2007/07/05

muster

Wir sind alle Produkte unserer Umgebung. Schulbuchsatz. Ganz schön dröge. Was sind wir? Sind wir das, wie wir uns und unsere Welt selbst erschaffen? Oder steckt in uns doch mehr? Sind die Dinge die uns als Kinder vorgelebt wurden, doch die eigentlichen Hypotheken unseres Lebens? Auch wenn wir, schulbuchlesend, meinen, schon durch den alleinigen Vorsatz nicht so zu werden?

Reicht dieses Gerüst überhaupt, um mit dem was längst in uns ist, umgehen zu können? Bis zu dem Zeitpunkt wo man gezwungen ist sich damit auseinander setzen zu müssen, reicht dies sicher. Aber eben nicht weiter.

Söhne werden durch Ihre Väter geprägt, Töchter durch ihre Mütter.

Schulbuchsatz? Schon, aber einer dem zu wenig Bedeutung geschenkt wird. Das is ja auch was Unangenehmes. Hat man doch seine Jugend genutzt um auszubrechen, anders zu werden. Hat man das? Konnte man das überhaupt? Wenn ja, hätte man sich dem bewusst sein müssen. Mangels Lebenserfahrung gelingt einem das aber nicht wirklich. Das an sich ranzulassen schaffen die wenigsten von sich alleine aus. Hab ich auch nich geschafft. Is mir nun aber trotzdem gelungen. Und ich bin froh. Das ist normal. Das in jedem von uns. Entscheidend ist lediglich, ob wir in der Lage sind, das zu erkennen und zu akzeptieren. Der Willen das zu ändern, kommt bei den meisten dann wohl ziemlich schnell hinterher.

Ob sie die Kraft dazu haben, zum Eingestehen, Ranlassen und letztlich auch zum Dagegenangehen? Ich kann das nur für meinen Teil beantworten. Mit einem einfachen "ja".

Is ne unleckere Sache, aber fühlt sich gut an. Im Grunde simpel, aber nur der schulbuchbasierende Vorsatz reicht eben nicht. Dazu gehört die ganze Nummer. Bei jedem.

Wer das für sich verneint, wegschiebt und verleugnet, wird das nicht ewig durchhalten können. Vielleicht bis zum Ende seines Lebens. Aber einholen tut es ihn trotzdem. Man wird sich was vormachen damit es erträglicher is. Und irgendwann resignieren. Sich in sein Schicksal fügen. Anderen wehtun, mit einem unkontrolliertem Ego zum Beispiel. Oder sich selbst, weil man sich für andere zerreisst, zurücksteckt.

Der bloße Wille nicht so zu sein reicht aber nicht. Das habe ich gelernt. Und das sind die besten Schulstunden meines Lebens gewesen. Auch ohne Bücher.


Muss los jetzt, da warten ein paar spannende Sachen auf mich. Ziele sind so was geiles. Wecken den Ehrgeiz. Machen hungrig. Und Spass. Bis später.

Kommentare:

tau hat gesagt…

"Söhne werden durch Ihre Väter geprägt, Töchter durch ihre Mütter."

Des ist jetzt aber auch bissl zu einfach. Papa-Mama-Bla ist da zu einseitig. Wenn, dann: Eltern prägen Kinder. Und das ist schlimm genug.

micha hat gesagt…

das eltern ihre kinder prägen ist nicht schlimm sondern ein riesige verantwortung.

solange ich mich dieser verantwortung stelle und mein kind ein starker mensch wird, finde ich es sogar gut.

als vater einer tochter gefällt mir der gedanke aber auch nicht, das mütter die töchter prägen ;o).

bemme51 hat gesagt…

es ist ja nicht die prägung an sich, die in frage zu stellen wäre gar zu vermessen. sondern vielmehr das was im spiegelbild seiner selbst als erschreckender, mahnender teil der prägung von ihm erkannt wird. eine sache von bewusstsein und wahrheit sich selbst gegenüber, mit der chance dies zu ändern wenn der anspruch an sich selbst genau dieses spiegelbild nie zulassen wollte.

@tau: moment, dass stimmt schon, is aber nur die halbe wahrheit, weil die wahrnehmung der elternrolle vor zwanzig oder dreissig jahren noch sehr unemanzipiert ablief.... (rollenverhalten, mann=arbeit, frau=familie.... etc.)

@micha: bei euch hab ich da wirklich keine bedenken... ps: der milchschaum am morgen is dein trumpf.... ;-)

tau hat gesagt…

hmmm. ja. also ich hab das nur auf meine kind-perspektive bezogen. die eltern-perspektive fehlt mir, aber ja, micha, da haste recht, da is prägung vor allem ne große verantwortung und ne feine sache, nem wesen viele dinge mit ins leben zu geben.

was die mann/frau geschichte angeht. ich meinte eben, dass man ja nich so stark nur innerhalb seiner geschlechterkategorie geprägt wird. vor 30 jahren hat da sicher ein gesellschaftliches gender-verhältnis einzelne biographien weniger vielfältig beeinflusst. aber ich hab den satz irgenwie auf heute bezogen.

hmm, liegt an deinem blog-style, free floating thoughts, stream of consciousness (ha, watt gelernt in den geisteswissenschaften!, ähhh, naja). da isses manchmal eben nich so klar. aber is ja okay. genau.

weiterbloggen.

bemme51 hat gesagt…

ja, rauslassen is so unendlich wichtig...

bis gleich...

bemme51 hat gesagt…

@tau: das mit dem "free floating thoughts, stream of consciousness" interessiert mich...

müssn wir mal nen tee drüber trinken

wenn ich mehr zeit zum schreiben hab, würd ich da auch gern wieder von wegkommen...

aber schreiben in gedankenschnelligkeit is halt eh etwas hart am limit...

bis später