2025/12/31

Bauch...

 ...über Kopf. Oxytocin über Dopamin. Radfahren über Schrauben. Draußen über Drinnen. Konzerte über Konserve. Tränen über runterschlucken. Schallplatte über Streaming. Vertrauen über Kontrolle. Linux über Windows. Verlässlichkeit über Vermeidung. Vögeln über Fernsehen. Nichts-essen über nicht-vegetarisch. Kino über Scrollen. Zuhören über Reden. Wasser über Alkohol. Beste Zeiten über Bestzeiten. Machen über Zerdenken. Verletzlichkeit über Verletzen. Berge über Meer. Meer über Berge. Beobachten über Aufregen. Schlafen über Gedankenkreisen. Reparieren über Neukaufen. Fehler über Perfektionismus. Verzeihen über Verbittern. Bergwandern über Radkilometer. Baden über Bingen. Wohlwollen über Unterstellen. Therapie über Dauerschleifen. Weniger über mehr. Mut über Angst. Vorsorge über Prokrastination. Vorhabenskizzen über Verplantheit. Zeit über Geld. Lernen über Routinen. Körper über Bequemlichkeit. Jetzt über Gestern|Morgen. Fragen über Vermuten. Playfulness über Scham. Grün über rot. Gefühle über Emotionen.

2026 über 2025.



2025/12/29

🎹

 Irgendwann kaufe ich mir eine Konzertkarte.




 

infinite sadness

Irgendwie funktionieren. Aufraffen, Schuhe an, Jacke an, Kopfhörer auf, raus. Wenn es denn geht. Eigentlich geht überhaupt nichts. Stunden ins Leere. Stolz darauf, es zum Rewe geschafft zu haben. Auf dem Rückweg die Schritte ab der letzten Ampel etwas schneller. Weil die Sekunden des Innehaltens vor dem roten Licht auf der anderen Straßenseite die Tränen kommen lassen. Schlüssel, Tür, Schuhe aus. Heulen. 

Nichts fickt so hart wie die richtigen Worte, die richtige Musik oder das eigene Herz.

Wenn es ein guter Tag ist geht ein bisschen ablenken, draußen. Stundenlang umherwandern, dem Lärm und der Geschäftigkeit der Menschen ausweichen. Nie allein, im Kopf, im Herz.

Erinnern - tut weh. Vermissen - tut weh.

Jemandem, der lange in Depression funktioniert hat, sieht man das alles nicht an. Wie es darunter geht. Ein Fluch, damals jahrelang perfektioniert, eine Fassade zu leben. Es kostet gerade so unendlich viel Kraft nicht wieder in dieses Loch zu fallen.

Was fehlt. Der Sinn. Die Hand. Verbündete. Sicherheit.


Es ist was es ist. Jahresendtraurigkeit, am Jahresende nicht endend.

2025/12/27

Nichtzeit

Keine Ahnung wo oben oder unten ist, vorne oder hinten. Wie ohne Zeit alles gerade ist. Die Augen schließen und kein Gefühl ob, was und wie lange etwas nicht oder doch passiert ist. Das Zwielicht und die Gedanken bleiben gleichermaßen in der gefrorenen Luft stecken. Die Routinen sind noch etwas routinierter, die Minuten noch etwas länger. Das Fühlen hängt seit Stunden in der Dauerschleife. Viel trinken und ein wenig Salz nicht vergessen.

Treibsand, Nichtzeit.

2025/12/25

Im Moment

Woran wir uns erinnern. Irgendwann habe ich aufgehört mich zu wundern, warum ausgerechnet ganz bestimmte Momente in Erinnerung bleiben. Man erlebt etwas, macht ein paar Bilder und hat ein paar Worte gewechselt. Irgendwo dazwischen gibt es Momente, die anders sind.

Die sich anfühlen. Die den ganzen Augenblick mitgenommen haben. Die unscheinbar sind, über die man manchmal hinweglebt während dessen.

Momente, die unspektakulär scheinen. Es sind nie die, die auf Bildern haften. Manchmal an Worten. Vielleicht sind es die, in denen nichts musste, nichts gesprochen, nichts gedacht.

Sie sind friedlich, alle.

Gestern war wieder so ein Augenblick. Da sind zwar Stunden voller Eindrücke, aber die sind austauschbar, die machen nichts mit mir. Der eine Augenblick der wahrscheinlich bleibt wollte nichts, nicht treten, nicht lenken, nicht essen, nicht denken. 

Mittagssonne, kalter Wind, hinter einer kleinen Scheune ein Stapel Baumstämme vom nahen Wald. Pause. Ich habe mich da auf die Stämme gelegt. Anfangs die Wolken angeguckt. Augen zu, die Geräusche aus der Ferne, die von direkt neben mir. Die Wärme auf dem Gesicht, das Holz im Rücken.

