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04 Oktober 2026

Leben, lassen

Vor drei Sommern dieses Buch. In der Fahrradtasche, mit am Strand, mit beim Bäcker. Das wird immer an "dort" erinnern. Und es sind bestimmt noch ein paar Sandkörner zwischen den Seiten.

Jasmin Schreiber schreibt. Auch wenn es nicht gerade um Krabbelgetier aller Arten geht. Aber wenn - dann wie alles mit allem zusammenhängt, auch und ganz besonders direkt vor den eigenen Füßen, dort wo man das Leben einfach mal machen lassen sollte.


28 Juni 2026

Bücher...

...die so schön sind, dass man gar nicht genau weiß, woher auf einmal Tränen kommen... 

12 Juni 2023

📖

Ein schattiges Plätzchen, Vogelgezwitscher, ab und an brummt ein Insekt vorbei. Das Lesen im Sommer ist ein anderes als in den Monaten der frühen Dunkelheit und unmuggeligen Temperaturen. Der "SuB" wird zwar nicht kleiner weil immer mal wieder spontan was dazukommt, aber über die Zeit vom letzten Sommer bis jetzt sind einige zusammengekommen die bleiben dürfen. Und einige die demnächst mal wieder vertickt werden.

Laurent Petitmangin - Was es braucht in der Nacht


Ich kenne diese Zeitlupenunfallaufnahme, wie jemand radikaler wird aus der Beobachtung einer Familie in der das weggelächelt wurde, ein Stück weit mitgetragen und hinter konservativer Arschlöchrigkeit versteckt. So wie es in den Baseballschlägerjahren fast überall war. Um so beklemmend schöner zu lesen wie tief der struggle geht, dagegen ankämpfen zu wollen, ohnmächtig zu bleiben und doch nicht zu zerreißen. Traurig, tragisch, schön. Bleibt.

Jasmin Schreiber - Mariannengraben


Zwischen Leben und Sterben passt ne ganze Menge Abenteuer, im Kleinen wie Großen. Ein Buch das sehr nach letztem Sommer riecht. Mag's, bleibt

Lewis Howes - The Mask Of Masculinity


Über seinen Podcast drauf gekommen, eine schonungslose Bestandsaufnahme seiner eigenen jahrelang kultivierten red flags und sein Weg hin zu einem besseren Menschen. Ein Buch das mit jedem Kapitel einen neue weitere (wie viele denn noch?!) Tür öffnet hinter der man seinen eigenen Spiegel mal angucken darf. Bleibt.

Florence Given - Women Don't Owe You Pretty


Bämm - so quietschbunt und schrill Florence Given selbst ist, so deutlich sind die Zeilen dieses Buches. Verteilt Ohrfeigen wie Tastaturanschläge beim Schreiben. Bleibt.

John Ironmonger - Das Jahr des Dugong


Wenn ich gefragt werden würde, wer besonders "dicht" zu schreiben vermag, welches Buch fesselt, dass man drei, vier Stunden alles ringsrum vergisst - wäre dies hier ganz vorne dabei, genannt zu werden. Für mich auch ein Abschied, weil es das letzte Mal war mit einem bestimmten Menschen über Bücher zu reden, schreiben. Das Buch darf bleiben.

Lisa Taddeo - three women / drei frauen 


Puh, würde ich heute wahrscheinlich eher aus der Hand legen. Bin ich nicht so wirklich rangekommen, hat sich sehr angestrengt angefühlt. Zu laut, zu viele Fragezeichen, zu sehr auf Klischees runtergeschrieben. Darf gehen.

Dami Charf - Auch alte Wunden können heilen


Ich mag ihre Videos und die aufgeräumte Art an dunkle Erlebnisse ranzufühlen. Ein Buch, das eine tolle Hilfe zum selbst bearbeiten ist. Bleibt vielleicht nicht mehr lange, fühlt sich aber prima an, das in den Händen gehabt zu haben als es wichtig war.

Katja Lewina - Sie hat Bock


Für mich eine der Entdeckungen des letzten Jahres, hier liegen ja auch noch ein paar ungelesene Bücher von ihr. Darf unbedingt bleiben, und die nächste Lesung in der Nähe verpasse ich dann nicht, versprochen.

