2008/03/25

die software wird´s schon richten...

...so wird heutzutage mehr oder weniger pragmatisch in den entwicklungsabteilungen dem druck der business-development-abteilungen begegnet. will heissen, da immer weniger zeit bleibt ein projektziel auszuentwickeln wird der an für sich ebenfalls zu entwickelnde steueralgorithmus und maschinencode mit dem erscheinen des produktes wohlweisslich in einem noch äusserst unzuverlässig arbeitendem zustand auf den kunden losgelssen. sicherlich wird dies immmer zu einem gewissen grade so sein, wenn es sich um komplexe systeme handelt. wieviele softwareversionen werden heute im schnitt bei handies "nachgeschossen"? bei autos? und bei den menschen?

wieviel updates braucht die "hardware" mensch? wann ist er wirklich fertigentwickelt? wieviel gibt es zu verbessern? wann muss frischer code ins alte nervenkostüm? irgendwie unterliegt er ja auch der beschleunigten wahrnehmung von zeit bzw. kurzlebigkeit seiner immer komplexeren umwelt. es treten immer weniger langlebige dinge in das alltägliche bild eines durchschnittlichen erste-welt-menschen.

2007 war das jahr in dem erstmals mehr menschen in grossstädten lebten als in ländlicher umgebung. tendenz zunehmend. grossstädte. zweckmässigkeit in sachen wohnen, leben, überleben. miteinender leben muss hier mehr und mehr zum nebenwerk verkommen. zur belastung. zum stressfaktor. mehr als ein dutzend mäuse passen nicht in ein einweckglas. und doch ist der mensch ein soziales tier. angewiesen auf seine umgebung, seine sozielkontakte. der ständig allgegenwärtige gleichschlag der metropolen formt sich seine ameisenhaften individuen zurecht.

das bleibt nicht ohne spuren. äusserlich. innerlich. wieviele fassaden rennen da draussen rum. abziehbilder. (selbst)inszenierungen. schutzhüllenbewehrte ich´s auf dem wege zur grau-bunten einheitsmasse. schutzhüllen sind wichtig im rauhen miteinander der grossstädte. doch werden sie mehr und mehr zum nicht mehr ablegbaren mantel. in diese unduchdringliche hülle gepresst müssen versuche nähe zu anderen ameisen aufzubauen mit immer höherem aufwand in immer ausgefeilteren riten unternommen werden. schliesslich gilt es den seelenschützenden panzer so spät wie nur möglich zu verlassen. oder die eigene wohnungstür für den rückzug immer noch ein stück weit offen zu lassen.

wer teilt halbiert. einsamkeit vs. unabhängigkeit. da kämpfen zwei dinge miteinander. suche nach ersatz. suche = nachfrage = markt. das treibt zuweilen merkwürdige auswüchse, aber da die japaner mit dem beengten miteinander schon etwas länger erfahrungen haben sind sie uns da einfach schon wieder ein wenig voraus. überhaupt asien. in 2046 liebte der androide mit verzögerten reaktionen. soweit sind wir davon dann gar nicht mehr entfernt. nüchtern schleicht sich dieser derzeit etwas zu irreale technisierte gedanke auch in die "so called" normale gegenwart.

städte mit ihrer zweckmässigkeit sind es, die den ameisenmenschen das leben erleichtern. genauso zweckmässig wird sich ihr miteinander formen. 21tes jahrhundert heisst eben auch "ein hoch auf das individuum". allerorten versuche die weitgehende alleinigkeit als unabwendbar zu erklären. zur ikea-single-wohnung gibts eben auch die ikea-mässige gefühlsanleitung für den homo_sapiens_2.0 - wenig nur was an raum für gefühle bleiben kann in diesen orten.

die spielregeln sind neue, nahezu ständig veränderlich. eine wall street der kontrollierten zweisamkeit. auf dieser beziehungsbörse werden die marktwerte ausgehandelt. ob der kurs steigt oder fällt hängt von vielem ab. wieviel gefühl dabei letzendlich noch eine rolle spielt? wohl nur soviel wie es die umgebenden städte und die sich selbst überholenden gesellschaften zulassen.

und berlin im jahr 2008?

be succesful
be independent
be berlin

myself:

(be bike
be beat
be bass)

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