Die Woche hat langweilig geschmeckt. Wie auch, wenn das Wetter so ist wie es ist und von Regen zu Schnee wechselt und man dann einfach die jeweils passenden Klamotten und Räder nimmt. Ist irgendwie wie mit dem Leben. Ich hab nie Ziele gehabt, aber Möglichkeiten gesehen und Ideen entwickelt. Manche sind Wirklichkeit geworden, manche uninteressant. Mich hat nie interessiert, wo ich mich in fünf oder zehn Jahren sehe. Bullshit einfach. Muss ich auch nicht wissen, ich möchte Überraschungen und ich hab Flausen im Kopf. Mich hat es nie interessiert, was ich mit dem verdienten Geld mache, es war mal wichtig, sich für etwas zu entscheiden, mit dem es reicht zum Leben. Vor nicht mal vier Jahren gab's in meinem Leben Diskussionen darüber - die mir fremd waren, weil die Gründe dafür nicht meine Ängste und Glaubenssätze waren. Vielleicht war es aber Anstoß, mich damit zu beschäftigen und zu sortieren. Es gibt da nur noch zwei Kleinigkeiten, bei denen ich schlichtweg zu faul bin, zu entscheiden ob ich die anders handhaben möchte. Die sind aber auch nicht entscheidend, haben keine Dringlichkeit. Keine Ahnung wohin ich will, so insgesamt, aber so wie ich mich damit sortiert habe könnte ich in zehn Jahren Feierabend machen. Nicht dass ich das als Ziel sehe, bis dahin passiert ja auch noch dieses Leben, aber so in etwa mag ich das. Die Baustellen nach Dringlichkeit, Wichtigkeit und Gründlichkeit sortieren und nicht alle auf einmal - aber angehen.
Ich habe jeden Tag ungefähr die gleiche Zeit, die gleiche Energie zur Verfügung. Es gibt Tage, da frisst die Arbeit mehr davon, dann wieder das Kleinklein des Alltags und dann wieder der Sport oder andere Hobbies und dann wieder die Begeisterung für Buntes im Leben. Es ist jedes Mal meine eigene Entscheidung, wo ich meine Energie drauf verwende. Ich mache keine Jobs mehr, die mich ausbrennen, auch keine die auszuhalten sind. Egal wie viel Aufwand es bedeutet und wie lange es dauert - dazu ist es zu wichtig in Bezug auf die Zeit, die Interaktion mit Menschen und die Wertschätzung. Ich habe 10 Jahre damit verbracht, etwas zu finden, wo diese Balance für jetzt und seit zehn Jahren stimmig ist. Wenn ich einer neuen Wichtigkeit begegne, die damit nicht vereinbart werden kann, gibt es einen neuen Weg zu gehen.
Ich habe die Pflicht und das Recht mir gutes zu tun. Das gilt für alles, wo meine Energie hingeht, hingehen kann.
Dazu gehört auch, mir nicht unnötige, destruktive Gedanken zu machen über Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Die wichtigste Sache dabei ist allerdings schonungslos mit sich selbst zu bleiben. Keine Ausrede zu suchen oder zwingend nach Beweisen, doch nichts tun zu können, zu müssen. Wenn mir etwas als Problem erscheint habe ich immer diese zwei Möglichkeiten - mich darauf zurückzuziehen, nichts tun zu können oder es an mich ranzulassen und etwas zu verändern. Das eine ist Rückzug in Ohnmacht, das andere ist ein Gestalten. Ich kann Gründe, Schuld und Verantwortung immer woanders suchen und wenn ich das lange genug mache, auch finden. Oder ich verändere die Dinge die mich an der Lösung des Problems hindern. Ich habe die Verantwortung für mein Glück vollständig bei mir - ich kann den einfachen Weg gehen und jammern, dass es mich nicht ereilt oder ich sorge dafür dass es Platz hat. Möchte ich sicher bremsen, dann kümmere ich mich um die Bremsen, möchte ich nicht zweifeln ob ich mich bei einer Idee überfordert haben könnte, bereite ich mich halt vor. Will ich keine Angst vor etwas ungewissen haben - dann bringe ich Klarheit in die Sache und kümmere mich darum, dass die Angst, die an der Ungewissheit klebt, keine Energie mehr bekommt. Kann ich an dem Zustand nichts ändern, kann ich mich auf das Eintreten vorbereiten und dadurch aus der Ohnmächtigkeit raus - mega Perspektivwechsel mit Antrieb und freigewordener Energie für anderes. Es ist wie mit allem - je öfter, desto einfacher, desto entspannter.
Ich bin ohne goldenen Löffel geboren worden und ich kenne zu gut, was es mit Menschen macht, wenn die Existenz und Zukunft bedroht ist, tagtäglich und das über Jahre. Seitdem wollte ich mich weder solchen Umständen ausgeliefert wissen noch diese Perspektivlosigkeit übernehmen.
Ich habe lange nicht gewusst, dass ich das so sehe, so handle. Es gab Dinge, die mich genervt haben und sinnlos Energie, Sorgen und Aufmerksamkeit gefordert haben. Dabei hätte ich den Umgang nur von dem, wo es mir leicht fällt nur auf das, wo es mir schwer fällt, übertragen müssen. Wenn ich ein gutes Rennen gefahren haben möchte, weiß ich was ich dafür machen kann und dann klappt das auch. Es ist faszinierend, was mir das, so ganz unbewusst und nebenbei und unspektakulär, für das Leben gezeigt hat. Vielleicht der größte Gewinn dabei, auch die Platzierungen. In einer dieser Stunden vor zwei Wochen ging es viel um Verletzlichkeit & Vertrauen und um Rückzug & Verteidigung - viel um Vertrauen. Eine Frage die sich mir irgendwie nie stellte, weil ich sie lange Zeit auch gar nicht spüren wollte unter Depression und all dem Wegdrücken und ihre Erkenntnis - ich kann nicht nicht vertrauen. Und das ist schon irgendwie schön und schon auch nicht so schön.
Und so ist es halt auch mit den inneren Baustellen. Die Pflicht und das Recht, mir Gutes zu tun. Gründe für Probleme kann ich immer woanders finden. Gehen sie davon weg? Nö. Wanna be loved - be loveable. Ganz "einfach". Immer worauf ich meine Energie verwende. <3