Desmund Shum - Red Roulette


Krasses Buch über ein noch krasseres System. Gibt Einblicke in Abläufe von denen wir nur wenig wissen und ahnen. Auch wenn mich vieles an Korruption und Struktur an meine eigenen Erlebnisse in Asien erinnert hat, ist das hier nochmal ne ganz andere Qualität. Die Unsicherheit welche Perspektive auf dieses Land ich eigentlich einnehme ist nicht kleiner geworden. Weil eher Sachbuch im zeitlichen Kontext wird es aber wohl wieder weggehen.

John Ironmonger - The Whale At The End Of The World


Wie der Dugong, unheimlich dicht erzählt und mindestens genauso eine Reise zwischen Traurigkeit und Hoffnung. Bisschen verliebt. Wird unbedingt bleiben.

Simone Buchholz - Unsterblich sind nur die anderen


Das Segelsexbuch. Was für eine tolle Geschichte. Prima Idee und großartige Bilder. Simone Buchholz ist für mich so'n bisschen "blind kaufbar" gelabelt. Bleibt

Gabrielle Filteau-Chiba - Bis der Fluss taut



Ja, ist ein bisschen kitschy. So what. Es ist kurzweilig, hat ein paar - wenn auch vorhersehbare - Überraschungen und macht tatsächlich Lust auf draußen. Ob die Rollen da jetzt so okay sind oder nicht kann man ja immer noch mal hinterfragen. Bleibt erstmal.

Hervé Le Tellier - Die Anomalie


Ja, bitte mehr sowas lesen! Was, wenn wir alle... Bisschen Matrix, bisschen Krimi. Tolles Buch, bleibt.

AGFW - Technisches Handbuch Fernwärme


Gibt's nicht mehr und wird wohl auch nicht mehr aufgelegt. Steht grundsätzlich nicht viel unbekanntes drin, aber für so'n paar Begrifflichkeiten ganz gut und besonders da, wo man als Verfahrenstechniker mit Fernwärmemenschen die gleiche Sprache finden möchte.

Oana Aristide - Under The Blue


Schade. Ich hatte mir mehr erhofft und bin so gar nicht mit warmgeworden, vllt nach nem Viertel weggelegt und deshalb geht's zu momox.

Amor Towles - Lincoln Highway


Menno, eigentlich hätte da ein spannender Roadtrip, Abenteuer, bisschen Anleihen an Mark Twain oder Jack London zu finden sein können. Langatmig und sich in etlichen Nebensächlichkeiten verlierend. Nicht zu Ende gelesen weil ermüdend. Geht auch weg.

Şeyda Kurt - Radikale Zärtlichkeit


Puh, nicht unbedingt Unterhaltung. Aber zum in sich rein philosophieren und für neue Perspektiven ein prima Buch. Bleibt wahrscheinlich noch ein bisschen.

John Ironmonger - Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen


Ja, okay. Es könnte vielleicht passieren, dass es irgendwann langweilig wird, das große gleiche Thema weiterzuschreiben. Aber wenn es doch so gut gemacht ist wie hier... Es darf bleiben.

Sven Pfizenmaier - Draußen feiern die Leute


Gerade am Wickel und jetzt schon so viel Spaß gehabt, dass ich es bestimmt behalten werde.

23 März 2013

Worst. Person. Ever.

Oh Mann. Ich kann's ja kaum abwarten. Douglas Coupland hat mein Geburtstagsgeschenk fertig geschrieben. Hippel-Modus.

04 Oktober 2007

all families are psychotic

nachdem ich boyle´s "after the plague" genüsslich verschlungen, wieder ein schönes stück literatur von mister 'generation x' dpouglas coupland: "all families are psychotic"

auf den guten herrn bin ich damals während meiner papier-nachtschichten bei rethmann gestolpert - generation x eingeschweisst ungelesen.... hat mich angefixt... muss so ´95 gewesen sein....

gleich vorneweg - bloss nich versuchen ne übersetzung zu finden, geht bei coupland nur nach hinten los...

