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18 Oktober 2026

💧💧

Sechzehn Stunden Regen. Einschlafen zu Regen, Halbschlaf bei Regen, Umdrehen bei Regen, Halbtraum bei Regen. Es ist, als ob das Draußen alle Unruhe mit stoischem Getropfe beantworten möchte. "Bleib liegen" murmelt das Wasser. Irgendwann klappt die Haustür, Rollkoffergeräusche und Kinderstimme. Die drei von zwei höher. Es bleiben ja nur die Ferien, eine Woche pauschal Türkei, all-inc mit Pool. Sie waren gestern alle da bei der verspäteten Einweihungs- und Geburtstagsparty des halb-dänischen Pärchens. Sie alle kennen sich über die Kids und den Spielplatz, mich von den Paketen die bei mir landen oder den vom Balkon gefallenen Legosteinen, Handtüchern, Spielzeugfiguren und Luftballons.

Viele Stunden über alles mögliche quatschen und immer wieder feststellen, wie anders die Freiheitsgrade anderer Menschen sind. Kaum ein Gespräch in dem irgendwas als "auf später, in ein paar Jahren verschoben" fast schon entschuldigt wird.

Was für ein himmelweiter Unterschied, etwas vertagen zu können weil man kein Bock hat und nicht etwas vertagen zu müssen weil man keine Zeit, Freiheit oder Ressourcen dafür hat. Was für ein himmelweiter Unterschied, sich spontan für etwas entscheiden zu können weil man Bock hat und es genau in diesem Augenblick der vielleicht allerbeste Moment gewesen sein wird, genau das dann unbedingt zu machen. Irgendwas mit Dankbarkeit. Dankbarkeit, sich so flexibel um Kalendereinträge rumbauen zu können.

Verschobene-Dinge-vielleicht-doch-heute-mach-Sonntags-Langsamkeit.

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Stunde um Stunde. Rauschen, Pladdern. Nur dicht vor dem Fenster der immer gleiche Rhythmus. Tropfen mit Namen. 

17 Oktober 2026

Regen gucken

Er raucht wirklich miese Zigaretten. Das Zeug stinkt und deswegen stellt er sich immer so auf den Balkon, dass es bei uns nicht ins Fenster zieht. Manchmal ist er der letzte im Büro und dann quatschen wir oft noch. Manchmal auch ein bisschen länger, so wie gestern. Keine Ahnung, wo introvertiert anfängt und wie viel Zeit es braucht, es war schon ne Weile dunkel als wir dann die Tür abgeschlossen haben.

15 Oktober 2026

nichtkalt

Und alle haben ihre Meinung, der Kopf, der Bauch, das Herz. Und der Rest vom Körper auch. Wem zuhören, wem glauben, wem Mut zuflüstern? Dann bleibt Das ist wohl Dein Platz, zwischen der zweiten und sechsten Rippe - warmweich, mietfrei, Vollpension.*

14 Oktober 2026

All das.

All das geht so. Einkaufszettel schreiben, die Wege gehen, den Kühlschrank ein- und die Spülmaschine ausräumen. Die Wäsche einsammeln, Maschine anstellen, aufhängen, abnehmen, zusammenlegen und wieder von vorne. Die Küche in ein duftendes Chaos verwandeln und wieder aufräumen, die leckeren Zutaten zu feinen Sachen bereiten und sich am Genuss oder Fresskoma freuen. Radio und Gesprächen lauschen, Löcher in die Luft starren, verlegte Dinge suchen und finden, über komische Momente lachen und Ideen zu Plänen basteln. Die dreckigen Fenster auf morgen vertagen und übermorgen putzen. Den Lauf des Jahres in Abendhimmeln bewundern und bei Regen die Kapuze tiefer ins Gesicht ziehen. Die Ausstellung besuchen gehen und die Theaterplakate lesen. Anderer und einer Meinung sein. Mal ausschlafen bis Nachmittag, mal im Dunkeln aus den Federn. Mal erst im Hellen ins Bett mal einfach so einpennen. Mal aufraffen, die Dinge zu tun, die schwer fallen, mal von Leichtigkeit des dann-doch-machens überrascht sein. Gesundheitsdinge tun und Zukunftsdinge nicht mehr vor sich herschieben. Zweifel loslassen und Mut finden. Anfeuern und Bremsen, Verzweifeln und Grinsen. Gut zu sich sein und darüber freuen.

12 Oktober 2026

dafür

Dagegen sein. Tausend Dinge auf dieser Welt, die mir dazu einfallen und alle zu wenig bekämpft.

nts: darüber nie vergessen, wie wichtig das "dafür" im Leben ist

10 Oktober 2026

Recht|Pflicht

"Ich habe das Recht und die Pflicht mir Gutes zu tun." - diesen Satz hat mir jemand mal mitgegeben ohne zu wissen, dass kaum ne Woche vergeht, dass der mir an irgendeiner Stelle einfällt.

Egal ob ich meine zone durch Algorithmen oder durch ne alles-wiederkäuende Bubble mit shit flooden lasse - das Ergebnis ist das gleiche - Aufregungsdopamine. Das Schlimme ist, irgendwann festzustellen, dass sogar Themen, die mich interessieren, durch permanentes Dauerfeuer anfangen zu nerven. Ich möchte meine Empörung dosieren können und nicht von ihr ausgelaugt werden.

und nun?

Knapp vier Stunden, eine Hälfte ist einreduziert für den Tiefkühli, die andere Hälfte trocknet auf dem Wäscheständer im Ventilatorwind, 19 Stunden wach, Beine hoch. (So wie ich empfindlich bin was Alkohol angeht, ist es Mahnung und Selbstverpflichtung, alle gesammelten Pilze noch am gleichen Tag zu verarbeiten. Abgrenzung nachträglich? Keine Ahnung, besser machen vielleicht., hoffentlich.) 

08 Oktober 2026

05 Oktober 2026

Tinte...

 ...ist dicker als Blut. 

13 September 2026

Vom Feeling her

Was ein Abriss. Eine volle Freiheit ist schon muggelig, aber ne volle Freiheit am Abgehen ist vom Feeling her ein gutes Gefühl.

07 September 2026

Schönes gegen Doofes

Vor einem Monat mit Freunden aus Berlin, Hamburg und Dresden hier zum Konzert getroffen und dann mit Umwegen nach Hause geradelt. Weil es damals zeitlich nicht gepasst hatte, endlich mal wieder die Langzeitfreunde besucht. Großgewordene und ausgezogenen Kinder, Fachabi-Alter und Kinder der Kinder vom Bruder. Eine PV-Anlage die mittlerweile fast nur noch Schattenspender im Garten ist und mit der Grund war, dass ich das studiert was es dann wurde. Fachsimpeleien über Erdwärmesonden und Bohrgestänge, Elbpaddeleien und die Zeiten vor, während und nach der Wende.

Ein Samstag zusammen durch wilde Buntheiten und baufällige Fotomomente




K wie Kleingeldprinzessin. Die Ordner auf dem NAS sind halt schon etwas älter. Und jedes mal spring ich zwischen K und D. Schön, endlich mal in echt und draußen und bunt. und so passend zu Ort und Fühl als eins von drei älteren Liedern. Es war das letzte Konzert zum aktuellen Album das irgendwie ja drei sind - wie kann ein Mensch so Energie und gute Hoffnung verbreiten wie Dota? Oder bin ich da nur besonders empfänglich weil ich einfach so müde bin, von negativer Energie, schlechter Laune und ständigem Aufregen über alles? Vielleicht gerade deswegen so gut, da gewesen zu sein.



Ein Sonntag in Kernzonen, durch matschige Felswiesen und über Sandstein, ein mehrfaches Springen zwischen tschechischen und deutschen Funknetzen. Eine zufällige Begegnung an einer Engstelle, jemandin eine Höhenangst weggespottet und kurz darauf miteinander drüber gelacht und sich später zufällig wieder getroffen, eine schöne Unterhaltung über das woher und das Leben auf der Rückfahrt.


