2007/07/03

suchen

Das ich nicht suchen muss, das ich nie suche könnte, ist eines der schönsten Erkenntnisse in meinem Leben. Manche nennen es Schicksal. Ich nenne es einfach das pralle Leben. Ich kann mich freuen. Gute Erinnerungen sind gut für die Seele. Und die schlechten? Auch die sind gut. Weil ich aus Ihnen Gutes wachsen lassen kann. Will. Warum nicht gleich so? Alles Lüge? Ich habe in den letzten zwei Wochen einen grösseren Ritt durch mein Ich gemacht, als ich in den letzten zwei Jahren an mir selbst verloren habe. Hm, der Kaffee is fertig, geiler Scheiss. Ich liebe dieses zurückgewonnene, ähm, Ritual. Rituale sind nichts Schlimmes, wenn sie gut sind.

Überhaupt. Was ist gut. Gut sein. Wo war ich stehengeblieben? Ich kenn ne Menge Leute.
Man tut sich so verdammt leicht sagen, man hat ne Menge Freunde.
Hm. Nichts gegen viele. Aber doch eben ne Menge Bekannte. Kannste dicke feiern mit, über Mugge schnacken, Bierchen trinken, um den Block ziehn. Aber wer bleibt, wer bleibt nahe. An Dir, wen hast Du immer bei Dir gehabt, mit wem warst Du immer? Es ist verdammt hart wenn man diese Leute irgendwie aus den Augen verliert. Aber umso überwältigender, wenn Du zu diesen Leuten hinkommst, und sie verstehen. Und mehr, nicht nur Trost, jaja der is auch wichtig. Es wird soviel Pathos um Freundschaft geschmiert, das nervt. Zu viel Hollywood.
Aber irgendwas is dran. Bin grad dabei das zu erfahren. Weil ich mich selbst erfahre. Nicht die die mir sagen könnten, tu dies, tu das, das nicht, das dann. Nicht die wo ich hingehen kann und das hören kann was ich hören will, wollte. Derer gäbe es ein paar. Nicht schlimm soweit. Aber eben auch gut weil dann der Wert derjenigen, die einen den Spiegel halten können in dem man selbst erkennen muss, so unermesslich gross wird. Ne Menge Hausaufgaben hab ich da. Selbst gefunden. Harter Weg. Aber konnt ja eh nich pennen. Aber deswegen is das ganze ja auch irgendwie schön. Weil ich mich mir selbst stellen musste. Und ab dem Punkt wo ich das auch wollte, wurde das ganze erst richtig abgefahren.

Eigentlich müsste mir das dreckig gehn. Naja, nö, ick hab soviel gutes Gefühl bei dem was ich grad anfange, das ich voller Energie bin. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Und mir dieser Stärke auch bewusst. Ich habe keine Angst vor der Zukunft, vor dem Leben. Ich habe meine eigenen Grenzen früh testen können. Es sind die 50 km die du fährst auch wenn du schon 200 in den Knochen hast, die Dir zeigen was Du bist und kannst. Die Kritik bei einer Premiere, die feiernde Crowd, wenn Du sie mit deinen Scheiben gepackt hast. Auch bei dem wofür ich angetreten bin, war ich gut. Habs verschleudert für die Geier. Hm, dicker Fehler, musste aber wohl durch. Das Geheimnis ist aber sich darüber zu freuen, das Du darum weisst, es siehst, es Dir bewusst ist, und es für Dich abgemacht hast, das zu ändern. Und auch bereit bist Dich daran messen zu lassen. Ich hab schon jetzt ein Grinsen im Bauch wenn ich an die Arbeit denke. Ich will nich arrogant sein, aber ich kanns mir echt aussuchen was ich mach. Dahin zu kommen war aber auch ein verdammt hartes Stück Arbeit. Und da kommt der Ehrgeiz wieder ins Spiel. Kann schon sein das ich ein Tick zu straight bin. Hab den Tip bekommen, zu leiten, käme meiner Art entgegen. Hm. Weiss nich ob ich das will. Werd ich rausfinden. Vom Riesenradtrip bis zum Doktor is alles möglich. Aber keine Mittelmässigkeit mehr. Diese Stadt ist mittelmässig, dieser Laden hier, die Leute hier. Und ich war auf dem besten Wege dahin.

Auch in der Liebe. Puh, bittere Erkenntnis. Was sagt der Ehrgeiz, der Verstand, der Bauch, das Herz?

War absehbar. Autsch. Aber mir nie eingestanden. Immer noch ne extatischere Scheibe nachgelegt, aber den unausweichlich notwendigen Break gescheut. Diese Flächen, Streicher und Räume sind doch das, was die eigentliche Extase hervorruft. Selbst Gabba funktioniert nich ohne. Warum aus den Augen verloren? Faulheit? Weil ja weitergetanzt wurde, auch wenns weh tat. Scheisse, dabei weiss doch jeder das das nur auf Pappe geht. Aber auch nich ewig. Das Runterkommen is auch nich lecker.

Naja, nun bin ich runtergekommen, verdammt schnell, irgendwie. Aber irgendwie mochte ich dieses Adrenalin. Hatte fast sogar ein bisschen Angst, zu schnell zu sein. Aber gibt es dafür zu schnell? Nö. Motorradfahren tuste ja auch nich um dabei umzukippen. Oder Radfahrn, ausser wenn man´s genießen will. Ne Abfahrt is ne Abfahrt. Und nichts is besser als das Gefühl, wenn der Hinterbau kurz vorm schlingern is, die Sandkörner in der Innenkurve lauern, Du auf den Gegenverkehr horchst und die Kurve kriegst.

Das sind Dinge die dich wirklich fühlen lassen, die so wichtig sind, damit Du Gefühle geben kannst.

Ich radel erstmal auf Arbeit, guck mir den Laden in aller Ruhe an und grins mir einen. Das is fast wie Kekse futtern, vielleicht sogar besser, weils die beste körpereigene Droge ist die ich kenne, wiedergefunden hab: Lust aufs Leben.

Und das mit dem das es mir dreckig gehn müsste, hm. Das Hämmerchen kommt eh, in kleinen Dosen, unerwartet, egal wo ich bin, was ich tu. Aber das ist okay, zeigt vieles. Wär schlimm wenns nich wär. Muss sein. Alles andere wär unecht. Is aber da. Ist gut so. Ist schön so.

Keine Kommentare: