Ausgerechnet als Dich die Woche ausgekotzt hatte und Du eigentlich nur den Kopf zumachen wolltetst. Und dann sitzt Du da. Hast dem Kollegen ja das mit dem Möbelzeug transportieren zugesagt. Weil indische Führerscheine in Deutschland nicht gelten. Also sitzt Du da auf irgend so einer 899-Euro-Couch in Polyester-Grobwebstoff bei Roller. Müde. Kopfschmerzen. Sind ja schliesslich schon 3 Stunden IKEA vorausgegangen. Da steckt ja noch irgendwie noch ein System dahinter. Oben gucken und Kleinscheiss, unten Wagen mit Zeug vollladen, am Ende das richtige Regal finden. Fundgrube, Kasse, Hot Dog, Tschüß.
Roller ist anders. Große Halle, wenig Licht für viel Fläche. Du tauchst ein in etwas was Dir von irgendwoher bekannt vorkommt. Da sind diese Schrankwände, diese Sessellandschaften und Couchtische von denen Du bis irgendwann nur aus irgendwelchen Vorabendprogrammen wusstest, dass es sie gibt. Bis Du dann damals in diese Familie eingetaucht bist und auf einmal selbst an einem Pressspanküchentisch mit Wachtuchtischdecke saßt. Pseudoeiche oder -buche. Alles gleich hohl klingend. Im Wohnzimmer Möbel deren Sinn sich nie erschlossen - "Sidebord" oder "Glas-Eckschrank". Da war nie irgendwas Esentielles drin. Alles - und nichts. Genauso wie die teils bunten Likörgläser mit Schliff. Und kleinen ovalen Aufklebern die partout dran bleiben mussten. Dann all diese angeblich nützlichen Haushaltshelferdinge. Badvorleger-garnituren. Gardinenstangen-Endelemente.
Du sitzt da und schaust den Leuten zu die da reinkommen. Es sind viele. Sie sind nicht unbedingt lange da. Nur wenige suchen ein Beratungsgespräch. Eine Kleinfamilie wählt ein Bett aus. Mit 100-Euro-Matratze. Die sie leider nicht in das x-tausend-Euro-Auto verladen bekommen werden. Aber man muss eben Prioritäten setzen. Vielleicht fahren sie ja viel Auto. Und schlafen so gut wie nie. Sind nur unterwegs und sitzen nie beisammen zuhause. Dann stören auch diese Kunstoffe nicht. Wahrscheinlich warst Du nur zu lange an der frischen Luft vorher. Jetzt sitzt Du da und es sticht irgendwo oben zwischen den Augen. Es ist als könntest Du sehen wie aus den Couchlandschaften neben Dir, den Regalböden der Küchenzeilen, den Nachttischschränkchen und Kleiderschrankmonstern Wolken aufsteigen. Sie sammeln sich unter dem grauen Deckenbeton und machen das Licht noch einen Tick trüber. Deswegen sind die Zitronenpressen, Küchenschwämme und Frischhaltedosen, die Kinderzimmerlampen und Gießkannen besonders grellbunt.
Nur das Geschirr - das Geschirr ist geblümt. Mal mehr, mal weniger. Aber immer so, als ob es darum ginge die weltweit bestehenden Farbvorräte an hässlichem Rosa, Pistazie oder Pfirsich aufzubrauchen. Es erscheint wie ein Plan, ein tieferer Sinn dahinter, dass diesen Muster in Verbindung mit Ahornnachbildung oder Buchenimitat eine volksberuhigende Wirkung zugeschrieben wird. Irgendwann hat sich das Wort "Schrank" davongestohlen. Es hat sich verlaufen und muss sich nun irgendwie durchschlagen. Es sieht nicht glücklich aus, aber was soll man machen - "Badspiegelschrank". Ca. 1,3kg weisses Plastik, eine Lampenfassung, eine Steckdose, 3x0,75mm Kupferdraht, 0,26m² Spiegelglas. Im Vergleich dazu hat der Waschbeckenunterschrank nebenan noch weniger zu lachen. Sein Selbstbewusstsein muss er aus aus groben Holzspänen, ein paar hundert Gramm Bindemitteln und ein wenig weissem Kunstoff schöpfen.
Es scheint als sei der ganzen Welt das Empfinden geraubt worden. Alles natürliche. Wenn der Mensch doch nur endlich etwas unnatürlicher werden würde. Etwas weniger biologisch. Etwas besser integrierbar. Er würde besser hier reinpassen. Und dann schaust Du dich um, guckst den Leuten zu. Und Dir wird klar dass sie ganz gut daran arbeiten. Hiereinzupassen. Das Individuelle im Rahmen des gerade noch möglichen.