Vielleicht habe ich einfach ein bisschen zu viel Müsserei in meinem Sein. Einfach liegen, sein, wahrnehmen und fühlen was ist. Das verhakte Blatt, was mit dem Wind hörbar am Holz gekratzt hat.

Wie viel mehr solche Momente sind. Die nicht-lauten.

Irgendwie schön, dass es immer diese Art der Erinnerungen sind. Vielleicht weil ich genau diese Sorte wirklich brauche. Vielleicht weil genau da das Leben so unscheinbar schön passiert.

Vielleicht braucht es auch gar nicht mehr, so ein Leben. Diese Momente, in denen man spürt, was gerade Gutes ist.

Dankbarkeit, dafür. 

Ankommen

 #festive500 mal wieder am Stück und mal wieder ne richtig kalte. Zum ersten Mal (mit 99%iger Wahrscheinlichkeit) einen Wolf gesehen, irre Begegnung.


Irgendwann mal ankommen. Irgendwann mal, dass es bleibt. 








2025/12/24

Atmen

Die letzten Handgriffe am Versuchsstand im Labor. Damals in der Neustadt, in einem alten Gewerbebau in einem Hinterhof der Görlitzer. Dann den Rucksack schnappen, letzte Mitfahrgelegenheit nach Berlin, der Pendler. Noch zwei Jahre bis zur Rente, jeden Tag Berlin-Dresden. Wegen der Tauben und dem Garten und dem Alter. Fünf Euro die Strecke, wer nicht pünktlich ist hat Pech. Der Abend war Zwischenstation. Leere Straßen im Kiez, Friedrichshain war damals schon längst fertig. Die surreale Stille auf der zugeschneiten Karl-Marx-Allee einatmen. Gedämpfte Geräusche, gedämpftes Licht. Selbst die blinkenden gelben Ampeln schienen langsamer als sonst.

Irgendwann da hat es angefangen, dass ich mir Weihnachten von außen anschaue.

Sydney und New York zählen da irgendwie auch dazu, weil es die versprengten Menschen anderer Länder sich hat finden lassen. Die Kids aus Israel in ihrer Pause vom Militärdienst oder vor dem Antritt. Die Studenten, für die der Kurztrip nach Hause schlicht zu teuer war. Keine Gespräche unter der Gequältheit wie es in den meisten Familien der Fall zu sein schien. Einfach miteinander sein.

Wieder Berlin, wieder die, für die es kein friedvolles zuhause gab. Spreebögen, breites Kreuz an der Tür, aber heute kam jede:r rein. Es waren nicht viele, aber alle verband die gleiche Festflucht & Bassbescherung. Die Kids aus Marzahn und Hellersdorf, die üblichen Lichtenberger Hackfressen, die immer-dabei-Crew aus Mitte. Mit sich alleine mit anderen im dunklen Geballer, mit fremden oder wiedererkannten an der Theke, oder Pause machen an die Wand gekauert. Wir haben uns damals diese Nacht Dopamin satt geschenkt. Safe-space für die, die zuhause keinen hatten.

Es fühlt sich fremd an, in einer Familie angenommen zu werden. Es hat gedauert damals, bis ich mit dem Miteinandersein zu dieser Zeit verwachsen bin. Eine Balance gefunden hatte zwischen diesem liebgewonnenen von-außen-anschauen und dem darin-wohlfühlen.

Die Festive500 ab 24ten 0:00 Uhr, 500km, einmal Rumtopf nach Potsdam und zurück. Vor Mitternacht ankommen, dazwischen alle Wetter. Und diese magischen Stunden zwischen dem späten Mittag und dem Abend. Wo alle ganz behutsam unterwegs sind. Rausgeputzt vor die Tür treten, zur oder von der Kirche, beieinander stehen auf den Parkplätzen, Verpacktes aus den Kofferräumen hievend. Der dagebliebene Storch auf der nassen Wiese, die schief gesungenen Weihnachtslieder hinter den Gardinen. Mit der Dämmerung dann die Lichter in den leeren Straßen. Es ist die vielleicht schönste Zeit zum Radfahren über die Dörfer. Es ist leer und doch voller Leben. Ein dahingleiten, ein Aufsaugen.

Es ist schön, wenn man irgendwo ankommen kann und es sich so warm anfühlt wie es von außen aussieht. Ich habe zwei Lichter angelassen.



2025/12/23

you can't unlaugh

Geht nicht. Kaue ich seit Monaten drauf rum. Ich habe es noch nie verstanden, wie etwas worüber ich gelacht habe, worüber ich Freude empfunden habe, rückblickend betrachtet "entlacht" oder "entfreudet" werden soll.

