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17 Juli 2026

Sommerabende

Drei Halbsätze in zwei Wochen, ein paar Links, ein Gefühl einander zu verstehen. Ein Wiedersehen, Umarmen, Ausatmen. Stunden und endlose Sekunden. Über Räder, Menschen und Momente. Über Touren, Tracks und Technik. Über Liebe, Zweisamkeit und Vertrauen. 

Weil der Mangold weiter eskaliert und der Backofen eh zu tun hatte - Quiche. Während die Tomaten durstig saufen, der Salat sich reckt und die grüne Hölle weiter wuchert. 

Fuck, was sind diese Abende mit Mauerseglern, Byte.fm und ein paar leeren Flaschen wertvoll. Kurze Nacht voraus, tiefes Lieben innendrin.


14 Juli 2026

🐦

Mittagspause. Die Bemmen in der Hand, eine Runde um den alten Hafen, ein bisschen aufs Wasser gucken, an der kleinen Werft vorbei, der ehemaligen Kneipe, den zerfallenden Kleingärten. Ein halbschattiges Plätzchen, die Beine baumeln an der Kaimauer. Kein Hunger, kein Appetit, zaghafte Bisse, Grübelei zwischen den kräuselnden Wellen.

In den Büschen flattern schimpfend Meisen und Spatzen. Ich störe hier. Das Brot krümelt in den Fingern, etwas landet ein paar Meter weiter. Sie sind neugierig, hüfen, abwartend, skeptisch. Es dauert ein wenig bis sie picken, hektisch aufflattern, wiederkehren.

Das Brot ist alle und ich weiß nicht, wer hier wen gefüttert hat. 🤍

13 Juli 2026

💧

Das Grollen, der Wind, die Pause. 

Und dann die Tropfen. Sommerregenliebe. 


07 Juli 2026

Flugversuche

Funktionsbeschreibungsstunden. All die Abhängigkeiten, die Grenzwerte und Alarme, Freigaben und Schutzfunktionen, die Regelkreise und Schrittketten - nur damit eins tut, was es tun soll. Gespräche darüber, ein Aushandeln von Risiken und Sicherheiten, von Interaktion und Automatismen. So ein bisschen wie im Leben - jemandem eine Anleitung schreiben, wie eins funktioniert, damit jemand die eigene Sprache hernimmt und ein Programm dafür schreibt. Etwas für die Schublade, zum rausholen, wenn Jahre später etwas hakt, wenn sich niemand erinnert, warum etwas wichtig ist.

Dazwischen ein aus-dem-Fenster-grübeln, rüber zu den drei Jungmöwen. Seit Tagen das Gefiepse, dem Schrei der Mutter ähnlich, nur dünner und höher. Sie lockt, füttert, fliegt auf, kreist, ruft. Immer wieder etwas mitgebrachtes hochgewürgt, den Appetit signalisieren sie mit drei synchron auf und ab gereckten Köpfen. Der straffe Wind, ein paar ungelenke Versuche, ein paar Meter weit, knapp über dem Boden. Ein, zwei Tage noch, höchstens, dann sind sie weg. Übrig bleibt das Erwachsene-Möwen-Geschrei, das Gelächter. Und diese Momente wo eins selbst loslachen muss, weil das so ansteckend ist.

Sommerregen, zum Einpacken bitte. Warm, nass, windig - durchweichtes Lächeln. Unerwartet frühe Abholung als letzter Termin des Tages auf dem Amt, spontan mittags gebucht. Wie gut Dinge doch funktionieren können. Die meisten waren wohl schon im Feierabend, ein paar stempelten sich aus während der Wartezeit. Die letzten drei Angestelltinnen trugen zu zwei Drittel Kopftuch. Wie gut Dinge doch funktionieren können. 

ungültiger und neuer Reisepass
ungültiger und neuer Reisepass 

Irgendwie gibt's jetzt keine Ausreden mehr, nur noch Strecke basteln und Versicherung klären. 

03 Juli 2026

nicht die lauten Momente

Die ganze Rumtreiberei, das ganze Entdecken fremder Orte, das rastlose Reisen - und am Ende bleiben unspektakuläre, fast zerbrechlich zarte Momente. Es sind nie die großen Ziele auf der Landkarte, die man da vorher hinlegt auf die Strecke. Es ist nicht der bestimmte Punkt, dieser besondere Berg, diese eine Stadt, oder jene tolle Sehenswürdigkeit - wo das Fühl dran kleben bleibt.

Der sonnenglitzernde See im Wald, die Libellen am Ufer auf den Zweigen im Wasser. Das Rauschen der Blätter des Küstenwindes. Die Wärme der Sonne im Holz des Steges im Rücken. Der Geruch des klaren Wassers und das leise Plätschern. Die zufriedene Ruhe, die uns dort überkam und sanft festhielt. Wenn ich die Augen schließe liegen wir wieder dort.

