31 Dezember 2025

Bauch...

 ...über Kopf. Oxytocin über Dopamin. Radfahren über Schrauben. Draußen über Drinnen. Konzerte über Konserve. Tränen über runterschlucken. Schallplatte über Streaming. Vertrauen über Kontrolle. Linux über Windows. Verlässlichkeit über Vermeidung. Vögeln über Fernsehen. Nichts-essen über nicht-vegetarisch. Kino über Scrollen. Zuhören über Reden. Wasser über Alkohol. Beste Zeiten über Bestzeiten. Machen über Zerdenken. Verletzlichkeit über Verletzen. Berge über Meer. Meer über Berge. Beobachten über Aufregen. Schlafen über Gedankenkreisen. Reparieren über Neukaufen. Fehler über Perfektionismus. Verzeihen über Verbittern. Bergwandern über Radkilometer. Baden über Bingen. Wohlwollen über Unterstellen. Therapie über Dauerschleifen. Weniger über mehr. Mut über Angst. Vorsorge über Prokrastination. Vorhabenskizzen über Verplantheit. Zeit über Geld. Lernen über Routinen. Körper über Bequemlichkeit. Jetzt über Gestern|Morgen. Fragen über Vermuten. Playfulness über Scham. Grün über rot. Gefühle über Emotionen.

2026 über 2025.



29 Dezember 2025

🎹

 Irgendwann kaufe ich mir eine Konzertkarte.




 

infinite sadness

Irgendwie funktionieren. Aufraffen, Schuhe an, Jacke an, Kopfhörer auf, raus. Wenn es denn geht. Eigentlich geht überhaupt nichts. Stunden ins Leere. Stolz darauf, es zum Rewe geschafft zu haben. Auf dem Rückweg die Schritte ab der letzten Ampel etwas schneller. Weil die Sekunden des Innehaltens vor dem roten Licht auf der anderen Straßenseite die Tränen kommen lassen. Schlüssel, Tür, Schuhe aus. Heulen. 

Nichts fickt so hart wie die richtigen Worte, die richtige Musik oder das eigene Herz.

Wenn es ein guter Tag ist geht ein bisschen ablenken, draußen. Stundenlang umherwandern, dem Lärm und der Geschäftigkeit der Menschen ausweichen. Nie allein, im Kopf, im Herz.

Erinnern - tut weh. Vermissen - tut weh.

Jemandem, der lange in Depression funktioniert hat, sieht man das alles nicht an. Wie es darunter geht. Ein Fluch, damals jahrelang perfektioniert, eine Fassade zu leben. Es kostet gerade so unendlich viel Kraft nicht wieder in dieses Loch zu fallen.

Was fehlt. Der Sinn. Die Hand. Verbündete. Sicherheit.


Es ist was es ist. Jahresendtraurigkeit, am Jahresende nicht endend.

27 Dezember 2025

Nichtzeit

Keine Ahnung wo oben oder unten ist, vorne oder hinten. Wie ohne Zeit alles gerade ist. Die Augen schließen und kein Gefühl ob, was und wie lange etwas nicht oder doch passiert ist. Das Zwielicht und die Gedanken bleiben gleichermaßen in der gefrorenen Luft stecken. Die Routinen sind noch etwas routinierter, die Minuten noch etwas länger. Das Fühlen hängt seit Stunden in der Dauerschleife. Viel trinken und ein wenig Salz nicht vergessen.

Treibsand, Nichtzeit.

25 Dezember 2025

Im Moment

Woran wir uns erinnern. Irgendwann habe ich aufgehört mich zu wundern, warum ausgerechnet ganz bestimmte Momente in Erinnerung bleiben. Man erlebt etwas, macht ein paar Bilder und hat ein paar Worte gewechselt. Irgendwo dazwischen gibt es Momente, die anders sind.

Die sich anfühlen. Die den ganzen Augenblick mitgenommen haben. Die unscheinbar sind, über die man manchmal hinweglebt während dessen.

Momente, die unspektakulär scheinen. Es sind nie die, die auf Bildern haften. Manchmal an Worten. Vielleicht sind es die, in denen nichts musste, nichts gesprochen, nichts gedacht.

Sie sind friedlich, alle.

Gestern war wieder so ein Augenblick. Da sind zwar Stunden voller Eindrücke, aber die sind austauschbar, die machen nichts mit mir. Der eine Augenblick der wahrscheinlich bleibt wollte nichts, nicht treten, nicht lenken, nicht essen, nicht denken. 

Mittagssonne, kalter Wind, hinter einer kleinen Scheune ein Stapel Baumstämme vom nahen Wald. Pause. Ich habe mich da auf die Stämme gelegt. Anfangs die Wolken angeguckt. Augen zu, die Geräusche aus der Ferne, die von direkt neben mir. Die Wärme auf dem Gesicht, das Holz im Rücken.

Vielleicht habe ich einfach ein bisschen zu viel Müsserei in meinem Sein. Einfach liegen, sein, wahrnehmen und fühlen was ist. Das verhakte Blatt, was mit dem Wind hörbar am Holz gekratzt hat.

Wie viel mehr solche Momente sind. Die nicht-lauten.

Irgendwie schön, dass es immer diese Art der Erinnerungen sind. Vielleicht weil ich genau diese Sorte wirklich brauche. Vielleicht weil genau da das Leben so unscheinbar schön passiert.

Vielleicht braucht es auch gar nicht mehr, so ein Leben. Diese Momente, in denen man spürt, was gerade Gutes ist.

Dankbarkeit, dafür.