/30

2022/11/29

Von der Kunst (k)ein Arschloch zu sein...

So ein bisschen hab ich das ja schon vermutet. Wie oft habe ich mir verkniffen, etwas mir wichtiges zu äußern, eine Bitte, einen Wunsch... ein Bedürfnis? Vor allem - warum?

Weil es sich so "falsch" anfühlt und ich nicht das Arschloch sein möchte. In dem Moment ist das Bedürfnis von jemandem anderes wichtiger in meiner Wahrnehmung, hat es jemand gerade schwer, kollidiert es mit den Wünschen eines anderen Menschen. Also vermeide ich das, diesen möglichen Konflikt, das Arschloch zu sein. Und bin am Ende genau deswegen das Arschloch.

Weil dieses Runterschlucken sich sammelt, als kleiner unausgesprochener Vorwurf, als Unzufriedenheit oder je nach Kopfkino etliche Nummern schärfer. Und irgendwann, vielleicht lange Zeit später, kommt genau diese gesammelte aufsummierte Unzufriedenheit raus - wahrscheinlich in einem der unpassendsten Momente. Und verletzt - wie es sich für ein Arschloch gehört. 

Es ist eine Kunst, diese unangenehme, mit meinem Bedürfnis einhergehende Abgrenzung zu wagen, zu ertragen, in dem Moment, wenn ich etwas möchte.

Gnarf. Kopf sagt "got it", das Fühl ist trotzdem "meh". Auf jeden Fall - umso wichtiger ist "das wie". Schon ein bisschen Kunst. 

2022/11/26

"verschwendet"

Der Augenblick vor dem Streichholz

Da war er wieder, dieser Geruch. Strömte aus der zufallenden Ladentür. Zwei Treppenstufen runter, den Kopf ein bisschen eingezogen und die alte Messingklinke runtergedrückt. Warmes Licht, das Ticken einer alten Uhr. Du hättest hier bestimmt was gefunden, zwischen all den Schachteln mit ihren exotischen Namen, den blaugrauen Steuerbanderolen. Ich habe die als Kind gesammelt und wie ein Schatz gehütet, die Blechdosen wie die Pappschachteln,Briefmarken und Knöpfe drin gesammelt. Bis irgendwann der Geruch nicht mehr wahrnehmbar verschwunden war.

Das war immer das schönste - wenn Du Dir etwas für die halbe Stunde im Sessel rausgesucht hast. Es roch hier sehr nach diesen Momenten. Die kurzen Augenblicke bevor Du sie Dir angesteckt hast und ich wie so oft den Raum dann verlassen habe.

Du hast diesem Geruch eine weitere schöne Erinnerung mitgegeben und ich möchte dass Du das weißt. Machs gut - Du hättest eigentlich noch ein paar mehr im hier paffen sollen wenn's nach mir gegangen wäre. 

2022/11/22

1,6...1,8 kWh/pd

So in dem Bereich ist mein täglicher Energiebedarf elektrisch derzeit. Interessant dabei - damit knapp eine halbe Kilowattstunde weniger als der pro-Kopf-Wert von vor einem Jahr hier. Ich war ja skeptisch, ob ich meine alten 800kWh/a erreichen würde, weil mir hier der spezifische Faktor von dieser Wohnung fehlt. Aber es sieht aktuell sogar so aus, als ob unter 750kWh/a drin wären. Bisschen gemein sich damit die effektive Preissteigerung je Kilowattstunde auszurechnen - weil der Grundpreis mittlerweile bei einem Drittel der Jahressumme liegt. Energetisch zwar kein leave no trace aber immerhin. 

... alles kein Zufall ...

 ...sich dann zwei Tage später zusammenzusetzen und erstaunt feststellen, das wir das alle gleich sehen und uns wichtig ist. Ich darfsoll mehr das machen, was mir Spaß macht und worin ich gut bin. Personalgespräche waren in meiner Wahrnehmung bisher mehr so ne Formalie. Und - ich soll mir ausknobeln, die neuen Themen und das Wissen weiter zu verteilen. Passt in die gleiche Richtung - ich hab Anfang des Jahres angestoßen, diese Fahrrad-Reparaturworkshops wieder zu veranstalten. Weil mir da wirklich was dran liegt und - eher unbewusst - das für mich etwas ist, wo ich besser werden möchte. Und zack, kommt das gleiche als Thema aus einer anderen Richtung. Rückblickend wurde mir das ja immer wieder vorgeworfen - nicht gut erklären oder teilen zu können. Mittlerweile sehe ich das entspannter, es ging ja nicht wirklich um die Sachthemen dabei, sondern eigentlich um die emotionale Ebene dabei. Mich da immer wieder zu triggern hat am Ende genau zum Gegenteil geführt - und somit ja auch den Vorwurf wieder bestätigt. Kaputte Mischung aus passiv-aggressiv Vorwerfen auf der einen und unbewusstem Selbstwert-Verteidigen auf der anderen Seite. Gut, da endlich Abstand zu haben.

So richtig überblicke ich das zwar noch nicht, aber vertraue darauf, das schon hinzubekommen. Vielleicht hab ich da auch unbewusst schon mehr drüber gegrübelt - da vielleicht irgendwann beratend unterwegs zu sein. Und da ist die Aufgabe ja nicht das schlechteste Training für, würde ich mal behaupten.

I-Tüpfelchen der Überraschung war, in einem Nebensatz festzustellen, dass wir ja so eine unbeachtete, typisch hanseatische Handschlag-Abmachung haben (die aber jedes Jahr völlig ernsthaft von der Buchhaltung umgesetzt wird), uns einfach an die Inflationsrate des statistischen Bundesamtes anzulehnen mit den Anpassungen. Hat mich irgendwie nie wirklich interessiert. Gar nicht so schlecht eigentlich.