"She unsuspectingly caught sight of herself in a floor-length mirror by the sink and the sight stopped her cold. Yes, Janet, that´s correct: you are shrinking - sinew by sinew, protein molecule by protein molecule you are turning into an...an elf, yes, you Janet Drummond, once voted `Girl We´d Rob a Bank For.´"

`Girl We´d Rob a Bank For.´ - schön geschrieben, schöner gedanke... aber flüchtig, wie wind. (der wilde wind - der freie wind - flying daggers)...

"...There. I´m not so bad after all. A Man might still rob a bank for me, and men still do flirt - not to frequently - and older men - perhaps - but the look in the eyes never changes."

wenn bloss nicht das was hinter den augen ist wäre...

"If human beeings had never happened, that same moon would still have been in that very same position, and nothing about it would be different than it is now."

mond = freitag (gewesen, wird sein - weil er nicht anders kann)

"How many of these fathers whispered like pigs into the ears of temps in the office supply room? How many were spending their noon hours in motels? And the mothers - how many were starting to drink Chardonnay with their lonely lunches in the kitchen? How many felt trapped and unloved? How many were almost sick with jealousy over `that bright young gal who`s just turned the marketing departement upside-down with fresh ideas?´ - That bright young gal with a future as big as Montana and legs like Bambi´s mother´s?"

dazu das tropfen des wasserhahns auf die angetrockneten reste des geschirrs in der spüle - oder doch die tränen genährt von - chardonnay - oder schlimmerem...

"...You rolled us off aroad to avoid being touched by me."
"Don´t be such a soap opera."
"This isn´t asoap opera, it´s real life, and you´d rather kill us all than be touched by me."

jaja - things began to turn weird...

"I once believed that people never change, that they only become more like themselves. Now I think that people do nothing but change. ... Time erases both the best and the worst of us." She thought it strange how memory is erased in little bits without regard to memory as a whole.

"...We weren´t robots but we weren´t complete people, either."

"Growing up we used to have this garden out back. Everybody did, I mean, it was South Carolina (Anm.: MV?). My parents - my mom mostly - they were terrible gardeners, but the vegetables made it through each year OK: boring stuff like potatoes and cabbages - some lettuce, some tobacco plants and pumpkins my dad tried growing every year. No flowers. ... But the one year the booze kicked in, and that´s when they really started losing it and going in for the kill on each other. They just kind of stopped doing the garden work. They just ignored it, and I was only about twelve, and in my head gardening wasn´t an activity for twelve-years-olds. I was into smoking and older guys with cars. But I always kept my eyes on the garden. Weeds came in real quick. And rabbits. The cabbage went wild, and and when cabbage goes wild it looks kind of, I don´t know - like a homeless person. Then the bugs ate it up. And the peas never did come back. I´d go out to the garden to smoke when the furniture started flying. I´d go watch what happened to the garden once it lost its protection. Only little bits survived here and there - a potatoe plant; some chives. Mint."
"And?"
"That garden´s you and me, wade. We´re a garden that´s lost its gardeners. The garden still goes on but it´s never a real garden ever again."

...traurig schön...

"He asked me once what day of the lottery cycle is the biggest day for sales. I said, I dunno, when the jackpot is really big - but he said, no way, it´s the morning after the big jackpot. People come running to him the moment the door´s open. They want to have that ticket in their hands for the maximum amount of time possible. Unless they have a ticket in their hand, then they do´nt have any hope, and they have to have hope."

glurgh...

"When did I turn bad, Jan? Tell me, because I wasn´t always such a bad guy. I was an OK kind of guy when you and I started out. Jan? You listening?"
"Yes. No. I´m in shock. That´s one question I never thought I´d hear from your mouth."
"Pretend we´re dead. we can say anything we want. we can ask each other anything we want. Wouldn´t that be the best thing of all? If life were like that?"

sich den leben nur über diesen umweg nähern zu können... skuriles bild..

"What? What´s so funny?"
"Dear," said Janet, "your past isn´t something you escape from. Your past is what you are."

ein sample für den soundtrack des films den die bilder auf unserer netzhaut ergeben....

es gibt noch so viele stellen die hier genauso gut stehen könnten, aber bücher sind zum lesen da... ;-)