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27 Juli 2026

falsche Kreuze

Fakten, LOL, schon lange nicht mehr. Mindestens seit Corona. Selbst die Betroffenen solche Studienergebnisse akzeptieren würden - ich bin mir mittlerweile sicher, dass es an der Trotzhaltung "gegen etwas/alle/diedaoben/Ausländer/Linke/Grüne/etc." zu sein, nichts ändern würde. 

"...würden Menschen dort im Durchschnitt jährlich rund 1.600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren; zudem könnten rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Einkommensverluste durch eine AfD-Politik könnten in Sachsen-Anhalt bis zu doppelt so hoch ausfallen wie im Bundesdurchschnitt."

AFD ist ein Kult, ein faschistischer. Und der funktioniert nicht über Rationalitäten, Wahrheiten oder Fakten. Auch wenn es jeden treffen würde - so bleiben sie dabei, sich in die Kacke zu wählen - aus Prinzip, aus Protest, aus Zusammengehörigkeitsgefühl, aus zu-irgendwas-dazu-gehören-Wunsch.


Ob sie's merken würden, wenn man zeitgleich mit neben dem Kackhaufen gesetzten Kreuz die Kohle einzieht? So nämlich.

PS: andere Bundesländer mitgemeint

gendern nicht nötig

Nachrichten auf, Laune, Nachrichten zu. Um die Wette heucheln & Überwachungswahnwettstreiten, die nächsten Wochen dann wie immer eine Instrumentalisierung der einzelnen Tat. Davon wird sich nicht eine betroffene Person sicherer fühlen. Nicht, solange die Klöckners und Merzen Flaggen und Sichtbarkeit als Zirkus abtun.

Ich hab eine einzige Zeitschrift seit der ersten Ausgabe abonniert - die Fahrstil. Mittlerweile nur noch zwei Ausgaben im Jahr, aber dafür jede ein kleines Kunstwerk. Die haben irgendwann vor ein paar Jahren dieses Endura-Jersey im Shop gehabt und seitdem rollt das mit mir immer mal wieder draußen rum. Oft ein bisschen zu warm, die Rückentaschen ein wenig zu hoch, der Kragen ein Stück zu unluftig - aber die vielleicht schönste Regenbogen-Adaption der Weltmeisterstreifen die es je gab. LOVE = LOVE. 

Ich trag das schon immer mit einer gewissen Beklemmung, einer Hemmung. Es fühlt sich immer ein bisschen anmaßend an. Seit Anfang an waren alle möglichen bunten Leute in der Tekkno-Szene unterwegs, es hat niemanden speziell interessiert, gestört oder erstaunt - es war so halt normal. Es hat sich auch niemand explizit auf die Fahnen malen müssen, warum auch? Berlin war das auch lange Zeit völlig wumpe, es gab eh irgendwie nix, was es nich gab. Das sich das verändert hat, die blauen Kackhaufen und ihre Mini-Krahs das angreifen, ist eben auch Resultat der sauerländischen Verlogenheit ganz oben.

Die Leute verstecken sich und wer sie sind wieder mehr. Fällt halt nicht auf, wenn man das eh nicht beachtet hat vorher. Vor drei Jahren an einer Tanke kurz vor Wolfsburg wurde mir Kloppe angedroht, einfach wegen des Regenbogens. So völlig aus dem nix, mit nem Eis im Mund und ner Cola in der Hand am Rad stehend - abgefuckter Moment. Seitdem ist das jedes Mal im Kopf wenn ich das anziehe. Es gibt auch Strecken, die würde ich damit auch schlichtweg nicht machen. Und dann gibt es aber auch das komplette Gegenteil von diesen Shice-Momenten. Morgens, halb verpennt an der Fähre wartend bis alle ausgestiegen sind und man endlich rauf kann um über 'n Fluss zu kommen. Ein random Menschy, das Rad schiebend beim Aussteigen, strahlt und bedankt sich dafür, das man das Trikot anhat. Viel zu schnell und unerwartet um irgendwie anders als mit 'nem Lächeln drauf zu reagieren. Aber halt viel zu Grübeln danach.

Es geht auch überhaupt nicht darum, wer der Täter war und was der "Grund" war. Egal ob Nazi oder Religionsspinner. Es geht eigentlich darum, dass Menschen, für die diese Streifen mehr als nur eins von verschiedenen Radtrikots ausmacht, sich nicht sicher fühlen können sich zu zeigen. Und das kommt bei "Nachrichten an, Laune, Nachrichten zu" gerade null vor.

Radioeins hat gestern darauf verzichtet, das geplante Programm durchzuziehen (zum Glück, weil ich da wahrscheinlich eh was anderes angemacht hätte als mir die 100 besten Schlager & Chansons zu geben). Der Programmtag war stellenweise bedrückend traurig aber gleichzeitig wahrscheinlich das Beste was man an Halt und Haltung transportieren kann.

Nur die Nachrichten haben mich jedes Mal innerlich ein bisschen protestieren lassen. Da "fuhr kein Auto in die Menge" - da wurde ein Auto von einem Fahrer gezielt in die Menge gefahren. Dieser himmelweite Unterschied, in den normalen Unfallmeldungen zigmal so gelesen und gehört - und immer noch kein bisschen richtig. Autos fahren (zum Glück noch) nicht selbstständig, da sitzt jemand drin und fährt das Auto, vrdmmt! Der mittlerweile ganz bewusste Hinweis darauf, die Nationalität nicht zu benennen - geschenkt. Wodurch so eine Nachrichtenmeldung tatsächlich nicht falsch wird - klar sagen, dass das Auto von einem Mann gefahren wurde.

