2026/06/28

Bücher...

...die so schön sind, dass man gar nicht genau weiß, woher auf einmal Tränen kommen... 

an oder mit

Klassiker bei den Schwurblern ist ja immer "ist ja gar nicht klar ob der Mensch an oder mit Corona gestorben ist". So eins zu eins auf die Klimawandelleugnerei übertragbar. Gestern Nachmittag bei über 41 Grad auf dem Garmin im Fahrtwind quer durch die Stadt und ein bisschen bei Freunden im Garten abgehangen. Leere Stadt, leere Straßen, heruntergelassene Rollläden. Auf den paar Kilometern immerhin zwei RTWs auf dem Hinweg, einer auf dem Rückweg unterwegs.

Beim Runterladen der Unterlagen aus dem Erste-Hilfe-Kurs vom Freitag fällt nochmal auf, dass sich die Gewichtung zum letzten Mal arg verändert hat. Es ging ausführlicher um Hitzeschlag, Sonnenstich, Kreislaufprobleme als vor zweieinhalb Jahren. Irgendwie gut aber auch ernüchternd, wenn die Rettungsdienste da so über die Aktualisierung der Kurse auf die Fallzahlen reagieren. Letzte Nacht halb eins nebenan beim Seniorenstift wieder mal ein RTW und ein Notarzt, Anfahrt mit Blaulicht, Rückfahrt ohne. Der Wagen vom Bestatter fiel danach kaum auf. 

Aber is ja unklar, ob der Mensch an oder mit Klimawandel gestorben ist.

2026/06/27

denn wir sind noch nicht gestorben

Jetzt gerade bin ich froh, dass der 600er letzten Samstag zu fahren war 🥵. Ein bisschen Wunsch, ein bisschen Vorsatz, ein bisschen Ziel - nächstes Jahr in Paris zu sein und PBP mitzufahren. Irgendwann hab ich mal rumgealbert, dass ich das alles dann machen kann, wenn ich alt bin. Ich hadere mit dem ringsrum immer noch. Das geht vielleicht auch nie ganz weg. Vorgegebene Strecken, noch dazu Startort gleich Zielort - seufz. Aber PBP is halt nur alle vier Jahre und von der schönen Bretagne hab ich '22 ja nur ein Stückchen gesehen. Für eine frühere Anmeldung zählt das Jahr vorher und irgendwann im Januar is mir ein "dann halt machen" rausgerutscht. Die 200 im März waren richtig nass, mit Hagel bis knapp über ein Grad. Acht Stunden sind an sich ja nicht wild, aber wenn man es sich hätte aussuchen können, wäre an dem Tag drinnen bleiben tausend mal besser gewesen. Die 300 im April und 400 im Mai haben dann mit knapp über und unter 30er Schnitt dolle Spaß gemacht - wie das bei eigenen Wohlfühldistanzen irgendwann so ist.

Die 600 sollten ein bisschen anders werden. Längster Tag, aber in tropisch. Frisch durchgezogenes Gewitter und ordentlich nasse Straßen am Morgen. Luftfeuchtigkeit so, dass den ganzen Tag diese Emulsion aus Schweiß und Sonnencreme auf den Unterarmen glänzt. Früher sahen Autoscheinwerfer und Lokomotiven vorne so aus - eine Schicht festgeklebter Insekten. Vielleicht kreischen sie ja die ganze Zeit deswegen so begeistert rum, die Schwalben und Mauersegler in der Altmark. Wieder einmal verliebt in diesen heimlichen signature-sound der immer gleich aussehenden Dörfer zwischen Potsdam Seenplatte und Göhrde.