Ein Moment voller Lachen und Freude wird immer ein Moment voller Lachen und Freude bleiben. Zum Glück. Zusammen auf zwei Rädern durch nen Wald brettern, dabei grinsen und lachen wird nicht zu einem schlimmen Erlebnis nur weil es neben einem schlechten Moment steht. Warum soll diese Ambivalenz nicht einfach sein dürfen? Warum so ein Einteilen in schwarz oder weiß? Haben wir einen tollen Tag gehabt und dann einen Scheisstag - bleiben dann nicht beide?

Ich erlebe das Dasein als eine Mischung, eine Aneinanderreihung von schönen und unschönen Momenten. Ohne das "es war nicht alles schlecht" zu strapazieren - das ist das Leben. Ich will mir das auch nicht künstlich kaputt machen, mir der schönen Erinnerungen berauben und darüber hinaus alles ins Negative umkehren. Wie traurig allein der Gedanke daran. Wieviel Bitterkeit dann bleibt, wenn eines Erinnerung am Ende nur die negativen Erfahrungen aufbewahren will. Ich könnte das nicht - mir die eigene Welt mit Absicht so dunkel anmalen. Ich verstehe auch nicht, was es bringen soll, sich schöne Momente rückwirkend umzudeuten oder gar zu negieren. Wir haben nur ein Leben und nur diese eine Möglichkeit das zu erleben. 

Klar kann jede:r für sich selbst entscheiden wie negativ die eigene Erinnerung aussehen soll. Allerdings bin ich fest davon überzeugt, macht die eigene Erinnerungskultur etwas mit einem Menschen. Behalte ich nur das Positive in Erinnerung belüge ich mich genauso wie wenn ich mich nur auf das Negative konzentriere. Das eine malt mir eine naive rosa Seifenblase und das andere einen düster verbitterten Blick auf die Welt. Ich muss nichts verklären oder schönreden, aber ich muss auch nichts negieren. Will ich mit einem Rucksack voll negativer Erinnerungen durch die Gegend rennen? Ganz sicher nicht. Irgendwann würde mich das runterziehen. Und irgendwann auch meine Mitmenschen. Das habe weder ich noch die Leute um mich verdient. Es gibt schließlich schon genug nörgelnde grumpy Rentner auf diese Welt.



2025/12/21

von der Kunst...

...sich gut zu streiten.

Grad kein Bock den kompletten Weg zurück zu fahren, den Rest regelt die Bahn. Es war schön. Und vielleicht war es dort am schönsten. Ohne Streit. Überhaupt - Streit. Streiten.

Vor ein paar Jahren kam mir das immer wieder in verschiedenen Büchern, Podcasts, Videos und langen Spaziergängen oder Abenden mit Freunden unter - warum wir streiten, wie wir streiten, wie wir besser streiten.

Ganz vorne war dabei - es geht nie um die Sachebene. Hinter allem Streit stecken Bedürfnisse. Streit ist am Ende eigentlich nur die Unfähigkeit der Streitenden, diese Bedürfnisse so zu zeigen, dass sie ankommen und die Unfähigkeit der Streitenden diese Bedürfnisse als solche (an-) zu erkennen und ernst zu nehmen.

Das meiste, was dabei schief gehen kann, passiert unbeabsichtigt. Ich bleibe davon überzeugt, dass Menschen erst einmal wohlwollend zueinander, miteinander sein möchten. Warum reicht das dann nicht aus? Weil wir Menschen sind und Fehler machen, manches besser und manches schlechter können.

Ich glaub ja, wir sind oft viel zu schnell dabei, etwas als Wahrheit in den Raum zu stellen. Wir stören uns an etwas, sind sauer, verorten unseren Unmut bei jemandem und schon steht ein Vorwurf im Raum. Und dann sind wir einfach zu schnell, das als Tatsache zu äußern oder als Vorwurf. Wie geht's besser?

Ich versuche zuerst rauszufinden, warum ich mich gestört fühle, ungesehen, angegriffen. Es fällt mir immer noch nicht leicht unter einer Enttäuschung, Frust oder Wut zu merken was ich mir gerade wünsche von meinem Gegenüber. Dabei ist diese Perspektive, meinen "Wunsch" bzw. mein "Bedürfnis" zu erkennen wichtig, weil ich damit meinem Gegenüber weiterhin Wohlwollen unterstelle. Andersrum ist es nicht leicht, dieses Wohlwollen aufrecht zu erhalten, ganz besonders wenn mein Gegenüber wütend ist und mir etwas vorwirft. Viel zu schnell landet man dann in einem Teufelskreis auf Anschuldigungen und Vorwürfen. Unter jedem "Angriff" stecken am Ende auch nur Bedürfnisse, Wünsche. Wie geht's besser?