2022/11/17

🎞️


Lieblingswohnzimmer. Fast ein bisschen wie damals während des Studiums, donnerstags ein Labor oder ne Vorlesung sausen lassen, weil nachmittags ein ganz bestimmter Film anlaufen würde. Triangle of sadness war ja neulich schon einmal eine tolle Überraschung - prima Plottwist und dekadent-opulente Kapitalismuskritik. Dabei an der Vorschau zu the menu hängen geblieben. Boah, was ein schön makaberes Kammerspiel. Irgendwie kommt die Verzweiflung und Tragik erst nach dem Film so richtig rüber. Wie mit dem Lächeln in Slowiks (Ralph Fiennes) Gesicht beim Cheeseburger braten der unter der Brutalität liegende Schmerz sichtbar wird, freigelegt durch Margots (Ann Taylor-Joy) Präsenz in diesem abstrusen Abend. Die Köchin und der Koch mit denen ich mal eine Zeit lang zu tun hatte waren auch ein Stück darin zu finden, in der Resignation, der Erschöpfung und der Wut wie sie in Slowik die Liebe und Leidenschaft unter Besessenheit vergraben hat. Insgesamt ein etwas vorhersehbarer aber schön dicht gespielter Film und Plädoyer für mehr Spaß bei dem was man tut und weniger Menschen die einem dabei die Energie aussaugen,... ach, eigentlich steckt da noch so viel mehr drin. Toll wie viel gute Filme dieses Jahr im Kino waren - oder nur ein Zeichen dafür, dass die quasi unbegrenzte Möglichkeit von Streaming letztendlich vielleicht doch nicht so toll ist. Immer alles gucken können, oder gucken um Zeit rumzubringen.

Passend dazu die letzten Mac'n'cheese für dieses Jahr von Lieblingspartyrestaurant bekommen. Und getestet was aus dem Geburtstagsschnaps geworden ist - Absolut Melone mit Limette und Mineralwasser ^^

2022/11/14

🐈‍⬛

November is broken.

Katzen liegen unheimlich gern nachts auf dem warmen Asphalt der Dorfstraßen rum. Im Sommer sind sie dabei teilweise so träge dass man um die rumfahren muss. Und irgendwie gehört dieses Bild so gar nicht in den November. Normalerweise würden sie über die Straße huschen, sich in eine Scheune verziehen oder Einlass begehrend auf eine Fensterbank hüpfen. Es wären nur Augenblicke in der Dunkelheit, nur flüchtige Schatten. Und dann ist es November und die liegen immer noch rum. 

Das sind dann so die Stunden im Dahingleiten in denen ich es einfach nicht mehr sehe, dass wir Menschen es hinbekommen werden, diesen Planeten noch halbwegs bewohnbar zu erhalten. Ich habe dran geglaubt, hab mich auch genau deswegen dafür entschieden, dass zu tun was ich mache. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist - dass mit den Regenerativen, mit der Effizienz, der energetischen Optimierung in all den Facetten - technisch, wirtschaftlich und ökologisch alternativlos. Ich freue mich auch nach wie vor über jedes Projekt was da ein kleines bisschen beiträgt.

Und doch ist es frustrierend festzustellen, dass all das nicht ausreichen wird. Es reicht mir nicht. Ich akzeptiere das nicht mehr, wenn Anlagenbetreiber sich auf ein "das haben wir ja noch nie so gemacht" zurückziehen wollen oder mit einem "das haben wir schon immer so gemacht" Änderungen abwehren wollen. I have requirements. Ich weiß nicht, ob ich mich das vor fünf Jahren schon getraut hätte - einem Kunden an dieser Stelle der Diskussion quasi "moralisch zu erpressen". So fühlt es sich jedenfalls an, wenn ich mehr einfordere als aus rein betrieblicher Sicht vielleicht notwendig wäre. Und ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust mehr auf Budget-Diskussionen dabei. Es ist nämlich am Ende immer nur Geld, nur ein kleines bisschen weniger Gewinn.

Die gute Kehrseite dabei ist, dass ich kreativ sein muss. Ich habe lange darauf rumgekaut, warum mich die letzte Zeit über Strecken so gelangweilt hat. Das zum x-ten mal gleiche Thema. Es fehlte mir einfach die Herausforderung, neues auszuknobeln, neues zu lernen, neues anzuwenden. 

Wenn meine Kindheit mich nicht hätte verinnerlichen lassen dass ich nie gut genug bin, hätte ich ja vielleicht tatsächlich die Sache mit dem Theater damals weiter gemacht, Spaß und Erfüllung hatte ich dabei jedenfalls. Aber es war einfach nicht zu schaffen gegen diese Be- und Verurteilung anzukommen. Mir etwas zu suchen, wo mir so wenig wie möglich elterliche Bewertung angetan werden konnte war letztlich meine logische Konsequenz damals.

Und irgendwie ist genau das der Grund, weshalb ich immer wieder auf der Suche bin, irgendwie "kreativ" zu sein. Ich mag das Wort nicht wirklich an dieser Stelle, weil es so viel mehr umfasst als ich es für gemein hin wahrnehme. Für mich gehört da eben ne Menge rein. Mir ein Rad so aufzubauen wie ich es für den Zweck haben möchte ist so etwas. Da gibt es trotz des Booms immer noch viele Dinge die es eben nicht von der Stange oder unisono aus einer Quelle gibt. Ich könnte sicherlich Taschen dafür auf dem mittlerweile unüberschaubar großen Markt kaufen, aber würde mich das glücklich machen? Es ist vielleicht weniger die Tasche an sich, sondern der Weg dahin, das Basteln, Nähen. So wie das Löten, das mit Holz werkeln, Kochen oder Routen planen. Es war mal das eine, mal das andere - die Deko und Beleuchtung für Technoparties, das Schnitzen, das Malen. Und am Ende auch der Sport. Wobei es gerade die beiden Sachen sind, in denen ich lange gebraucht habe, mich zu finden. Wenn man als Kind zum Flöten- und Geigenunterricht geschleppt wird und dann die Ansage man sei "musikalisch völlig unbegabt" als unumstößliche Wahrheit durch die eigenen Eltern ausgesprochen bekommt glaubt man das. Genau so, wie die Beurteilung im Schulsport - einfach unsportlich zu sein. Das macht was mit einem. Über viele Jahre. Und dann festzustellen, dass das so völlig außerhalb von dem, was einem selbst liegt und gefällt, beurteilt worden ist - das triggert. Das macht es wahnsinnig schwer, sich Sachen zu trauen, zu lernen und dabei auch noch auf Spaß, Freude zu hoffen.