Das leise Ziel, unter 24 Stunden zu bleiben rutschte auf der ersten Hälfte zwischen 37 Grad heißem Gegenwind und zu vielen Wassernachfüllstopps in den Straßengraben. Von meinem Startblock hatte ich war nach 20km niemandem mehr dabei, in Tangermünde tauchte dafür eine schnelle Gruppe der letzten Starter auf, die waren also knappe 10min von hinten aufgefahren. Bei Gegenwind machen Gruppen schon gut Fahrt und der Windsack auf dem Wasserstraßenkreuz hing waagerecht in der Luft. Am längsten Tankenstopp in Magdeburg der mühsame Versuch, wenigstens noch ein Bounty-Eis runterzubekommen. Der Magen wollte mittlerweile nix festes mehr. Lange Kilometer bei Hitze, also vorsorglich Elektrolytkapseln und Kochsalzpillen gegen Magen- und sonstige Krämpfe eingesteckt. Wenn man jahrelang aufmerksam in den Körper horcht und sich dann bisschen kennt, findet man mit der Zeit das richtige "Rezept" für sich. Vor dem Start den Magen mit gekochten Haferflocken vollhauen, kein Kaffee, gut hydriert losrollen. Auf den ersten 200 alles futtern, was nicht süß ist und drinnen bleibt, Eier- und Käsebrötchen und diese Kartoffelteilchen vom türkischen Bäcker. Und wenn nix mehr runtergeht dann halt nur noch Elektrolyte, Salz und Süßes. Ich liebe Tanken, an denen es Pretzelbites und nicht diese ekligen Nic-Nacs gibt. Am Ende waren es elfeinhalb Liter Flüssigkeit und sechs Calippos. Die schnelle Truppe hatte mich in Magdeburg wieder und wie schon zuvor ihre Flaschen mit Tankstelleneis gefüllt. Ich weiß nich, für mich funktioniert das nicht. Der Körper hat schon genug zu tun, dann noch Schweres verarbeiten oder Eiskaltes im Magen aufwärmen - das haut mir den Kreislauf zu sehr durcheinander. Zwei Calippos im Nacken unters Trikot gesteckt, kühlt den Kreislauf an der wichtigsten Stelle. Man muss halt nur aufpassen, die Dinger dann leer zu saugen bevor das nur noch warme Plörre is.

Halbzeit Wasserstraßenkreuz

Von der Elbe aus dann westwärts ins Hügelige Richtung Königslutter und vorsichtiges Kopfrechnen, welcher Schnitt und wie viel Pause vielleicht doch reichen würde für die 24 Stunden. 

Vielleicht ist das der beste Deal mit meinem Körper - ich behandle ihn gut und der lässt mich solchen Quatsch machen. Geben und nehmen. Wenn das im Winter mal über 80 Kilo sind, dann ist das eben so, tut ihm gut. Wenn er im Sommer keine Lust hat, die über die Hügel zu schleppen, lässt er sie halt los und zieht aus den 74 Kilo über nen Tag immer noch brauchbare 14.000 Kalorien ohne zu streiken. Zieht es im Rücken nach 300km, war ich etwas zu faul Rumpfstabi zu machen und dann wird halt wieder mehr mobilisiert und gedehnt oder häufiger geklettert. "it's an eating challenge with cyling in between" - und der Deal ist halt auch, zwar den letzten Müll in Energie umzuwandeln, aber eben maximal während so nem Ding. Ansonsten ist das wie mit allem auch, nur was ich Gutes in den Körper rein tue kann auch als Gutes zurückkommen.









Ich hab Sport echt nie gemocht. Der ganze Nervkram der seit Anfang an da dran klebt, ob in der Schule, Fitness des Aussehens wegen, Leistung als Währung, piapapo... hat ja alles irgendwie nix mit Wohlfühlen, Genießen und Spaßhaben zu tun. Ich kann dem immer noch nich viel abgewinnen. Wenn man weiß, dass sowas von einem auf den anderen Moment vorbei sein kann, wird man dankbar. Einfach dafür, dass der Körper da ist, heile ist und funktioniert. Dieses Gefühl trägt. Ganz besonders all die Tage an denen man einfach normal unterwegs ist oder pendelt - mal zäh, mal müde, mal genervt vom Alltag. Das ist halt alles nicht instagramable - Routinen und Konstanz klicken eben schlecht. Jeden Tag ne Hype-Maschine füttern kann nur enttäuschen. Die tausenden unspektakulären Stunden sind ja nicht weniger wert, aber so eben schnell entwertet. "Enjoy it." - ist immer noch die treffendste Mitgabe die mir jemand vor vielen Jahen schenkte. Und er hat damit so recht. Dann klappt das auch, sich ein Ziel zu setzen und das dann auch hinzubekommen. Und was beim Radfahren funktioniert ist so auch insgesamt übertragbar, Ziele, Zweifel, Pläne machen/ändern/anpassen, mit Energie haushalten, Regenerieren, weniger gute Tage erleben und bessere erkennen, nicht ablenken mit Dingen auf die man keinen Einfluss hat, die Dinge angehen, die man ändern kann, Verausgaben und Erholen, Vertrauen und Freuen.