Die Rück- und Heimwege haben dann alle wieder zusammen geführt, auch den Rest der Verreisten und Arbeitenden. Eine schöne Sonntagsabendstimmung.

Ein Morgen fast in Routine, wie so oft - nur anders.


Ein Kaffee, ein Himmel, ein Ballon. Ein Moment.

04 September 2026

Sommerloch

Der August hat mich verschluckt. Augen reiben, sich selbst zwicken, doch doch. 

Drei Abende, drei Städte, drei Konzerte, ein CSD, eine Ausstellung.

Alligatoah
Alligatoah


Nick Cave & The Bad Seeds

Neues entdecken, Zeit und Alltag vergessen, nicht wissen welcher Wochentag ist, gucken und stauen und aufsaugen.

Planschen
Planschen


Ankommen, glücklich & dankbar sein, ein Kopf der sich mit dem Körper über das Erlebte um die Wette freut, keine nervige Post im Briefkasten, ein paar Tage chillen, Konzert um die Ecke.

Kraftklub
Kraftklub

Dieses Sommerloch war einfach unglaublich schön.

17 Juli 2026

Sommerabende

Drei Halbsätze in zwei Wochen, ein paar Links, ein Gefühl einander zu verstehen. Ein Wiedersehen, Umarmen, Ausatmen. Stunden und endlose Sekunden. Über Räder, Menschen und Momente. Über Touren, Tracks und Technik. Über Liebe, Zweisamkeit und Vertrauen. 

Weil der Mangold weiter eskaliert und der Backofen eh zu tun hatte - Quiche. Während die Tomaten durstig saufen, der Salat sich reckt und die grüne Hölle weiter wuchert. 

Fuck, was sind diese Abende mit Mauerseglern, Byte.fm und ein paar leeren Flaschen wertvoll. Kurze Nacht voraus, tiefes Lieben innendrin.


14 Juli 2026

🐦

Mittagspause. Die Bemmen in der Hand, eine Runde um den alten Hafen, ein bisschen aufs Wasser gucken, an der kleinen Werft vorbei, der ehemaligen Kneipe, den zerfallenden Kleingärten. Ein halbschattiges Plätzchen, die Beine baumeln an der Kaimauer. Kein Hunger, kein Appetit, zaghafte Bisse, Grübelei zwischen den kräuselnden Wellen.

In den Büschen flattern schimpfend Meisen und Spatzen. Ich störe hier. Das Brot krümelt in den Fingern, etwas landet ein paar Meter weiter. Sie sind neugierig, hüfen, abwartend, skeptisch. Es dauert ein wenig bis sie picken, hektisch aufflattern, wiederkehren.

Das Brot ist alle und ich weiß nicht, wer hier wen gefüttert hat. 🤍

13 Juli 2026

💧

Das Grollen, der Wind, die Pause. 

Und dann die Tropfen. Sommerregenliebe. 


07 Juli 2026

Flugversuche

Funktionsbeschreibungsstunden. All die Abhängigkeiten, die Grenzwerte und Alarme, Freigaben und Schutzfunktionen, die Regelkreise und Schrittketten - nur damit eins tut, was es tun soll. Gespräche darüber, ein Aushandeln von Risiken und Sicherheiten, von Interaktion und Automatismen. So ein bisschen wie im Leben - jemandem eine Anleitung schreiben, wie eins funktioniert, damit jemand die eigene Sprache hernimmt und ein Programm dafür schreibt. Etwas für die Schublade, zum rausholen, wenn Jahre später etwas hakt, wenn sich niemand erinnert, warum etwas wichtig ist.

Dazwischen ein aus-dem-Fenster-grübeln, rüber zu den drei Jungmöwen. Seit Tagen das Gefiepse, dem Schrei der Mutter ähnlich, nur dünner und höher. Sie lockt, füttert, fliegt auf, kreist, ruft. Immer wieder etwas mitgebrachtes hochgewürgt, den Appetit signalisieren sie mit drei synchron auf und ab gereckten Köpfen. Der straffe Wind, ein paar ungelenke Versuche, ein paar Meter weit, knapp über dem Boden. Ein, zwei Tage noch, höchstens, dann sind sie weg. Übrig bleibt das Erwachsene-Möwen-Geschrei, das Gelächter. Und diese Momente wo eins selbst loslachen muss, weil das so ansteckend ist.