Seeufer mit Libellen
Seeufer mit Libellen

Es ist egal wo. Es ist egal wann. Diese leisen Momente, die einfach so passieren, die sich einfach so dazulegen und mitkommen. So entstehen sie wohl - all die Stunden, die man nicht vergisst. Von denen man keinem erzählen kann, weil niemand so fühlt wie es in diesem Moment da war. Geteilte Zeit - das wertvollste in der inneren Schatztruhe.

those nights

Lange Abende. Wetter, das irgendwann lange Shirts verlangt. Lange Gespräche, die irgendwann lange Pausen verlangen. 

Mangold
Mangold

Mangold, getrocknete Tomaten, Parmesanschlonze
Mangold, getrocknete Tomaten, Parmesanschlonze

Quiche im Ofen
Quiche im Ofen 

01 Juli 2026

████, ████, ████?

Durchatmen, Kochen, über Grünzeug freuen, Ideen zu Plänen zu Unternehmungen machen, Musik fühlen, Kunst erleben, Natur genießen, Momente einfangen, draußen & drinnen, hier & woanders, Hörspiele lauschen, Alltagszeug machen, große Baustellen kleiner werden lassen, Spiele spielen, in Comedy gehen, Kautsch liegen, Kautsch reparieren, eigene Fehler beschmunzeln, Hilfe sein, Inspiration zaubern, Pokern, Läden stöbern, Cafe sitzen, Zeltplätze erobern, Essen gehen, Welt bestaunen, Leuten zugucken, um den Block spazieren und in Zügen wohin fahren. Engtanzen & feiern, Fragen stellen, Sorgen tragen, Mut geben, Augenrollen & Wertschätzen, Pickel wegmachen, Angst aus Vergangenheit gegen Lust auf Zukunft tauschen, Kranksein ertragen, alt werden. Lachen & Heulen, Fluchen & Freuen. Verschusseln, Finden, Frieren, Schwitzen. Glut gucken, Anfeuern, unter der Decke stecken, ungestohlene Pferde füttern. BahnBonusPunke verprassen, Wanderschuhe benutzen, Badesachen einpacken, Fahrradketten ölen, gute Sommer und gute Jahreszeiten. Einander leicht sein, einander Lieblingsmensch sein.

(singt Lieder)

27 Juni 2026

denn wir sind noch nicht gestorben

Jetzt gerade bin ich froh, dass der 600er letzten Samstag zu fahren war 🥵. Ein bisschen Wunsch, ein bisschen Vorsatz, ein bisschen Ziel - nächstes Jahr in Paris zu sein und PBP mitzufahren. Irgendwann hab ich mal rumgealbert, dass ich das alles dann machen kann, wenn ich alt bin. Ich hadere mit dem ringsrum immer noch. Das geht vielleicht auch nie ganz weg. Vorgegebene Strecken, noch dazu Startort gleich Zielort - seufz. Aber PBP is halt nur alle vier Jahre und von der schönen Bretagne hab ich '22 ja nur ein Stückchen gesehen. Für eine frühere Anmeldung zählt das Jahr vorher und irgendwann im Januar is mir ein "dann halt machen" rausgerutscht. Die 200 im März waren richtig nass, mit Hagel bis knapp über ein Grad. Acht Stunden sind an sich ja nicht wild, aber wenn man es sich hätte aussuchen können, wäre an dem Tag drinnen bleiben tausend mal besser gewesen. Die 300 im April und 400 im Mai haben dann mit knapp über und unter 30er Schnitt dolle Spaß gemacht - wie das bei eigenen Wohlfühldistanzen irgendwann so ist.

Die 600 sollten ein bisschen anders werden. Längster Tag, aber in tropisch. Frisch durchgezogenes Gewitter und ordentlich nasse Straßen am Morgen. Luftfeuchtigkeit so, dass den ganzen Tag diese Emulsion aus Schweiß und Sonnencreme auf den Unterarmen glänzt. Früher sahen Autoscheinwerfer und Lokomotiven vorne so aus - eine Schicht festgeklebter Insekten. Vielleicht kreischen sie ja die ganze Zeit deswegen so begeistert rum, die Schwalben und Mauersegler in der Altmark. Wieder einmal verliebt in diesen heimlichen signature-sound der immer gleich aussehenden Dörfer zwischen Potsdam Seenplatte und Göhrde.