20 Juli 2026

Urvertrauen

Faszinierend, auf brutale Weise. 2026 und es braucht solch einen langen Artikel um an der Oberfläche zu kratzen. Alles längst zig-mal durchgearbeitet, verschriftlicht, ver-interviewt und ver-podcastet. Von schlauen Menschen seziert, SoziologInnen meist. Da wurdezudem noch tiefer geguckt, in die Ursachen und Symptome, die Hinter-, Unter- & Ab-Gründe. Klar fallen die schicken Straßen auf, die Häuser mit den dicken Autos davor - all das gibt es und begegnet mir auf jeder Fahrt in zig Orten immer wieder. Auch ich frag mich jedes Mal, was sie denn wollen, warum so komplett lost und blaubraun wählen? Das finstere an anekdotischer Evidenz ist halt auch ganz besonders, dass man Armut kaum sieht. Das Auge bleibt eben an den schönen Fassaden hängen. Wie es zum Teil dahinter aussieht oder in der Seitenstraße, in den Viertel wo die Geschossbauweise mit fleckigem Rauhputz die beherbergt, die schon längst keine Hoffnung und kein Vertrauen mehr haben. Aber auch die, die gerade so noch klarkommen. Für die jetzt Erwerbsarbeit  vielleicht gerade so ausreicht zum Leben. Die, die heute schon wissen, das Altsein Überleben bedeutet. So schön roadtrip-romantisch diese Bestandsaufnahme sein mag, man muss die bitteren Zahlen der Vollständigkeit halber dazu packen. Das nd hat die Zahlen ein wenig aufbereitet,

"Demnach droht rechnerisch in Ostdeutschland mehr als jedem und jeder zweiten Beschäftigten nach 45 Jahren in Vollzeit im Alter eine Rente an der Armutsgefährdungsgrenze, bundesweit mehr als jedem und jeder dritten.".

Das wissen die Menschen ja heute schon. Auch wenn da auf etwaige Lohnanpassungen hingewiesen wird - sorry, das ist ein Pfeifen im Walde. Von der Einkommensungleichheit Ost/West & Mann/Frau mal abgesehen - Lohnerhöhungen sind da leider so gar kein Automatismus. Für wen das per se im Vertrag schon mal gar nicht auftaucht, es keinen Tarif gibt oder keinen anderweitigen Hebel gibt, für den ist eine solche "Anmerkung" einfach verletzender Hohn.

"Demnach ist ein Bruttomonatsentgelt von 3771 Euro nötig, um einen Rentenzahlbetrag in der Höhe der Armutsgefährdungsschwelle zu erreichen. Bartsch hatte von der Regierung wissen wollen, was man aktuell in Vollzeit verdienen muss, um nach 45 Beitragsjahren eine gesetzliche Rente auf so einem Niveau zu erhalten. Die Armutsgefährdungsgrenze lag laut Statistischem Bundesamt 2025 bei 1446 Euro brutto. Statistisch als armutsgefährdet gilt man mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung."

Und die Realität sieht eben auch so aus, dass für die Betroffenen vergleichsweise wenig bis keine Erbschaftsvermögen vorhanden sind und für Sicherheit sorgen könnten. Wie viele Millionen Menschen müssen mit diesen Ängsten leben und gleichzeitig wissen 5000 andere Menschen nicht, wie viel sie noch fressen sollen ohne an ihrem Reichtum zu ersticken.

"5.000 „Superreiche“ besitzen hierzulande 27,3 Prozent des gesamten Finanzvermögens – das sind 1.100 mehr als noch im Vorjahr"

Ich kann immer noch nicht akzeptieren, dass etwas Gewinn bringen soll und dieser Gewinn dann nicht unter denen aufgeteilt wird, die dafür erst gesorgt haben. Und ich kann auch nicht akzeptieren, dass Gewinn und Wachstum die einzig gültigen Maßstäbe sein sollen, auf die wir uns als Gesellschaft einigen können. Sorry, über dreißig Jahre und keine Antworten auf so etwas zu haben, ist keine Politik, mit der man Vertrauen schafft oder Urvertrauen erhält. Mit korrupten Parteien und Lobby-PolitikerInnen eh nicht.

Hab ich dieses Urvertrauen noch? Irgendwie nicht. Nicht in die Politik, in einzelne PolitikerInnen schon. Wie mit den Menschen - grundsätzlich verbocken wir das als Menschheit, aber mir machen diejenigen Mut, die sich dagegen stemmen.

17 Juli 2026

Der Nachname ist Programm

Wo Himmler draufsteht ist Himmler drin. Und wo CDU draufsteht ist längst AFD drin. Ob NDR oder jetzt ZDF - wo ÖRR draufsteht sitzen halt auch Nazis drin.


14 Juli 2026

schief

Weil hier ein paar Gedanken drin sind, die ganz gut passen zu dem was innerlich umtreibt.

Woher komme ich, wer bin ich, was hat mich geprägt? Warum bin ich hier, warum fühle ich mich dazwischen, was zieht in mir?

Ich kann Ost-Folklore nichts abgewinnen, ich kann tatsächlich auch nicht einstimmen in latentes Gejammere. Irgendwo zwischen dem was braunblau auf der Gefühlsebene instrumentalisiert und dem was tatsächlich dringend geändert werden muss. Die kurze Utopie von Freiheit haben vielleicht doch weniger Menschen in Erinnerung als man so meint. Wer damals zu jung war kannte die Realitäten davor noch nicht genug und wer zu alt war hatte zu schnell andere Sorgen. Zeit, zu träumen oder zu hoffen hatten irgendwie nur wenige.

Der Kapitalismus hat seine Ostkolonie bekommen und aufgefressen, isso. Da war ein Absatzmarkt, ein Anspruch auf Alteigentum und eine Gelegenheit andere runterzumachen um sich selbst als unfehlbares System zu definieren. Dass es die Leben von Millionen Menschen entwertet hat - Kollateralschaden halt. Und an dem ganzen Fallout hat bis heute niemand im Westen ernsthaft Interesse.

Ohne Schieflagen kein Faschismus, ohne Kapitalismus keine Schieflagen.

12 Juli 2026

Bitte wegschauen!

Mal wieder aus Langeweile Theaterprogramme gestöbert. Meistens ärgere ich mich dann weil wieder mal irgendwas interessantes ausverkauft ist. Glück - zwei freie Plätze erste Reihe.

Keine Ahnung, keine Erwartung, keine Spoiler. Das meiste ist damals glücklicherweise an mir vorbei gegangen, ganz vermeiden ließ sich das aber leider nicht. Drei "Akte" - "TIMMY, DIE HOPE STIRBT ZULETZT". Ernst-Deutsch-Theater enttäuscht nie. Das Stück war ein auf den Punkt wilder Ritt durch diese cringe Mischung aus Projektion, Schwurbelei, Religiösitätigkeiten mit reichlich überspitztem Blick auf das ganze bekloppte Spiel um ein sterbendes Tier. Stellenweise harte Arbeit der DarstellerInnen, nicht loszulachen und auch ein bisschen Uraufführungsaufregung, hach.