Wenn ich es schaffe, mein Bedürfnis zu erkennen, möchte ich dann natürlich, dass es ernst genommen und hoffentlich erfüllt wird. Dazu muss es aus meiner Gefühlswelt in das Fühlen des anderen Menschen kommen. Leider gibt es auch da noch ein paar potentielle Sollbruchstellen. Kann ich mein Bedürfnis so formulieren, dass ich es als Wunsch zeige, als Bedürfnis? Eigentlich ja, eigentlich geht das mega einfach. Eine gute Freundin übt das mit den Kindern in ihrem Kindergarten schon frühzeitig. Dort wird es als Giraffen- oder Wolfssprache gelernt - Gewaltfreie Kommunikation.

Der Theorieteil zum wie fängt ja auch vorne an, zuerst das Beobachten und Benennen von Gefühlen, das Erkennen von Bedürfnissen. 

    a … Beobachtung
    b … Gefühl
    c … Bedürfnis
    d … Bitte

Beim Streiten finde ich den Schritt des wie fast mit am wichtigsten - um einen Streit zu etwas werden zu lassen, was verbindet statt voneinander entfernt. "Ich"-Botschaften statt "Du"-Angriffe - so wichtig.

Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen einem "Du nimmst mich nicht ernst!" oder "Ich fühle mich nicht ernst genommen!" und einem "Ich wünsche mir, dass Du mich ernst nimmst.". Ich weiß nicht, wie oft ich darum gebeten habe, wenigstens diese kleine Herausforderung anzunehmen, in solchen Ich-Botschaften zu bleiben. Sie helfen so sehr, das eigene Bedürfnis zu benennen, das darunter liegende Gefühl zu zeigen. Wir sind viel zu schnell dabei, dem anderen Menschen vorzuwerfen, uns nicht zu verstehen, wo wir es doch selbst in der Hand haben, erst sichtbar zu machen was wir verstanden wissen wollen.

Ich habe mir das so sehr gewünscht, das zusammen zu üben. Ich bin überzeugt davon, dass diese Methoden ein Streiten zu etwas Verbindendem machen können statt zu einem Angreifen und Verteidigen, einem Kämpfen ums Rechthaben. Denn das spielt keine Rolle.

    "Willst Du lieber Recht haben oder glücklich sein? Beides zusammen geht nicht." (Marshall Rosenberg)

Mir fällt es schwer, ein Dauerfeuer von Du-Vorwürfen auszuhalten. Ich möchte das auch gar nicht aushalten müssen. Das hat unsere Elterngeneration zu oft vorgelebt, das zerstört, verletzt und macht unnötig kaputt. Ich wünsche mir da ein erwachseneres Miteinander. Wahrscheinlich ist das auch ein bisschen dieses "der Ton macht die Musik" - es kommt eben doch sehr auf das wie an. Wir sind soziale Wesen, wir sind so sehr viel offener für Bitten als für Forderungen.

Der Theorieteil zum wie nicht zeigt die Punkte, welche einem gesunden wie entgegenstehen.

    a … Das (moralische) Urteilen über den Kommunikationspartner.
    b … Das Anstellen von Vergleichen.
    c … Das Leugnen der Verantwortung für eigene Gefühle und Handlungen.
    d … Das Stellen von Forderungen anstatt von Bitten.

Kann ich das? Jain. Es gibt es viele Gespräche, in denen mir das leicht fällt. Eigentlich immer dann wenn ich erkenne, dass der andere Mensch sich genauso darum bemüht. Ich hätte das gerne auch für die anderen Momente so gelebt. Nicht dass es mir leicht fällt, im Gegenteil. Aber wenn Kommunikation  zwischen zwei Menschen wiederholt nicht funktioniert, lohnt es sich doch hinzuschauen, was beide besser machen können. Leider geht sowas nicht alleine, ich hätte mir das sehr gewünscht, über sowas mal abseits eines Streits zu reden. Ich finde das ein schönes Ziel, was man sich setzen könnte. Was man zusammen lernen kann und es beiden hilft, nicht auseinander zu fliegen.

2025/12/19

leave no trace

 39✈️, davon 18✈️ für die Arbeit. Seit zehn Jahren keinen Job mehr, der ✈️ erfordert. Stattdessen 🚈,🚲 und wenn es nicht anders geht, auch mal 🚗. 

Und die anderen 21 ✈️? Einerseits nicht stolz drauf, andererseits dankbar für die Erlebnisse. Aber auch nichts, was fehlt. Die Welt ist auch so groß genug.

