2023/09/26

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Ich mag Pusteblumen. Und den Kram von The Ambientalist irgendwie auch ganz sch├Ân dolle.

2023/09/20

roadkill

 Jedes Mal. Jedes verdammte Mal. 

Wenn ich die vor-Strava-und-├╝berhaupt-f├╝r-Zahlen-interessieren-Zeit dazu nehme, komme ich mit ziemlicher Sicherheit auf ├╝ber 200tkm die ich auf R├Ądern verbracht habe. Das ist ganz sch├Ân viel Lebenszeit und nicht die schlechteste. Eine der traurigsten Konstanten dabei ├╝ber all die Jahre - tote Tiere. Ich habe so ziemlich alles gesehen und gerochen was auf Stra├čen von Autos ├╝berfahren wird. Hunde, Wildschweine, Rehe - ├╝berhaupt alles an Wild, Dachse, F├╝chse, Katzen, Igel, Schlangen, Echsen, V├Âgel aller Art, Maulw├╝rfe, Eichh├Ârnchen ... die Liste lie├če sich noch ewig fortsetzen. Der Zustand reicht von frisch angefahren und noch in den letzten Zuckungen bis zu s├╝├člich verwesendem Geruch der ├╝ber hunderte Meter den Atem nimmt.

Es sind surreale Momente, einen toten Maulwurf zu sehen und anhalten zu wollen um ihn zu ber├╝hren, ob das Fell wirklich so kuschelig weich ist wie er da so liegt. Das Eichh├Ârnchen mit der d├╝nnen Blutspur vom Sch├Ądel ├╝ber den grauen Asphalt, die Augen ins nichts starrend. Das kalte Reh neben der Spur, das R├╝ckgrat verdreht und die L├Ąufe gebrochen. Der Hundekadaver an dem schon Raben und Nager zugange waren und bald nur noch die Knochen und Fellreste verbleiben werden.

Irgendwie geh├Ârt es mittlerweile dazu, jeden Tag mindestens ein totes Wesen auf der Stra├če zu treffen. Ich habe mehr Igel und Blindschleichen zerquetscht auf dem Boden gesehen als in der Natur. Es sind europaweit knapp 200 Millionen V├Âgel und etwa 30 Millionen S├Ąugetiere - pro Jahr. Und all das wegen dieser "Freiheit". Leave no trace f├╝r'n Arsch.

Ich habe zum Gl├╝ck zweimal f├╝r ein Eichh├Ârnchen gerade noch bremsen k├Ânnen, vor Ewigkeiten gab es fast einen Zusammensto├č mit einer Katze. Ich habe bestimmt den ein oder anderen K├Ąfer, ein paar Raupen und sicherlich auch mal einen Frosch w├Ąhrend der Laichzeit ├╝berfahren. Das ist nicht sch├Ân. Das Vorderrad ein bisschen zu verrei├čen wenn da ein K├Ąfer im Blickfeld auftaucht ist so normal wie der Griff zur Trinkflasche.

Ich m├Âchte mich an all die toten Tiere immer noch nicht gew├Âhnen.


2023/09/19

'cause I don't like myself

Zwei Begegnungen, zwei Menschen - und dann liegst du da nachts und heulst. Beide haben dahin gefragt wo in mir irgendwann etwas kaputt gegangen ist. Ob ich nicht dankbar gewesen sei nach dem Unfall vor dem TransAm damals. Und wie jemand als Kind die Tage auf einer Intensivstation erlebt hat, isoliert, schuldig gef├╝hlt f├╝r die abzuschirmende Ansteckgefahr.

Beides f├╝hrt zwei eigene F├Ąden aus unterschiedlichen Jahrzehnten zusammen. 

Ich war glaube 8 Jahre alt und sollte einmal an einem Wochenende meine Spielsachen und Schreibtisch aufr├Ąumen - was ich ungern tun wollte, wie Kinder halt so sind. Die Ansage war, dass ich vorher nicht zum Spielen raus d├╝rfe. Ich habe da geschmollt. ├ťber das Wochenende habe ich Bauchschmerzen bekommen. Das wurde von meinen Eltern abgetan, dass ich nur simulieren w├╝rde um nicht aufr├Ąumen zu m├╝ssen. Letztlich wurden die immer schlimmer. Die am Sonntagabend gerufene ├ärztin hat den Krankenwagen gerufen und ich wurde ins Krankenhaus gebracht, ab in den OP - Blinddarm, nicht entz├╝ndet, sondern Durchbruch. Also vier Tage Intensiv, Schl├Ąuche im Bauch, das ganze Programm. 

Meine Mutter meinte zwar Jahre sp├Ąter dass sie sich da im nachinein Vorw├╝rfe gemacht h├Ątte - ich habe aber nie eine empathische Reaktion, kein in-den-Arm-nehmen oder Entschuldigung dar├╝ber erfahren und gesp├╝rt. Ich habe da aber ein ganzes St├╝ck verinnerlicht, dass meine Schmerzen nicht relevant sind. Und das die niemanden ber├╝hren. Als ich den schweren Unfall hatte, habe ich nicht gesehen, wie sehr das die Menschen um mich mitgenommen hat. Ich habe das alles nie gelernt. Und das bringt mich gerade wieder zum heulen.

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