Peta-Plakat in U-Bahn-Haltestelle "wenn ich groß bin, möchte ich kein Nugget werden"
Peta-Plakat in U-Bahn-Haltestelle "wenn ich groß bin, möchte ich kein Nugget werden"

Timmy am Kreuz
Timmy am Kreuz

Zweiter Akt, Podiumsdiskussion. Tierschutz, Empathie, Massentierhaltung, Vereinnahmung der "Rettung" durch Rechts, warum und wie wir wegschauen. Toll, dass Franca Parianen in der Runde dabei war und klar auseinander genommen hat, wie wir da funktionieren. Oder eben nicht. Die beiden Tierrechtler Anna Schubert und Hendrik Haßel, wie sie durch die Prozesse kämpfen weil sie gezeigt haben, wie Millionen Schweine mit CO2 getötet werden - einfach nur uff. Der dunkle Raum, die Sekunden Bewegtbilder, aber am heftigsten der Sound. Man möchte jeden Menschen, der meint, Tiere essen wäre okay, da durchschleifen. Ich war das lange in meinem Leben, und ich schaue auch immer noch weg. Kognitive (Rest-)Dissonanz.

Motto der Fleischindustrie
Motto der Fleischindustrie

Mord
Mord

Der letzte Akt - Tulpe. Klar, "Sprengt den Wal!" - beste Antwort auf all die Identifizierungen, Vereinnahmungen, Pseudohilfen und Auswüchse um ein sterbendes Tier. So in der Kombination mit Stück und Diskussion sicherlich nicht noch einmal zu erleben. Und abseits der viralgängigen Hits gab's noch ein paar Perlen wie "Enfant Sensible" und "Verglühn".

Tulpe -Sprengt den Wal!
Tulpe -Sprengt den Wal!

edit: NDR

(es gibt auf der 80km-längerer Heimweg-Runde diese eine Stelle, durchzogen von Wassergräben, Schilfränder, Wasservögel, halbtote Bäume, im Winter kalter Wind über das flache Land, dichte Nebelbänke im Herbst und eben ganz besonders grüne weiche Weidewiesen dazwischen. Vorgestern mit den Gedanken noch bei dem vom Rad gekippten Alki und den erst aufgefrischten Automatismen und der Blick bleibt an den Rindern auf der Weide hängen. Manchmal vergehen da nur Sekundenbruchteile und doch sind das Ewigkeiten, wenn sich die Blicke treffen. Die sind dort so in ihrem Element, chillen und weiden durch das Gras und alles nur um als Menschenfutter zu sterben. Ich weiß nicht so richtig, woher das kommt, dass ich immer öfter solche Gedankenfetzen während der Draußenkilometer bekomme, und ich weiß auch nicht so richtig wohin damit.)

08 Juli 2026

bubbles

Am Montag nach dem Ü40-Grad-Wochenende kam während der Mittagspause die ungebremste Frage eines Chefs "na wie war euer Wochenende, das war doch toll. Wir haben das Planschbecken in den Garten gestellt, und dann den ganzen Tag immer wieder da drin gelegen, die Kinder konnten mit den Wasserpistolen spielen und es war nie so kalt, dass man sich sorgen musste, dass sie sich verkühlen....".

Und dann sitzt man da und fragt sich ob das jetzt ein Film ist oder tatsächlich so passiert. Am Ende war die "gute Laune" im Arsch. Bei mir, weil ich austeilen musste, darüber, wieviel Promille der Bewohner in dieser Stadt diese Privilegien wohl hätten, wie die über 400 Millionen Liter Trinkwasserverbrauch in 24 Stunden in dieser Stadt wohl aussähen, wenn alle das so machen könnten. Dass wir aktuell nur die Effekte von vor x Jahren erleben und uns auf das Kommende nicht mal annähernd gut vorbereiten können, dass nebenan im Seniorenstift der Bestatter zugange war, das Übersterblichkeit durch Hitzewellen durchaus auch die eigenen Angehörigen oder eines selber treffen dürfte in Zukunft. Dass wir so wie wir hier sitzen, allesamt kaum etwas zu ertragen hatten im Vergleich zur großen Masse der Leute. Ich kann sowas nicht feiern.

Die gleiche Blindheit immer wieder. Ob es die vier Familienurlaube im Jahr sind, die allen ernstes geäußerte Verwunderung, warum die Leute eigentlich zu Ikea gehen statt sich nen schönen Schreibtisch vom Tischler zu holen, die Liste ist mittlerweile einfach ermüdend lang. 

Dass es aktuell die brutalstmöglichen "Reform"entwürfe in der Gesetzgebung gibt, Politik mittlerweile offen im kapitalistisch-faschistoid vorauseilenden Gehorsam agiert und so ziemlich sämtliche Errungenschaften einer lebenswerten Gesellschaft demontiert werden, scheint überhaupt nicht wahrgenommen zu werden. Glückwunsch, wenn Du es Dir leisten kannst, privat versichert zu sein und so nicht-sozial den Beitrag in der gesetzlichen nicht leistest. Filterblasendasein in Reinform. Und immer wieder Spielverderber weil ich da reingrätsche. Sorry fürs gute Laune zerkratzen.

Ich weiß keine Antwort darauf, wenn mir jemand schreibt, dass es trotz der jahrelangen Anstrengung, eine Dissertation fertigzustellen, um ein Leben in dieser Gesellschaft kämpfen zu müssen. Dass diese Leichtigkeit des Moments der Erleichterung, das geschafft zu haben, systemisch kaputtgemacht wird. Dass da diese Ungerechtigkeit wieder alles bestimmt, mit der Entscheidung zu ringen zu müssen, nicht mehr nach einem passenden oder erfüllendem Job suchen zu können, sondern irgendwann nach der Prämisse, "Hauptsache irgendein Job" suchen zu müssen. Viel mehr außer außer Mut, Kraft und eine Portion Glück zu wünschen, ein bisschen zuzuhören und Anteil nehmen bleibt irgendwie nicht. Laut bleiben und nich weggucken, allgemeines Weggucken stören und immer wieder Löcher in die Filterblasen pieksen, vor allem auch in meine.

Wenn diese Welt nicht schon an allen Enden so dermaßen brennen würde - man müsste gerade ne Menge einfach anzünden.

Auch weil wir ja nicht alle nach Kopenhagen ziehen können, seufz.