Im Grunde ist es schon immer da gewesen - das Bedürfnis zu verstehen, zu lernen, zu machen - letztlich kreativ zu sein. Ich werde in vielem dabei sicherlich nicht wahnsinnig gut sein - muss ich aber auch nicht. Es genügt vollkommen wenn es mir Spaß macht. Und das ist es was ich als Minimum verlange - Spaß zu haben bei dem wo ich meine Energie hinein gebe. Als ich mit diesen Gedanken so halb random mit meinem Seniorchef am philosophieren war hat das ein weiteres Puzzlestückchen dazugelegt. Ich war neulich mit jemandem bouldern. Wir haben dann festgestellt beide mal am Theater gearbeitet zu haben - sie ist dann Architektin geworden, ich halt Ingenieur. In dem Moment konnte ich sehr schön spüren dass es davon ein bestimmtes Bild in der allgemeinen Wahrnehmung gibt. Sicherlich nicht ganz unbegründet, aber klar - wenn man in die großen Strukturen und Konzerne guckt - extrem viele normen- und regelwerkgetriebene, nüchterne, stumpf abarbeitende Planungssklaven. Mein Chef hat von einem Kreativ-Workshop erzählt auf dem es richtig gedauert hat, bis er den Sinn dahinter überhaupt verstanden hatte - Kreative in den Planungsprozess (nachträglich) reinzubringen. Die dort diskutierten Perspektiven waren jedoch so weit weg von dem Alltag den wir leben (müssen), dass mich das nicht überrascht, dass er da große Fragezeichen hatte. Und da schließt sich der Bogen - ich bin gut, sehr gut, in dem was ich tue - wenn ich Spaß haben kann, wenn ich kreativ sein kann, sein muss. Vielleicht ist es eben auch so eine verinnerlichte begrenzte Sicht auf das Wort "kreativ" - weil es eben in der strengst möglichen Definition damals zuhause besetzt wurde. Das zu hinterfragen, geschweige denn auszuweiten war schlichtweg nicht zulässig weil mit Beleidigung (wohl eher gefühlter Abwertung) gleichgesetzt.

Ich habe erstaunlich viel mit Menschen zu tun, die keine Freude haben bei dem was sie tun. Das ist mir über lange Zeit gar nicht aufgefallen, vielleicht auch nicht wichtig gewesen. Aber es macht etwas mit mir wenn ich das nicht wahrnehme, einordne, reflektiere. Ich habe immer versucht, dem gerecht zu werden. Weil ich es so unfuckingfassbar tief verinnerlicht habe, keine Bedürfnisse zu haben, spüren zu dürfen - oder wie mein Therapeut so schön sagte: "Sie sind ein Asket vor dem Herren" (keine Sorge, er ist ein prima Atheist). Tja, nun habe ich aber das Bedürfnis, mich da abzugrenzen. Ich möchte meine Zeit nicht mit runterziehenden Menschen verbringen, schon gar nicht in Projekten die über ein paar Jahre laufen. Ich habe da mein Bedürfnis, Spaß bei der (Zusammen-) Arbeit zu haben _und_ meinen Anspruch an das Gegenüber, doch bitteschön das Bestmögliche zu tun, um den Planeten hier einen Tick gebremster gegen die Wand zu fahren. 

Und da wird es spannend - lässt sich so jemand dann darauf ein, wenn ich mit meiner Sicht auf die Dinge, meiner Forderung komme? Darf ich das, habe ich dafür die Rückendeckung in der Firma? Das Ganze ist ja kein statisches System und wir reden da unheimlich viel darüber. Und das macht etwas, mit allen.

Es gibt immer einen Teil derer die man nicht begeistern, nicht überzeugen, nicht mitnehmen kann. Will ich mich, die Firma sich, mit denen beschäftigen? Oder verwenden wir unsere Energie für die, die offen sind für Veränderung? Und fast wichtiger - checken wir uns da selbst immer wieder gründlich genug? Im Moment besser denn je.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit verdammt hoch ist, in vierzig (dreißig, zwanzig, egal) Jahren rückblickend feststellen zu müssen, dass das alles keinen Unterschied mehr gemacht haben wird - es soll zumindest das Beste gewesen sein was noch drin war. Auf jeden Fall sollte sicher sein, dass es Spaß gemacht hat.

2022/10/24

Balance

Irgendwie war es dann doch viel zu warm wie diese Woche zu Ende ging. Ein letztes Aufbäumen der etlichen kleinen Minifliegen nachdem es die ersten leeren kalten Kilometer des Jahres gab. Lieblingstristesse - nur den eigenen Atem und am Horizont ein paar Zugvögel zu hören. Diese ergreifende Stille in der die einzelnen Blätter laut zu Boden fallen. Ein paar Begegnungen im Scheinwerferlicht - Igel,  Katzen, Rehe. Die Kälte treibt die Säure in den Äpfeln, die Ernte ist fast durch. Ein paar Reihen Bäume werden auch dieses Jahr komplett verschwinden, die neuen vom letzten werden nächstes Jahr zum ersten Mal tragen. Meditatives durch-die-Landschaft-tauchen, Inhalieren. Diese Ruhe innen mitnehmen.

Halbspontan verabredet (m)eine alte Hood zu besuchen - irgendwie schön, dass es "die eine alte Heimat" so gar nicht gibt. 2h ICE, am Bahnhof mit Fahrrad für mich erwartet werden <3. Toller Abend mit Freunden, essen, trinken, lachen. Zu provinziell früherer Stunde gegen Mitternacht dann auseinander gehen und eintauchen in die groben Betonstrukturen. Aktuell schwierig sich über Weltkriegsbauten zu freuen - denn ich mag Bunker. Letztlich bleibt alles andere als Krieg der beste Grund für deren Existenz.

Schöne Mischung aus jung und alt, hart und härter. Der schnellere Kram in der ersten Etage war mir tatsächlich ein bisschen zu broken, ein Tick zu viel Proleten-Samples und zu wenig durchgehende Basslines. Was der Verstrahltheit der Leute aber insgesamt wenig nahm - Abfahrt bleibt Abfahrt und die wandelnde Nebelmaschine hat sichtlich Spaß gehabt.










2022/10/03

that feeling never gets old

Techno, eigentlich haben wir damals Tekkno gesagt, geschrieben, gefühlt. Seit knapp drei Jahrzehnten kickt mich das nun schon immer wieder aufs Tiefste. Wenn es denn kickt. Und verdammte Axt, was ist das nur mit Hamburg?! Seit es die Box nicht mehr gibt hab ich hier immer mal wieder versucht was vergleichbar roughes zu finden, nada. Ja okay Hafenklang, wir haben schon hübschen Drum & Bass gefeiert, aber bleibst halt auch nur ein Wohnzimmer. Stubnitz, alte Hütte, was hat Dich bloß so ruiniert, wann bist Du so artsy geworden? An Rostock erinnert nur noch die alte Kennung ROS-701. Silvester auf dem Achterdeck, jeder nur 2 Stunden an den Decks weil die Finger irgendwann eh zu kalt wurden. An der Kaimauer zwei brennende Ölfässer, unter Deck 4/4 in die Magenwände. Das ruhigste war die abgehängte Stahlplatte auf der die Technics standen, ich hab nie wieder ein stabileres Pult getroffen. Hamburg, Schicki-Micki war schon immer Dein Ding. Lieber bisschen konservativ-kompatibel, lieber nen Streifenwagen wegen Kiffens auf dem Spielplatz rausschicken, lieber nicht zu viel Mut, lieber auf Nummer sicher. Und so sehen die Bookings in dieser Stadt dann auch aus. Da waren ja die Zeiten der großen Holland-Happy-Hardcore-Raves in der Markthalle als Abweichen vom allgegenwärtigen Tunneltrance fast schon gewagt. Nicht. Ich kann ja verstehen, dass sich niemand nen leeren Club auf lange Sicht leisten kann und das man dann lieber auf Nummer sicher bucht. Aber damit passiert hier halt eben auch nichts. Außer Bummeltechno.