  • Albanien 🚲|🚲
  • Australien ✈️|✈️
  • Belgien 🚲|🚲;🚲|🚲;🚲|🚲
  • Bosnien-Herzegowina 🚲|🚲
  • Dänemark 🚲|🚲;🚢(🚈)|🚢(🚈);🚈|🚈
  • Estland 🚢(🚲)|🚢(🚲)
  • Finnland 🚲|🚲;🚢(🚲)|🚲;🚢(🚲)|🚲;🚢(🚲)|🚢(🚲)
  • Frankreich 🥾|🥾;🚲|🚢(🚲);🚢(🚲)|🚲;🚲|🚲;🚲|🚲
  • Griechenland 🚲|🚲
  • Island ✈️|✈️
  • Italien 🚗|🚗;🚲|🚲
  • Kanada 🚗|🚗
  • Katar ✈️|✈️
  • Kroatien 🚲|🚲
  • Mexiko 🚗|🚗
  • Montenegro 🚲|🚲
  • Neuseeland ✈️|✈️
  • Niederlande 🚲|🚲;🚲|🚲;🚲|🚈(🚲);🚲|🚲
  • Nordmazedonien 🚲|🚲
  • Norwegen 🚲|🚲;🚲|✈️(🚲);🚲|✈️(🚲);🚲|🚲
  • Österreich 🚗|🚗; 🚈|🚲;🚈|🚲
  • Polen 🚲|🚲;🚲|🚢(🚲);🚗|🚗;🥾|🥾;🚲|🚲
  • Saudi-Arabien ✈️|✈️
  • Schweden 🚢(🚲);🚢(🚲);🚲|🚲
  • Schweiz 🚲|🚲
  • Slowenien 🚲|🚲; 🚗|🚗
  • Spanien ✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️
  • Thailand ✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️
  • Tschechien 🚲|🚲;🚈|🚈;🚈|🚈;🚈|🚈;🚗|🚗;🚲|🚲
  • Tunesien ✈️|✈️
  • Türkei 🚲|✈️(🚲)
  • UK 🚢(🚲)|🚢(🚲)
  • Ungarn 🚲|🚲
  • USA ✈️|✈️;✈️|✈️;✈️|✈️
(Dinge, über die man am Meer sitzend so grübelt.)

Wellen

Wenn einem der Anker so plötzlich aus dem Herz gerissen wird und im Leben so schmerzhaft fehlt. Momente, in denen ich mal kurz nicht an Dich gedacht habe. Aber eigentlich doch immer.


Während die Wellen die Steine am Ufer rollen.

it comes and goes in waves




2025/12/18

das war schön

Ostern dieses Jahr. Wir waren gut zueinander, miteinander. In Kopenhagen. Wie ich es vermisse, neben Dir, mit Dir zu radeln.


 

2025/12/17

kleiner drei

Ich würde gerne weniger Schmerz aushalten können.

2025/12/16

Werkstatt

Man kann nicht Nichtlernen.

Wer Geborgenheit nie kennengelernt hat, für den ist Einsamkeit die vertrauteste Sicherheit die es gibt. Und wenn eine Geborgenheit dann wehtut, verletzt, ist in der Leere immer diese altvertraute Sicherheit. Sich darauf verlassen können, dass es diesen sicheren Ort im Zwischeneinander gibt, wo man nicht für seine Traumata verlacht wird. Wo man lernt, dass man die langsam loslassen kann und Gefühle den rational gelernten neuen Weg bestätigen.

Ich habe dieses Jahr die andere Seite kennengelernt. Vor drei Jahren war es ein schmerzhafter Weg, Arschlochanteile in mir zu erkennen, zu benennen und anzunehmen. Zu fühlen, zu spüren wo die herkamen. Es war gut und richtig und wichtig. Es war nötig. Ich konnte da erst ran als ich wollte. Und ich wollte. Weil es für mich keine andere Lösung gab. Ich will nicht so sein wie ich damals war. Das war ein Vorsatz, ein Versprechen. Nicht nur mir gegenüber.