Sonnenuntergang auf dem BRM600

Diese Momente im nirgendwo, auf einem noch nicht befahrenen Stück Straße und dann macht der Himmel kitschige Sonnendinge - hachz. Durch die Wälder und Hügel ging es fast ungestört, dank einiger Baustellen und der Fußballspiele. Die Tanke in Wolfsburg war wegen Besitzerwechsel dann doch nicht mehr 24h offen. Völlig verwundert als zwei bekannte Gesichter aus dem ersten Startblock auftauchten, kurzes Schnacken und Realisieren dass es doch ganz gut rollt und vielleicht nur noch zwei weitere Fahrer vorne unterwegs sind. Das war egal, wenn ich die 20min zu den beiden rausgeholt hab ist das nich so übel, beim 300er hab ich ne Weile zugeguckt wie die gut harmoniert haben. Lieber in Ruhe Wasser beim Pizzaladen aufgefüllt und eine kleine Cola geleert, die beiden zogen von dannen. Nachts ist Gruppe fahren nicht wirklich ein Vorteil und die schnellen waren mittlerweile auch grob anderthalb Stunden zurück. 140km und vier Igel, ein Fuchs, etliche Rehe, Käuzchen, WM-Besoffene und eine laue Brise von vorn später am letzten Kontrollpunkt die beiden dann wieder eingesammelt. Man hat ja reichlich Zeit zum Kopfrechnen unterwegs. Wenn die unter 24h bleiben wollten - hui, den Stress würde ich mir ja nicht geben wollen - es wurde dann eine Minute drüber für die beiden 😩. Mit dem sich langsam ins kurze Dunkel schiebenden Morgen und der Sonne kommt immer etwas Speed zurück. Auch wenn das zum großen Teil im Kopf passiert ist - 604km in 23:56, danke lieber Körper 💙 - das hat wieder unheimlich viel Spaß gemacht. Vor knapp fünf Jahren waren auf den ersten 24h noch 40km mehr drin, aber das war ja auch irgendwie Rennmodus bei deutlich angenehmere Temperaturen.

Sonne wieder kräftig, Süderelbe

24 Stunden später

Peak Sonne auf der Terrasse und ich schüttle gerade ein bisschen den Kopf über mich, nicht schon vor Jahren einen Sonnenschirm besorgt zu haben. Klar kauf ich nicht einfach einen x-beliebigen Schirm, sondern es muss ein Ampelschirm sein, bisschen Regen abkönnen, gute Rezensionen haben und kein grau/beige/toteFarbe. Also Gestell und Stoff (petrol! 🥰) getrennt gekauft. Beim recherchieren festgestellt, einzeln so nur 80€+25€ statt 250€. Manchmal ist der Sparfux in mir echt nervig. 🙄 Die vier 50er Betonplatten waren bei einem Freund gerade über und wären fast im Bauschutt-Container gelandet. Es gibt nix, was es nich mit Solar & LEDs gibt - Sonnenschirmbeleuchtung rulez!

"Sternbild"

Der Tisch mit Seitenteilen und vier Gartenstühlen von der Vormieterin waren eigentlich immer schon zu viel für hier, zu sperrig einfach. Die Vorstellung, schön schattig unter dem Schirm zu liegen und den Vögeln beim Snacken oder Baden zuzugucken hat dann in Sekunden die Idee gezündet - einfach aus zwei Stühlen und den beiden Seitenteilen eine Gartenliege mit stufenlos verstellbarem Kopfteil bauen. Ich kann Freundys verstehen, die im Sommer auch fast nur draußen im Garten abhängen. Passend zum lausigen Wetter die beiden Auflage-Sets so an der Nähmaschine umgearbeitet, dass jetzt alle Lehnen und Sitz-/Liegeflächen chillig bequem sind. Es ist jetzt schon ein paarmal passiert, dass wenn die Stadt zur Ruhe kommt, Kindergeschrei und Stimmengewirr verstummt sind, ich hier einfach einpenne. Nichts tun und liegen, mit den Füßen in einer der wassergefüllten Curver-Boxen in denen früher Platten waren.
 