Kopenhagenliebe
Kopenhagenliebe

29 Januar 2026

enough

Es gibt ja wirklich viel Eso-Schwachsinn in dieser Welt. Und echt viel Kommerz-Klimbim um Zen etc.. Aber was mich seit Jahren immer wieder hooked ist der Weg, sich so in Klarheit auszudrücken wie Shi Heng Yi. Manchmal spült die Zeit die richtigen Gespräche durch die Ohren.

19 Januar 2026

In der Blase

Das schöne an Blasen ist, dass man sie nicht wahrnimmt. Das schlimme an Blasen ist, dass man Sie nicht wahrnimmt.

Dieses Leben zieht an den Menschen. Stabilitäten die gestern noch galten verschwinden über Nacht. Diese Geschwindigkeit mit der sich Kapitalismus bis zu den Knochen durchnagt. Gefühlt bin ich von all dem weit weg, so sehr abgenabelt, dass ich mich schäme.

Von anderer Menschen Lebensrealitäten zu hören, zu lesen - habe ich selten mit Absicht getan. Meine Blase tut das kaum, ich tu das kaum. Ich erkenne nicht einmal genau, wo meine Privilegien anfangen. Ab einem gewissen Punkt schauen Menschen nicht nach dem was andere nicht haben, man selbst es gut hat. Der Blick geht zum mehr. Ist das die Gier, das neoliberale Versprechen, das einem alles zustünde? Oder die Verdrängung, sich nicht mit der Situation anderer Menschen befassen zu müssen? Ist es, weil die Scham über die eigene Situation im Kontrast zur damit verbundenen Ungerechtigkeit nicht ausgehalten werden kann?

Ich habe keine Ahnung, wieviel Glück ich gehabt habe, an bestimmten Punkten in meinem Leben. Was davon ist gerecht? Spielt das überhaupt eine Rolle? Lenkt das nicht ab davon, einfach die Ungerechtigkeit zu sehen, anzuerkennen?

Menschen bekommen nicht die gleichen fairen Startbedingungen ins Leben gegeben. Menschen widerfahren Schicksalsschläge, Krankheiten oder einfach ungute Zufälle und stehen plötzlich nicht mehr in der vorherigen Sicherheit. Und sie haben keine faire Chance, aus dieser Ungerechtigkeit mit fairen Mitteln rauszukommen. Ich hasse diesen Umstand, dieses System. Eins dass dir vorgaukelt, dich mit einer Spende freikaufen zu können, gegen das Unwohlsein dass da am eigenen Privileg klebt.

Dieses System ist unfair. Dieses System funktioniert durch Unfairsein. Und das betrifft auch mich. Bleibt - selbst nicht unfair zu sein.

25 März 2023

we're fucked

IPCC-Bericht. Und nun? Amtlicher geht's irgendwie nicht. Wir Menschen sind der dämlichste Parasit auf Erden. Als Gesamtheit ist es uns egal wie es weitergeht. Als Spezies sind wir untauglich zu überleben.

Es ist spielt keine Rolle, ob ich als einzelnes Individuum das anders sehe und es gern anders hätte. Mir geht das persönlich ziemlich gegen den Strich. Ich habe mich Ende der 90er dafür entschieden, dieses Bedürfnis, etwas für eine bessere Erde zu tun, zum Beruf werden zu lassen. Die Mischung aus diesem mir wichtigen Wert und dem Spaß an ingenieuriger Arbeit. Was damals vielleicht nur schwarzer Humor oder ein Spiel mit laut gedachtem Fatalismus war, ist mittlerweile ein nüchternes Bild der Realität geworden. Und das nimmt ganz schön viel Motivation weg.

Ich möchte das, was da in den nächsten 30...40 Jahren kommt, eigentlich nicht ertragen müssen. Und irgendwie hatte ich gehofft, dass es mehr Menschen so gehen würde. Und eigentlich wollte ich nicht an den Punkt kommen, darüber nachdenken zu müssen, was es zu erlernen gilt, um in einer +2K-Welt zu "Leben". Weil - bis wohin ist es noch "Leben", ab wann ist es nur noch ein "Aushalten", ein "Überleben"?

12 Dezember 2022

🎞️

Letzten Donnerstag mal wieder in den einladensten Sesseln der Stadt versunken Nach all den guten unterhaltenden Filmen der letzten Monate einer über genau die Branche in der all die Unterhaltung nicht ohne kaputte Strukturen und auf Machtgefällen zwischen alten weißen Männern und Frauen aufbaut. She Said. Auf der Sachebene war da jetzt nicht viel unbekanntes, dazu hatte ich das zu sehr verfolgt damals. Aber die Geschichten dahinter gehen halt unmittelbar immer total unter, fallen der Sensationslust zum Opfer und nach ein paar Monaten erinnert sich niemand außerhalb der betroffenen Leben und der Gerichte daran was das mit den Menschen gemacht hat.


Ein Film zum sich ernsthaft auf die Hand beißen und schämen. Weil wir alle von ihm produzierte Filme gefeiert haben. War uns wahrscheinlich egal, das wer und vor allem das mit welchem Verhalten.
Toll wie Maria Schrader das Ganze umgesetzt hat, das Interview mit ihr u.a. darüber in der aktuellen und letzten gedruckten dbmobil lohnt sich.

02 August 2022

dystopisch normal

Samstag. Als langjähriger Fanboy musste ich einfach den kurzen Vortrag von Mark Benecke auf dem veganen Straßenfest auf dem Spielbudenplatz erwischen. Das letzte Mal sind wir irgendwo in Berlin auf nem Sara Noxx - Konzert ineinander gelaufen. Gefühlte Ewigkeit her.

Es ging in einem kurzen, gewohnt pointierten Abriss um die Fragen der Zeit - grob "Wer bzw. Was überlebt hier eigentlich noch?"


1,5°C-Ziel? LOL. 4°C? Wird auch gerissen werden. Insgesamt macht mich das nicht wirklich nervös, die Zahlen und Fakten sind ja da. Die gefühlten Anzeichen auch. Ich habe so gut wie keine Nachtfahrt mehr auf der ich die Brille aufsetzen muss. "Time's up" -der Titel sagt es ja schon sehr treffend. Keine Zeit um sich mit müßigen Diskussionen zu beschäftigen ob da eine Windkraftanlage hinter dem Dorf Sinn macht oder stört. "Okay, du hast kein Bock drauf, dann können wir aufhören weiterzureden und ne Limo trinken.". Letztlich ist es immer ein "kein Bock drauf".