Mit dem Mut und der Hoffnung, dieses Versprechen einzulösen bin ich offen auf einen Mensch zugegangen. Habe diese tiefsitzenden Verletzungen, diese Kränkungen gezeigt. Nicht um Mitleid zu bekommen. Oder gar um "betreut" zu werden. Es ist allein meine Verantwortung, damit umzugehen, andere Wege im miteinander zu finden. Dieses sich-verletzlich-zeigen üben, darin sicherer werden,  Sicherheit finden. Wenn wir nicht wissen, wie wir irgendwohin kommen, schauen wir auf eine Karte, benutzen Navigationshilfen, Anhaltspunkte, Wegweiser. Ich wollte meine Prägungen, meinen kaputten Selbstwert zeigen damit der im miteinander nicht bestimmend wird, damit der zusammen navigiert werden kann. Mir fällt Regulation schwer. Es wird besser, aber es ist Arbeit. Es hilft ungemein, zu zeigen, woran man gerade zu knabbern hat, wo ich festhänge. Aber das ist nur die eine Hälfte. Es braucht auch ein Gegenüber, dass mit einem Wohlwollen darauf schaut, dieser Verletzlichkeit nicht mit Härte und Abwertung begegnet. Wenn eine Dynamik zwischen zwei Menschen sehr heftig, sehr intensiv zwischen Verletzen und Verletzsein schwankt, ist es fast unmöglich, alleine diese Herausforderung zu navigieren. Es braucht einen gemeinsamen Rahmen, ein Versprechen, diese Dynamiken als gemeinsame Hürde zu sehen. Und manchmal braucht es mehr als nur ein safeword um in die Coregulation zu kommen. Dass sowas eine Beziehung komplett ändern kann habe ich im letzten Jahr erfahren dürfen.

Vor knapp anderthalb Jahren ist ein immer wieder mal auftretendes schwieriges Miteinander mit einer Kollegin zu einem offenen Konflikt zwischen mir und ihr geworden. Ich war unzufrieden mit Arbeitsergebnissen, sie verängstigt von meiner direkten Art, das zu verbalisieren. Sehr cool von unseren Kollegen und Chefs - Mediation als Tool einzusetzen. Zwei herausfordernde Tage, das aufzudröseln. Tränen, Klöße in Hälsen, Aha-Momente und von Augen gefallene Schuppen. Ich habe meine Bringe- und Holschuld besser verstanden, das Nachfragen, Erläutern, Zuhören und Hineinversetzen seitdem sehr verändert. Wir sind insgesamt liebevoller im Umgang miteinander geworden. Selbst die Verklemmtheiten eines Chefs weichen langsam auf. Sie hat ihre vor zwanzig Jahren aufgegebene Baustelle wieder angefasst und eine richtig gute Unterstützung gefunden. Jede Woche freitags ist sie für zwei Stunden um die Ecke und arbeitet sich durch alte Themen. Uns geht es prima mittlerweile. Wir schnacken über unsere jeweiligen Therapieerlebnisse, -rückschritte und -ergebnisse. 

Ich hab z.B. gelernt, wie jemand mit ADHS und leichten Autismusstörungen jeden Tag so kämpft und was da so hilft. Wie viel einfacher Situationen einfach werden wenn man einander versteht. Und warum sie so derbe gerne bastelt, näht und sich stundenlang mit sowas Beschäftigungsintensiven in einen sicheren Zustand bringt. Ihr erstes book-nook war noch als Bausatz gekauft, mittlerweile fertigt sie die Bibliotheken von Hand - hunderte Mini-Bücher von Hand geschnitten, beklebt, bemalt. Jedes Büro bekommt eins. Jetzt lachen wir über Fragen die wir haben  und setzen uns hin, haben zusammen die Grundlagen von Stromkreisen durchgequatscht, Dioden, Litze und kapazitive Taster bestellt. Ich hab ihr Löttipps gegeben und bekomme prima Rat für meine ersten Versuche an meiner Overlock-Maschine. Früher hat sie sich immer kleiner gemacht als nötig - sie würde unsere ingenieurige Arbeit ja eh nicht verstehen und wäre nix wert - was uns hier alle auf die Palme gebracht hat und oft für Tränen bei ihr und Unverständnis bei uns gesorgt hat. Unterschwelliger Frust bei allen. 

Es hat ein bisschen gedauert, zu leben, das hier alle gleich wichtig sind. Ich bin ziemlich dankbar, hier mit den richtigen Menschen umgeben zu sein. Und wir haben ein gemeinsames safeword vereinbart - für den Fall, dass wir gerade in ein Problem schlittern. Dann ist die Abmachung, dass wir uns auf die Mediation, auf den Ursprung unseres Themas beziehen und einen Ausweg finden können. Wir haben dieses Hilfsmittel noch nie benötigt.

Und gleichzeitig ist eine andere Beziehung zerbrochen. Wenn zwei Menschen mit traumatischen Erlebnissen aufeinander treffen, ist es eine Annäherung innerhalb des gleichen Spektrums - ich kenne, was Du erlebt hast, ich weiß um das was es mit Dir gemacht hat. Wenn diese beiden niedrigen Selbstwerte dann aufeinander treffen braucht es sehr bewusste, reflektierte Behutsamkeit im miteinander.