Du musst raus. Der Schädel brummt. Kasse. Tür. Luft. Wind. Sonne. Weg.
03 Juni 2012
29 April 2012
Dem GEMA aus'm Weg
Meine Maultrommel ist wichtiger als Ihr. Und meine Mundharmonika. Ihr seid vielleicht gierig, Ihr seid vielleicht böse, Ihr seid vielleicht schon tot - Ihr seid auf jeden Fall nicht musikrelevant.
11 April 2012
Grass liest man nicht - Gras raucht man
Ich war nicht wirklich ein Guter in Sachen Literatur oder Deutschunterricht - es gehörte halt dazu, Lesen fand zuhause auf meinem Bett statt, die Bibliothek fünf Strassen weiter hat mich mehr jauchzen hören als mein Lehrer.
Auch sonst sind mir alte Männer eher wurscht. Wenn sie nicht grade Weltkriege anzetteln oder sich über zu laute Musik beschweren. Dieses Exemplar hier zettelt zwar keinen Krieg an aber sollte langsam zu den Blumen sprechen lernen statt seine Verwirrung zu texten.
Das hier ist kein Gedicht. Und wenn dann ein verdammt schlechtes. Ich mein - ein Gedicht muss sich nicht leicht lesen lassen, Fisches Nachtgesang ist ja auch nicht einfach zu lesen. Wobei nicht einfach hier aber auch überhaupt nicht einfach bis überhaupt nicht heissen muss. Es tut weh. Als Text. Holprig. Konfus. Nöö. Nich so meins. Aber is ja 'n freies Land.
Apropos freies Land - Günter, Du bist ein Arsch:
"Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird"
Echt mal, Du hast einen an der senilen Hirnrinde - erzähl' nich so nen Scheiss, in diesem Land (in dem sicher nicht alles endgeil ist) verbietet Dir keiner Dein Recht auf freie Meinungsäußerung. Also entschuldige Dich bei diesem Land für diese grobe Unterstellung und geh in den Garten - Blumentalk und so, weisste Bescheid.
Auch sonst sind mir alte Männer eher wurscht. Wenn sie nicht grade Weltkriege anzetteln oder sich über zu laute Musik beschweren. Dieses Exemplar hier zettelt zwar keinen Krieg an aber sollte langsam zu den Blumen sprechen lernen statt seine Verwirrung zu texten.
Das hier ist kein Gedicht. Und wenn dann ein verdammt schlechtes. Ich mein - ein Gedicht muss sich nicht leicht lesen lassen, Fisches Nachtgesang ist ja auch nicht einfach zu lesen. Wobei nicht einfach hier aber auch überhaupt nicht einfach bis überhaupt nicht heissen muss. Es tut weh. Als Text. Holprig. Konfus. Nöö. Nich so meins. Aber is ja 'n freies Land.
Apropos freies Land - Günter, Du bist ein Arsch:
"Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird"
Echt mal, Du hast einen an der senilen Hirnrinde - erzähl' nich so nen Scheiss, in diesem Land (in dem sicher nicht alles endgeil ist) verbietet Dir keiner Dein Recht auf freie Meinungsäußerung. Also entschuldige Dich bei diesem Land für diese grobe Unterstellung und geh in den Garten - Blumentalk und so, weisste Bescheid.
Mehlsorten:
Text
16 März 2012
Es ist nicht alles Glanz was grünt...
Liebe Grüne,
wir kennen uns nun schon ne ganze Weile. Das erste Mal seid Ihr aufgetaucht, als ich Westfernsehen bewusst wahrgenommen habe. Es ging wahrscheinlich um Dünnsäureverklappung, Waldsterben oder Pershing-II. Dann hatten wir hier drüben genug zu tun mit diesem Konstrukt in dem so vieles schief lief. Und dann hielt ich irgendwann einen Aufkleber in der Hand - Bündnis 90 / Die Grünen. Da war ne Sonnenblume drauf, ein bisschen grün, ein bisschen blau. Das ist nun schon ne Weile her. Ich hab nie sonderlich Lust gehabt tiefer in den Kram einzusteigen. Ich hab nie ein Auto gehabt, kenne Müllsortieranlagen von innen und kann Energieeinheiten umrechnen. Ihr seid nicht Schuld daran, dass ich erneuerbare Energien studiert habe. Aber Ihr habt mir auch nette Momente beschert. Dass Ihr den Herrn Hipp mal für nen Vortrag nach Berlin eingeladen habt fand ich gut. Und dass ohne Euch irgendwann nix mehr ging fand ich auch gut. Es gab ja so eine Zeit wo das Ding in die richtige Richtung geschubst wurde.
