nts: darüber nie vergessen, wie wichtig das "dafür" im Leben ist
Wer das liest ist schön.
12 Oktober 2026
dafür
Dagegen sein. Tausend Dinge auf dieser Welt, die mir dazu einfallen und alle zu wenig bekämpft.
Mehlsorten:
Augenblick
11 Oktober 2026
[ambivaˈlɛnts]
Tage, an denen sie schwerer auszuhalten ist.
Grautöne, Grautöne sind. Immer und in allem. Abstufungen, Schattierungen, Nuancen. Und irgendwie nicht nur grau, sondern Farben, unendlich viele. Ein Bunt fürs Leben. Schön, wie alle Wellenlängen so nebeneinander existieren, vielleicht ergänzen, vielleicht aufheben, vielleicht Kontrast oder eben einfach verschiedene Möglichkeiten sind.
Die guten Momente vermissen und über die schmerzhaften weinen.Jemanden lieben und nicht geliebt fühlen machen.Von jemandem geliebt werden und nicht geliebt fühlen.Das gleiche sagen und nicht das gleiche hören.
Glotzer
Agent Orange saubergemacht und in den Winterschlaf geschickt und dabei fiel mir dieser Moment ein.
Anfang Sommer stand das da auf einmal auf der Hochwasserschutzwand geschrieben. Ich komme da nicht mehr so oft wie früher lang, nehme aber immer bisschen Tempo raus und schau, was es neues gibt. Da ist seit letztem Jahr jemand öfter mit Edding unterwegs und ich freu mich jedes Mal, was neues zu finden.
GLOTZER
Ich sehe nicht den Blick in deinen Augen
Ich sehe nur deine Augen
Deine Körperhaltung was sagt sie aus?
Keine Ahnung ich starr nur drauf
Hab ich 'nen Gehirnschaden oder bin im Wahn?Nein, bin nur ein verschissener Mann...
Alle Frauen die ich kenne, können davon erzählen.
10 Oktober 2026
Recht|Pflicht
"Ich habe das Recht und die Pflicht mir Gutes zu tun." - diesen Satz hat mir jemand mal mitgegeben ohne zu wissen, dass kaum ne Woche vergeht, dass der mir an irgendeiner Stelle einfällt.
Egal ob ich meine zone durch Algorithmen oder durch ne alles-wiederkäuende Bubble mit shit flooden lasse - das Ergebnis ist das gleiche - Aufregungsdopamine. Das Schlimme ist, irgendwann festzustellen, dass sogar Themen, die mich interessieren, durch permanentes Dauerfeuer anfangen zu nerven. Ich möchte meine Empörung dosieren können und nicht von ihr ausgelaugt werden.
(Ich war damals schon fertig, als Quaschning mit ReSy anfing, irgendwo schwirrt hier auch noch sein erstes Buch rum. Und doch kann ich diese täglichen Videobotschaften nicht mehr sehen, es nervt mich einfach nur noch, vielleicht bin ich aber auch einfach der falsche Adressat.)
Und so gibt es drölfzig andere Themen bei denen ich null überzeugt werden muss - aber eben auch nicht immer wieder aufs neue "befeuert" werden muss. Außerdem ist der Kopf auch nur Teil des Körpers und ohne Pausen und Regeneration - keine Leistung.
Haushaltssamstagpausendinge.
[was Deine Cousine singt]
Mehlsorten:
Augenblick
und nun?
Knapp vier Stunden, eine Hälfte ist einreduziert für den Tiefkühli, die andere Hälfte trocknet auf dem Wäscheständer im Ventilatorwind, 19 Stunden wach, Beine hoch. (So wie ich empfindlich bin was Alkohol angeht, ist es Mahnung und Selbstverpflichtung, alle gesammelten Pilze noch am gleichen Tag zu verarbeiten. Abgrenzung nachträglich? Keine Ahnung, besser machen vielleicht., hoffentlich.)
Im Radio liefen vertraute Sendungen. Freitag Abend. Die Zeit des Ankommens. Seufz, Senderwechsel. Seufz, falsches Thema auf Nova. Seufz, zu sehr Punk für den Augenblick, Byte.fm aus.