Das leise Ziel, unter 24 Stunden zu bleiben rutschte auf der ersten Hälfte zwischen 37 Grad heißem Gegenwind und zu vielen Wassernachfüllstopps in den Straßengraben. Von meinem Startblock war nach 20km niemand mehr dabei, in Tangermünde tauchte dafür eine schnelle Gruppe der letzten Starter auf, die waren also knappe 10min von hinten aufgefahren. Bei Gegenwind machen Gruppen schon gut Fahrt und der Windsack auf dem Wasserstraßenkreuz hing waagerecht in der Luft. Am längsten Tankenstopp in Magdeburg der mühsame Versuch, wenigstens noch ein Bounty-Eis runterzubekommen. Der Magen wollte mittlerweile nix festes mehr. Lange Kilometer bei Hitze, also vorsorglich Elektrolytkapseln und Kochsalzpillen gegen Magen- und sonstige Krämpfe eingesteckt. Wenn man jahrelang aufmerksam in den Körper horcht und sich dann bisschen kennt, findet man mit der Zeit das richtige "Rezept" für sich. Vor dem Start den Magen mit gekochten Haferflocken vollhauen, kein Kaffee, gut hydriert losrollen. Auf den ersten 200 alles futtern, was nicht süß ist und drinnen bleibt, Eier- und Käsebrötchen und diese Kartoffelteilchen vom türkischen Bäcker. Und wenn nix mehr runtergeht dann halt nur noch Elektrolyte, Salz und Süßes. Ich liebe Tanken, an denen es Pretzelbites und nicht diese ekligen Nic-Nacs gibt. Am Ende waren es elfeinhalb Liter Flüssigkeit und sechs Calippos. Die schnelle Truppe hatte mich in Magdeburg wieder und wie schon zuvor ihre Flaschen mit Tankstelleneis gefüllt. Ich weiß nich, für mich funktioniert das nicht. Der Körper hat schon genug zu tun, dann noch Schweres verarbeiten oder Eiskaltes im Magen aufwärmen - das haut mir den Kreislauf zu sehr durcheinander. Zwei Calippos im Nacken unters Trikot gesteckt, kühlt den Kreislauf an der wichtigsten Stelle. Man muss halt nur aufpassen, die Dinger dann leer zu saugen bevor das nur noch warme Plörre is.

Halbzeit Wasserstraßenkreuz
Halbzeit Wasserstraßenkreuz

Von der Elbe aus dann westwärts ins Hügelige Richtung Königslutter und vorsichtiges Kopfrechnen, welcher Schnitt und wie viel Pause vielleicht doch reichen würde für die 24 Stunden. 

Vielleicht ist das der beste Deal mit meinem Körper - ich behandle ihn gut und der lässt mich solchen Quatsch machen. Geben und nehmen. Wenn das im Winter mal über 80 Kilo sind, dann ist das eben so, tut ihm gut. Wenn er im Sommer keine Lust hat, die über die Hügel zu schleppen, lässt er sie halt los und zieht aus den 74 Kilo über nen Tag immer noch brauchbare 14.000 Kalorien ohne zu streiken. Zieht es im Rücken nach 300km, war ich etwas zu faul Rumpfstabi zu machen und dann wird halt wieder mehr mobilisiert und gedehnt oder häufiger geklettert. "it's an eating challenge with cyling in between" - und der Deal ist halt auch, zwar den letzten Müll in Energie umzuwandeln, aber eben maximal während so nem Ding. Ansonsten ist das wie mit allem auch, nur was ich Gutes in den Körper rein tue kann auch als Gutes zurückkommen.

fast food - wraps
fast food - wraps

Quarkkuchen mit Rhabarber
Quarkkuchen mit Rhabarber

Quarkkuchen mit Rhabarber
Quarkkuchen mit Rhabarber

Sommer ist Bowl-Saison
Sommer ist Bowl-Saison

Frühstück @ work
Frühstück @ work

Reis & grüner Spargel
Reis & grüner Spargel

Buchweizen mit Ofengemüse & Feta
Buchweizen mit Ofengemüse & Feta

wofür unter der Woche keine Zeit ist
wofür unter der Woche keine Zeit ist

Ich hab Sport echt nie gemocht. Der ganze Nervkram der seit Anfang an da dran klebt, ob in der Schule, Fitness des Aussehens wegen, Leistung als Währung, piapapo... hat ja alles irgendwie nix mit Wohlfühlen, Genießen und Spaßhaben zu tun. Ich kann dem immer noch nich viel abgewinnen. Wenn man weiß, dass sowas von einem auf den anderen Moment vorbei sein kann, wird man dankbar. Einfach dafür, dass der Körper da ist, heile ist und funktioniert. Dieses Gefühl trägt. Ganz besonders all die Tage an denen man einfach normal unterwegs ist oder pendelt - mal zäh, mal müde, mal genervt vom Alltag. Das ist halt alles nicht instagramable - Routinen und Konstanz klicken eben schlecht. Jeden Tag ne Hype-Maschine füttern kann nur enttäuschen. Die tausenden unspektakulären Stunden sind ja nicht weniger wert, aber so eben schnell entwertet. "Enjoy it." - ist immer noch die treffendste Mitgabe die mir jemand vor vielen Jahen schenkte. Und er hat damit so recht. Dann klappt das auch, sich ein Ziel zu setzen und das dann auch hinzubekommen. Und was beim Radfahren funktioniert ist so auch insgesamt übertragbar, Ziele, Zweifel, Pläne machen/ändern/anpassen, mit Energie haushalten, Regenerieren, weniger gute Tage erleben und bessere erkennen, nicht ablenken mit Dingen auf die man keinen Einfluss hat, die Dinge angehen, die man ändern kann, Verausgaben und Erholen, Vertrauen und Freuen.

