2026/01/15

Und ich hab' mir eingeredet, dass es funktioniert, aber

ein Song reicht.

Ein Seitandöner mit Ofengemüse. Ein Bahn-Newsletter. Ein Lokalnachricht aus diesem Stadtteil. Eine Konzertankündigung für dort. Ein Bild dieser Felsen beim Scrollen. Ein Blick auf diese Pflanze. Ein T-Shirt blind gegriffen. Eine dieser Platten. Eine dieser Textzeilen.

Noch nie so dreckige Weihnachten, noch nie so'n dreckiges Neujahr. In Wunden gebohrt, Pflaster abgerissen. Mir gratuliert es rausgeschafft zu haben. Und dann doch wieder zweieinhalb Tage durchgeheult.

Vielleicht hört das auf, vielleicht nie, vielleicht wird es anders. Aber ein Song reicht.

Ich fühl mich hier so falsch. Es geht hier allen zu gut, selbst denen, denen es schlecht geht. Sind halb so alt mit ungewisser Zukunft, aber ein Erbe wartet. Privilegien zum Schulterklopfen, "Wie war der Urlaub, der vierte richtig?". Sie sind so nett, und ich geh ein. Diese ganze heile Welt mitgemacht und übernommen. Von oben gelebt und das zerstörerische in mir gefüttert. Wenn es diese kleinen Momente nicht gäbe - das Rotkehlchen das neugierig guckt, ein random Lächeln weil man sich auf dem Fußweg Platz macht. Ich hätte gern den Teil meiner Kindheit, der mir kaputtgemacht worden ist, in mir. Den naiven, den neugierigen, den verletzlichen. Ich will auf'n Arm.




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