All das wird ziemlich wahrscheinlich der kühlste Sommer des restlichen Lebens gewesen sein. Und vielleicht lauert in allem ein "wer weiß, ob man das nochmal so machen kann in Zukunft?"-Ding. Vor zwei Wochen noch mit lausig nassem Schietwetter, aber zumindest ohne Unwetterwarnung wie bei Erobique (mit Laing als Background einfach zauberhaft) bei The Streets ein bisschen Wärme vermisst. Eine Platte, im Bühnenbild des Covers, streckenweise zaghaft und so irgendwie fast unerwartet als Zwiegespräch erzählt. Album-Listening-Session in live & draußen. Die zweite Hälfte wurde endlich lebhafter und bei aufgerissenem Himmel ein paar Ausflüge durchs Publikum - verdammter Mike Skinner einfach großartig. Peak Spaß mit Bierbecher Tennis zwischen linker und rechter Hälfte Stadtpark-Publikum und fast am Merch vorbeigemogelt.

The Streets - beer cup tennis

Dagegen gestern im Docks fast zerflossen, volle Hütte, Audio88 & Yassin. Ich bin mir unsicher, ob Sauna-Konzerte sich durchsetzen werden. Aber die waren schon seit Jahren auf der Liste und es war leider so geil wie befürchtet. Die neuen Sachen eh klar, aber neben "WUP" war "Besser als morgen" für mich das klare Highlight. Marlo Grosshardt, gefühlte fünfzig Grad und der ganze Laden singt mit - Endzeit-Gänsehaut-Song.

Audio88 & Yassin

Weil wir ja so verdammt gut darin sind, Technologieoffenheit als Staatsreligion einzuführen, die Arschkrampen genug Kohle scheffeln für ihre Privatarmeen und Bunker und wir auch sonst nicht viel für unser Überleben als Spezies richtig machen, werden die wenigen (scheinbar) friedlichen Momente immer wertvoller, der Eskapismus im Kleinen immer größer. Fatalistisch gesehen brauchen wir auch gar nicht mehr alles anzünden, der ganze Bums verbrennt eh noch früh genug. Eben noch drüber gescherzt, man müsse sich langsam beeilen, die Ecken noch zu sehen die man noch nicht kennt, bevor die auch im Arsch sind, schwupps - Realität. Wie es wohl sein wird, wenn die Faschisten dort regieren, wo die Mauersegler und Schwalben durch die Dörfer kreischen? Wie viel offener wird der Nazinachbar Nazi sein? Ein guter Sommer wird es gewesen sein, wenn im Winter noch genug in einem davon lebendig ist. Und wenn man im Winter noch ein paar Schneeflocken für heute beiseite gelegt hat.

Und vielleicht ist ja auch gar nicht alles so scheisse, wenn man sich mittlerweile spontan online-einen-Termin-aufm-Amt-für-hoffentlich-rechtzeitig-nen-neuen-Reisepass klicken kann. Dieses ständige "sich über alles aufregen weil nix mehr funktioniert" ist zu oft leider auch nur Empör-Resterampe im Kopf. Ich mag ja Dinge laufen lassen, Ideen die sich zufällig so ergeben und dann klappen. Zumindest vertraue ich da einfach mal drauf.

War auch ein bisschen mit den Xero Z-Trail so. Es gibt getragene Klischees und kaum eins ist stärker als ne Outdoorsandale 🙈. Ich hatte Ewigkeiten welche, runtergerockt, zwar griffige Sohle aber eben auch schwer. Erfolglos zig Modell in verschiedenen Läden ausprobiert, zu klobig, zu bunt, zu massiv, zu modisch. Jetzt dann mit unter 290g sind die genau richtig um sie außen an die Seiten der Arschrakete zu tüdeln. Nach zwei Monaten Nutzung - beim normalen Laufen einfach mega angenehm für die Füße und mit dem Profil und der Dämpfung auch für mittlere Wanderung absolut gut geeignet. Alternativsport bis dahin - Liegen und Lesen. Is wie Radfahren - nicht zu verlernen, nur das zwischendrin Einschlafen is weniger schlimm. Tolle Schriftstellerin, tolle Mutter, tolles Interview.