Einfacher, dreckiger Techno ist in den letzten Jahren so schön weitergesponnen worden, findet hier aber einfach nicht statt. Es ist der 3. Oktober, ein Feiertag der mir nicht wirklich was bedeutet, außer dass es ein Feiertag ist. Wenn es einen Punkt gibt, an dem die Ost-West-Schere für mich eben auch immer noch spürbar ist, dann sind es die Clubs. Klar könnte man da jetzt anfangen sonstewas rein zu interpretieren. Dass es eben nur auf der Kaputtheit der Nachwende so blühen konnte, währen der Westen schon voll übersättigt nur auf den alten Clubstrukturen aufbauen konnte. Dass es vielleicht ganz besonders in sozial hoffnungslosen Gesellschaftsteilen das notwendige Momentum für Großartigkeit gibt. Der Löwenzahn eben gerne auf Betonbrachflächen abgeht anstatt in den totgespritzten und akkurat getrimmten Reihenhausvorgärten.

Wie gut dass es die Bahn gibt, anderthalb Stunden, Hbf raus, Schließfach, Späti, Essen, Freunde treffen, halb zwei das Häkchen auf der Liste. Konsequent dass es mittlerweile nicht mehr nur das Markenzeichen des Berghains ist, "was im Club passiert, bleibt im Club" und Smartphones und die Likes draußen bleiben müssen. So'n Kameralinsen-Sticker ist ein bisschen wie ein Kurzzeit-Festivalbändchen, wenn man das Endgerät nicht eh an der Garderobe abgeben muss. Und damit bleibt dann eben auch das übrig, was am Ende die Keller und Bunker so ausmacht. Der Nebel, das zuckende Licht, die fönenden Bässe und der fingerbreit Schweiß auf dem Betonboden. Mit dem Tanzen ist das wie mit dem Radfahren - irgendwann im Flow, in "the zone". Die ab und zu auftauchenden Schemen der anderen ringsrum werden langsam vertraut. Allen geht es ähnlich, alle haben Hunger, wollen es derbe, kein verkopftes Schöngeistkonstrukt. Das was zwischen hinter und vor dem Controller passiert ist so simpel wie endschön. Ein altbekanntes, vertrautes und immer wieder kickendes Pingpong aus Fallenlassen, Anfixen und Fertigmachen - Endorphine.

Und irgendwo zwischen Bassdrum und Nebelmaschine drehte sie sich um und schrie lächelnd "I like your energy!". <3

2022/09/29

#JeNeParlePasFrançais

 


...und hier guck ich einfach durch wenn's mal wieder Schietwetter gibt...


(((sich wiederholt bei dem Gedanken ertappen, zu überlegen: wohin als nächstes, bevor es alles endgültig den Bach runter geht und all das nicht mehr zu erleben ist?))) 

2022/09/28

🎞️ Don't Worry Darling

Kuchentransportbedingt mal die Öffis benutzt und dann auf dem Heimweg zwischen S- und U-Bahn das Savoy-Programm gecheckt. Ich liebe diese Momente ja sehr. Die Uhr sagte, dass die Werbung schon sechs Minuten laufen müsste, fünf bräuchte ich zum Kino - und der Film war mir in der Vorschau hängen geblieben -  Don't Worry Darling. Am Tresen keine Schlange, in der Lieblingsreihe mittig noch viel Platz, einmal Popcorn gemischt und ne Apfelschorle - und es lief noch ne Vorschau.

"please silence your mobile"

Die Bilder zunächst klischeehaft perfekt und glatt - prima zum Fremdschämen. Häppchenweise wird man an die zweite, darunterliegende Geschichte geführt, für meinen Geschmack allerdings zu zaghaft, zu unentschlossen. Ich hätte da gerne etwas mehr von der Deutlichkeit wie bei Cypher gesehen. Und so verläuft der Plot insgesamt nicht zu aufregend, nicht zu fordernd, aber deshalb eben auch leider nur so abziehbildartig wie die Szenen selbst. Die Musik und das Interieur sind hier zwar schön inszeniert und tauchen auch in der Story auf, aber immer nur halbherzig intensiv. Was schade ist, weil dadurch z.B. nichts von der Musik hängenbleibt. Und die Schauspieler? Das Schöne ist ja, wenn man nichts über einen Film, die Besetzung etc. weiß, dass ein paar Überraschungen bleiben. Dita von Teese zum Beispiel - sehr passend. Über Harry Styles kann man geteilter Meinung sein. Sicherlich zieht er ordentlich Publikum für den Film, Fangirls eh und insbesondere nach der Story mit Olivia Wilde hat der Presserummel ja was zu berichten gehabt. Aber am Ende bleibt eine eher flache Leistung. Die Connection zwischen Alice und Jack ist nicht da, zumindest nicht von Styles geliefert, Pugh ist hier einfach um Welten besser.

Nach Jahrzehnten nerdiger und dystopischer Scheinwelten im Kino darf ich erwarten, das der Exit-Point irgendwie klarer designed ist. Wir sind heute alle so techy unterwegs - da reicht mir das Hügelchen rauf und dann den verglasten Pavillon zu berühren irgendwie nicht aus, nicht wenn der so gar nicht auserzählt wird. Oder einfach etwas Originelleres.

Insgesamt bleibt von der Story aber das große Thema Selbstbestimmtheit und Gaslighting übrig. Und da hat mich sehr begeistert, wie Florence Pugh die Rolle ausgefüllt hat - solange sie das alleine tun kann. Im vermeintlichen Showdown der Offenbarung zwischen Alice und Frank fehlt da schon noch ein bisschen was, aber das liegt eher an Chris Pine. Ihr Können trägt den Film einfach über weite Strecken und lässt immer wieder Schlucken, das unvermeidliche Böse und ihren inneren Kampf der Zweifel und des Kämpfens spürbar werden.

