2007/06/29

draußen...

Habe es heut Nacht im Bett nicht ausgehalten, war anders als die Nächte zuvor: windstill, klar und ein klein wenig kalt. Die Stadt war leer, habe meinen Atem gehört und das Surren der Fahrradkette, so vertraut (ja du wirst wieder saubergemacht). Atem im Bart kondensiert, kleine Tropfen....

Der See war ganz glatt, leichter Nebel. Habe im Gras gelegen und die Erde gerochen, eine Ameise auf meinem Gesicht spazieren gefühlt, innehaltend, die Richtung ändernd... verschwindend.

Wenn man ganz still ist hört man sich selbst... und fängt auch an zu frieren. Im Schlafsack viel besser.... Die Sterne angschaut und mich darin verloren. So viele. Erinnerungen. Sommersprossen.

Nach Erinnerungen gesucht. An Gefühle kann man sich nur erinnern, wenn man sie im Augenblick ihres Daseins genossen hat. Alle Gefühle die man versucht hat festzuhalten sind dadurch verloren.
Sie sind nie so groß wie die, denen man sich hingegeben hat.

Habe sovieles versucht festzuhalten. 

Bin mir selbst hinterhergerannt. Habe mir nie die Zeit genommen stehenzubleiben, innezuhalten. Zeitnehmen. So wie jetzt. Es ist schön wiederzuentdecken, zu wachsen.

Leben. Soviel Lust darauf. Innen ein gutes Gefühl - ich glaube es ist Glück. Bin so dankbar, das wiederzuentdecken.

Nur wenig geschlafen ... soviel - wiederentdeckt. Habe ich wirklich solange geschlafen? Solange Zeit? Lebenszeit. Grausam.

Darf nichts festhalten, Niemanden, denn darin liegt die Angst des Verlierens. Das Leben kann nur in ehrlicher Freiheit seine Grossartigkeit entfalten. Bin voller Dankbarkeit. Bin einfach glücklich in dem Moment...

Schmerzen im Genick.

Aufgewacht... wie alles ringsherum. Zuerst die Geräusche, dann ein wenig Zwielicht, der erste leichte Windhauch, dann die Sonne....

Nebenan wachsen die Tautropfen im Gras, die Halme biegen sich. Wie kleine Lupen...

Die Stadt wacht auf.... wieviele sind unterwegs... jeden Tag.... Unzufrieden, merken es nicht, laden es jeden Tag fein säuberlich dort ab wo der Berg irgendwann zu groß wird. Zerstören erst sich, dann andere.

Ich freue mich, auf heute, auf morgen, auf mein Leben. Es wird ein neues - schon in diesem Augenblick. Ohne Angst. Die Sonne ist schon kräftig, sitze am Rechner und es werden immer mehr Autos. Die Armen.

05:41 - Hm, sonst tut mir diese Zeit weh. Heute nicht. Heute keine Hatz, keinen Kaffee auf Arbeit.

Gehe gleich in die Küche, nehme die Berliner Bohne. Es ist einfach schön aus der Dusche zu steigen und Kaffee zu riechen. Musik! Jeder Moment meines Lebens sollte einen eigenen Soundtrack bekommen. Mist ich hab nichts von Mia! Könnt ich jetzt gebrauchen. Soviel Energie.
"Aufstehn" würde auch passen, ist aber eher für die Morgende die mir so fehlen. Später am Tage. Meist Sonnabende, oder Sonntage. Zu wenige Tage. An denen Du aufwachst und die Welt umarmen möchtest. Dich beeilen
möchtest weil es so spät ist, es geniesen möchtest dir das zu gönnen. 

Und jemanden wecken möchtest. Mit in den Tag nehmen möchtest.
Raus in den Park, aufs Rad, irgendwohin...

Ich habe Hunger, auf das Leben - wegen all der Tage die ohne Erinnerungen sind. Die ich mir hab nehmen lassen, um die ich nicht gekämpft habe, nicht geachtet habe. Deswegen kann mir  heute nichts meine Freude auf den Tag nehmen. 

Auch nicht die Maschine, die mich so aufgefressen hat. Nicht mehr lange.

Dankbarkeit. Vertraute Gefühle wiedergefunden, daran gewachsen. 

Grosses kann oft nur langsam wachsen, so langsam, dass man vergisst, dass man
jeden Tag kämpfen muss, sich bemühen muss und geniesen kann.

Eines bleibt noch: mein eigener Dämon, den ich besiegen muss. Ich spüre es. Ich muss, kann und will mich davon befreien. Es wird schwer werden, aber mich befreien, meinen Frieden mit ihm machen. Ein bitterer Satz der mich dessen gewiss macht:

"Hass ist das Gift, welches Du trinkst, während Du wartest, dass der andere stirbt."

Ich habe zuviel des Hasses in mir getragen, zu lange. Zuviel des Giftes ist in mir gewesen. Hätte mich fast kaputt gemacht.  Glücklich über diese Erkenntnis und die Chance das zu ändern.

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