Urlaubspostkarten, ganz besonders die unerwarteten, sind manchmal gerade auch wegen der wenigen Worte so viel mehr 😏. So wie Gedichte oder Lieder manchmal [<3]. 

was Dota sagt

2026/02/22

Moby - Future Quiet

Draußen regnet es, die durchgeweichten Klamotten dümpeln in der Waschmaschine und hier füllt das neueAlbum von Moby die leere Stille.

*seufz*




MeckPomm

Kriegst mich aus MeckPomm aber MeckPomm nich aus mir.

Seit ner ganzen Weile immer wieder dieses MeckPomm-Gefühl wenn ich mir die Hinterlandgang auf die Ohren packe. Diese langen Wege, die durchfahrenden Fernzüge, die Schwalben und die Seen, der Strand und die Stallanlagen. Und die Suche nach den stabilen Leuten, der von der Geschichte weggewischten Identität, dem Sommergefühl zwischen den Touristen und der Tristesse abseits des Trubel. Besserer Opener als "Für alle" hätte es nicht geben können. Die Reise danach war so bunt wie die Erinnerungen an all die Dörfer und Städte, die Straßen und die Felder dazwischen. Tausende Radkilometer ziehen im Kopf nochmal vorbei, Jarmen, Loitz, Demmin, Tribsees, ach einfach alles. 

Gefühlt jede*r im molotow war nur irgendwie hier gestrandet und hat die Verbindung zu diesem Fleck auf der Erde nie fallen lassen. Ein Schnaps mit einem Micha aus damals drei Dörfer weiter. Textsicherheit in den lauten und leisen Zeilen. Ach MeckPomm, wie Du so an meinem Herz ziehst. Bitte hör nie auf damit.



Passt ganz gut auf den heutigen Regentag - diese Sehnsucht auf nen Sommerabend unter Sternen. Wir sehen uns, Du traurige Schönheit. Flauscht sich in den neuen "Sport im Osten" - Hoodie. 

2026/02/15

Freunde ey

Das Spiel geht so: random Nachricht, nur ein Link, auf ein Artikel, ein Video oder eines dieser Ticketganovenportale. Darunter nur ein kurzes "spielen am x.y.", manchmal noch um den Ort oder Laden ergänzt. Und dann klickt man, lauscht, scrollt und rennt mit nem Ohrwurm durch den Tag. Kalender auf, bange ob da schon was drinsteht und ein anderes Ticket wartet. Wir spielen das Spiel mittlerweile wöchentlich. Auch wenn es nicht immer klappt, endet das erfreulich oft mit Konzertbuchgeräuschen. Freunde ey. Vorfreude ey. 

 "grinend ab





2026/02/14

Energie

Die Woche hat langweilig geschmeckt. Wie auch, wenn das Wetter so ist wie es ist und von Regen zu Schnee wechselt und man dann einfach die jeweils passenden Klamotten und Räder nimmt. Ist irgendwie wie mit dem Leben. Ich hab nie Ziele gehabt, aber Möglichkeiten gesehen und Ideen entwickelt. Manche sind Wirklichkeit geworden, manche uninteressant. Mich hat nie interessiert, wo ich mich in fünf oder zehn Jahren sehe. Bullshit einfach. Muss ich auch nicht wissen, ich möchte Überraschungen und ich hab Flausen im Kopf. Mich hat es nie interessiert, was ich mit dem verdienten Geld mache, es war mal wichtig, sich für etwas zu entscheiden, mit dem es reicht zum Leben. Vor nicht mal vier Jahren gab's in meinem Leben Diskussionen darüber - die mir fremd waren, weil die Gründe dafür nicht meine Ängste und Glaubenssätze waren. Vielleicht war es aber Anstoß, mich damit zu beschäftigen und zu sortieren. Es gibt da nur noch zwei Kleinigkeiten, bei denen ich schlichtweg zu faul bin, zu entscheiden ob ich die anders handhaben möchte. Die sind aber auch nicht entscheidend, haben keine Dringlichkeit. Keine Ahnung wohin ich will, so insgesamt, aber so wie ich mich damit sortiert habe könnte ich in zehn Jahren Feierabend machen. Nicht dass ich das als Ziel sehe, bis dahin passiert ja auch noch dieses Leben, aber so in etwa mag ich das. Die Baustellen nach Dringlichkeit, Wichtigkeit und Gründlichkeit sortieren und nicht alle auf einmal - aber angehen.