Insgesamt eine gute Unterhaltung und bei dem beginnenden Herbst da draußen ein bisschen sonnige Auszeit.


2022/09/04

🎞️ Die wundersame Welt des Louis Wain

Draußen-Kino um die Ecke, war schön mit Dir. Es war kein grüner Platz, schon seit Monaten nicht mehr. Das gleiche verbrannte Gras wie überall. Aber irgendwie war es trotzdem prima dazuliegen, ein Kissen im Nacken, oben die Sterne und ein mittlerweile frischer Wind im Dunkeln.

Die wundersame Welt des Louis Wain. Was für ein toller Film. Cumberbatch so wie man es fast schon erwartet. Eben echt gut. Und einfach eine so schöne, herzliche und Herz zerreißende Geschichte mit ganz viel "Elektrizität" ❤️! 

An vielen Stellen sehr gefühlt was da erzählt wurde - an den traurigen und an den schönen. Ein Film der gern bleiben darf. 



2022/08/29

🎞️ Everything Everywhere All at Once

Wieder zurück und deshalb gern noch einmal ins draußen-Kino die Straße runter. "Everything Everywhere All at Once" mit der großartigen Michelle Yeoh. Die vielleicht erste frische Nacht des nahenden Herbstes, dank der 5mm Evazote aber prima muggelig. Eine schöne Geschichte, gebastelt um parallele Universen und verletzte Seelen, Miefigkeit und Bürokratie, der Kampf Gut gegen Böse - rundum prima. Und dann noch die tolle Mischung aus Witz und Choreographie in den Kampfszenen. Mir hat er Spaß gemacht und war eine tolle Überraschung.


Weil genau am Tag 1 des Urlaubs angelaufen musste ich unbedingt schnell noch "Bullet Train" nachholen. Bevor er nicht mehr auf Leinwand zu sehen ist. Der Vorteil der Nachmittagsvorstellung wieder einmal - leer, perfekter Sitzplatz und draußen ein bisschen ungemütliches Wetter. Insgesamt wie zu erwarten, viele neu durchgemischte Szenen wie man sie schon oft gesehen hat. Aber keinesfalls langweilig. Sehr dicht gepackt, die Zeit fliegt. Wie ein Schnellzug in Japan. Der blutige Teil war okay und nicht zu bestimmend. Ich bin immer noch am auflisten wo ich überall Anleihen und Zitate sehe.... Die Liste ist lang. Insgesamt hat der große Pott Popcorn genau gepasst. 

2022/08/02

dystopisch normal

Samstag. Als langjähriger Fanboy musste ich einfach den kurzen Vortrag von Mark Benecke auf dem veganen Straßenfest auf dem Spielbudenplatz erwischen. Das letzte Mal sind wir irgendwo in Berlin auf nem Sara Noxx - Konzert ineinander gelaufen. Gefühlte Ewigkeit her.

Es ging in einem kurzen, gewohnt pointierten Abriss um die Fragen der Zeit - grob "Wer bzw. Was überlebt hier eigentlich noch?"


1,5°C-Ziel? LOL. 4°C? Wird auch gerissen werden. Insgesamt macht mich das nicht wirklich nervös, die Zahlen und Fakten sind ja da. Die gefühlten Anzeichen auch. Ich habe so gut wie keine Nachtfahrt mehr auf der ich die Brille aufsetzen muss. "Time's up" -der Titel sagt es ja schon sehr treffend. Keine Zeit um sich mit müßigen Diskussionen zu beschäftigen ob da eine Windkraftanlage hinter dem Dorf Sinn macht oder stört. "Okay, du hast kein Bock drauf, dann können wir aufhören weiterzureden und ne Limo trinken.". Letztlich ist es immer ein "kein Bock drauf".

Und damit bleibt es bei der letzten Entscheidung die da im Selbst getroffen werden muss - was mache ich persönlich? Ich bin kein Veganer, noch nicht einmal Vegetarier. So als Bestandsaufnahme heute. Ich habe in den letzten Jahren vllt. 4...5 mal im Jahr Fleisch gegessen, Fisch sicherlich öfter. Milch, Eier, Käse, Joghurt... alles ständiger Bestandteil dessen was ich esse. Was ich sehr verändert wahrnehme, ist der steigende Anteil an Gemüse und Vegetarischem/Veganen. Warum? Weil es mittlerweile überall leicht verfügbar ist, weil ich so sehr viel flexibler bin in der Küche und weil es mehr Möglichkeiten gibt zu experimentieren beim Kochen. Insgesamt also weil es eine Bereicherung ist. Aber irgendwie bin ich gespannt darauf, den Rest tierisch basierter Teile zu verkleinern. Der Kopf weiß das ja schon länger, weil es eben eine energetische Bilanzierung ist die erschreckend schlecht ausfällt. Die ganze Thematik der Ethik habe ich wahrscheinlich schon immer ein Stück weit ignoriert. Weil man sich halt auch einfach davon distanzieren kann. Ja, ich hab mal mitgemacht beim Wild aufbrechen, selbst Fische ausgenommen, aber eben nie im totalen Kontext, mit der Geräuschkulisse des Tötens, dem Geruch von Blut und allem was dazugehört. An großen Tierställen vorbeizuradeln lässt mich oft würgen weil es so konzentriert einfach olfaktorisch nicht aushaltbar ist. Beim Fleisch oder der Wurst fehlt mir tatsächlich nichts, die Alternativen sind geil. Und wahrscheinlich auch beim Rest. Letztlich ist es immer ein "kein Bock drauf".

Warum dystopisch wenn es doch das normal sein wird? Der Vortrag im EU-Parlament:

2022/07/25

warum immer so toxic

 


Getroffene Hunde. Oder so. Zugegeben ich habe von dem Tüpen erst mit der 7vsWild - Staffel 1 mitbekommen. Die in der Form durchaus unterhaltsam war. Awkward zwar hin und wieder, aber eine Mischung aus Neugier und Popcorn. Inhaltlich muss man da nicht drauf eingehen, vieles der dort gezeigten Sachen war nicht sonderlich neu. Vieles spielerisch mitbekommen, weil man eh schon immer draußen zugebracht hat, als Kind beim Paddeln, Zelten, Wandern. Später dann "overnighter" gemacht als es dieses Wort noch nicht wirklich hier verbreitet, der Euro noch ein paar Jahre entfernt war und die meisten auf ihren Führerschein hingespart haben. Klamotten und Zeug improvisiert, selbst genäht, repariert, vieles abgeschaut. Irgendwann ein Messeprototyp-Zelt aus Tettnang bekommen, das Rad dazu genommen und Kocherphilosophien verheiratet, die es mittlerweile so zu kaufen gibt.