Sommerregen, zum Einpacken bitte. Warm, nass, windig - durchweichtes Lächeln. Unerwartet frühe Abholung als letzter Termin des Tages auf dem Amt, spontan mittags gebucht. Wie gut Dinge doch funktionieren können. Die meisten waren wohl schon im Feierabend, ein paar stempelten sich aus während der Wartezeit. Die letzten drei Angestelltinnen trugen zu zwei Drittel Kopftuch. Wie gut Dinge doch funktionieren können. 

ungültiger und neuer Reisepass
ungültiger und neuer Reisepass 

Irgendwie gibt's jetzt keine Ausreden mehr, nur noch Strecke basteln und Versicherung klären. 

03 Juli 2026

nicht die lauten Momente

Die ganze Rumtreiberei, das ganze Entdecken fremder Orte, das rastlose Reisen - und am Ende bleiben unspektakuläre, fast zerbrechlich zarte Momente. Es sind nie die großen Ziele auf der Landkarte, die man da vorher hinlegt auf die Strecke. Es ist nicht der bestimmte Punkt, dieser besondere Berg, diese eine Stadt, oder jene tolle Sehenswürdigkeit - wo das Fühl dran kleben bleibt.

Der sonnenglitzernde See im Wald, die Libellen am Ufer auf den Zweigen im Wasser. Das Rauschen der Blätter des Küstenwindes. Die Wärme der Sonne im Holz des Steges im Rücken. Der Geruch des klaren Wassers und das leise Plätschern. Die zufriedene Ruhe, die uns dort überkam und sanft festhielt. Wenn ich die Augen schließe liegen wir wieder dort.

Seeufer mit Libellen
Seeufer mit Libellen

Es ist egal wo. Es ist egal wann. Diese leisen Momente, die einfach so passieren, die sich einfach so dazulegen und mitkommen. So entstehen sie wohl - all die Stunden, die man nicht vergisst. Von denen man keinem erzählen kann, weil niemand so fühlt wie es in diesem Moment da war. Geteilte Zeit - das wertvollste in der inneren Schatztruhe.

those nights

Lange Abende. Wetter, das irgendwann lange Shirts verlangt. Lange Gespräche, die irgendwann lange Pausen verlangen. 

Mangold
Mangold

Mangold, getrocknete Tomaten, Parmesanschlonze
Mangold, getrocknete Tomaten, Parmesanschlonze

Quiche im Ofen
Quiche im Ofen 

01 Juli 2026

████, ████, ████?

Durchatmen, Kochen, über Grünzeug freuen, Ideen zu Plänen zu Unternehmungen machen, Musik fühlen, Kunst erleben, Natur genießen, Momente einfangen, draußen & drinnen, hier & woanders, Hörspiele lauschen, Alltagszeug machen, große Baustellen kleiner werden lassen, Spiele spielen, in Comedy gehen, Kautsch liegen, Kautsch reparieren, eigene Fehler beschmunzeln, Hilfe sein, Inspiration zaubern, Pokern, Läden stöbern, Cafe sitzen, Zeltplätze erobern, Essen gehen, Welt bestaunen, Leuten zugucken, um den Block spazieren und in Zügen wohin fahren. Engtanzen & feiern, Fragen stellen, Sorgen tragen, Mut geben, Augenrollen & Wertschätzen, Pickel wegmachen, Angst aus Vergangenheit gegen Lust auf Zukunft tauschen, Kranksein ertragen, alt werden. Lachen & Heulen, Fluchen & Freuen. Verschusseln, Finden, Frieren, Schwitzen. Glut gucken, Anfeuern, unter der Decke stecken, ungestohlene Pferde füttern. BahnBonusPunke verprassen, Wanderschuhe benutzen, Badesachen einpacken, Fahrradketten ölen, gute Sommer und gute Jahreszeiten. Einander leicht sein, einander Lieblingsmensch sein.

(singt Lieder)