Ich habe jeden Tag ungefähr die gleiche Zeit, die gleiche Energie zur Verfügung. Es gibt Tage, da frisst die Arbeit mehr davon, dann wieder das Kleinklein des Alltags und dann wieder der Sport oder andere Hobbies und dann wieder die Begeisterung für Buntes im Leben. Es ist jedes Mal meine eigene Entscheidung, wo ich meine Energie drauf verwende. Ich mache keine Jobs mehr, die mich ausbrennen, auch keine die auszuhalten sind. Egal wie viel Aufwand es bedeutet und wie lange es dauert - dazu ist es zu wichtig in Bezug auf die Zeit, die Interaktion mit Menschen und die Wertschätzung. Ich habe 10 Jahre damit verbracht, etwas zu finden, wo diese Balance für jetzt und seit zehn Jahren stimmig ist. Wenn ich einer neuen Wichtigkeit begegne, die damit nicht vereinbart werden kann, gibt es einen neuen Weg zu gehen.

Ich habe die Pflicht und das Recht mir gutes zu tun. Das gilt für alles, wo meine Energie hingeht, hingehen kann.

Dazu gehört auch, mir nicht unnötige, destruktive Gedanken zu machen über Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Die wichtigste Sache dabei ist allerdings schonungslos mit sich selbst zu bleiben. Keine Ausrede zu suchen oder zwingend nach Beweisen, doch nichts tun zu können, zu müssen. Wenn mir etwas als Problem erscheint habe ich immer diese zwei Möglichkeiten - mich darauf zurückzuziehen, nichts tun zu können oder es an mich ranzulassen und etwas zu verändern. Das eine ist Rückzug in Ohnmacht, das andere ist ein Gestalten. Ich kann Gründe, Schuld und Verantwortung immer woanders suchen und wenn ich das lange genug mache, auch finden. Oder ich verändere die Dinge die mich an der Lösung des Problems hindern. Ich habe die Verantwortung für mein Glück vollständig bei mir - ich kann den einfachen Weg gehen und jammern, dass es mich nicht ereilt oder ich sorge dafür dass es Platz hat. Möchte ich sicher bremsen, dann kümmere ich mich um die Bremsen, möchte ich nicht zweifeln ob ich mich bei einer Idee überfordert haben könnte, bereite ich mich halt vor. Will ich keine Angst vor etwas ungewissen haben - dann bringe ich Klarheit in die Sache und kümmere mich darum, dass die Angst, die an der Ungewissheit klebt, keine Energie mehr bekommt. Kann ich an dem Zustand nichts ändern, kann ich mich auf das Eintreten vorbereiten und dadurch aus der Ohnmächtigkeit raus - mega Perspektivwechsel mit Antrieb und freigewordener Energie für anderes. Es ist wie mit allem - je öfter, desto einfacher, desto entspannter.

Ich bin ohne goldenen Löffel geboren worden und ich kenne zu gut, was es mit Menschen macht, wenn die Existenz und Zukunft bedroht ist, tagtäglich und das über Jahre. Seitdem wollte ich mich weder solchen Umständen ausgeliefert wissen noch diese Perspektivlosigkeit übernehmen.

Ich habe lange nicht gewusst, dass ich das so sehe, so handle. Es gab Dinge, die mich genervt haben und sinnlos Energie, Sorgen und Aufmerksamkeit gefordert haben. Dabei hätte ich den Umgang nur von dem, wo es mir leicht fällt nur auf das, wo es mir schwer fällt, übertragen müssen. Wenn ich ein gutes Rennen gefahren haben möchte, weiß ich was ich dafür machen kann und dann klappt das auch. Es ist faszinierend, was mir das, so ganz unbewusst und nebenbei und unspektakulär, für das Leben gezeigt hat. Vielleicht der größte Gewinn dabei, auch die Platzierungen. In einer dieser Stunden vor zwei Wochen ging es viel um Verletzlichkeit & Vertrauen und um Rückzug & Verteidigung - viel um Vertrauen. Eine Frage die sich mir irgendwie nie stellte, weil ich sie lange Zeit auch gar nicht spüren wollte unter Depression und all dem Wegdrücken und ihre Erkenntnis - ich kann nicht nicht vertrauen. Und das ist schon irgendwie schön und schon auch nicht so schön.