Aber die ist vorbei. Für Euch. Für uns. Ihr kennt Euch selber nicht mehr. Das ist schade aber wahrscheinlich unvermeidlich. Es sind zuviele die nicht an einer Sache arbeiten, zuviele die emporkommen wollen, gefallen wollen. Die sich einnehemen lassen von Eitelkeit und Versuchung. Die Sachen kaputtmachen. Ihr wisst nicht mehr was in Eurem Laden wirklich passiert. Und damit passieren Dinge die uns auseinander gehen lassen. Ich wähle Euch nicht mehr.
Und vielleicht ist das größte Zugeständnis an Euch dass ich eventuell auch niemanden anderes wähle.
Tschüß.
wir kennen uns nun schon ne ganze Weile. Das erste Mal seid Ihr aufgetaucht, als ich Westfernsehen bewusst wahrgenommen habe. Es ging wahrscheinlich um Dünnsäureverklappung, Waldsterben oder Pershing-II. Dann hatten wir hier drüben genug zu tun mit diesem Konstrukt in dem so vieles schief lief. Und dann hielt ich irgendwann einen Aufkleber in der Hand - Bündnis 90 / Die Grünen. Da war ne Sonnenblume drauf, ein bisschen grün, ein bisschen blau. Das ist nun schon ne Weile her. Ich hab nie sonderlich Lust gehabt tiefer in den Kram einzusteigen. Ich hab nie ein Auto gehabt, kenne Müllsortieranlagen von innen und kann Energieeinheiten umrechnen. Ihr seid nicht Schuld daran, dass ich erneuerbare Energien studiert habe. Aber Ihr habt mir auch nette Momente beschert. Dass Ihr den Herrn Hipp mal für nen Vortrag nach Berlin eingeladen habt fand ich gut. Und dass ohne Euch irgendwann nix mehr ging fand ich auch gut. Es gab ja so eine Zeit wo das Ding in die richtige Richtung geschubst wurde.
Aber die ist vorbei. Für Euch. Für uns. Ihr kennt Euch selber nicht mehr. Das ist schade aber wahrscheinlich unvermeidlich. Es sind zuviele die nicht an einer Sache arbeiten, zuviele die emporkommen wollen, gefallen wollen. Die sich einnehemen lassen von Eitelkeit und Versuchung. Die Sachen kaputtmachen. Ihr wisst nicht mehr was in Eurem Laden wirklich passiert. Und damit passieren Dinge die uns auseinander gehen lassen. Ich wähle Euch nicht mehr.
Und vielleicht ist das größte Zugeständnis an Euch dass ich eventuell auch niemanden anderes wähle.
Tschüß.
19 Februar 2012
Norrøna Falketind Gore-Tex Pro Shell Jacket - let it rain
Es ist eben ein Unterschied zwischen den Dingern. Outdoorjacke. Scheisse ja, jetzt hat man Schwadronen von Yuppies und Rentnern in Jack Wolfskin und North Face - Jacken vor dem geistigen Auge. Zu recht. Sollen sie doch weiter ihre Individualitätsuniformen tragen. Das ist mir Schnuppe. Doch zurück zur Jacke. Die Jacke als solches ist ein verdammt wichtiges Kleidungsstück. Wer's nich glaubt fragt die Pilskills. Alles klar? Gut. Kommen wir zum Ausgang dieser Sache hier. Kurzform: Jacke gekauft, Jacke benutzt, Jacke schnell kaputt, Jacke reklamiert, Jacke ausgetauscht, neue Jacke benutzt ... uuund?
Yo.
Soll heissen das Ding taugt nun aber mal richtig. Sie heisst Falketind Pro Shell und kommt aus'm Norden. Norrøna. Norröna. Norrona. Kann froh sein dass es keine russische Jacke ist. Trotzdem - einmal mit Ö bitte. Norröna. Machen wohl ganz vernünftiges Zeug wie ich feststellen durfte.