Wenn es nicht der eigene Dunstkreis war, dann hat mir die meiste Inspiration das outdoorseiten-Forum gebracht. Ich kenne Beef, den es in Foren so geben soll, eigentlich nur von Erzählungen. Im ODS geht es immer sehr achtsam zu. Man kann länger wegbleiben und mit einer abstrusen Kleinigkeit wiederkommen und wird trotzdem genauso ernst mit Antworten bedacht wie der hunderttausendste Post zu einer Schlafsacksuche. 

Es ist eben ein Unterschied ob dort alle bunt gemischt sind - Familienurlauber, Rentner, Wanderer, Wassersportler oder Weltenbummler. Oder ob es ne kleine Bubble ist, die Stereotype bedient, angefeuert durch Klicks, Reichweite und dem Druck immer krass und spektakulär rüberzukommen. Gerade weil das im ODS so eine schöne Mischung ist geht es dort ohne Respekt gar nicht. Viele Tellerränder die sich überlappen.

Diese ganze Survival-Richtung ist imho eh schon immer ein bewahrheitetes Klischee des fragilen Mannes gewesen. Und das ganze dann in Reichweiten übersetzt, muss ne Radfahrt (wie sie von tausenden mittlerweile gemacht wird) mit reißerischen Slogans aufgepumpt werden - als wenn alle Welt etwas dagegen hätte das ausgerechnet Fritzchen und seine Buddies das auch tun. Way too much Opferrolle. Und klar, sexistische Kackscheisse-Witzchen reißen ist das eine - das sagt viel über den Menschen aus, hier eben nichts gutes. Diese dann aber auch im geschnittenen Film online zu stellen ist quasi die absichtlich zur Schau gestellte Misogynie pur.

Und deswegen ist die Frage ein Treffer, die Reaktion selbsterklärend. Ich würde mir da mehr Diskurs in der Szene wünschen, was erstmal erfordern würde, dass sich diese Prepper-affinen Survival-Kreise da überhaupt erkennen und reflektieren. Dass es mit bewusstem Umgang geht - machen andere prima vor


 

/inˈdif(ə)rəns/


 

Gleichgültigkeit, die. Am anderen Ende der Nachtzugverbindung. Das vielleicht Erschreckendste. Zu realisieren, _wie sehr egal_ man istsich fühlt.

2022/07/24

🎞️ The Gray Man


Algorithmen fressen Kunst auf. Ein Netflix - Film ist eben leider immer nur der erwartbare Durchschnitt dessen was geguckt wird. Weder Gosling noch Thornton noch de Armas konnten zeigen was sie wirklich können. Zumindest war es der Sound und die Action von The Gray Man wert, ideal im Saal zu sitzen.  Zwischen dem Sportwerkfest.

Nachtrag: der Plot war auch wirklich mies, alles so schon zig mal gesehen, die Story auch nirgends was neues, Konsensfilm. 

Damals im Sommer als wir es nicht gewagt haben und du mir am Feldrand den kleinen Zettel mit einem "für wenn es dunkel ist" in die Hand gedrückt hast... gilt immer noch, J. 



2022/07/23

Hurt


... und dann versuchst du wahllos Platten auszuwählen und schaust was du davon nicht mehr behalten möchtest und merkst das jede einzelne eine Geschichte für dich hat. Jede neben anderen, der Soundtrack deines Lebens und du fängst an zu weinen unter den Kopfhörern weil du auf einmal festhängst an diesem Tag als Jonny starb und du genau weißt wie es damals war und der alte Volvo mit offenen Fenstern an dir vorbei fuhr und es dich kalt erwischt hat diese Stimme zu hören und du gerade jetzt und hier genau diese Platte, dieses Stück so unbedingt brauchst um wieder einmal alles von der Seele zu heulen. 


Es fühlt sich an wie als wenn ich ein Leben lang nicht geweint habe und es nie durfte und es einfach so schrecklich weh und gut zugleich tut. 


Irgendwann schreibe ich die ganze kaputte Zeit mal hier auf. Weil es vielleicht irgendwem einen Moment des Innehaltens verschafft genau da nicht hinzugehen wo ich war.
 

🎞️ Thor


"... that shitty feeling is better than feeling empty..."

Und dann tanzten sie Tango zwischen den Pennern und Dealern, den Cops und den Nutten und es war immerhin 20 Grad kälter.

Wie unglaublich unfassbar gut die letzte Amy Whinehouse - Platte doch ist. 


2022/07/19

Post. Nicht abgeschickt.

Donnerstag Abend, ein paar Stunden in hohen Hallen und mit dem Kopf woanders. Fast wie in zeitlupenartigem Reflex greift die Hand nach der Karte. Der Blick bleibt hier und da hängen auf den Plakaten, Büchern und kunstvollen Papieren. Weil diese Karte gerade so alles ist woran Du denkst. In Louise Bougeois' Biographie hineinzufühlen hinterlässt einen ganz bestimmten tragischen Schmerz. Und dass diese Karte nie an ihrem Ziel ankommen wird auch.



2022/02/27

wenn's mal wieder länger dauert: SON28 + Forumslader + Garmin Edge 1030+

Beim Aufräumen bin ich vor kurzem über alte Ausdrucke von radweit.de gestolpert, hach das waren noch Zeiten. Überhaupt, Karten lesen, die Umgebung auf der Karte checken. Genau so wie mit den Wanderkarten. Welcher Maßstab, welche Details sind mir wichtig, wo soll es hingehen usw.. Wer heutzutage mit sowas anfängt hat wahrscheinlich mindestens das Handy dabei, eher noch etwas zum Tracken und/oder Navigieren. Klar, für 99% der Momente da draußen ist das auch völlig in Ordnung. Akkugröße kann man mit ner Powerbank auch ignorieren. Tjoa, jedes Mal anhalten und auf dem Papier schauen, Anhaltspunkte finden, sich selbst lokalisieren ... die Technik nimmt einem das ja ab. Am besten noch ohne dass man dazu unterbrechen muss. Grundsätzlich würde ich für nen Radurlaub immer noch ne Papierkarte mitnehmen, das bisschen Platz und Gewicht fällt bei Zelt und Kocher nicht wirklich auf.