Und damit bleibt es bei der letzten Entscheidung die da im Selbst getroffen werden muss - was mache ich persönlich? Ich bin kein Veganer, noch nicht einmal Vegetarier. So als Bestandsaufnahme heute. Ich habe in den letzten Jahren vllt. 4...5 mal im Jahr Fleisch gegessen, Fisch sicherlich öfter. Milch, Eier, Käse, Joghurt... alles ständiger Bestandteil dessen was ich esse. Was ich sehr verändert wahrnehme, ist der steigende Anteil an Gemüse und Vegetarischem/Veganen. Warum? Weil es mittlerweile überall leicht verfügbar ist, weil ich so sehr viel flexibler bin in der Küche und weil es mehr Möglichkeiten gibt zu experimentieren beim Kochen. Insgesamt also weil es eine Bereicherung ist. Aber irgendwie bin ich gespannt darauf, den Rest tierisch basierter Teile zu verkleinern. Der Kopf weiß das ja schon länger, weil es eben eine energetische Bilanzierung ist die erschreckend schlecht ausfällt. Die ganze Thematik der Ethik habe ich wahrscheinlich schon immer ein Stück weit ignoriert. Weil man sich halt auch einfach davon distanzieren kann. Ja, ich hab mal mitgemacht beim Wild aufbrechen, selbst Fische ausgenommen, aber eben nie im totalen Kontext, mit der Geräuschkulisse des Tötens, dem Geruch von Blut und allem was dazugehört. An großen Tierställen vorbeizuradeln lässt mich oft würgen weil es so konzentriert einfach olfaktorisch nicht aushaltbar ist. Beim Fleisch oder der Wurst fehlt mir tatsächlich nichts, die Alternativen sind geil. Und wahrscheinlich auch beim Rest. Letztlich ist es immer ein "kein Bock drauf".

Warum dystopisch wenn es doch das normal sein wird? Der Vortrag im EU-Parlament:

06 September 2017

Da wahl doch was.

Alle paar Jahre wieder. Auf den vielen Kilometern durch die schönsten Ecken des Nordosten tut es mir alle paar Jahre weh durch die Dörfer und Orte zu fahren. Es ist Wahl. Und es wird geworben. Ich habe lange genug hier oben gelebt um zu wissen wie viel Idioten hier leben. Wieviel politische Idioten. Die Menschen sind oft im einzelnen und überhaupt in Ordnung. Aber wenn es zur Politik kommt oft echt enttäuschend.

Da gibt es die klassischen Alt-Parteien-Funktionäre. Früher wären sie super in der SED-Matschepampe hochgeschnorchelt. Heutzutage ist der eine FDP, der andere SPD und die nächste CDU. Klüngel und wer-kennt-wen gibt es überall wo es was zu verteilen gibt. Die Grünen spielen eine Randnotiz-Rolle, die Linke zehrt von Opposition und alter Zeit.

Und dann gibt es die Rattenfänger. In einem Bundesland das mit Lichtenhagen bekannt wurde. In dem wir auf's Maul bekamen weil wir im AJZ Mucke gemacht haben. Wo bunte Hosen oder zwei Strähnen Dreads über Zähne raus oder gebrochene Rippen entscheiden konnten. Wo es die Verlierer der Wende in die dumpfen Parolen trieb.

Und dann fährst Du 2017 wieder über Land und siehst all den Schwachsinn. Dieses Opferrollen-Gesülze dass das Abendland zu retten sei, die martialischen Parolen was man als Deutsche alles besser könne und man auf niemanden angewiesen sei.

Das tut weh. Und ich weiss keine andere Antwort als den Guten, den Findigen, alles erdenkliche zu wünschen dass die braune Scheisse den Gully runter geht.

Ich muss immer wieder an die Fotografin aus Neubrandnburg denken die 2007 wieder nach dort zurückkehrte, sich selbstständig machte und ganz klein anfing - "sonst bleibt es hier ja so Scheisse.". Ich bewundere sie noch heute dafür.



19 Juni 2015

wasting time

Don't get me wrong, I'm just writing this because I got the time to.

Somehow I'm sick of blogging about cycling. The whole web is full of it. It feels like running a weblog about cycling became some kind of must-have for everyone who ever rode a bike. Or owned one. Or plans to ride or buy one. Even to that weird extreme that people borrow bikes or material to blog about. Optimizing articles like companies are doing, SEO-bullshitting, scheduling weekly link-collections, video-editing-and-uploading every second round-the-block-ride-action-cam-trash. And finally - promoting every post a couple ten times via all social channels. It all has to be published, blown up to the biggest, largest, longest, hardest, what-so-ever...-est. And not just that every hour one has finally been sitting on the bike has to be exploited - even before that. To gain publicity for every planned ride - "the media machinery" has to be started with all available fancy options. Sorry, but I'm tired... yes, I'm bored to death of all this. It's all wasted time to me. I prefer riding a bike over writing about it. The only thing why I'm back on the keyboard now is that my bones will need a few weeks until I can walk without crutches. And a few more weeks until I can think about riding a bike again. Summer, or how most of these cycling-bloggers call "season", will be gone by then.

Sometimes things happen for a reason. I'm usually okay with that - if I understand the reason. At the moment I can't really see this hidden agenda. Maybe it takes some more time.

Time is what I do have more than enough at the moment. Laying in a bed, filled up with painkillers and sleeping something around 12 hours a day. Actually I should sleep less than 5h per day at the moment, somewhere along that red line across the states. This was the plan for this year. A plan which became real after last years result leaving me with a big questionmark in my head: "What would be possible.... what could I achieve if I would prepare and focus better... what could be the result of racing such a thing from the beginning?" This type of questions that leaves you restless. That makes you think it over and over again all the time sitting in the saddle. And slowly the idea was born. To do it. And to do it better. To do it with a focus on the things you've been a bit weak in. Technically, physically, mentally. And the time was right. This year I could allow for holidays for two races - the TransAm and the TransCon. Definitely a challenge. Both just 3 weeks apart, not much time to recover in between, but also both unique in their own beauty. So, preparing for each of them in parallel isn't really easy but a nice mental training for switching your focus on a specific target.