Aber jetzt mal zur Sache. Ich hab die Rab Latok dem Händler zurückgeschickt und dafür die Norröna Falketind bekommen. Das eine war eVent-Membran, das andere ist nun Goretex Pro. Den hier und da beschriebenen Unterscheid zwischen den Membranen konnte ich so erstmal nicht ausmachen. Beides - und das muss man mal ehrlich zugeben wenn man solche Klamotten vollmundig vertickt - ist irgendwann am Limit. Das einzige was richtig wasserdicht ist ist ne Mülltüte und das einzige was richtig atmungsaktiv ist ist die nackte Haut. Alles andere ist irgendwo dazwischen. Was bedeutet das nun genau? Das Ding ist sehr dicht bei kräftigen Schauern und ein paar Stunden Regen. Wird's aber mal ein kompletter Tag ist auch hier irgendwann innen nicht mehr Death Valley - mässig trocken. Das lässt sich nur zum gewissen Grad mit Innenfeuchte durch den Körper begründen, wenn man das Teil mal ohne Mensch draussen hinlegt/aufspannt kann man die Gewichtszunahme trotzdem und sogar recht gut messen. Anyhow, das ist und bleibt eine theoretische Größe, da der körpereigene Anteil an Feuchte in der Jacke ein sehr viel höherer ist. Bis heute (knapp zwei Jahre) habe ich das gute Stück erst dreimal gewaschen, wenn man es schonend anstellt passiert der Membran auch nix, zumindest ist sie davon noch nicht beeindruckt.
Zu den Details. Auch hier reicht mir eine Größe M. Im grossen und ganzen ebenfalls schön schmal geschnitten, vielleicht im Bauchbereich sogar etwas schmaler als die Latok. Dafür aber mit genauso guten weil langen Ärmeln. Diese haben wie es sich gehört vorne einen Klett um die schön dicht zu machen, vernünftig abgenäht und zu erreichen - auch mit Handschuhen. Unter den Armen verläuft ein Reißverschluss zur Belüftung. Das ist zu erwarten und funktioniert bestens. Norröna hat hier den üblichen Zweiwege-Zipper spendiert. Bei der Softshell Lyngen gibts dort drei - kannste also feiner dosieren. Clever. Aber bei der Wasserfesten reichen die zwei dicke.
Der Rücken ist schnörkellos aber lang. Ich mag das und ich brauch das. Ein nasser Arsch beim Radfahren ist eben blöd. Hier kann man wunderbar raffen, da zieht dann auch nix drunter. Der Vorderreißverschluss ist wie die beiden Brusttaschenreißverschlüsse und die unter den Armen natürlich von der wasserbremsenden Sorte. Und siehe da - die gehen auch ohne den Zipper zu zerstören zu benutzen. Was auf den ersten Blick etwas schade war sind die nur zwei Taschen im Gegensatz zur Latok mit ihren vier. Aber weniger ist vielleicht nicht mehr aber zumindest völlig ausreichend. Was nich da ist kann auch nich kaputtgehen. Und was nicht in die Taschen passt braucht man eh nicht. ... Hoffentlich.
Die Kapuze ist ebenfalls ordentlich groß - ich trage immer noch keinen Helm, könnte aber und so weiter. Der Schirm ist etwas breiter geformt als bei der Latok und hat ebenfalls einen Draht an der Kante eingearbeitet. da hätt ich mir noch ein paar Gramm mehr gewünscht. Gerade beim Fahren ist das manchmal friggelig den hinzubiegen wie man gerade möchte. Das war bei de Latok mit einem Griff erledigt, hier brauchts zwei oder drei.
Mittlerweile gibts in der Falketind-Reihe noch ne Menge andere Sachen, es ist nicht unüblich jedes Jahr ne neue Kollektion rauszubringen. Meines Erachtens ist das nicht wirklich nötig, das Ding taugt und muss nich mehr neu erfunden werden. Und die aktuellen Farben sind ... naja. Wahrscheinlich der schlechte Einfluß von Jack Wolfskin & Co..
Hier ein paar Details der 2010er Version:




Tja. Bis jetzt viel aufregendes mit angestellt. Vom Schneeschauer bis zum tropischen Monsun hat sie alles geschafft. Dieses Jahr wohl wieder etwas mehr auf dem Rad unterwegs, aber hoffentlich bald auch mal wieder beim Trekken dabei. In diesem Sinne...
Yo.
Soll heissen das Ding taugt nun aber mal richtig. Sie heisst Falketind Pro Shell und kommt aus'm Norden. Norrøna. Norröna. Norrona. Kann froh sein dass es keine russische Jacke ist. Trotzdem - einmal mit Ö bitte. Norröna. Machen wohl ganz vernünftiges Zeug wie ich feststellen durfte.