Und sonst so? Hat das für mich ein Garmin ganz okaysh erledigt. Irgendwann hatte ich dann so ein Edge 810 und da Openstreetmap raufgepackt. Das ging so ohne weiteres nur bedingt gut. Gefühlt das halbe Netz ist voll mit Anleitungen und Hinweisen, was man wie besser sein lässt oder unbedingt beachten muss. Trotzdem, der Ansatz von Garmin insgesamt ist vllt. für den Sonntagsausflug in Ordnung aber halt grottenschlecht und absolut unzuverlässig wenn es darum geht länger zu fahren als der Akku hergeben mag. Die Navigation war dabei für mich nie wichtig. Selbst zum schellen finden einer Umleitung schaue ich lieber nur auf die Karte und lass da bloß nicht das Gerät was zaubern. Nachdem es mir aber mehrere Male alles verdorben hat, unreproduzierbare Abstürze etc. produziert hat, musste halt dann doch noch mal nach einer Alternative geguckt werden.

Hammerhead hatte sich mit dem Karoo1 bei mir disqualifiziert, weil das Ding einfach nicht kommen sollte. Ich bin dann nach dem drölfzigsten Vertrösten ausgestiegen und hab meine Zahlung zurückbekommen. Bin ich ja auch ganz froh drüber, wäre mir letztlich zu klobig und zu buggy gewesen. Mag sein dass der #2 besser ist, aber verkackt ist verkackt. Ansonsten hat keines der Geräte begeistern können. Ich hab eigentlich keine wilde Anforderung:
  • Display mit Touch - Gewohnheit vom 810er
  • OSM - Openfietsmap lite, mit 20010.TYP
  • kompakt - ich mag kein Mäusekino
  • Akku - never enough
  • USB-C
Ich brauch keine Navigation, weil ich mir Tracks vorher zusammenklicke und aufs Gerät schiebe. Gefahren wird dann einfach der als Track dargestellten Linie entsprechend. Abweichungen führen so auch nicht zu nervenden, eh sinnlosen Rechenversuchen. Nur leider findet sich kein "dummes Anzeigegerät" da draußen. Geschenkt, dann wenigstens die anderen Punkte. Tja Garmin, USB-C. Meine Güte, was für ein Krampf mit Garmin! Ich habe ja ein Auge auf den RSS-Feed der FCC-Anmeldungen von Garmin, aber bisher war da noch nix dabei. Also auch hier eine Kröte schlucken und USB-Micro akzeptieren. Mechanisch wäre mir da USB-Mini ja lieber gewesen. Tjoa, und sonst? Kompaktheit... steht irgendwie in direkter Konkurrenz mit dem Akku. Lange Recherche, kurzer Spontankauf. Black Friday - mir eigentlich völlig egal und mehr der Zufall, dass ich den Entschluss zum Gerät ein paar Tage zuvor gefasst hatte. Die Deadline bis wann ich das Gerät dann spätestens kaufen würde war ebenfalls nicht mehr weit, schließlich würde ich ja einiges an Routine lernen müssen, Umgewöhnung my ass! Irgendwie sind 400 Tacken immer noch unverschämt viel Geld, wenn man bedenkt, was man sich schon bisher alles an Murks hat einfallen lassen müssen, um auf langen Distanzen nen roten Strich angezeigt zu bekommen und danach die aufgezeichneten Fahrten zu haben. So ungefähr hatte ich eine Vorstellung davon, was ich an Laufzeit mit dem 1030+ hinbekommen dürfte. Nicht schlecht, aber nirgends verlässliche Zahlen zu einem Gebrauchsszenario wie ich den weiterhin handhaben würde.

Man kann nicht alles haben. Ernüchterung. Zweifel. Was haben die sich eigentlich bei diesem Display gedacht bei Garmin? Diese Farbverfälschung im Nachtmodus ist ja echt grottig. Aber gut, das ginge ja grundsätzlich, wenn man auch nur einmal bei Garmin die höhere Pixeldichte ggü. den alten Modellen auf die Darstellung abgeprüft hätte. Ich mein, der Track, egal in welcher Farbe im Nachtmodus?! Wenn man den dann wenigstens dicker machen könnte, doppelte Breite oder so... Herrjeh.

Ich bin noch nicht komplett durch mit dem Testen, aber im Tag+Nacht-Mischbetrieb verbrät das Ding so wie ich das benutze 20% Akku auf 13h, das waren am vorletzten Wochenende 350km. Nun ist das für mehrtägig unterwegs sein nicht voll skalierbar, aber schon vielversprechend und würde zu theoretisch über 60h Laufzeit führen.

Wegen der Größe des Gerätes würde mich ein horizontal angestöpseltes Kabel ja irgendwie stören. Beim 810er hab ich das bei längeres Trips ja immer eingesteckt und auf den USB-Ausgang des Forumsladers geklemmt. Quasi always-on, Nächte durchfahren war nie ein Thema weil das am Tage locker wieder in die Pufferakkus des Laders gefahren wurde. Und selbst wenn hatte das Gerät ja selbst noch seine interne Kapazität. Insofern war es eine logische Bastelei, die fünf Goldkontakte auf der Unterseite des Teils zu nutzen. Gedacht sind die, um im Zusammenspiel mit dem sündhaft teuren Garmin-Akku-Pack die Laufzeit zu erhöhen. Wofür die im einzelnen jetzt gebraucht werden ist mir egal, wahrscheinlich um den Ladezustand des Akkupacks und Leistung oder externe Laden bzw. Durchversorgen zu händeln? Egal, zwei der Kontakte sind für die 5V. Zum Glück. Blöd wär gewesen, wenn Garmin das als 3,7V intern kontaktiert hätte.

Nun brauchte ich also nur nen geeigneten Ladeanschluss da unten. Das ganze bitteschön an den Aerobar zu montieren. Mit etwas Versatz Richtung Heck wegen der Kollision mit dem SPOT-Tracker.

Zunächst habe ich nen Prototyp aus etwas PE, nem alten Kabel, zwei dünnen Pogo-Pins aus nem Garmin-Vivoactive-HR-Lader und etwas PU-Kleber zusammengebastelt. Die Hardware des Halters war soweit ordentlich, die Garmin-Halterung brauchte ich nur zurechtschneiden um als Insert zwischen dem K-Edge und dem Charge-Adapter zu dienen. Die ersten Testfahrten zeigten, dass die dünnen Pins zu schwach für Gerüttel über Pflaster o.ä. sein würden. Außerdem saßen die zu hoch. Die Dinger müssen im belasteten, also kontaktierten zustand noch Federweg in beide Richtungen haben. Alles in allem aber vielversprechend.