Sonnenuntergang auf dem BRM600
Sonnenuntergang auf dem BRM600

Diese Momente im nirgendwo, auf einem noch nicht befahrenen Stück Straße und dann macht der Himmel kitschige Sonnendinge - hachz. Durch die Wälder und Hügel ging es fast ungestört, dank einiger Baustellen und der Fußballspiele. Die Tanke in Wolfsburg war wegen Besitzerwechsel dann doch nicht mehr 24h offen. Völlig verwundert als zwei bekannte Gesichter aus dem ersten Startblock auftauchten, kurzes Schnacken und Realisieren dass es doch ganz gut rollt und vielleicht nur noch zwei weitere Fahrer vorne unterwegs sind. Das war egal, wenn ich die 20min zu den beiden rausgeholt hab ist das nich so übel, beim 300er hab ich ne Weile zugeguckt wie die gut harmoniert haben. Lieber in Ruhe Wasser beim Pizzaladen aufgefüllt und eine kleine Cola geleert, die beiden zogen von dannen. Nachts ist Gruppe fahren nicht wirklich ein Vorteil und die schnellen waren mittlerweile auch grob anderthalb Stunden zurück. 140km und vier Igel, ein Fuchs, etliche Rehe, Käuzchen, WM-Besoffene und eine laue Brise von vorn später am letzten Kontrollpunkt die beiden dann wieder eingesammelt. Man hat ja reichlich Zeit zum Kopfrechnen unterwegs. Wenn die unter 24h bleiben wollten - hui, den Stress würde ich mir ja nicht geben wollen - es wurde dann eine Minute drüber für die beiden 😩. Mit dem sich langsam ins kurze Dunkel schiebenden Morgen und der Sonne kommt immer etwas Speed zurück. Auch wenn das zum großen Teil im Kopf passiert ist - 604km in 23:56, danke lieber Körper 💙 - das hat wieder unheimlich viel Spaß gemacht. Vor knapp fünf Jahren waren auf den ersten 24h noch 40km mehr drin, aber das war ja auch irgendwie Rennmodus bei deutlich angenehmere Temperaturen.

Sonne wieder kräftig, Süderelbe
Sonne wieder kräftig, Süderelbe

24 Stunden später
24 Stunden später

Peak Sonne auf der Terrasse und ich schüttle gerade ein bisschen den Kopf über mich, nicht schon vor Jahren einen Sonnenschirm besorgt zu haben. Klar kauf ich nicht einfach einen x-beliebigen Schirm, sondern es muss ein Ampelschirm sein, bisschen Regen abkönnen, gute Rezensionen haben und kein grau/beige/toteFarbe. Also Gestell und Stoff (petrol! 🥰) getrennt gekauft. Beim recherchieren festgestellt, einzeln so nur 80€+25€ statt 250€. Manchmal ist der Sparfux in mir echt nervig. 🙄 Die vier 50er Betonplatten waren bei einem Freund gerade über und wären fast im Bauschutt-Container gelandet. Es gibt nix, was es nich mit Solar & LEDs gibt - Sonnenschirmbeleuchtung rulez!

"Sternbild"
"Sternbild"

Der Tisch mit Seitenteilen und vier Gartenstühlen von der Vormieterin waren eigentlich immer schon zu viel für hier, zu sperrig einfach. Die Vorstellung, schön schattig unter dem Schirm zu liegen und den Vögeln beim Snacken oder Baden zuzugucken hat dann in Sekunden die Idee gezündet - einfach aus zwei Stühlen und den beiden Seitenteilen eine Gartenliege mit stufenlos verstellbarem Kopfteil bauen. Ich kann Freundys verstehen, die im Sommer auch fast nur draußen im Garten abhängen. Passend zum lausigen Wetter die beiden Auflage-Sets so an der Nähmaschine umgearbeitet, dass jetzt alle Lehnen und Sitz-/Liegeflächen chillig bequem sind. Es ist jetzt schon ein paarmal passiert, dass wenn die Stadt zur Ruhe kommt, Kindergeschrei und Stimmengewirr verstummt sind, ich hier einfach einpenne. Nichts tun und liegen, mit den Füßen in einer der wassergefüllten Curver-Boxen in denen früher Platten waren.
 
All das wird ziemlich wahrscheinlich der kühlste Sommer des restlichen Lebens gewesen sein. Und vielleicht lauert in allem ein "wer weiß, ob man das nochmal so machen kann in Zukunft?"-Ding. Vor zwei Wochen noch mit lausig nassem Schietwetter, aber zumindest ohne Unwetterwarnung wie bei Erobique (mit Laing als Background einfach zauberhaft) bei The Streets ein bisschen Wärme vermisst. Eine Platte, im Bühnenbild des Covers, streckenweise zaghaft und so irgendwie fast unerwartet als Zwiegespräch erzählt. Album-Listening-Session in live & draußen. Die zweite Hälfte wurde endlich lebhafter und bei aufgerissenem Himmel ein paar Ausflüge durchs Publikum - verdammter Mike Skinner einfach großartig. Peak Spaß mit Bierbecher Tennis zwischen linker und rechter Hälfte Stadtpark-Publikum und fast am Merch vorbeigemogelt.

