Sechzehn Stunden Regen. Einschlafen zu Regen, Halbschlaf bei Regen, Umdrehen bei Regen, Halbtraum bei Regen. Es ist, als ob das Draußen alle Unruhe mit stoischem Getropfe beantworten möchte. "Bleib liegen" murmelt das Wasser. Irgendwann klappt die Haustür, Rollkoffergeräusche und Kinderstimme. Die drei von zwei höher. Es bleiben ja nur die Ferien, eine Woche pauschal Türkei, all-inc mit Pool. Sie waren gestern alle da bei der verspäteten Einweihungs- und Geburtstagsparty des halb-dänischen Pärchens. Sie alle kennen sich über die Kids und den Spielplatz, mich von den Paketen die bei mir landen oder den vom Balkon gefallenen Legosteinen, Handtüchern, Spielzeugfiguren und Luftballons.
Viele Stunden über alles mögliche quatschen und immer wieder feststellen, wie anders die Freiheitsgrade anderer Menschen sind. Kaum ein Gespräch in dem irgendwas als "auf später, in ein paar Jahren verschoben" fast schon entschuldigt wird.
Was für ein himmelweiter Unterschied, etwas vertagen zu können weil man kein Bock hat und nicht etwas vertagen zu müssen weil man keine Zeit, Freiheit oder Ressourcen dafür hat. Was für ein himmelweiter Unterschied, sich spontan für etwas entscheiden zu können weil man Bock hat und es genau in diesem Augenblick der vielleicht allerbeste Moment gewesen sein wird, genau das dann unbedingt zu machen. Irgendwas mit Dankbarkeit. Dankbarkeit, sich so flexibel um Kalendereinträge rumbauen zu können.
Verschobene-Dinge-vielleicht-doch-heute-mach-Sonntags-Langsamkeit.