Last year I wasn't really riding with a focus on anything specific during early summer. I just tried to do a lot. Long rides mostly from A to B, visting family and friends. After the race I didn't ride for a week which was a little mistake. Back to work was no other chance than coming back to daily riding. Plus a lot of socialising with friends and family. I had to do a lot of 200+ commutes. But this gave me the chance to observe myself, improve and fine tune. It's weird to claim a 240km-ride with more than 30mins of stopping time a "bad ride" but you get the idea. I started to focus more on the gross/net-ratio than on the avg. speed. Hell, what have I been wasting time before...

I didn't really stop to ride over the winter months. It's wasn't a real winter with lots of snow and ice on one hand, but also it was more the general laziness which was to tackle. You can ride every weather. You can make some relevant miles - if it's sub zero and snow or plus one degree and rain, it's really just a mental thing. Once you're okay with that and you accept you lower avg. speed compared to those of the summer fun rides you just do what you do. If it's icy get on the spike tires and do a few hundred meter climbing in deep snow - worth a few hours of ice cream conditions. And we had wind. I mean serious wind. Wind that killed a few hundred old trees in a nearby forest, wind that forced me to pedal in low gear always jumping into the next gust and screaming for a bit mercy. Wind was a permanent coach for months. I had a weak week in February with a bit cold & fever and some coughing, but as always it takes a week with medicine and seven days without. So a nice reason to start again with a 300+ ride. And slowly you build up some mileage.

In the end it was just a matter of getting the kit together again, fixing some minor issues here and there and stripping the bike completely. I got me the same frame off a 2x10 105 setup, put some of the old 11sp Ultegra parts and some new stuff onto it. So I had enough time to build up the brave black mule with care. I gave it a conservative test ride over 3.5 days and 1,200km. It went all fine, smooth as expected. Meeting family on that trip and chatting a bit, spending time for cooking and such things made me quite confident being able to add another 3 hours per day without much stress if needed. So there was not much else to prepare. 11,000km in the first five months of the year seemed to be a good basis. Some more climbing than last year, generally more focused on wasting less time without moving. It all felt right.

But sometimes it all goes in a different direction. Boarded the plane in Hamburg, arrived in Portland and took the bus to Astoria. Snoozing, eating, assembling my bike the Wednesday went by. Weather was much better than normally in Oregon, with a lot of sunshine hours. So I had a look to downtown, up to the Column and out of town for a few hours. Riding was fun, bike did well, legs too. But just when you are about to feel fine because everything is just as planned, just as expected it hits you the hardest. And this time as a car with 55mph from behind. There is no warning, no time, not even to realize it directly. So the rest of the day was a simple story: ambulance, police, emmergency room, x-rays, CT, hospital bed, morphine, infusion. And being hungry and calming down from the traumatic shock your body feels just like a huge piece of pain.


Now, two weeks later, I'm back in Germany after a while in the hospital. After been screened and checked several times every doctor was shaking the head by the mismatch of the heavy accident and the resulting damages. Still, they are painful and they will need their time to heal, but overall - the likelihood of been killed by such an impact isn't that small. Which doesn't make me happy at all. I'm looking forward to a few weeks of sorting out paperwork - laywers, insurance companies, the whole bunch of unfunny stuff.


Coming back to the deeper meaning of what happened. I'm still lost. It's unfair. It hurts. It makes me rebel against... I don't know yet. And I don't know where I will put my focus on. Not yet. The level I was riding on was much higher than last year, my mindset much more adjusted. I don't want to speculate where I would have ended or what-if..., that really just answers a ridden competition. The only thing I can say at the moment is - I still don't know how good I really could race such a thing.

And, no worries - in case I start to put myself on a bike again - I won't bother you with writing, filming and linking 'bout. Because I do it for myself.

07 September 2014

Why? Because you can. - Transcontinental Race 2014

Why? I still don't know. Because you can? Seems to be a valid answer, at least to me. Left Hamburg on Monday morning, heading towards London, 875 km which took me 2 1/2 days and was quite some fun, besides the profile on the island.

Hamburg - somewhere in Netherlands: 354 km

somewhere in Netherlands - somewhere in Belgium: 320 km

somehwere in Belgium - London: 201 km

After hanging around at the nice AirBnB flat and meeting some riders over a briefing beer, I was more or less wasting time with sleeping, eating pasta and getting a pair of new cleats. I was then sent off by my better half and did what I usually do once I sit one a bike for a bit longer - eating miles.