The Streets - beer cup tennis
The Streets - beer cup tennis

Dagegen gestern im Docks fast zerflossen, volle Hütte, Audio88 & Yassin. Ich bin mir unsicher, ob Sauna-Konzerte sich durchsetzen werden. Aber die waren schon seit Jahren auf der Liste und es war leider so geil wie befürchtet. Die neuen Sachen eh klar, aber neben "WUP" war "Besser als morgen" für mich das klare Highlight. Marlo Grosshardt, gefühlte fünfzig Grad und der ganze Laden singt mit - Endzeit-Gänsehaut-Song.

Audio88 & Yassin
Audio88 & Yassin

Weil wir ja so verdammt gut darin sind, Technologieoffenheit als Staatsreligion einzuführen, die Arschkrampen genug Kohle scheffeln für ihre Privatarmeen und Bunker und wir auch sonst nicht viel für unser Überleben als Spezies richtig machen, werden die wenigen (scheinbar) friedlichen Momente immer wertvoller, der Eskapismus im Kleinen immer größer. Fatalistisch gesehen brauchen wir auch gar nicht mehr alles anzünden, der ganze Bums verbrennt eh noch früh genug. Eben noch drüber gescherzt, man müsse sich langsam beeilen, die Ecken noch zu sehen die man noch nicht kennt, bevor die auch im Arsch sind, schwupps - Realität. Wie es wohl sein wird, wenn die Faschisten dort regieren, wo die Mauersegler und Schwalben durch die Dörfer kreischen? Wie viel offener wird der Nazinachbar Nazi sein? Ein guter Sommer wird es gewesen sein, wenn im Winter noch genug in einem davon lebendig ist. Und wenn man im Winter noch ein paar Schneeflocken für heute beiseite gelegt hat.

Und vielleicht ist ja auch gar nicht alles so scheisse, wenn man sich mittlerweile spontan online-einen-Termin-aufm-Amt-für-hoffentlich-rechtzeitig-nen-neuen-Reisepass klicken kann. Dieses ständige "sich über alles aufregen weil nix mehr funktioniert" ist zu oft leider auch nur Empör-Resterampe im Kopf. Ich mag ja Dinge laufen lassen, Ideen die sich zufällig so ergeben und dann klappen. Zumindest vertraue ich da einfach mal drauf.

War auch ein bisschen mit den Xero Z-Trail so. Es gibt getragene Klischees und kaum eins ist stärker als ne Outdoorsandale 🙈. Ich hatte Ewigkeiten welche, runtergerockt, zwar griffige Sohle aber eben auch schwer. Erfolglos zig Modelle in verschiedenen Läden ausprobiert, zu klobig, zu bunt, zu massiv, zu modisch. Jetzt dann mit unter 290g sind die genau richtig um sie außen an die Seiten der Arschrakete zu tüdeln. Nach zwei Monaten Nutzung - beim normalen Laufen einfach mega angenehm für die Füße und mit dem Profil und der Dämpfung auch für mittlere Wanderung absolut gut geeignet. Alternativsport bis dahin - Liegen und Lesen. Is wie Radfahren - nicht zu verlernen, nur das zwischendrin Einschlafen is weniger schlimm. Tolle Schriftstellerin, tolle Mutter, tolles Interview.

Urlaubspostkarten, ganz besonders die unerwarteten, sind manchmal gerade auch wegen der wenigen Worte so viel mehr 😏. So wie Gedichte oder Lieder manchmal [<3]. 

was Dota sagt
was Dota sagt


14 Februar 2026

Energie

Die Woche hat langweilig geschmeckt. Wie auch, wenn das Wetter so ist wie es ist und von Regen zu Schnee wechselt und man dann einfach die jeweils passenden Klamotten und Räder nimmt. Ist irgendwie wie mit dem Leben. Ich hab nie Ziele gehabt, aber Möglichkeiten gesehen und Ideen entwickelt. Manche sind Wirklichkeit geworden, manche uninteressant. Mich hat nie interessiert, wo ich mich in fünf oder zehn Jahren sehe. Bullshit einfach. Muss ich auch nicht wissen, ich möchte Überraschungen und ich hab Flausen im Kopf. Mich hat es nie interessiert, was ich mit dem verdienten Geld mache, es war mal wichtig, sich für etwas zu entscheiden, mit dem es reicht zum Leben. Vor nicht mal vier Jahren gab's in meinem Leben Diskussionen darüber - die mir fremd waren, weil die Gründe dafür nicht meine Ängste und Glaubenssätze waren. Vielleicht war es aber Anstoß, mich damit zu beschäftigen und zu sortieren. Es gibt da nur noch zwei Kleinigkeiten, bei denen ich schlichtweg zu faul bin, zu entscheiden ob ich die anders handhaben möchte. Die sind aber auch nicht entscheidend, haben keine Dringlichkeit. Keine Ahnung wohin ich will, so insgesamt, aber so wie ich mich damit sortiert habe könnte ich in zehn Jahren Feierabend machen. Nicht dass ich das als Ziel sehe, bis dahin passiert ja auch noch dieses Leben, aber so in etwa mag ich das. Die Baustellen nach Dringlichkeit, Wichtigkeit und Gründlichkeit sortieren und nicht alle auf einmal - aber angehen.

