2022/07/25

warum immer so toxic

 


Getroffene Hunde. Oder so. Zugegeben ich habe von dem Tüpen erst mit der 7vsWild - Staffel 1 mitbekommen. Die in der Form durchaus unterhaltsam war. Awkward zwar hin und wieder, aber eine Mischung aus Neugier und Popcorn. Inhaltlich muss man da nicht drauf eingehen, vieles der dort gezeigten Sachen war nicht sonderlich neu. Vieles spielerisch mitbekommen, weil man eh schon immer draußen zugebracht hat, als Kind beim Paddeln, Zelten, Wandern. Später dann "overnighter" gemacht als es dieses Wort noch nicht wirklich hier verbreitet, der Euro noch ein paar Jahre entfernt war und die meisten auf ihren Führerschein hingespart haben. Klamotten und Zeug improvisiert, selbst genäht, repariert, vieles abgeschaut. Irgendwann ein Messeprototyp-Zelt aus Tettnang bekommen, das Rad dazu genommen und Kocherphilosophien verheiratet, die es mittlerweile so zu kaufen gibt.

Wenn es nicht der eigene Dunstkreis war, dann hat mir die meiste Inspiration das outdoorseiten-Forum gebracht. Ich kenne Beef, den es in Foren so geben soll, eigentlich nur von Erzählungen. Im ODS geht es immer sehr achtsam zu. Man kann länger wegbleiben und mit einer abstrusen Kleinigkeit wiederkommen und wird trotzdem genauso ernst mit Antworten bedacht wie der hunderttausendste Post zu einer Schlafsacksuche. 

Es ist eben ein Unterschied ob dort alle bunt gemischt sind - Familienurlauber, Rentner, Wanderer, Wassersportler oder Weltenbummler. Oder ob es ne kleine Bubble ist, die Stereotype bedient, angefeuert durch Klicks, Reichweite und dem Druck immer krass und spektakulär rüberzukommen. Gerade weil das im ODS so eine schöne Mischung ist geht es dort ohne Respekt gar nicht. Viele Tellerränder die sich überlappen.

Diese ganze Survival-Richtung ist imho eh schon immer ein bewahrheitetes Klischee des fragilen Mannes gewesen. Und das ganze dann in Reichweiten übersetzt, muss ne Radfahrt (wie sie von tausenden mittlerweile gemacht wird) mit reißerischen Slogans aufgepumpt werden - als wenn alle Welt etwas dagegen hätte das ausgerechnet Fritzchen und seine Buddies das auch tun. Way too much Opferrolle. Und klar, sexistische Kackscheisse-Witzchen reißen ist das eine - das sagt viel über den Menschen aus, hier eben nichts gutes. Diese dann aber auch im geschnittenen Film online zu stellen ist quasi die absichtlich zur Schau gestellte Misogynie pur.

Und deswegen ist die Frage ein Treffer, die Reaktion selbsterklärend. Ich würde mir da mehr Diskurs in der Szene wünschen, was erstmal erfordern würde, dass sich diese Prepper-affinen Survival-Kreise da überhaupt erkennen und reflektieren. Dass es mit bewusstem Umgang geht - machen andere prima vor


 

/inˈdif(ə)rəns/


 

Gleichgültigkeit, die. Am anderen Ende der Nachtzugverbindung. Das vielleicht Erschreckendste. Zu realisieren, _wie sehr egal_ man istsich fühlt.

2022/07/24

🎧


Algorithmen fressen Kunst auf. Ein Netflix - Film ist eben leider immer nur der erwartbare Durchschnitt dessen was geguckt wird. Weder Gosling noch Thornton noch de Armas konnten zeigen was sie wirklich können. Zumindest war es der Sound und die Action von The Gray Man wert, ideal im Saal zu sitzen.  Zwischen dem Sportwerkfest.

Nachtrag: der Plot war auch wirklich mies, alles so schon zig mal gesehen, die Story auch nirgends was neues, Konsensfilm. 

Damals im Sommer als wir es nicht gewagt haben und du mir am Feldrand den kleinen Zettel mit einem "für wenn es dunkel ist" in die Hand gedrückt hast... gilt immer noch, J. 



2022/07/23

Hurt


... und dann versuchst du wahllos Platten auszuwählen und schaust was du davon nicht mehr behalten möchtest und merkst das jede einzelne eine Geschichte für dich hat. Jede neben anderen, der Soundtrack deines Lebens und du fängst an zu weinen unter den Kopfhörern weil du auf einmal festhängst an diesem Tag als Jonny starb und du genau weißt wie es damals war und der alte Volvo mit offenen Fenstern an dir vorbei fuhr und es dich kalt erwischt hat diese Stimme zu hören und du gerade jetzt und hier genau diese Platte, dieses Stück so unbedingt brauchst um wieder einmal alles von der Seele zu heulen. 


Es fühlt sich an wie als wenn ich ein Leben lang nicht geweint habe und es nie durfte und es einfach so schrecklich weh und gut zugleich tut. 


Irgendwann schreibe ich die ganze kaputte Zeit mal hier auf. Weil es vielleicht irgendwem einen Moment des Innehaltens verschafft genau da nicht hinzugehen wo ich war.
 

🎧


"... that shitty feeling is better than feeling empty..."

Und dann tanzten sie Tango zwischen den Pennern und Dealern, den Cops und den Nutten und es war immerhin 20 Grad kälter.

Wie unglaublich unfassbar gut die letzte Amy Whinehouse - Platte doch ist. 


2022/07/19

Post. Nicht abgeschickt.

Donnerstag Abend, ein paar Stunden in hohen Hallen und mit dem Kopf woanders. Fast wie in zeitlupenartigem Reflex greift die Hand nach der Karte. Der Blick bleibt hier und da hängen auf den Plakaten, Büchern und kunstvollen Papieren. Weil diese Karte gerade so alles ist woran Du denkst. In Louise Bougeois' Biographie hineinzufühlen hinterlässt einen ganz bestimmten tragischen Schmerz. Und dass diese Karte nie an ihrem Ziel ankommen wird auch.