2007/07/02

liebe

Mit nichtmal 20 steht einem die ganze Welt offen. Man denkt alles zu wissen, das Abitur in Händen, wilde Zeiten und wilde Träume. Wir waren frei, wir haben gelebt. Nächtelang geredet, philosophiert ohne zu wissen, Träume gelebt. Freundschaften entdeckt, die Stadt auf den Kopf gestellt, Rocker haben Tekkno entdeckt und umgekehrt, Motorräder neben Autos neben Fahrrädern. Das Leben war ein Spiel.

Man suchte, ohne zu wissen wonach. Dachte Liebe lässt sich einfangen, fand sich, wieder doch nur verliebt und allein auf weiter Flur.

Rasend dann die Gefühle. Überschäumendes Glück, Blindheit lachend, gar nicht fähig zu begreifen, schon längst gefangen. Sich fallen lassend, so unerwartet, so neu, so schön.

Nach Wochen endlich in der Lage zu begreifen was geschehen. Verliebt.

Ständiges denken, an sie, an das Erlebte. Vorfreude, jedes mal so lange hin, auch wenn die Zeit noch so raste. Verliebtsein, Verliebtheit, Tollheit, Verrücktheit, unergründliches Gefühl. Hungernd nach dem anderen, allezeit und überall. Es zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht, jederzeit, egal wo man ist oder was man tut.

Wandelbares Gefühl, das. Glücklich. Unmerklich entschlichen, gewachsen?

Gewichen einer Vertrautheit, etwas Erwachsenem. Man fühlt sich als ein Teil des anderen. Stark dies sein zu können, sein zu dürfen, sein zu wollen. Liebt. Lebt. Vertraut. Kennt. Und leidet. Hilft. Stärkt. Durchlebt.

Fordert, verweigert, gibt und nimmt. Begegnet Grenzen. Verletzt einander, leidet alleine und findet doch zueinander. Ist befreit. Glücklich. Spürt diese Kraft. Liebe.

Verliebtheit ist immer. Ist überall. Ist endlich. Leider.

Liebe ist. Zeigt sich. Versteckt sich. Kaum wahrnehmbar. Und doch mächtig. Gewaltig. Versetzt Berge, schweisst zusammen, macht stark, lässt Gutes tun.

Man verlässt sich auf sie. Weil sie ist. Sie lässt einen gewähren, vertrauen. Sie wächst. Mit jedem guten Moment in dem sie sich zeigt, zeigen kann.

Das Leben bietet viele davon. Doch sehen wir diese Augenblicke? Haben wir die Zeit dazu, geben wir uns die Zeit dazu? Wird sie uns genommen - tun wir etwas dagegen, oder lassen wir es geschehen?

Liebe ist nicht leicht. Zu gross. Immer auch ein Stück Arbeit. An sich selbst. Mit sich selbst. Auch gegen sich selbst.

Oft mehr als man meint. Man wahrhaben will. Man muss sich entscheiden. Im Leben. Nicht im Totalen. Im Ständigen. Im Kleinen. Für die Liebe. Das fordert Kraft.

Sind wir zu schwach, sind wir unfähig zu lieben. Können wir nicht mehr stark sein, wird sie vergehen.

Bis anderes uns begegnet? Stärkeres. Kühneres. Wilderes. Bekanntes, so lang Vergangenes.

Endliches. Was bleibt?

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