Ich habe jeden Tag ungefähr die gleiche Zeit, die gleiche Energie zur Verfügung. Es gibt Tage, da frisst die Arbeit mehr davon, dann wieder das Kleinklein des Alltags und dann wieder der Sport oder andere Hobbies und dann wieder die Begeisterung für Buntes im Leben. Es ist jedes Mal meine eigene Entscheidung, wo ich meine Energie drauf verwende. Ich mache keine Jobs mehr, die mich ausbrennen, auch keine die auszuhalten sind. Egal wie viel Aufwand es bedeutet und wie lange es dauert - dazu ist es zu wichtig in Bezug auf die Zeit, die Interaktion mit Menschen und die Wertschätzung. Ich habe 10 Jahre damit verbracht, etwas zu finden, wo diese Balance für jetzt und seit zehn Jahren stimmig ist. Wenn ich einer neuen Wichtigkeit begegne, die damit nicht vereinbart werden kann, gibt es einen neuen Weg zu gehen.

Ich habe die Pflicht und das Recht mir gutes zu tun. Das gilt für alles, wo meine Energie hingeht, hingehen kann.

Dazu gehört auch, mir nicht unnötige, destruktive Gedanken zu machen über Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe. Die wichtigste Sache dabei ist allerdings schonungslos mit sich selbst zu bleiben. Keine Ausrede zu suchen oder zwingend nach Beweisen, doch nichts tun zu können, zu müssen. Wenn mir etwas als Problem erscheint habe ich immer diese zwei Möglichkeiten - mich darauf zurückzuziehen, nichts tun zu können oder es an mich ranzulassen und etwas zu verändern. Das eine ist Rückzug in Ohnmacht, das andere ist ein Gestalten. Ich kann Gründe, Schuld und Verantwortung immer woanders suchen und wenn ich das lange genug mache, auch finden. Oder ich verändere die Dinge die mich an der Lösung des Problems hindern. Ich habe die Verantwortung für mein Glück vollständig bei mir - ich kann den einfachen Weg gehen und jammern, dass es mich nicht ereilt oder ich sorge dafür dass es Platz hat. Möchte ich sicher bremsen, dann kümmere ich mich um die Bremsen, möchte ich nicht zweifeln ob ich mich bei einer Idee überfordert haben könnte, bereite ich mich halt vor. Will ich keine Angst vor etwas ungewissen haben - dann bringe ich Klarheit in die Sache und kümmere mich darum, dass die Angst, die an der Ungewissheit klebt, keine Energie mehr bekommt. Kann ich an dem Zustand nichts ändern, kann ich mich auf das Eintreten vorbereiten und dadurch aus der Ohnmächtigkeit raus - mega Perspektivwechsel mit Antrieb und freigewordener Energie für anderes. Es ist wie mit allem - je öfter, desto einfacher, desto entspannter.

Ich bin ohne goldenen Löffel geboren worden und ich kenne zu gut, was es mit Menschen macht, wenn die Existenz und Zukunft bedroht ist, tagtäglich und das über Jahre. Seitdem wollte ich mich weder solchen Umständen ausgeliefert wissen noch diese Perspektivlosigkeit übernehmen.

Ich habe lange nicht gewusst, dass ich das so sehe, so handle. Es gab Dinge, die mich genervt haben und sinnlos Energie, Sorgen und Aufmerksamkeit gefordert haben. Dabei hätte ich den Umgang nur von dem, wo es mir leicht fällt nur auf das, wo es mir schwer fällt, übertragen müssen. Wenn ich ein gutes Rennen gefahren haben möchte, weiß ich was ich dafür machen kann und dann klappt das auch. Es ist faszinierend, was mir das, so ganz unbewusst und nebenbei und unspektakulär, für das Leben gezeigt hat. Vielleicht der größte Gewinn dabei, auch die Platzierungen. In einer dieser Stunden vor zwei Wochen ging es viel um Verletzlichkeit & Vertrauen und um Rückzug & Verteidigung - viel um Vertrauen. Eine Frage die sich mir irgendwie nie stellte, weil ich sie lange Zeit auch gar nicht spüren wollte unter Depression und all dem Wegdrücken und ihre Erkenntnis - ich kann nicht nicht vertrauen. Und das ist schon irgendwie schön und schon auch nicht so schön.

Und so ist es halt auch mit den inneren Baustellen. Die Pflicht und das Recht, mir Gutes zu tun. Gründe für Probleme kann ich immer woanders finden. Gehen sie davon weg? Nö. Wanna be loved - be loveable. Ganz "einfach". Immer worauf ich meine Energie verwende. <3

23 Januar 2026

Augenroll

Irgendwie typisch. Das Rad für die Alltagssdinge wird in ein paar Monaten Teeny. Jeden Winter bekommt es Winterreifen rauf. Die Contis haben jetzt also schon neun Winter erlebt. Schon letztes Jahr war ich nach drei durchgedrückten scharfkantigen Streusplit-Steinchen kurz davor die endlich zu ersetzen. Aber wie so oft - ooch, die sind noch gut, den Winter schaffen die noch. Dabei hatten sie schon zwei tyre patches innen und das Kastenprofil fuhr sich langsam auch eher semi.