Aber jetzt mal zur Sache. Ich hab die Rab Latok dem Händler zurückgeschickt und dafür die Norröna Falketind bekommen. Das eine war eVent-Membran, das andere ist nun Goretex Pro. Den hier und da beschriebenen Unterscheid zwischen den Membranen konnte ich so erstmal nicht ausmachen. Beides - und das muss man mal ehrlich zugeben wenn man solche Klamotten vollmundig vertickt - ist irgendwann am Limit. Das einzige was richtig wasserdicht ist ist ne Mülltüte und das einzige was richtig atmungsaktiv ist ist die nackte Haut. Alles andere ist irgendwo dazwischen. Was bedeutet das nun genau? Das Ding ist sehr dicht bei kräftigen Schauern und ein paar Stunden Regen. Wird's aber mal ein kompletter Tag ist auch hier irgendwann innen nicht mehr Death Valley - mässig trocken. Das lässt sich nur zum gewissen Grad mit Innenfeuchte durch den Körper begründen, wenn man das Teil mal ohne Mensch draussen hinlegt/aufspannt kann man die Gewichtszunahme trotzdem und sogar recht gut messen. Anyhow, das ist und bleibt eine theoretische Größe, da der körpereigene Anteil an Feuchte in der Jacke ein sehr viel höherer ist. Bis heute (knapp zwei Jahre) habe ich das gute Stück erst dreimal gewaschen, wenn man es schonend anstellt passiert der Membran auch nix, zumindest ist sie davon noch nicht beeindruckt.
Zu den Details. Auch hier reicht mir eine Größe M. Im grossen und ganzen ebenfalls schön schmal geschnitten, vielleicht im Bauchbereich sogar etwas schmaler als die Latok. Dafür aber mit genauso guten weil langen Ärmeln. Diese haben wie es sich gehört vorne einen Klett um die schön dicht zu machen, vernünftig abgenäht und zu erreichen - auch mit Handschuhen. Unter den Armen verläuft ein Reißverschluss zur Belüftung. Das ist zu erwarten und funktioniert bestens. Norröna hat hier den üblichen Zweiwege-Zipper spendiert. Bei der Softshell Lyngen gibts dort drei - kannste also feiner dosieren. Clever. Aber bei der Wasserfesten reichen die zwei dicke.
Der Rücken ist schnörkellos aber lang. Ich mag das und ich brauch das. Ein nasser Arsch beim Radfahren ist eben blöd. Hier kann man wunderbar raffen, da zieht dann auch nix drunter. Der Vorderreißverschluss ist wie die beiden Brusttaschenreißverschlüsse und die unter den Armen natürlich von der wasserbremsenden Sorte. Und siehe da - die gehen auch ohne den Zipper zu zerstören zu benutzen. Was auf den ersten Blick etwas schade war sind die nur zwei Taschen im Gegensatz zur Latok mit ihren vier. Aber weniger ist vielleicht nicht mehr aber zumindest völlig ausreichend. Was nich da ist kann auch nich kaputtgehen. Und was nicht in die Taschen passt braucht man eh nicht. ... Hoffentlich.
Die Kapuze ist ebenfalls ordentlich groß - ich trage immer noch keinen Helm, könnte aber und so weiter. Der Schirm ist etwas breiter geformt als bei der Latok und hat ebenfalls einen Draht an der Kante eingearbeitet. da hätt ich mir noch ein paar Gramm mehr gewünscht. Gerade beim Fahren ist das manchmal friggelig den hinzubiegen wie man gerade möchte. Das war bei de Latok mit einem Griff erledigt, hier brauchts zwei oder drei.
Mittlerweile gibts in der Falketind-Reihe noch ne Menge andere Sachen, es ist nicht unüblich jedes Jahr ne neue Kollektion rauszubringen. Meines Erachtens ist das nicht wirklich nötig, das Ding taugt und muss nich mehr neu erfunden werden. Und die aktuellen Farben sind ... naja. Wahrscheinlich der schlechte Einfluß von Jack Wolfskin & Co..
Hier ein paar Details der 2010er Version:
Tja. Bis jetzt viel aufregendes mit angestellt. Vom Schneeschauer bis zum tropischen Monsun hat sie alles geschafft. Dieses Jahr wohl wieder etwas mehr auf dem Rad unterwegs, aber hoffentlich bald auch mal wieder beim Trekken dabei. In diesem Sinne...
26 Januar 2012
24 Dezember 2011
23 Dezember 2011
die Sache mit dem Baum
Ich will ja jetzt nich Öko rüberkommen, aber ja. Ich glaub die meisten Leute pflanzen weniger Bäume in Ihrem Leben als da so für Weihnachten hingerichtet werden. Und da kann man ja mal dran arbeiten. Und tolle Beleuchtung sollte man sich ja eh öfter gönnen. Da brauchts nich unbedingt ne Tanne im Wohnzimmer für.
...auf ein buntes...