"Ich bin kein Jubelclub" - das fand ich schön. Weil es mir Sicherheit gab, nicht in den alten Modus zu verfallen, dieses von-oben-herab. Doch wohin mit meinem Selbstwert, der ja nach wie vor lädiert ist? Ich bin in die andere Richtung gekippt. Weil es sich so unbewusst vertraut angefühlt hat, dass mit mir wie mit einem Kleinkind umgegangen wird. Etwas tut mir weh - natürlich kann ich das aushalten. Und zack ist der andere kaputte Selbstwert auf einmal der, der mir von oben herab wehtut. Im Grunde sind wir beide immer hin- und hergependelt. Zwischen diesen von-oben-herab-Verletzen und im-unten-Verletztwerden. Machtspiele. Ich schäme mich sehr für meine von-oben-herab-Momente. Mein Abwerten, mein Verletzen. Ich wünschte mir fiele es leichter zu benennen - hey, ich bin gerade wütend auf Dich weil ich mich getriggert fühle. Ich überspringe diesen Schritt des Erkennens, des Fühlens und gebe meiner Reaktion, meiner Emotion an dieser Stelle den altbekannten raum. Mein antrainierter Schutzmechanismus ist dann schnell aktiv. Diese Dynamik aus, eine Person zieht sich zurück, die andere drängt nach ist schwer aufzulösen, wenn sich beide dieser Dynamik so gar nicht erst bewusst sind. Wenn man instantan den anderen Menschen als Gegner seines Zustandes verortet wird es unheimlich schwer. daraus auszubrechen.

Es ist nicht wirklich Trost, festzustellen, dass man das zu zweit nicht hinbekommen würde. Nicht ohne Unterstützung, einen sicheren Raum, in dem beide ungefährdet ihre verletzten Seiten zeigen können.

Irgendwie fühlt es sich so an, als ob ich die andere Seite meines Ichs gerade miterlebt habe. Damals wollte jemand, dass ich mir helfen lasse. Ich wollte nicht, habe dafür kein Verständnis gehabt, abgewehrt, was tief in mir war und keinesfalls wahr sein durfte. Jetzt weiß ich wie sich das für den anderen Menschen damals angefühlt haben muss. Diesmal habe ich versucht zu zeigen, dass Hilfe etwas gutes ist. Das es Dinge in uns gibt, die wir ohne Hilfe nicht erkennen, nicht ändern können. Was bleibt - man muss das wollen. Ohne eine solche Bereitschaft, solch ein committment, ohne diesen Mut geht das nicht. Und das erfüllt mich mit großer Traurigkeit.

Aber - man kann nicht Nichtlernen.




Ich musste mich erst wieder dahin regulieren, zu spüren wie sehr ich einem Menschen wehgetan habe. Mich sozusagen runterholen in die Demut, dort wo die Scham sitzt, anzuerkennen wo ich ein Arschloch war. Langsam dann dahin zugehen, warum das so zutage gekommen ist, welcher Mechanismus da in mir gewirkt hat, welche Anteile ich schützen wollte und welche Vermeidung ich damit gelebt habe. Ich sehne mich danach, mich geborgen zu fühlen, mich fallen lassen zu können, ich möchte weich sein, mich angenommen fühlen. Ich möchte nicht noch mehr Schmerz aushalten können, müssen. Das macht mich hart, das macht mich gemein, das macht mich verletzend. Ich möchte mir nicht wehtun lassen. Ich möchte meine traumatischen Erfahrungen, meine Defizite nicht gegen mich verwendet wissen, ich möchte mich sicher fühlen. Ich möchte gemeinsam wachsen, diese Dinge zeigen dürfen und ernstgenommen wissen. Ich möchte auf Augenhöhe wahrnehmen und auf Augenhöhe wahrgenommen werden.

Ins Fühlen kommen und spüren, was gerade bedrohlich ist, was gerade die alten Ausweichreaktionen reaktiviert. Dann ist es möglich, diese Muster auch einander zu zeigen, zu benennen. Das braucht eine Sicherheit, die man dann oft nicht mehr füreinander schaffen kann. Die getriggerten Anteile, die Traumata zu benennen, zu spüren und auszuhalten ist kraftraubend, aber hilfreich. Es hat ein bisschen gebraucht, bis ich das aushalten konnte. Ich habe keine Angst mehr davor. Es hat mir damals geholfen und ich habe auch heute keinen Schiss davor. 

2025/12/02

Und solange man nicht allein ist, ist auch die Hoffnung nicht verloren.

Wichtiges Interview zur richtigen Zeit - Felix Kummer im Spiegel.

"... Mag sein, dass die reaktionären Kräfte jetzt gewinnen, der Trend ist ja eindeutig so. Aber grundsätzlich bin ich davon überzeugt: Früher oder später werden sie verlieren."

"Was gibt Ihnen diese Hoffnung?"