day 1: 355 km

day 2: 375 km

day 3: 381 km

day 4: 183 km

day 5: 288 km

day 6: 271 km

day 7: 341 km

day 8: 319 km

day 9: 355 km

day 10: 283 km

day 11: 279 km
This makes 3430 km in the end, pretty much exactly what I had planned as route before - no wonder, I prolly did just 10km detouring or short cutting here or there. Seems the effort in route planning in front of the screen is worth every kilometer on the road. Was a pretty quick start, this stormy wind pushed us all on an early ferry. Feeling well I rode til I was a bit tired and it started to drizzle. Nice bus stop sleep for a few hours. Having crossed Paris on Sunday morning I was heavily surprised being 8th on CP1 - I expected a harder competition in the 2nd race with nearly 100 starters. Two nice days with not much trouble, a bit rain, but what else than riding should one do in such a weather? Shittiest day was in the Alps, not my terrain and maybe a bit crazy to do 3 big passes in one day, plus the punctured while climbing the Stelvio. Anyhow, I could recover quite nicely on the following two days heading south in Italy, followed by a nice and relaxing ferry ride. It was a little bit of a touristic ride, having picked tomatoes from the field, some Kiwis from the tree, checking out Rimini beach life and racing with some Italian locals in their after-work-training. Even the two (of my three) punctured couldn't spoil the fun I had along the Croatian cost. One of the most beautiful rides in this race. Having met Steffen earlier in Italy (he's a nice and calm guy - I like his relaxed view on the things) and Mark later on the ferry as well, we did some fun ride towards CP3. Unfortunately Mark had some trouble with 2 broken spokes on the drive side. Kotor was somehow weird, they had a blackout as I arrived there. A crowded city in darkness, everyone on the streets and you try to find a pizza shop which can serve you. Power came back and as well my hunger. Hanging around and having a chat with a couple from Portugal and another one from the US time just went by. Later Mike and Matthias stopped by for a short chat. The night climb on the Lovcen was pretty nice, not a hard climb, easily doable in the saddle. Funniest thing - I expected to have a quiet night goin up there but met Adrian on the gas station. The brave guy was trying to keep up with Steffen and had so much less sleep since he didn't take the ferry. We had 2 hours of nice chatting over which we nearly forgot to enjoy the view down the bay. Until that day it was just some bicycle trip for me, exhausting in the Alps but generally quite enjoyable. Sure, you are not amused by some cars passing a bit to close, or some steep gradients in between, but overall it was pretty much what I could do a bit longer. So it was a bit surprising that we had a competition reaching CP3, but I was fine with that. There was still one third of the total way left. Having a nice sleep in the picnic area, a proper breakfast and some nice gossip chats about the latest news from the race - life was good. But then the discussion turned to become serious about the race as a competition and I realised that Steffen made a very clever move the previous night, putting over 100km between us. Well - in that way Mike was so right when he said "You are allowed to race." I didn't feel like in a race, I just cycled as long as it felt right to do every day, I did it as fast as I accepted it to become not too much exhausting. I wanted to be on the safe side with my resources. So knowing that 4th place was prolly lost already (Steffen would enter Greece giving him a home-run), there were not much options left. Some guys were down in the bay, Adrian sitting next to me - better doin some miles. It was okayish the next days. Riding did not surprise me much by the road qualities (maybe one more  good thing having grown up in the eastern part of Germany), it was more a mental challenge. Kids trying to catch you and sell you some corn - maybe the only way they could assist their family in getting a bit income. Rubbish everywhere. I mean, plastic waste simply in each hole along the way, every dry river bed was filled with that shit. There is no sense for these topics in Albania or Macedonia. But first dog fights at night. Wohooo. I really hated it. It's a difference if you just ride and do 100 km at night. You take care of the road, watching your way, trying to be not hit by a car or running over some lazy cat. But always in standby for an instant sprint, exhausting. I got a few SMS telling me that Mark was still on the road following a similar route and Adrian took a more inwards way via Bulgaria. I expected that Mark couldn't find any replacement or spare in Kotor. Having told him about one last years rider (forgot the name) who also had some broken spoke and could find some spare in Thessaloniki I expected him to stop there. And the roads until then weren't much easier. So all I had to do was keeping some distance between us. Which was doable. At darkness it was still annoying to struggle with these dogs, especially once you were in the traffic. It was like a bad movie - being chased by dogs on one side, trying to keep my track and not being hit by a truck on the other side. No wonder that it was more than welcome to have a very nice sleep at the beach. The sound of the waves just made me sleep in a second. Next day was kinda fun since I met a Belgian guy who was watching the race tracker. Really kind company for a few miles. Later that day it happened again in Alexandropolis. About that I forgot to get some food and lost a bit time against Mark. I knew he would put all in to chase me. But no fun at night again - several dog fights on my way to and through the Turkish border. I was pissed about that. Really, I said to myself - if Mark got the balls and the legs to catch me and get the 5th place - well. I don't ride more that night. I knew that there were some climbs to do on the D110 and I disliked to do them at night. I got me a smokers room in a cheap hotel, had a shower and fell asleep. It was pretty early for my taste, but prolly it was the right thing to do. Mark would need so much more miles than me, he did not had much recovery while sorting the things out for his wheel. He should be a bit tired too. So it was logic that I would start once the sun rises (the wolves turn back to lazy dogs in the morning). Having just less than 300 km to do I decided to put all in over the first hours. The road was good, just a few road works, wide shoulder, good asphalt. That day was cookies, coke and ice cream. Avoiding the heavy traffic of Istanbul I had to do some climbs, but it was much more relaxed going the smaller roads. Still - you can compare this with Berlin rush hours but not with the main roads and highways in Istanbul. Well. And then it was over. You ride through this forest, a bit down, a small community with street life and shops, and then you are at the Bosporus. Just follow the street, enjoy the restaurant life and some ships in the water, a few curves and then it's done.

10 day 9 hours 17 mins - 3,430 km

 I still don't know. Was I lucky, was it just all too smooth for me this time? What if I would have thought about "racing" a bit earlier? Would it have made the things in my head more complicated? Or would I have ended up under 10 days, or at a better position? I really don't know. I was following the race last year and found it a thrill. I didn't had a road bike that time, I stopped with an old steel frame road bike couple years ago, I was more into my MTB and a heavy robust steel travel bike. I didn't feel ready at all. Long time. Even after buying me the bike, getting all that important things together (which will be another post). When there was the announcement for the race I felt a bit shy. Not this year, I'm not ready. But maybe this was just a lie. When they opened the list again for one day in April I was procrastinating alone at night, entering my data. And expected to hear nothing anymore. Mid of June I asked Mike if there will be some news because there were some empty lines on the list. And hell, it became a serious thing now. Doing miles. Long stretches. With the stuff on the bike. Even with 2,500km done in July alone I didn't feel ready. But it is kinda okay, it keeps your expectations low. A thing which helps me in my job as an engineer quite often. A healthy pessimistic view and you prepare much better than you would actually need. Leading to a nice result. All I wanted to do is not missing the finishers party. So far it worked out. Everything else was a huge surprise to me. Well okay, I had my bad day. I'm not trained to climb that much like on day 4. It went better after the Alps. Maybe I should have planned a similar route like Adrian, approaching the Stelvio from north, avoiding some climbs on the way. It was a good example that the shortest way isn't always the fastest or easiest. I will keep that in mind. Because. You never know. It was too much fun to not do it again one day. Or something like this. Because you can.

Some pictures from my holidays

The race: http://www.transcontinentalrace.com/
The race blog: http://reportage.transcontinentalrace.com/?page_id=99
The trackers: http://trackleaders.com/transconrace14f.php#maintabs-1
My tracker: #50
Some more pics by Matthias Wjst: http://www.wjst.de/images/index.php

23 September 2013

Es geht uns gut.

In diesem Land leben 80.523.746 Menschen.
61.903.903 Menschen waren Wahlberechtigte zur Bundestagswahl 2013.
An der Wahl haben sich davon nur 44.289.652 Menschen beteiligt, knapp 71,5%.
Die Union erhielt 41,5% der abgegeben Stimmen.

Nicht mal 23% der in diesem Land lebenden Menschen meinen also diesem Land geht es gut. Ihr dürft dann jetzt knapp jedem vierten der Euch da draußen begegnet mal kräftig vor die Schuhe kotzen.