Mehlsorten:
Klima
20 Dezember 2011
Herz:links
Er hatte nicht viel in der Birne. Hauptschule. Irgendwo auf dem Land in Mecklenburg, da wo im Sommer die Touristen die Seen und die Luft genießen. Da war sein zu hause. Dieser Siebziger-Jahre-Plattenbau mit ca. 20 Wohneinheiten. Der sozialistische Wohnkomplex. Und dann waren da die Eltern und die Schwester. Die Mutter irgendwo auf dem Amt als Aktendulliauskennerin und der Vater im Schichtdienst im Kalksandsteinwerk. Die Schwester, ein zierliches Ding war so ziemlich schlauer wie das in Mecklenburg so auffallend üblich ist. Der Unterschied war, dass sie noch nicht mal volljährig sich schon an einen dicklichen Mittdreißiger - Fahrschullehrer, was ja wohl derer orten sowas wie eine Adelung, aber eigentlich das Zeugnis für "kann nix, macht trotzdem ne dicke Welle" gilt - sich jedenfalls an diesen versprochen, ver- ... ach man hat das nie so richtig verstanden aber das musste und wollte hier wohl auch niemand. Er war keine Leuchte und auch der Rest wars nicht. Der Junge aber der war ein typischer Rotzbengel. Moped ohne Fleppen, Rauchen wie ein Schlot, pickeliges Rasurkinn und Springerstiefel. Die unangenehme Sorte. Die grüne oder blaue oder schwarze Bomberjacke. Und die nicht vorhandenen Haare. Die Oma - eine über 80jährige Deutsch-Jugoslawin, beide Männer im Krieg gelassen, selbst danach als Landlöhnerin geknechtet worden - die hatte so ihr Unbehagen damit. Aber es war ja ein Enkel. Der Krieg ist ja lange her und heute ist heute und heute ist Sat1 und RTL und überhaupt geht’s uns ja doch allen so sehr viel besser. Tja und dann bist Du da wieder zu Besuch. Irgendein familiärer Anlass deiner damaligen zweiten Familie. Ihr wart mal wieder übers Wochenende da, alle freuen sich, es wird gegrillt, gegessen, getrunken, geglotzt, sich ausgetauscht, es gibt die obligatorische Rund-um-die-Uhr-Fressalien-Vollversorgung und rings rum ein bisschen Abwechslung zum Großstadtdschungel. Und abends gehen dann alle rüber in den Garten der Tante und die ganze Bande wird dort sein und wir nehmen noch etwas mit, man soll uns ja nicht nachsagen dass wir nichts mitbringen würden und am Ende fällt das noch auf uns zurück und die Leute im Dorf, ihr wisst ja.
Du sagst irgendwann nichts mehr. Anfangs gehen diese ganzen Rituale so fürchterlich auf den Sack, du musst da erst reinwachsen, sagst du dir, sagt sie, sagen die andern. das willst du aber gar nicht, rebellierst du innerlich und kannst doch gar nicht so richtig sagen wogegen oder warum. Bis du dann wieder an dem Punkt bist. Dieser Punkt den du immer vor Augen hattest wenn du zu Hause diese Platte von Konstantin Wecker gehört hast die bei deinen Eltern im Regal stand. Gestern ham's 'n Willi erschlag'n. Ja da bist du auf einmal dort wo du dich wohlfühlen solltest. Ihr seid da, ihr hattet nen schönen Tag, ward baden, was lesen, habt einfach Zeug gemacht, geholfen Euch aufgeregt über diese Dörflichkeit, dieses ach-die-haben-doch-alle-keine-Ahnung-hier. Da hört die eh keiner zu wenn du anfängst die Dinge mal zu erklären. Die haben hier einfach noch weniger Zeit, als du selbst in deiner Welt. Gleich gibts Essen und die Wäsche muss auch noch raus und habt ihr schon.... . Nein zur Ruhe kommt ihr hier nur für Augenblicke. Und dann aber bis gleich, wir wollens uns doch alle am Feuer gemütlich machen, ja? Ja doch.