Diese Woche war es dann endlich soweit, erster Platten '26. Ich will nicht knurren, das war mit Ansage, Schlauchwechselroutine geht bei Kälte noch mal schneller - niemand möchte unnötig lange draußen rumfrieren.

Dann endlich die Einsicht, endlich die vor drei Jahren gekauften Ersatzschlappen aus dem Fundus im Keller zu holen und aufzuziehen. Irre, wie schön so Reifen mit Profil aussehen und sich fahren. Manchmal roll ich mit den Augen über mich beim Rollen. In zehn Jahren dann wahrscheinlich wieder der gleiche orrr-Moment.



21 Januar 2026

off the beaten tracks

Wieder eine dieser Stunden im Sessel, einer dieser Streifzüge durch Abgründe, die harten und die weichen Seiten an die Hand nehmen. Mitgenommenes sortieren, für jetzt, für später. Für mich, wie für nicht-mich.

Welche Wunden reißen meine roten Fahnen? Welche Unsicherheiten kann ich Dir bieten? Was verdränge ich am stärksten? Kann ich den Schmerz halten, darüber was mir angetan wurde, ohne ihn an Dich weiterzugeben?

All das könnte ich sein lassen, all das könnte ich mir sparen, all das könnte ich belächeln. Und würde halt an der gleichen Weggabelung ankommen.

Man kann eine Simulationsrechnung immer wieder durchspielen - wenn das Näherungsverfahren nicht geeignet ist, konvergiert da nichts.

[so ein Tag frisst mehr Kraft als 400km bei 2 Grad und Regen] 

Irgendwo...

...muss sie ja hin, die Energie. Die kleinen guten Dinge, das schöne Wetter aus Richtung Ost, paar Seiten lesen abends. Die Eichhörnchen kommen wieder öfter vorbei.

"für" die freien Radikale

Kartoffelklöße
Rotkraut mit Wellant
Kräutersaitlinge in Pfefferbutter
karamellisierte Schalotte
(parallel die Lasagne für auf Arbeit im Ofen)

Buntes gegen Doofes

der Wind zuppelt aus Richtung Osten 


20 Januar 2026

Licht hören

Es ist zu laut gewesen hier, zu viel Lärm über dem Himmel. Polarlichter haben einen Sound. Manche beschreiben es als eine Art Rauschen, manche sagen, sie würden dröhnen. Ich habe es damals als ein Knistern mit einer darunterliegenden sehr tiefen gleichmäßigen Frequenz wahrgenommen. Vor Müdigkeit drei Stunden im Tiefschlaf unterwegs, das übliche zerrissene Aufwachen mittendrin. Diesmal im richtigen Moment, Klamotten an, Mütze auf, raus. Staunen und diese instant Sehnsucht - ich wäre wirklich gern in Lappland gewesen über den Jahreswechsel.


Zurückkriechen unter die Decke, atmen, Schlaf suchen, nicht die Abbiegungen ins Grübeln nehmen, den Olm festhalten. Ich hab keine Ahnung woher das kam, aber da waren kleine Frösche auf einer Wiese, daumennagelgroß, schwarz mit orangenem Muster. Sie waren schnell und wollten sich nicht anschauen lassen. Nach drei, vier Sprüngen flatterten sie als kleine blassblaue Schmetterlinge durch die sonnige Luft. Es waren viele. Ich habe Träumen wirklich sehr vermisst.

18 Januar 2026

woher, wohin

Im halbdunkel eins von den Büchern gegriffen die da schon ein paar Tage warten. Zwischen den Seiten eine Reise zurück in ein Land dass es nicht mehr gibt, passend "Fabelland". Orte, Namen, Zeitpunkte. Alles irgendwie vertraut und doch als ob es irgendwo verschütt gegangen ist. Unter all dem Wahn dieser Zeiten, dem Geeile durch die Jahre. Die Unterschiede, zwischen dem wie es eine eigene Ästhetik, Formsprache gab, die durch Seelenlosigkeit der landauf landab gleichlackierten oder feuerverzinkten Bushaltestellen ersetzt wurde. Was bleibt, wenn es noch nicht einmal einen Namen hat, kein Bewusstsein gibt? 


Eine Reise auf der Suche nach dem woher. Harte Flashbacks flackern auf der Leinwand. Betretenes Schweigen im Saal und gedämpfte Sätze auf dem Weg im Dunkeln.

Menschen, deren Geschichte ich nicht kenne und deren Erinnerungen dann so viel ähnliches erzählen. Eine Nacht im nichtostalgischen Zurücktasten.