Scrollen, zu schnell, zu laut, zu happy, zu traurig, zu.... rück zu dem Freitagabendradio mit den Kopfkinobildern.
Die Kehrseite davon, jemanden an Alkohol kaputt gehen zu erleben - sich schlecht fühlen und selber runtermachen weil man jetzt eigentlich einen kleinen Wodka zur Feier dessen trinken wollen würde, was man gerade so gepreppt hat.
Und dann sitzt auch noch der eigene Körper mit am Tisch und räuspert sich kaum wahrnehmbar.
Manchmal würde ich sowas gerne eintauschen gegen ein Gefühl "hey hier jetzt gerade ist alles okay.".
Nichts ist okay,
weil,
alles viel zu okay.
[irgendein Streamradio schiebt dubtechno und ich möchte im Nebel gefunden werden]
Mehlsorten:
Augenblick
09 Oktober 2026
laut.los
Immer noch Niemandsland. Der Zug hält, außer mir steigt niemand ein oder aus. Es ist nass, windig und noch halbdunkel. Ein Kilometer hinter dem Ortsschiild, in die Schneise abbiegen, der weiche Waldboden schluckt alles was vom Reifengeräusch noch übrig blieb.
Stunden zwischen Bäumen, Sträuchern, Wiesen und Waldwegen. Spechte, Krähen, ein paar Kraniche in näherer Entfernung. Sonst nichts. Stille. Nur das Tropfen von Blatt zu Blatt,ab und an das Knacken eines Zweiges unter den nassen Schuhen.
Augen am Boden, Kopf voller Gedanken. Ab und an eine Pause, in den Himmel gucken. Die Sonne und die Pilze kommen raus. Ein bisschen Farbe im grau. Tut gut gerade. Heute. Hier.
Es fällt nicht auf, dass es sich irgendwann zugezogen hat, dass es regnet, zu sehr ist der Körper vom Wald verschlungen, zu sehr der Kopf am Sortieren.
Irgendwo zwischen den herbstlichen Spinnennetzen haben sich die schlechten Erinnerungen verfangen.
Der Rückweg fühlte sich leichter an.
Tuwort
Ich weiß nicht, ob das so ein typischer West-Begriff ist, aber er bezeichnet das ganz gut.
Ohne ein Tun funktioniert es nicht. [<3]
(Bäume, Wind, Regen. Thermoskanne, geschmierte Bemmen und vielleicht ja auch ein paar Pilze. An den Socken soll's nicht scheitern.)
08 Oktober 2026
07 Oktober 2026
[ʁɛzɔnants]
Ich glaub das erste Mal hat mich das so richtig derbe geflasht als N damals unsere Freundschaft beendet hat. Das waren drei, vielleicht vier Zeilen. Einfach so nahbar wie die anderthalb Jahrzehnte davor und dann blieb einfach so eine Dankbarkeit für diese Zeit und nichts daran hatte Schwere oder tat weh.
Irgendwann im Frühjahr eine Entschuldigung von C, gerade keine Kapazität zu haben für ein Treffen. Da blieb einfach ein Mitgefühl für die kräftezehrenden Umstände zurück, keine Schwere und nichts tat weh.
Vor ein paar Wochen die zaghaft unsichere Frage von G ob des möglichen Fragens - eine aufgeschriebene Unsicherheit, ein verwortetes Bedürfnis, eine formulierte Bitte. Nichts daran hatte Schwere oder tat weh.
Der eine Seite lange Brief von B - der vielleicht hunderte Male aufgeschobene Versuch, ein schon lange arbeitendes Gefühl zu zeigen und den Wunsch nach Kontakt in den übersprungenen Schatten gemalt. Nichts daran hatte Schwere oder tat weh.
Ich musste bei jedem dieser Momente daran denken, wie mir mal vor etlichen Jahren jemand dieses "show, don't tell" mitgab. Das resoniert immer noch unheimlich.
Mehlsorten:
Kommunikation
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