Keine Ahnung, keine Erwartung, keine Spoiler. Das meiste ist damals glücklicherweise an mir vorbei gegangen, ganz vermeiden ließ sich das aber leider nicht. Drei "Akte" - "TIMMY, DIE HOPE STIRBT ZULETZT". Ernst-Deutsch-Theater enttäuscht nie. Das Stück war ein auf den Punkt wilder Ritt durch diese cringe Mischung aus Projektion, Schwurbelei, Religiösitätigkeiten mit reichlich überspitztem Blick auf das ganze bekloppte Spiel um ein sterbendes Tier. Stellenweise harte Arbeit der DarstellerInnen, nicht loszulachen und auch ein bisschen Uraufführungsaufregung, hach.
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| Peta-Plakat in U-Bahn-Haltestelle "wenn ich groß bin, möchte ich kein Nugget werden" |
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| Timmy am Kreuz |
Zweiter Akt, Podiumsdiskussion. Tierschutz, Empathie, Massentierhaltung, Vereinnahmung der "Rettung" durch Rechts, warum und wie wir wegschauen. Toll, dass Franca Parianen in der Runde dabei war und klar auseinander genommen hat, wie wir da funktionieren. Oder eben nicht. Die beiden Tierrechtler Anna Schubert und Hendrik Haßel, wie sie durch die Prozesse kämpfen weil sie gezeigt haben, wie Millionen Schweine mit CO2 getötet werden - einfach nur uff. Der dunkle Raum, die Sekunden Bewegtbilder, aber am heftigsten der Sound. Man möchte jeden Menschen, der meint, Tiere essen wäre okay, da durchschleifen. Ich war das lange in meinem Leben, und ich schaue auch immer noch weg. Kognitive (Rest-)Dissonanz.
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| Motto der Fleischindustrie |
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| Mord |
Der letzte Akt - Tulpe. Klar, "Sprengt den Wal!" - beste Antwort auf all die Identifizierungen, Vereinnahmungen, Pseudohilfen und Auswüchse um ein sterbendes Tier. So in der Kombination mit Stück und Diskussion sicherlich nicht noch einmal zu erleben. Und abseits der viralgängigen Hits gab's noch ein paar Perlen wie "Enfant Sensible" und "Verglühn".
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| Tulpe -Sprengt den Wal! |
edit: NDR
(es gibt auf der 80km-längerer Heimweg-Runde diese eine Stelle, durchzogen von Wassergräben, Schilfränder, Wasservögel, halbtote Bäume, im Winter kalter Wind über das flache Land, dichte Nebelbänke im Herbst und eben ganz besonders grüne weiche Weidewiesen dazwischen. Vorgestern mit den Gedanken noch bei dem vom Rad gekippten Alki und den erst aufgefrischten Automatismen und der Blick bleibt an den Rindern auf der Weide hängen. Manchmal vergehen da nur Sekundenbruchteile und doch sind das Ewigkeiten, wenn sich die Blicke treffen. Die sind dort so in ihrem Element, chillen und weiden durch das Gras und alles nur um als Menschenfutter zu sterben. Ich weiß nicht so richtig, woher das kommt, dass ich immer öfter solche Gedankenfetzen während der Draußenkilometer bekomme, und ich weiß auch nicht so richtig wohin damit.)





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