Ich weiß nicht genau, warum mich das gerade alles so suchen lässt. Und wonach genau eigentlich. Vielleicht weil ich etwas wiedergefunden habe in den letzten zwei Jahren. Vielleicht weil es etwas nichtsichtbares Verbindendes gab, eine Vergangenheit die sich nicht in den Vordergrund drängt aber immer Teil war, sein wird. Vielleicht weil ich schon lange danach gesucht habe, einem zuhause-Gefühl, wie ein fehlendes Puzzleteil. All das macht gerade nichts leichter. Das Vermissen guckt mit mir in die Sonne. Keine Ahnung wieviel Leben noch kommen, das hier ist vor zehn Jahren verlängert worden.

16 Januar 2026

nichts hält

Die Waage fragt ob es mir gut geht. Vielleicht soll ich in den Bergen fahren. Ich koche, gerne und mit Geduld. Allein - es will mich nicht zusammenhalten. Was das Herz verbrennt. Liebe geht durch den Magen, nur anders als gedacht. Hoffentlich bleiben noch 21 Gramm übrig. Ins Leere treten, im nichts anhalten. Der Fluss bleibt stumm. Ich möchte schreien. Bin neidisch, wie nah sich Eisschollen einander kommen. Alles leer, alles ohne. Zwei Käuzchen, eine Maus, ein paar dampfende Pferde. Ich wäre jetzt gern nicht hier. Nicht ohne. 

10 Januar 2026

ä's & ü's

Manchmal passt die innere Wettervorhersage sehr auf das was sich im Draußen bewegt. Nach dem Sturm doppelt so langsame Minuten zwischen all den abgebrochenen Zweigen. Es ist, was es ist. Es ist, was es nicht ist. Es ist nicht. Nicht warm, nicht gut, nicht leicht. Zuviel hätte, zuviel würde, zuviel wäre. Es kann keine Veränderung zum Besseren geben ohne selbst etwas zum Besseren zu ändern.

wenn wir anders wären



08 Januar 2026

n.egal

Das war irgendwie schon immer so. 

    "Nie hinbekommen, dass einem der andere egal ist."

Und das ist gut so.







05 Januar 2026

im Schnee...

...verloren. Zwischen den Jahren. Ein mehrtägiger Austausch mit vielen interessanten Gedanken. Über das woher, das hier, das wohin.

Auf Umwegen kam da ein "...du bist halt ein Gewinnertyp...". Und das hängt da so seither immer noch quer. Als ob das so wäre. Ist das so? Oder - will ich das überhaupt? Was, wenn es gar keine Gewinner gibt? Wenn am Ende alle verloren haben?


Vielleicht ist es auch wie so oft - dazwischen, beides. Nicht einander bedingend, eher nebeneinander existierend.

Irgendwo da draußen zwischen dem knirschenden Schnee, beim Innehalten um in die pausierte Landschaft zu gucken passte es ganz gut, das "Man kann einander ja nur einladen. Den wichtigen Teil muss man aber selber machen.".

Und wie gut so ne zaghafte Schneeballschlacht, so ein bisschen Blödsinn manchmal tut. 

25 Dezember 2025

Im Moment

Woran wir uns erinnern. Irgendwann habe ich aufgehört mich zu wundern, warum ausgerechnet ganz bestimmte Momente in Erinnerung bleiben. Man erlebt etwas, macht ein paar Bilder und hat ein paar Worte gewechselt. Irgendwo dazwischen gibt es Momente, die anders sind.

Die sich anfühlen. Die den ganzen Augenblick mitgenommen haben. Die unscheinbar sind, über die man manchmal hinweglebt während dessen.

Momente, die unspektakulär scheinen. Es sind nie die, die auf Bildern haften. Manchmal an Worten. Vielleicht sind es die, in denen nichts musste, nichts gesprochen, nichts gedacht.

Sie sind friedlich, alle.

Gestern war wieder so ein Augenblick. Da sind zwar Stunden voller Eindrücke, aber die sind austauschbar, die machen nichts mit mir. Der eine Augenblick der wahrscheinlich bleibt wollte nichts, nicht treten, nicht lenken, nicht essen, nicht denken. 

Mittagssonne, kalter Wind, hinter einer kleinen Scheune ein Stapel Baumstämme vom nahen Wald. Pause. Ich habe mich da auf die Stämme gelegt. Anfangs die Wolken angeguckt. Augen zu, die Geräusche aus der Ferne, die von direkt neben mir. Die Wärme auf dem Gesicht, das Holz im Rücken.

Vielleicht habe ich einfach ein bisschen zu viel Müsserei in meinem Sein. Einfach liegen, sein, wahrnehmen und fühlen was ist. Das verhakte Blatt, was mit dem Wind hörbar am Holz gekratzt hat.

Wie viel mehr solche Momente sind. Die nicht-lauten.

Irgendwie schön, dass es immer diese Art der Erinnerungen sind. Vielleicht weil ich genau diese Sorte wirklich brauche. Vielleicht weil genau da das Leben so unscheinbar schön passiert.

Vielleicht braucht es auch gar nicht mehr, so ein Leben. Diese Momente, in denen man spürt, was gerade Gutes ist.

Dankbarkeit, dafür.