Tja. Irgendwann bist du einfach hierhergefahren. Und geblieben. Zwischen Grunge-CDs und Sonnenblumen. Das war schon ziemlich die andere Seite von dem wie du selbst anders warst. Wir waren ja immer unterwegs. Berlin, Berlin und nochmals Berlin. Dazwischen gabs irgendwelche Parties hier und da. Dunkle Keller oder alte Bunker, Plattenspieler rein und los. Was hast du da für nen Aufwand mit der Deko betrieben. Das war verdammt dunkelbunt, und manchmal auch ein bisschen aufregend. Besetzte Häuser, alternative Jugendzentren, immer damit rechnend dass irgendwelche Glatzen aufkreuzen und hier ihren Krieg austragen wollten. Eine Zeit in der du lerntest wie quer diese ganze bist-du-rechts-oder-links-Scheisse lief. Landauf, landab. Und ja. Da gab es diese harmlosen, passiven Teile, so ne Mischung aus Hippies und Kirchenjugend. Viele wohlbehütet, Mutti holt euch dann wieder ab und ruft an, wenn es zu sehr regnen sollte und ihr nicht zelten wollt. Wie sie. Tja. Und dann gabs da in dieser Sippe halt auch diesen Bengel. Auf der Straße hättest du ihn wahrscheinlich gemieden oder geboxt. Nicht dass du drauf aus warst, aber wenns sein musste. Und ein paar Mal musste es sein. Das Wegrennen und auch das Zuschlagen. Jedenfalls haben sie alle schon einen im Tee und du stocherst schweigend in der Glut rum. Mindestens ein Mensch neben dir sollte das realisieren. Diese Wut ob dieser Sprüche und Witze. Und irgendwann ist es zu viel. Du hältst diese Scheisse nicht mehr aus und greifst an. Die Oma, die es doch besser wissen müsste, die Mutter - Lehrerin - die in der Schule sowas melden müsste, alle ducken sich mit Ausflüchten weg. Die besoffenen Herren der Runde sehen das als Amüsement - jetzt haben sie jemanden an dem sie sich auslassen können - das du doch erst mal was schaffen sollst, Steuergelder fürs Studieren und der ganze Quark. Und dann wird so richtig unsachlich unter die Gürtellinie gegriffen. Und alles nur um auch ja keine Diskussion zuzulassen, dass dieser Bengel ein vollkommener Neonazi ist. Das der Typ unter der Woche wenn er auf seinem LKW sitzt sich die übelste Nazimucke reinzieht, sich diesen Scheiss mit Vaterland und Ehre ins sonst so leere Hirn zieht. Und genau das passt nämlich nicht in diese Idylle. Du bist der Störfaktor - nicht diese quere Weltanschauung. Und so spuckst du irgendwann ins Feuer und verziehst dich. Allein oder zu zweit ist die da schon längst egal. Weit weg wäre jetzt am besten. Weit weg von dieser ... Verwandtschaft?.
Am nächsten Mittag wird verklemmt Mittag gegessen, dann irgendwann nach endlosen quälenden Stunden die du zumeist mit irgendwelchem Schnickschnack zugebracht hast macht ihr euch endlich wieder auf den Weg. Sie bekommt von Oma die obligatorischen fünfzig Euro zugesteckt und dann fahrt ihr los. Nee, also alles toll war das nicht. Aber du hast die Scheisse von innen gesehen. Da wo die brauen Grütze am Leben bleibt. Und einfach dazu gehört wie das mal-eben-mit-ein-paar-Schnaps-zuviel-vom-Dorffest-nach-hause-fahren.
Sie waren und sie sind Schuld. An dem was sich da entwickeln konnte. Zwickau ist auch in Mecklenburg. Irgendwo in jedem Dorf. Und irgendwo in jeder Familie.
Es gibt eben einen großen Unterschied was so in den Bücherregalen der zweiten Familie stehen kann. Manchmal sind es nur Weltbild-Verlags-Kochbücher oder -Gartenbücher, weil man ja aller drei Monate ein Buch kaufen muss!!!, oder es sind eben gefährliche Werke. Bücher die den Kopf denken machen. Mir sind letztere lieber. Bücher und Familien.
Du sagst irgendwann nichts mehr. Anfangs gehen diese ganzen Rituale so fürchterlich auf den Sack, du musst da erst reinwachsen, sagst du dir, sagt sie, sagen die andern. das willst du aber gar nicht, rebellierst du innerlich und kannst doch gar nicht so richtig sagen wogegen oder warum. Bis du dann wieder an dem Punkt bist. Dieser Punkt den du immer vor Augen hattest wenn du zu Hause diese Platte von Konstantin Wecker gehört hast die bei deinen Eltern im Regal stand. Gestern ham's 'n Willi erschlag'n. Ja da bist du auf einmal dort wo du dich wohlfühlen solltest. Ihr seid da, ihr hattet nen schönen Tag, ward baden, was lesen, habt einfach Zeug gemacht, geholfen Euch aufgeregt über diese Dörflichkeit, dieses ach-die-haben-doch-alle-keine-Ahnung-hier. Da hört die eh keiner zu wenn du anfängst die Dinge mal zu erklären. Die haben hier einfach noch weniger Zeit, als du selbst in deiner Welt. Gleich gibts Essen und die Wäsche muss auch noch raus und habt ihr schon.... . Nein zur Ruhe kommt ihr hier nur für Augenblicke. Und dann aber bis gleich, wir wollens uns doch alle am Feuer gemütlich machen, ja? Ja doch.