26 Juli 2013

Eine Perversion von Handel

Irgendwie habe ich den Kram zwei mal lesen müssen. Die Finanzkrise ist ja ein Alltagmittel der Entschuldigung für schwachsinnig gefährliches Handeln mit Geld geworden. Da scheint es gerade zynisch logisch, dass sich ein evil player wie Goldman Sachs auch mal um handfeste Werte statt Geld, Optionen, Aktien, oder Wetten kümmert. Die haben ein echt smartes Geschäft mit Aluminium entdeckt. Und sich dazu vor ein paar Jahren eine Metalllagerungsbude gekauft. Die haben Lagerhäuser. Und darin kann man Metall einlagern wenn man es kauft um es später mal zu verkaufen - ein normales Geschäft wie es zuhauf getätigt wird. Und ein einträgliches - kostet ja Miete. Blöd bloß, wenn auf einmal jemand in einer Metropole wie Detroit über zwei Dutzend Lagerhäuser besitzt und fleissig hunderttausende Tonnen Aluminium einlagert. Dann lagern da ruck-zuck ein Viertel des globalen Aluminiumhandelsvolumens in einer Stadt.

Es ist nämlich dooferweise so, dass die Menge so groß ist, dass die Preise für alle die auf Aluminium angewiesen sind durch diese Hamsterung künstlich erhöht werden. Sowas zieht man ja nicht für ein paar Dollar auf, sondern eher für ein paar Dollar mehr. So knapp 5 bis 6 Milliarden Dollar. Nun möchte man meinen, dass Ressourcenzugang irgendwie reguliert ist und man bestimmt nicht einfach so alles an sich reissen kann um den Markt zu bestimmen. Richtig. Die müssen ganze 3.000 Tonnen pro Tag aus den Lagerhäusern ausführen (bis letztes jahr waren es nur 1.500 Tonnen). Damit es nicht zur Verknappung kommt. Blöd, dass die Menge für eine Stadt gilt und nicht für eine Anzahl Lagerhäuser oder auf einer vorhandenen Lagermenge hochskaliert wird. Das heisst, dass in Detroit pro Lagerhaus vielleicht knapp 100 Tonnen pro Tag rausgehen müssen. Klingt viel ist aber fast nix. Diese Lagerhäuser sind Detroits altes Rückgrat aus seinen Stahl- und Autozeiten. Die sind dafür gebaut Unmengen von Material rein- und rauszubekommen. Gemessen an normalen Arbeitspensum in der Logistikbranche ist der Output quasi nicht messbar. Obendrein gibt es noch die Krönung der Perversion - angelandet wird das meiste per Bahn. Logisch, kann man ja auch echt viel Masse effizient mit bewegen. Ausgelagert wiederum wird per LKW. Und dann noch nicht mal zum Endkunden der daraus etwas fertigen will und mittlerweile auch schon ma etliche Monate auf Aluminiumlieferungen warten darf. Sondern in eines der anderen Lagerhäuser.

Das hat irgendwie leichte Züge eines Hütchenspiels. Im Moment lagern in Detroit knapp 1,5 Millionen Tonnen Aluminium, Tendenz steigend. Ich mein, Dagobert in seinen Golddukaten - okay. Aber auf sowas muss man erstmal kommen. Ich hab irgendwie den falschen Job.

Reuters 2011
India Times 2011
New York Times 2013





27 Januar 2013

F.D.P. - Fick Die Politik

Boah. Ich könnte kotzen. Das mit dem ganzen nun rollenden Stein der da vom Netz aus durch die Gesellschaft dauert in meinem Kopf noch an. Das ist noch nicht fertig und wird es wohl auch noch eine Weile nicht sein. Aus persönlichen wie medialen Eindrücken und Gründen.

Das ganze Ding ist ja letztlich aus einer Richtung hochgekocht aus der man sowieso nur politische Flatulenz erwarten darf. Man möchte das Ganze eigentlich trennen wollen. Weil dieses Sexismusthema nicht zu einer Partei gehört sondern zu so ziemlich Allem ringsrum. Was aber der getroffene Hund da gerade anstellt ist unter aller Gürtellinie. Die Herrenriege (Herrenmensch war mir jetzt zu sehr, naja...) klopft sich gegenseitig auf die Schultern, poltert in Richtung Medien und politischem Gegner, diffus, verallgemeinernd, um den heissen Brei.

Wie viel Offenbarung steckt da drin? Dieses Bild von der - was hatten wir da nicht schon alles? - Partei der Besserverdienenden nun zur Partei der totschweigenden Altherrenverbündeten? Man schiesst gegen "die Anderen":   

...seine Lieblingsgegner Peer Steinbrück und Jürgen Trittin - überhaupt um die grünen "Tugendwächter" und deren "Öko-Schickeria". Von dort ist es dann allerdings nicht mehr weit zu dem einzigen Satz, den sich Brüderle im weitesten Sinne zum Thema Sexismus erlaubt, er lautet: "Sie können uns schlagen, beschimpfen, mit Dreck bewerfen, aber sie können uns unsere Überzeugungen nicht nehmen."

Spiegel

Okay, wir lernen also gerade:

1. es ist lediglich der böse politische Gegner, der uns hier angreift. Wir stehen zusammen und überdauern das.

2. es gibt kein Thema, dem man sich stellen muss, und wenn betrifft es uns nicht.

3. wir haben Überzeugungen.

Wenn diese Überzeugungen bedeuten, was 1. & 2. beinhaltet, stellt sich die FDP damit schon wieder als Übermenschenpartei da, die Besserwissenden.

Es kotzt mich an, welch Affentheater da aufgeführt wird. Mit welchem Willen diese Herren sich da repräsentieren. Spätestens jetzt müsste diese Partei für jede Frau und jeden empathiebegabten Menschen unwählbar geworden sein.

Und für die gedankliche Vergewaltigung der Politik, sich hinter dieser zu Verschanzen, die eigentliche anstehende Debatte zu ignorieren wünsche ich hier ein paar kräftige Eiertritte in Richtung blaugelb.

25 Januar 2013

kill yourself...

...safe the planet


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Schon mal nen LKW geküsst?

Man kann ja RamSAUer spielen und die Schuld beim bösen Radfahrer suchen oder man kann ein ernsthaftes Interesse am Miteinander haben. Denn die Zahlen sagen klar wo die Gründe liegen.

Die Briten in London haben LCC.

London Cycling Campaign: We are the voice of cyclists in Greater London. Support our vision to make London a cycling-friendly city at www.lcc.org.uk

Und die machen sowas zum Beispiel:

  


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Macht mehr Sinn als manches Parolengrölen.