Für die finale Version wurden verwendet:
  1. 1x K-Edge Garmin Sport TT Mount
  2. 1x Garmin Edge Aero Halterung
  3. 1x Garmin Charge Adapter für Aero
  4. 1x Zylinderschraube DIN 912 M4x45
  5. 1x Flachrundkopfschraube DIN 7380 VA2 M3x12
  6. 2x Flachrundkopfschraube DIN 7380 VA2 M3x15
  7. 1x Aluminium-Distanzhülse 4,3x8x15mm
  8. 1x Aluminium-Distanzhülse 4,3x8x6mm
  9. 1x USB2.0A zu Micro-B 24AWG Kabel vergoldet
  10. 2x Pogo Pins 1,5x2,5x3,5mm (Spitze x Durchmesser x Länge)
  11. Acrylglas XT schwarz 9N870 in 3mm
  12. Acrylglas XT schwarz 9N870 in 5mm
  13. ACRIFIX 0116
Naja, und halt ein bisschen Zeit und etwas Werkzeug. #1, #7, #8 und #4 sind selbsterklärend zusammengeschraubt, die M4 noch ein bisschen gekürzt. #2 zersägt und abgeschliffen um das Insert zwischen #1 und #3 zu gewinnen. #5 und #6 kommen von untern in #1 rein, die beiden äußeren M3-Gewinde auf 3mm aufgebohrt. #11 und #12 jeweils zugesägt, gefräst und geschliffen. Das 3mm-Teil #11 für die #10 gebohrt bzw. gesenkt und ausgefräst. Das 5mm-Teil #12 mittig für #5 gebohrt und M3-Gewinde geschnitten, auf der Ecke für #9 ausgeklinkt. #9 mit #10 auf den Stirnseiten verlötet und in #11 eingesetzt. Dann #11 & #12 mit #13 verklebt. Bilder sagen mehr als Worte, deshalb:


Alles in allem ein Setup um etwas länger rumzugondeln:
  • SON28
  • Forumslader V5 "klein"
  • Garmin Edge 1030+
Backup:
  • Powerbank: Zendure A2
  • Forumslader-"Nachlader": USB Boost-Lader
  • USB-Ladegerät: VOLTCRAFT SPAS-2400/2+

2022/01/22

I ♥ Forumslader

Bit overdue post. Since 2014, when I planned to ride a bit longer it was clear from the beginning, that I'd ride for most of the time wheelsets with SON dynamo hubs. Simply because these are the best ones out there. Running the old barrel-shaped SON28 on the trekking bike for quite a few years there was really just one thing to decide, going with the SON28 or the SONdelux?

After going trough a few articles from https://fahrradzukunft.de and a nice exchange with Jens from http://www.forumslader.de/ I opted for the SON28. The little bit heavier one is the better choice if you wanna be on the safe side when it comes to running both consumers - the Forumslader and the lights. For the lights I went with the EdeluxII and combined it with the very sexy Supernova Taillight (read more here).

The whole setup more or less is still the same, the first two wheelsets (32h) were built by Felix and his colleagues. Bullet proof work horses, never let me down. Probably a bit outdated because "so small" rim width, but nice all year round wheels, one set with GP4000sII for the summer, one set with 4Seasons for the winter.

The EdeluxII from 2014 became replaced by the upside-down-version since it gave me the little but needed space for the small finger on the aero extensions. Latest wheelset is a Reynolds DiscBrake Assault LE. On that I took out the front hub and put in the SON28 12 disc center lock. Since that was the only option to match the 24h it is set up with the 12/9­mm axle-adapter to match the old school drop outs.

Thus I can switch all wheels between all bikes and all Forumslader between all wheels and bikes as well. I always built the Forumslader for being fitted inside the fork shaft. Normally not a big deal, when it comes to carbon forks a bit tricky. Their inner diameter is really small, since the carbon requires a reasonable wall thickness.

The Forumslader - as it name says - is a result of a discussion started by users of the rad-forum. I once had an account there, but I like the outdoorseiten more, especially since it covers not only bicycle stuff. So, with the question how to provide electrical power to charge whatever device you carry while travelling by bike with the onboard generator - the dynamo hub - the first sketches and layouts were developed. It all started with a simple layout containing a board to solder all required parts onto. With the time the board became much better designed, removing wired bridges, reducing size and finally coming as a prebuild board with SMD-type components on it. So generally you don't need any special skills if you start with a latest versions. As a further development the idea of an Ahead-version came up. Basically a board and assembly layout just small enough to fit inside a fork shaft. Since most of the bikes used by the people active in the rad-forum were steel or aluminum bikes the maximum width of the board was set to approx. 23mm. And that's where it gets interesting. With the carbon fork of my GF02disc I only got ~22something mm inner diameter. Which means I'd need to take off a bit on each side of the circuit board. Just enough that it will fit snug into the shaft. Another thing is to run the cables going to the Forumslader and coming from it out the fork shaft on the top side - since it's a carbon fork. most metal forks on trekking bikes are open on the bottom end of their shaft pipe - easy for running cables in and out while keeping the Forumslader safe and dry. So I had to get a suitable expander  and tweak it in a way the cables can run trough. Finally the top ahead set spacer needed to be drilled too.

My first one was a version 4, with the Efest V2, 18350 type, with 12V output and a 3xAA charger. It actually did it's job - until not. It got a short circuit in on of the cables and was damaged in the end. I'd say it was my fault not the Forumsladers design itself. So I ordered and received a spare assembly just in time before TCR2014, thx @Jens again - you saved my Transcon there :-). I took it off the BMC and on my trekking bike, with the steel USB-aheadset-spacer, running input cables downwards now.

The BMC got a version 5 and Efest purple. Running smooth and doing it's job just fine. Since I build up another GF02disc for long distances I got 2nd one, with 3A output on USB - which got burned during a its first test run last years early spring. I did not seal the cable properly since I wanted to make sure everything works fine. Had planned to seal everything just after that 800km-test ride. But - if something can go wrong - it goes wrong. Weather forecast promised differently before, but I ended up in a heavy thunderstorm with heaps of downpour. I was busy to find shelter myself and forgot about the Forumslader. In the end it got soaked and I had to get another set of parts. Learned it the hard way.

But generally - I really don't care about the time I spent on building them up or digging on the web for a nice cable and so on - it's worth it because it gives me the freedom to not need to stop just for charging somewhere or carrying always a power bank as backup. The whole thing is just perfect - also in comparison to commercially available alternatives (123456 & 7).

So what's next? Another little piece of my cockpit needs a hack - and the prototype is being tested at the moment....


...if it works all well, the final version will get another post.