Tja. Irgendwann bist du einfach hierhergefahren. Und geblieben. Zwischen Grunge-CDs und Sonnenblumen. Das war schon ziemlich die andere Seite von dem wie du selbst anders warst. Wir waren ja immer unterwegs. Berlin, Berlin und nochmals Berlin. Dazwischen gabs irgendwelche Parties hier und da. Dunkle Keller oder alte Bunker, Plattenspieler rein und los. Was hast du da für nen Aufwand mit der Deko betrieben. Das war verdammt dunkelbunt, und manchmal auch ein bisschen aufregend. Besetzte Häuser, alternative Jugendzentren, immer damit rechnend dass irgendwelche Glatzen aufkreuzen und hier ihren Krieg austragen wollten. Eine Zeit in der du lerntest wie quer diese ganze bist-du-rechts-oder-links-Scheisse lief. Landauf, landab. Und ja. Da gab es diese harmlosen, passiven Teile, so ne Mischung aus Hippies und Kirchenjugend. Viele wohlbehütet, Mutti holt euch dann wieder ab und ruft an, wenn es zu sehr regnen sollte und ihr nicht zelten wollt. Wie sie. Tja. Und dann gabs da in dieser Sippe halt auch diesen Bengel. Auf der Straße hättest du ihn wahrscheinlich gemieden oder geboxt. Nicht dass du drauf aus warst, aber wenns sein musste. Und ein paar Mal musste es sein. Das Wegrennen und auch das Zuschlagen. Jedenfalls haben sie alle schon einen im Tee und du stocherst schweigend in der Glut rum. Mindestens ein Mensch neben dir sollte das realisieren. Diese Wut ob dieser Sprüche und Witze. Und irgendwann ist es zu viel. Du hältst diese Scheisse nicht mehr aus und greifst an. Die Oma, die es doch besser wissen müsste, die Mutter - Lehrerin - die in der Schule sowas melden müsste, alle ducken sich mit Ausflüchten weg. Die besoffenen Herren der Runde sehen das als Amüsement - jetzt haben sie jemanden an dem sie sich auslassen können - das du doch erst mal was schaffen sollst, Steuergelder fürs Studieren und der ganze Quark. Und dann wird so richtig unsachlich unter die Gürtellinie gegriffen. Und alles nur um auch ja keine Diskussion zuzulassen, dass dieser Bengel ein vollkommener Neonazi ist. Das der Typ unter der Woche wenn er auf seinem LKW sitzt sich die übelste Nazimucke reinzieht, sich diesen Scheiss mit Vaterland und Ehre ins sonst so leere Hirn zieht. Und genau das passt nämlich nicht in diese Idylle. Du bist der Störfaktor - nicht diese quere Weltanschauung. Und so spuckst du irgendwann ins Feuer und verziehst dich. Allein oder zu zweit ist die da schon längst egal. Weit weg wäre jetzt am besten. Weit weg von dieser ... Verwandtschaft?.
Am nächsten Mittag wird verklemmt Mittag gegessen, dann irgendwann nach endlosen quälenden Stunden die du zumeist mit irgendwelchem Schnickschnack zugebracht hast macht ihr euch endlich wieder auf den Weg. Sie bekommt von Oma die obligatorischen fünfzig Euro zugesteckt und dann fahrt ihr los. Nee, also alles toll war das nicht. Aber du hast die Scheisse von innen gesehen. Da wo die brauen Grütze am Leben bleibt. Und einfach dazu gehört wie das mal-eben-mit-ein-paar-Schnaps-zuviel-vom-Dorffest-nach-hause-fahren.
Sie waren und sie sind Schuld. An dem was sich da entwickeln konnte. Zwickau ist auch in Mecklenburg. Irgendwo in jedem Dorf. Und irgendwo in jeder Familie.
Es gibt eben einen großen Unterschied was so in den Bücherregalen der zweiten Familie stehen kann. Manchmal sind es nur Weltbild-Verlags-Kochbücher oder -Gartenbücher, weil man ja aller drei Monate ein Buch kaufen muss!!!, oder es sind eben gefährliche Werke. Bücher die den Kopf denken machen. Mir sind letztere lieber. Bücher und Familien.
Mehlsorten:
Augenblick,
Nö,
Realität,
Terror,
Zeit
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