"Ich glaube einfach nicht, dass es auf Dauer funktioniert, immer nur darüber zu jammern, dass das Land untergeht und wir alle nur dem Verderben entgegensteuern. Das ganze Gerede von Deutschland im Niedergang und darüber, wie geil alles noch zur Kaiserzeit war, das können doch nicht die Antworten auf die Fragen sein, die wir uns für die Zukunft stellen. Das ist auch einfach unsexy."

GuMo


#mdrza

2025/12/01

Zwischen Relation und Relativieren

Die Hitlerjugend heißt jetzt anders. Ansonsten ist es der gleiche Sud wie vorher. Es bleibt soweit erst einmal alles beim bisher bekannten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird auch die Namensgebung nichts an der (formal noch unbelegten) verfassungsfeindlichen Ausrichtung ändern.

Es gilt weiterhin, die Prüf-- und Verbotsverfahren weiter zu fordern.

Und sonst. Es waren Bilder wie es sie schon immer gab. Da rennen Orks ne Demolinie nieder. Selber oft genug erlebt, gehört, gespürt. Völlig überbewertet wird, das aus den vergleichsweise wenigen Situationen auf ein allgemeingültiges Zukunftsbild abgeleitet wird. Diese Art Stress gab und gibt es seit jeher. Cops müssen ihre Show abziehen und beide Seiten haben ihre PR.

Wie immer fällt der Rest völlig hinten runter. Bei 25k...50k friedlichen Demonstranten sind 25, bei denen es zu Ermittlungen kommt, völlig medial schief eingeordnet. 

Der Staat hat seine Bilder um mehr Härte zu fordern. Der Kackhaufen kann rumopfern und hetzen. Der Rest? Kann sich Angst machen, weil es quasi diese eine Szene aus zig Winkeln auf dutzenden Accounts künstlich verstärkt wahrnimmt. Oder den Aufwand betreiben, zu schauen, welche Effekte hat das breite Protestieren gehabt, was bleibt davon usw.? 

Und da es eh keine Alternative gibt, als weiter dagegen zu kämpfen, macht es erst recht Sinn, sich klarzumachen, welche tatsächlichen Verhältnisse da existieren. Mit diesem Ansatz finden sich dann auch leichter Gründe für das Weitermachen und für das gemeinsame sichtbar sein. 

War noch nie gut und hilfreich, sich auf den negativsten Aspekt zu konzentrieren und den als Benchmark zu betrachten. 

Montagsregatta


4 Hasen
2 Katzen
1 Spitzmaus

#mdrnh


 

 

Letztes zwölftel





2025/11/29

2025/11/28

Unsterblich sein (*)

<3


manchmal gibt es Alben die genau zum richtigen Moment auftauchen.

"Unsterblich sein (*)" - grad keine Worte. "Marlboro Mann" - ja, ich weiß. Vielleicht kann ich das auch alles einfach nicht, dieses weitergehen. "All die schönen Worte" - endlich Faber live sehen, hören, fühlen - und derbes Brett. "Wenn ich tot bin, fang ich wieder an" - irgendwann, irgendwann wieder weiter. "Fallen in Liebe" - die gleichen Fehler an derselben Stelle, ach Her.Z. "Schief in jedem Chor" - auf alles scheißen fällt einem leichter zu zweit. "So rechts" und "Halts Maul und spiel" - beides in die gleichen Hackfressen. "Zeit aus dem Fenster" - ey is nich das Ende. "Kippenautomat" - schreit Deinen Namen, find Nichtrauchen immer noch sexy. "Ein Letztes Mal" - haut grad böse rein, scheiß Magnet, ey. "Unsterblich Sein (‡)" - das mit den Augen.

2025/11/26

Es ist schattig

Ich werde heute auf dieses Konzert gehen. Das Ticket vor einem Jahr gekauft hat mich Mine durch die letzten beiden Jahren begleitet. Dann heute mit Orchester. Alleine,

    "Weil der Mensch schwach ist und immer versagt"

Ich werde heute heulen und es wird nicht aus Freude sein. Vielleicht ein bisschen. Hoffentlich.

    "„Was soll ich machen?“, hast du gefragt
        Ich hab' keine Ahnung, alles im Arsch"

2025/11/18

live

2025 war so scheisse nicht, Danke.

Januar: Alligatoah, Dritte Wahl, Kettcar

Februar: 2x Archive

März: Beatboxing Chor

April: 8 Eimer Hühnerherzen, Tocotronic

Mai: Dämse

Juni: Beatsteaks, Nick Cave

Juli: AIR

August: K.I.Z., Antilopengang, Fatoni

September: Dritte Wahl, Lumpenpack

Oktober: Morcheeba, Pendulum

November: 2x Dritte Wahl, MandelKokainSchnaps, Stereo MC's, Mine & Orchester

Dezember: Madsen