Und so ist es halt auch mit den inneren Baustellen. Die Pflicht und das Recht, mir Gutes zu tun. Gründe für Probleme kann ich immer woanders finden. Gehen sie davon weg? Nö. Wanna be loved - be loveable. Ganz "einfach". Immer worauf ich meine Energie verwende. <3

2026/02/13

Audio88 - Die Wut hält uns zusammen

*word*

Vielleicht muss ich dringend eine Konzertkarte kaufen.

Kaputt

Wahrscheinlich eines der wenigen Konzerte, bei dem die eigene Kaputtheit der Menschen auf und vor der Bühne nicht versteckt, sondern extra neon bunt ausgeleuchtet wird. Es gibt nix zu verstecken, die Zweifel, die Narben, die Süchte, die Betäubung, die Liebe, die Schuld und die Hoffnung.

Trotz fieser Erkältung die Stimme nicht geschont, ein zwischen zwei Stücken gestochenes Astra-Logo-Tattoo als Andenken an diese Stadt auf dieser Tour. Irgendwie darf man sich seine "scheißegal, lass machen" - Haltung nie nehmen lassen. Ist nur ein Leben zu leben und das fickt hart, manchmal leider zu hart. Ich hab genug Leute getroffen, auf die jede einzelne Textzeile passen würde. Ein paar sind zu früh gegangen.

Bewegendes Geständnis von Luca, zu spüren dass es Dinge in ihm gibt, vor denen er Angst hat, genauer hinzuschauen und doch zu wissen, dass es nicht wehtun wird, sich zu trauen, eine Therapie zu machen - weil auch er noch nie jemand*in aus seinem Freundeskreis oder überhaupt getroffen hat, die/der darüber erzählt hat, dass das schlecht gewesen sei, sondern genau das Gegenteil, man da nur als bessere Version seiner selbst rauskommt. Da waren so unfuckingfassbar viele im Publikum, die genau an dem Punkt auch mal waren. Es ist ne anstrengende Reise für jede*n, und genau deshalb ist es so wertvoll mit den Zweifeln nicht alleine zu sein. Danke, Tripkid. 

Ist es "emo"? Keine Ahnung, mir egal, spielt auch keine Rolle. Es ist viel in meinen Ohren in letzter Zeit und es ist schön das einfach live zu erleben und ein bisschen was von dem Schmerz zurückzulassen. Laut dabei und hängengeblieben u.a. bei:








... und als letzter Song dann irgendwie klar, Unsere Schwestern - es ist so bitter und so nötig, genau da laut zu sein, auf Arbeit, bei Freunden, überall.



2026/02/08

Metronomisch

Keine Ahnung wie und wann ich mal über Dub Spencer & Trance Hill gestolpert bin, aber meine ältesten Files sind von 2008. Eigentlich ein Frevel, die nicht schon längst mal live erlebt zu haben. Gefühlt jede zweite Woche fluffen hier ein paar ihrer Stücke durch die Membranen. Richtig schön, das Ganze dann noch ein bisschen mit umlaufendem Surround abgemischt im Knust zu gönnen. Bei dem Surround hätte ich vielleicht ein wenig mehr Spielerei erwartet, aber das jeden Tag woanders aufzubauen und einzumessen ist vllt. auch einfach zu krasser Aufwand, weil sowas ganz schön Zeit und Konzept für den Raum braucht. Das Zusammenspielen von Instrumenten auf dem Unverrückbarem Vorwärts einer wilden Maschinensammlung bis hin zu ner Melodica und dabei eher zu jammen wie ne Jazz-Combo - irre. Das Schlagzeug einfach krass stabil und voller Spaß verspielt.

Das feuchtkalte Draußen für ein paar Stunden völlig vergessen und Vorfreude auf in der Sonne Baumeln zu Bässen.